DIY-Donnerstag, Lettering

Red Bug Lettering #7: Monogramm-Tutorial!

19. Juli 2018
Beitragsbild Lettering Lukas Horn
Wie du in ein paar Schritten lernst, dein eigenes Monogramm zu gestalten
Was ist eigentlich ein Monogramm?

Ein Monogramm besteht meist aus Initialen, also zB. Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachnamen oder vom Namen einer Marke. Sie werden kunstvoll miteinander verbunden, sodass einzigartige Signets entstehen (ganz früher waren es einzelne Buchstaben, kunstvoll verziert, heute meint man hauptsächlich mehrere Buchstaben). Diese kann man überall gebrauchen. Geliebt als Logo, als Signaturstempel etc. bestechen sie oft durch Einfachheit. Du nimmst zwei, drei Buchstaben, stellst sie nebeneinander, stylest sie und schon bist du fertig!

Monogramme haben zudem auch eine lange Geschichte. Ich fand schon immer, die im religiösen Kontext verwendeten Monogramme interessant, zB. die von Königen. Sie waren meistens schlicht gehalten und mit einem Kreuz verbunden. Schon immer hat man Monogramme verwendet um zu kennzeichnen wem’s gehört. Ihr kennt vielleicht alte Laken von euren Großeltern, auf denen Initialen gestickt sind. Oder Bücher in denen ein Exlibris klebt, das verkündet wohin das Buch gehört (zB. in die Bibliothek. Hast du noch ein überfälliges Buch rumliegen?).

Heute findet ihr viele Monogramme als Logo für Marken (zB. Volkswagen, Yves Saint Laurent oder Warner Brothers). Oder als Icons für Blogs und Social Media wie zB. im Pinterest-Logo.

Du kannst mit Monogrammen alles machen.

Für dieses Tutorial brauchst du:

– deine Lieblingsstifte (möglichst verschiedene zum ausprobieren)

– einen Bleistift

– einen Filzstift

– falls du mit Tinte arbeitest, benutze als Unterlage eine Zeitung

– recyceltes Kopierpapier, oder ein Papier deiner Wahl

Vorbereitung

Optional, aber die beste Empfehlung für dich:

Suche dir einen Ort an dem du dich frisch und ungestört fühlst. Ich mag es immer im Atelier, direkt am Tisch vor dem Fenster zu sitzen. Mit dem Blick nach draußen auf die grünen Bäume. Oft mache ich das Fenster halb auf, dann hab ich frische Luft (gut für die Konzentration) und kann ein bisschen lauschen was draußen passiert (meistens sind da ein paar Vögel die singen, dann komme ich mir beim Gestalten nicht alleine vor). Zwischendurch koche ich mir einen Kaffee. Der Geruch ist zwischendurch eine gute Anregung, um auf neue Gedanken zu kommen. Du kannst auch gerne ein Räucherstäbchen anmachen. Feuergeruch hat immer etwas urtümlich-menschliches und kann ebenfalls helfen, kurz zu sich zu kommen, um dann wieder mit neuen Ideen loszulegen (Natürlich kannst du auch an Kräutern reiben und daran riechen, oder an einem schönen Öl. Halt an allem was gut riecht!). Wenn noch irgendwo Dinge am falschen Platz liegen, oder du merkst dass dich etwas ablenkt (ein flyer mit grellen Farben, ein Stapel Bücher etc.), nimm dir den Moment, um alles zu ordnen. Wenn du dich bereit fühlst, lasse alle Gedanken die in deinem Kopf noch rumschwirren los und versuche dich nur auf dieses Tutorial zu konzentrieren.

Manchmal kommen mir beim Gestalten gute Ideen für andere Dinge. Das ist super und sollte nicht gestoppt werden, aber versuche auf der Spur zu bleiben & den Prozess mit allen Sinnen zu empfinden (Das Verstehen kommt dann später von ganz alleine!).

Los geht’s!

 Klare formen: Spiele mit deinen Initialen!

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Hier ein Beispiel für dich: Im oben-stehenden Bild siehst du verschiedene Buchstabenkombinationen. Sie werden spielerisch verbunden. Nimm am Anfang deine Initialen, also den Anfangsbuchstaben deines Vornamen und verbinde ihn mit dem deines Nachnamens.

Kleine Monogramm-Skizzen zum warm werden

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Ich nehme natürlich mein ›L‹ & mein ›H‹!

Mit Bleistift malst du jetzt kleine Skizzen (ja, klein ist besser, damit du ein gutes Gefühl für die Buchstabenformen bekommst). Stelle deine zwei Buchstaben in jeder Kombination zusammen die dir einfällt! Du darfst zwischen 10 und 30 von diesen kleinen Zeichnungen machen. Bleibe schlicht, also verzichte am besten auf Serifen, Schnörkel usw. Das kommt alles in den nächsten Schritten. Geeignet sind große Druckbuchstaben. Staple deine Buchstaben, stelle sie ineinander, denke dir spannende Verbindungen aus! Spiele und achte nicht darauf, ob es gut aussieht!

Wenn du so viele Varianten gemacht hast, werden auf jeden fall schöne dabei sein. Versprochen!

Wähle deinen Favorit!

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Das hier ist mein Startpunkt: Diese Verbindung aus ›L‹ & ›H‹ ist schön schlicht. Ich rate dir auch eine eher klare Variante zu wählen, weil wir gleich weitergehen.

Es wird wild.

Varianten vom Favorit gestalten: Finden, was dir  gefällt

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Nimm zB. einen Pinselstift, oder wie ich in dieser Abbildung, einen richtigen Pinsel. Nicht erschrecken, das ist eine Auswahl aus meinen Skizzen. Ich mache meistens, je Werkzeug, zehn unterschiedliche Entwürfe. Nimm deinen schlichten Entwurf, den du im vorigen Schritt ausgewählt hast als Vorlage. Verzichte aufs Vorzeichnen mit Bleistift. Behalte den Entwurf im Kopf und setze ihn nun mit verschiedenen Techniken um! Spiele!

Arbeite zügig, eine deiner kleinen Skizzen darf nicht mehr als zwölf Sekunden dauern!

Wir wollen das Hirn überlisten. Denn dann entstehen Dinge, die man nicht berechnet. Das führt zu: Schönheit.

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Oder schreibst du gerne mit Spitzfeder? Das ist ein Klassiker in der Monogrammgestaltung. Hier siehst du wie man mit Spitzfeder arbeitet, falls du es selbst noch nicht probiert hast (jetzt ist ein guter Moment): Mein Spitzfeder-Tutorial .

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Gerne kannst du auch mal ein paar Entwürfe mit einer Breitfeder oder einem Marker mit flacher Spitze machen. Hilft dir übrigens auch die Striche zu verstehen & ein geschulteres Auge für Details zu bekommen. Hier gibt es für dich meine Anleitung und Erklärung zur Breitfeder.

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Hier habe ich mit Filzstift gemalt. Vielleicht ist dir aufgefallen dass ich mich nicht strikt an die erste ausgewählte Skizze halte. Es ist total wichtig im Designprozess offen zu bleiben.

Hast du eine Eingebung? Folge ihr! Auch wenn es sich erstmal ungewohnt anfühlt.

Alle kleinen Ideen die du entwickelst, wird man in deinem fertigem Monogramm spüren.

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Was ist das? Hier siehst du ein Beispiel von mir das erstmal ungewöhnlich aussieht. Hab keine Angst!

Denn Ideen & Entwürfe die Ecken und Kanten haben, haben meistens auch das gewisse Etwas, wenn es um Wiedererkennung geht.

Gerade wenn du dein Monogramm als Logo benutzen willst, führe dir immer vor Augen, dass es sich einprägen muss. Also sei mutig und breche ab und zu mit dem Wie-man’s-macht!

Skizzen durchblättern, raussuchen was dir gefällt, entscheiden

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Ich habe bis jetzt beim durchblättern gesehen, was mir an meinen Entwürfen gefällt und was nicht. Falls du jetzt schon dein perfektes Monogramm gezeichnet hast, Gratulation! Das ist nicht ungewöhnlich, denn oft ist man beim Gestalten früher fertig als man denkt (dann solltest du schnell deinen Stift fallen lassen und aufhören).

Mein Entwurf ist noch nicht so weit. Was ich aber weiß: Ich möchte ein verschnörkeltes ›L‹ mit einem schlichten ›H‹ zusammenbringen. Das ist ein guter Kontrast und ich arbeite immer gerne mit Kontrasten.

Oft kombiniere ich eckige Formen, mit einem Hauch von weicher Form, oder andersherum. Oder neben ein großes Element, platziere ich ein kleines.

Probiere diese Kombination auch bei dir aus! Einen verspielten Buchstaben, verbunden mit einem ganz schlichten.

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Skizzier wieder klein und am besten mit Filzstift. Meine Kombinationen beinhalten jetzt die schlichte Variante die ich am Anfang ausgewählt habe und die Details, die ich in den darauffolgenden Varianten mochte.

Wie entsteht eine ›Logoform‹?

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Bei den meisten Logos, das kannst du dir für dein Monogramm abgucken, leben von einer Einfachheit und visuell von einer Abgeschlossenheit.

Das heißt du schaust dir jetzt die Außenform deines Monogramms an. Es gibt da keine Regel, aber ich zeige dir erstmal wie du deinen Entwurf nach Außen hin abgrenzen kannst. Dann weiß das Auge bescheid.

Oben in den Skizzen habe ich damit gearbeitet Linien zu verlängern. Ich benutze sie wie Rahmen. Diese äußere Form sollte einfach sein, also am besten kein achtstachliger Stern.

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Mich fasziniert das ›L‹, das in das ›H‹ greift.  Probier aus was dich interessiert, oder lass dich hiervon inspirieren.

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Ich habe in beiden Varianten ein Quadrat als Orientierung benutzt. Das kannst du dir entweder mit Bleistift vorzeichnen, oder es dir denken. Runde Elemente wie Schwünge dürfen etwas herausragen.

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Ein paar Tests …

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… hierfür habe ich einen Kreis als Vorlage genommen. Dadurch erzielst du eine gut-wahrzunehmende Form für die Betrachterin.

Finale: Ausbessern

Wähle deinen absoluten Favorit aus! Falls es noch Bereiche in deinem Monogramm-Leutering gibt, die dir nicht gefallen, kannst du noch letzte Änderungen vornehmen. Mein Favorit ist gewählt. Nach einigen kleinen Änderungen sieht das Resultat so aus:

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Und hier nochmal der Prozess:

Beitragsbild Lettering Lukas Horn

Falls du Fragen hast, oder dein Monogramm mit mir teilen willst, schreib mir einfach in die Comments, ich freu mich drauf!

 

Bis zum nächsten Mal,

Lukas

 

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2 Comments

  • Reply 12 Schreibaffirmationen zum Selberlettern – Einführung - Red Bug CultureRed Bug Culture 1. März 2019 at 11:59

    […] kann von hier an mitmachen, oder sich vorher ein paar Basics anschauen. (Basics: #1 #2 #3 #4 #5 #6 #7 #8 […]

  • Reply 12 Schreibaffirmationen zum Selberlettern #1: Mut - Red Bug CultureRed Bug Culture 1. März 2019 at 14:47

    […] #2 #3 #4 #5 #6 #7 #8 […]

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