DIY-Donnerstag Lettering

12 Schreibaffirmationen zum Selberlettern #3: Spielen

25. April 2019
Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Heute geht es weiter mit meiner Blogreihe:

Jeder Beitrag enthält ein starkes Wort, was du selbst lettern kannst. Ich gebe dir dazu Anleitungen, Stück für Stück, damit du deine eigene Version malen kannst. Das fertige Stück kannst du dann am besten über deinen Schreibtisch hängen, oder irgendwo, wo du es gut siehst und es dir Kraft schenkt und dich motiviert.

Dieser Workshop ist für Anfänger und Fortgeschrittene. Wenn du Fragen hast, oder Wünsche, freu ich mich wenn du sie in den Kommentaren teilst, damit ich darauf eingehen kann und die Community auch davon profitieren kann.

Und falls du ganz neu dazugekommen bist und mehr über die Basics lernen willst, schau einfach in folgende Blogbeiträge, die dir alles Wichtige vermitteln:

Basics #1 #2 #3 #4 #5 #6 #7 #8 #9

(Dieser Blogbeitrag ist Teil der Lettering-Workshop-2019-Reihe – alle Posts findest du unter: Einführung · #1 · #2 · #3 · #4 · #5 · #6 · #7 · #8)

Spielen

Ich muss zugeben dass ich ein verspielter Mensch bin. Nicht das ich Dinge nicht ernst nehme, nein, sondern ich, sagen wir mal so, halte mich gerne mit Sachen auf. Schaue sie mir genauer an und probiere, experimentiere – spiele. Das steht mir manchmal im Weg, wenn es darum geht etwas schnell auf den Punkt zu bringen (zum Beispiel mit diesem Blogbeitrag fertig zu werden). Am liebsten würde ich bis ins tiefe Unendliche den bunten Würfel in meiner Hand drehen und alles Mögliche damit ausprobieren. Aber gleichzeitig denke ich ist es eine große Stärke spielen zu können. Dass heißt sich dem Moment komplett hinzugeben, ein Stück das Drumrum zu vergessen und offen zu sein. Gerade wenn ich gute Ideen bekommen möchte, muss ich meistens etwas ablassen vom Wollen und dem Groove folgen.

Und genau das machen wir heute.

 

Grauwert – Eine Buchseite von weit weg, mit zusammen gekniffenen Augen

Dieser Schriftzug sieht etwas eigenartig aus. Woran könnte das liegen?

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Es gibt im Umgang mit Schrift da ein schönes Wort: Den Grauwert. Schrift, die schwarz gedruckt ist, wirkt immer im Zusammenspiel mit dem weißen Bereich um sich herum. Hier hab ich ihn mal orange eingefärbt.

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Wenn du diesen Bereich genauer anschaust, erkennst erkennst du einen Rhythmus. In diesem Fall ist der Rhythmus unregelmäßig, also die orangenen Bereiche haben unterschiedliche Größen. Das ist erstmal nix Schlimmes.

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In der Typografie (also dem Umgang mit Schrift oder den Schriftsatz) aber ist für Lesetexte immer Harmonie gewollt. Also diese Bereiche sollen ungefähr gleich groß sein, damit das Auge des Lesers nicht die ganze Zeit stolpert, sondern schön flüssig Zeile für Zeile ungestört lesen kann. Also besser:

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Hier habe ich den Weißraum harmonisiert, also geschaut, dass die weißen Bereiche ungefähr gleich viel Platz einnehmen.

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Den Grauwert kannst du ganz einfach wahrnehmen. Nimm ein Buch, stell es in eine Ecke, gehe fünf Meter weit weg. Wenn du jetzt auf die Seite schaust, siehst du keine einzelnen Buchstaben oder Sätzemehr, sondern wegen der Entfernung nur noch graue Textbalken. Die Schriftart die in deinem Buch verwendet wurde kannst du jetzt untersuchen. Ist sie dunkelgrau oder eher hellgrau.

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… but not our Problem: Unsere Schrift ist pflegeleicht

Im ersten Blogbeitrag dieser Reihe ist die Schriftart als Vorlage die wir jetzt wieder  verwenden. Sie würde in einem Fließtext nicht gut funktionieren, sie ist eher geeignet für Überschriften oder schwingende Salloonschilder.

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Da die Serifen oben und unten an den Buchstaben sehr fett sind, der Mittelteil der Buchstaben aber im Gegensatz dazu filigran, hast du umso mehr Spielraum um dort funky Sachen zu machen.

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Nur eine Regel: Gleichmäßig verteilen.

Nimm dir ein Wort was dir gefällt. Oder nimm SPIELEN. Male es in der oben erwähnten Schrift (also wie ich im ersten Blogbeitrag der Reihe erklärt habe).

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Du hast jetzt ein Wort, was in der mittleren Zone viel freie Fläche hat. Die wollen wir gleichmäßig füllen. Mit einfachen grafischen Elementen. Wie ich oben gezeigt habe, geht es hier auch darum die Flächen zwischen den dünnen Strichen in der Mittelzone gleichmäßig zu befüllen. Idee eins: Rechtecke.

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Hier sollst du kreativ sein. So wie ich es gemacht habe, muss es nicht bei dir aussehen. Das einzig wichtige ist, dass deine gemalten Elemente leicht in der weißen Fläche schweben.

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Idee zwei: Kugeln.

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Eine einfache Idee, aber das kann gut aussehen.

 

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Oder Zick-Zack.

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Sternchen:

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Mehrere parallele Linien.

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Oder Dornen.

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Es ist wirklich eine Spielwiese und ich kann dir nur empfehlen 10-20 verschiedene Elemente mal einzusetzen. Bestimmt sind ein paar tolle Ideen dabei.

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Bis zum nächsten Mal!

 

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