DIY-Donnerstag, Epub Insights

Epub Insights #9 scroll or swipe

13. September 2018

Liebe AutorInnen und SelfpublisherInnen,

in den letzten Artikeln habe ich mich noch damit beschäftigt und erläutert, wie man erreicht, dass in E-Books Bilder und Bildunterschriften auf der gleichen Seite dargestellt werden. Jetzt hat Amazon in der neuen Kindle-App gerade die Möglichkeit eingerichtet, vertikal durch das ganze Buch zu scrollen. Es gibt also noch nicht mal mehr eine Anmutung von Seiten. Ist damit der ganze Aufwand, Bilder und Bildunterschriften zu verbinden, umsonst? Nein – natürlich nicht, es ist immer noch von Vorteil, wenn man – soweit es geht – kontrolliert, wie Bild und Bildunterschrift miteinander korrespondieren. Und es stellt sich die Frage, was wird sich durchsetzen: scroll or swipe?

Pageturn

Als ich vor gefühlt einem halben Jahrhundert, das erste Mal ein E-Book aus dem iBooks Store auf meinem iPad geöffnet habe, war ich fasziniert, welche Mühe die Entwickler sich mit der Animation zum Umblättern gemacht hatten. Gleichzeitig musste ich schmunzeln, weil es so süß war, wie man auf einem Screen irgendwie das Gefühl von Seitenumblättern erzeugen wollte. Ein wenig sah es für mich allerdings so aus, als wäre man gar nicht stolz darauf, ein ganz neues Gadget erfunden zu haben und eine ganz neue Möglichkeit, Texte zu lesen. Vielleicht wollte man einfach auch den Lesegewohnheiten der Menschen, die noch viel Gedrucktes lasen, entgegenkommen. Schau mal, ist doch eigentlich genau wie ein Buch, sogar zum umblättern. Beinahe wäre ich in die alte, schlechte Angewohnheit verfallen, kurz den Finger anzulecken, damit das Umblättern leichter geht.

Aber mit der Annahme, dass diese Pageflip-Animation als sentimentale Reminiszenz an gedruckte Bücher bald in die Mottenkiste wandern würde, lag ich offensichtlich falsch. Denn sogar Amazon hat die neuen Kindle-Fire damit ausgestattet. Allerdings in einer primitiveren Version als es die gewohnt designversessenen Apple Entwickler vorgemacht hatten. Während bei iBooks wirklich die nächste Seite erscheint , genau wie es auch beim einem gedruckten Buch wäre, wird beim Kindle die aktuelle Seite beim Umblättern einfach nur spiegelverkehrt abgebildet, als könnte man durch das »Papier« hindurchsehen. Das ist nun völlig sinnfrei. Aber wer merkt das schon?

 

scroll or swipe

ipad / iBooks-App

 

scroll or swipe

kindle-fire / kindle-App

Swipe

Besonders schön fand ich die Pageflip-Animation vor allem, wenn ich das iPad horizontal hielt und im Zwei-Seiten-Modus war, der ja wieder an ein aufgeschlagenes Buch erinnert. Aber mal ehrlich, wer hält sein Tablet oder Smartphone schon horizontal, wenn er ein E-Book liest. Beim Kindle Fire macht es für mich gar keinen Sinn, da im horizontalen Modus auch nur eine breite Spalte angezeigt wird, die dann natürlich für ein angenehmes Lesen zu breit ist. Ich jedenfalls lese immer im vertikalen Modus. So wird mir zwar immer nur eine Seite angezeigt. Aber ich habe ja auch kein Buch in der Hand. Dabei finde ich das einfache Zur-Seite-Swipen der Seiten am angenehmsten. Es geht schnell. Und es rhythmisiert das Lesen unmerklich und ohne Fisimatenten.

Scrollmodus

Wer wollte konnte in der iBooks-App schon immer über das Schriftmenü auf einen Scrollmodus wechseln. Mir hat der Scrollmodus nie zugesagt, aber das geht offensichtlich nicht allen so, denn sonst hätte Amazon vermutlich nicht jetzt auch eine weitere Möglichkeit in die Kindle-App intergriert, mit der man ein E-Book lesen kann. Nämlich das vertikale Durchscrollen.

Hand und Auge

Ich habe das probiert und muss sagen, es ist nicht mein Ding. Es mag daran liegen, dass ich mich über mehrere Jahrzehnte daran gewöhnt habe, dass meine Augen von links nach rechts durch eine Zeile lesen und dann wieder – wie bei einer vorsintflutlichen Schreibmaschine – rums – an den nächsten Zeilenanfang »geschoben« werden. Wie ist das nun beim Scrollen? Dort lese ich auch meist ein paar Zeilen eher am oberen Rand. Also genau wie vorher,  ich scrolle dann aber den Text weiter hoch. Meine Augen finden nun nicht automatisch nach jeder Zeile den nächsten Zeilenanfang, nämlich eine Zeile tiefer, sondern sie müssen diesen Zeilenanfang jedesmal suchen, weil ich ja nicht immer exakt an die gleiche Stelle scrolle. Selbst, wenn ich eine ganze Bildschirmseite bis zur letzten Zeile lesen würde und dann die ganze nächste »Seite« weiter hochscrollen würde, wäre das wie der verblichene Hans Dieter Hüsch sagen würde: Millimeterarbeit. Es wäre ja eher Zufall, wenn ich die nächste Zeile exakt bis zum oberen Bildschirmrand scrollen würde. Woher soll der scrollende Daumen oder das suchende Auge denn wissen, wo die nächste »Seite« anfängt?

Die Alternative wäre, ich scrolle ununterbrochen. Ich will nicht behaupten, dass das harte Arbeit ist, sie funktioniert unbewußt, wie das Gasgeben beim Auto, aber es ist eine unnötige Aktion. Dabei lese ich beispielsweise immer nur die oberste Zeile, springe dann in der gleichen Zeile mit dem Fokus wieder nach links, wo ich schon die nächste Zeile hingescrollt habe. Für längere Texte eignet sich diese Art des Scrollen aus meiner Sicht allerdings nicht. Ich finde es sehr ermüdend. Es sei denn, der Text ist durch zahlreiche Stopper, Zwischenüberschriften, Vignetten etc. gegliedert.

Fade

Die ganz alte Variante der ersten Kindle Reader per Button »umzublättern« war für mich -vielleicht als Linkshänder – allerdings auch eher suboptimal, weil ich nie bequem an die Buttons kam und oft die zweite Hand zum »Umblättern« brauchte. Dabei fadete der Text oft etwas flackerig aus und die nächste Seite erschien.

Das hat sich in den nächsten Kindle-Generationen erheblich verbessert. Bei meinem geliebten Kindle-Touch wischt und scrollt man nicht, sondern berührt einfach nur den Rand des Bildschirms. Rechts zum weiterblättern, links zum zurückblättern. Der gelesene Text fadet nahezu flackerfrei aus und der nächste Abschnitt erscheint.

… und wie es sich anfühlt

Scrollen hat für mich eher etwas von einem tiefen Brunnen, dessen Grund ich nicht sehen kann, von dem ich noch nicht einmal weiß, ob überhaupt Wasser drin ist. Oft scrolle ich vor, um zu sehen, wie viel noch kommt. Scrollen verleitet – und ist meiner Meinung nach auch gut dafür geeignet  – zum Überfliegen von Texten. Scrollen assoziiere ich mit Arbeit. Kurz mal den Inhalt scannen. Eher etwas für den Desktop.

Swipen/wischen verbinde ich eher mit einem entspannten, zurückgelehnten Lesen, übrigens genauso – und das überrascht mich immer wieder selbst – wie das »umblättern« per click und fade. Bei der neuesten Version des Kindle-Touch funktioniert das so smooth, dass ich es nicht mehr als störend wahrnehme, und den ganzen Sommer über bei strahlender Sonne am See auf dem spiegelfreien Touch gelesen habe. Summer of reading, summer of love.

PS:

Ein schönes Goodie für alle, die weder swipen noch scrollen können, weil sie ihre Hände gerade über die Tasten eines Klaviers sausen lassen und keine Hand frei haben, sind die Pageflip Butterflys, die mit den Füssen bedient werden, um Partituren auf dem iPad umzublättern. (Gibt es jetzt auch für die neuen Kindle Fire HD, wobei man schon sehr gute Augen haben muss, um auf dem kleinen Bildschirm Noten zu erkennen)

Charakter-Special: Bedürfnisse

Charakter-Special: Bedürfnisse #1 Start

10. September 2018
Charakter-Special: Bedürfnisse #1 Leben

 Bedürfnisse

Mitte der 40er Jahre entwarf Abraham Maslow zum ersten Mal ein Modell zur Darstellungen von menschlichen Bedürfnissen. Eine Pyramide, die alles abdecken sollte, was ein Mensch jemals zum Leben benötigen kann. Mit ein paar Ergänzungen ist die Maslowsche Bedürfnispyramide noch immer ein wertvolles Hilfsmittel um menschliche Bedürfnisse darzustellen und zu verdeutlichen.

Und das ist, womit sich diese Blog-Reihe beschäftigen wird. Bedürfnissen. Der treibenden Kraft hinter allen konkreten, äußeren Zielen. Dem Motor der Motivation, dem Ursprung jeder Bewegung. Die Antwort auf die Fragen: Warum tun wir, was wir tun? Warum wollen wir, was wir wollen.

 

Bedürfnisse #1
Die Pyramide

Die Pyramide unterteilt sich in 8 Stufen, die aufeinander aufbauen. Die Basis der Pyramide bildet das ursprünglichste Grundbedürfnis und jede weitere Ebene steht für das nächsthöhere Feld von Bedürfnissen. 

Das Schema ist mehr oder weniger eine Geschichte in sich, in deren Verlauf immer neue Werte und Erwartungen eine Rolle spielen. Hat man das unterste Level erfolgreich bespielt, also das Bedürfnis befriedigt, das dieser Ebene zu Grunde liegt, rückt man automatisch ein Feld weiter und ein neues Bedürfnis tritt zu Tage. So gibt es immer etwas, nach dem wir streben, immer etwas Neues, das wir brauchen, um den nächsten Schritt in unserem Leben zu gehen.


Transzendenz
Selbstverwirklichung
Ästhetische Bedürfnisse
Kognitive Bedürfnisse
Wertschätzungsbedürfnisse
Liebes- und Zugehörigkeitsbedürfnisse
Sicherheitsbedürfnisse
Biologische Bedürfnisse

 

Welche Rolle spielen Bedürfnisse in Geschichten?

Bedürfnisse sind ein maßgeblicher Bestandteil von Geschichten, weil sie der Antrieb für jeden Entwicklungsschritt sind, die ein Charakter machen will. Und in den allermeisten Fällen ist ein Bedürfnis, dass befriedigt werden will, auch der Startpunkt für jede Story.

Unterschiedliche Stories beschäftigen sich mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Liebesromane drehen sich am allermeisten um das Liebes-und Zugehörigkeitsbedürfnis, das jedem Menschen innewohnt. Ein packender Thriller handelt vom Überleben, also wichtigen Grundbedürfnissen, wie Sicherheit und Überlebenskraft. Sick-Lit- na klar, mit den biologischen Bedürfnissen, die die Grundlage für unsere Existenz bilden. Wenn du dir vor Augen führst, welche Bedürfnisse in unterschiedlichen Büchern thematisiert werden, fällt dir sicherlich auf, dass es einen fließenden Übergang zischen den Ebenen der Pyramide gibt. In „The Fault in our Stars“ geht es um Gesundheit, aber eben auch um Liebe. Und die Frage nach dem Tod und allem was danach kommt, bringt immer ein gewisses Stück Transzendenz mit ins Gespräch.

Je nachdem, welches Bedürfnis im Vordergrund steht, wird die Dynamik der Geschichte entschieden beeinflusst. Ein erfolgloser Schriftsteller, der von Terroristen entführt wird, ist auf einmal nicht mehr hauptsächlich mit Selbstverwirklichung beschäftigt, sondern kämpft ums Überleben. Das erhöht die Spannung und die Dramatik schnell und effektiv. Unter Umständen führen die  die überstandenen Strapazen und der Überlebenswille den er in sich entdeckt, am Ende der Geschichte dazu, dass er die Fähigkeit errungen hat, sich selbst zu verwirklichen. In dem er, sagen wir mal, ein Buch über seine Erfahrungen schreibt. Einmal durch die Pyramide und zurück, ist eine abenteuerliche und ereignisreiche Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen.

Persönlichkeit und Bedeutung

Ebenso wie bei den Archetypen, charakterisiert das Hauptbedürfnis einer Figur, sie und ihre Story maßgeblich. Ein Politiker, der nach Anerkennung strebt, wird sich in einer Geschichte anders verhalten, als einer, der sich nach Liebe sehnt. Unter Umständen schätzen Charaktere ihre Bedürfnisse zu Beginn der Story völlig falsch ein und müssen erst am Ende erkennen, dass sie etwas ganz andere brauchen, als sie dachten. Es ist typisch für die Grundbedürfnisse eines Charakters, dass sie sich nach und nach bemerkbar machen. Das man sie nicht so leicht erkennen kann, wie die äußeren Ziele. Immerhin kann die Besteigung des Mount Everest unterschiedlichste Bedürfnisse ins Spiel bringen und befriedigen.

Ein Charakter mag diese Reise zum Gipfel der Welt antreten, um von seiner verstorbenen Frau Abschied zu nehmen. Ein anderer will sich seinem strengen Vater beweisen. Wieder ein anderer erfüllt sich seinen letzten Lebenswunsch. Das Spiel mit den Bedürfnissen gibt jeder Geschichte Tiefe und größere Bedeutung.

Denn jeder von uns findet sich in der Pyramide wieder. Wir sind vielleicht keine Bergsteiger, aber der Wunsch nach Sicherheit, Anerkennung und Liebe ist uns bekannt. Das heißt, auf der einfachsten und wirkungsvollsten Stufe identifizieren wir uns nicht mit der Story des Charakters, sondern mit seinen Bedürfnissen. Wir lesen also nicht einfach nur ein Buch, über eine Bergbesteigung, wir lesen eine Geschichte über Liebe, Selbstverwirklichung und Transzendenz.

Die Blog-Reihe

In den nächsten Wochen sehen wir uns gemeinsam die acht Ebenen der Pyramide an und finden heraus, in welchen Stories sie vorkommen und wie sie diese Geschichten und ihre Charaktere formen. Ich freue mich darauf!

Social-Media-Tipps für AutorInnen

Social-Media-Tipps für Autor-Innen #10 Website

5. September 2018
Die Website

Zum Abschluss der Social-Media-Tipps geht es um die Website, die ich für den wichtigsten Anlaufpunkt und Kommunikationsort für alle AutorInnen halte. Denn hier habt ihr die volle Kontrolle über grafische Gestaltung, Menüführung, Content, Bilder und Informationen über euch und eure Bücher. Diese Freiheit kommt mit einer Verantwortung wie Impressum und Datenschutz, aber das sollte euch nicht abschrecken. Einmal installiert und gut eingerichtet, ist die eigene Homepage wie eine eigenen Wohnung, ein Haus, ein Palast für eure Leser, eure Fans, die Presse, und überhaupt alle Menschen, die sich für euch und eure Bücher interessieren.

Website einrichten

Es gibt grob gesagt zwei Arten von Websites. Das eine sind statische Seiten, das andere dynamische Seiten. Blogs sind zum Beispiel dynamische Seiten. Statische Websiten sind wie kleine oder große Visitienkarten. Sie haben Unterseiten, man kann klicken, aber sie funktionieren anders als ein Blog. Meine (alte) Autoren-Website ist/war eine statische Seite. Ich habe mir sehr früh eine Website zugelegt, damals war das modern (*hüstel*) und mir dann später einen Blog eingerichtet, den man von der statischen Seite erreichen kann. Damals ging es auch darum, dass eine Seite schnell aufgerufen werden kann, also unkompliziert und einfach gestaltet ist. (Für alle Nerds: Hier zu einem Blogbeitrag mit mehr Erklärung)

Das ist alles – nicht mehr aktuell. Jetzt macht es – zumindest für AutorInnen – sehr viel mehr Sinn, eine dynamische Website zu haben, da sie mehr leistet und leichter selbst zu verwalten ist – wenn sie erst einmal erstellt ist. Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten oder Routen:

  • Route 1: Oh Gott, ich will es so einfach und kostengünstig wie möglich.
  • Route 2: Hey, ich will es richtig machen, zahle auch gerne etwas und habe dann alles in meiner Hand.
Die Route 1 – Einen Blog erstellen

Ihr kennt das von den vielen Buchbloggern da draußen. Die meisten haben einen Blog – den sie über einen Service gebucht haben. Umsonst und einfach zu handhaben. Klar, das könnt ihr auch als Autoren machen.

Ihr richter euch also bei Tumblr oder Blogger eine Website ein. Blogger gehört übrigens Google und dort bekommt ihr auch Support, wenn ihr erst nur den kleinen Schritt zu der eigenen Website machen wollt. Denn der ist umsonst, was ja erstmal attraktiv ist. Aber es ist eben ähnlich wie mit Twitter und Facebook etc.: Ihr habt keine eigene Domain, sondern wohnt zur Untermiete. Der Domain-Name sieht dann auch so aus, also irgendwo hängt noch blogger drin und wenn Blogger mal nicht mehr ist, dann steht ihr „auf der Straße“.

Die Route 2:  Die eigene Domain

Continue Reading…

Archetypen, DIY-Donnerstag

Archetypen #10 : THE EXPLORER

30. August 2018
Archetypen #10 THE EXPLORER

Die Kapuze bis zum Anschlag im stürmischen Schneeregen auf dem Weg zum Himalaya oder im Unterhemd auf der Vespa in Italien, der EXPLORER Typ erlebt die Welt, indem er sie entdeckt. Erlebnisse und Erfahrungen sind die wichtigsten Quellen der Inspiration für diesen Archetyp.

Charlie Weasley

Archetypen #10 THE EXPLORERAuch wenn Charlie in den sieben Harry Potter Bänden nicht oft auftaucht, ist er einem doch sofort sympathisch. Nicht nur, weil er Rons cooler großer Bruder ist, sondern auch, weil er eine unerschütterliche Ruhe und Gewandtheit gegenüber Situationen an den Tag legt, die die meisten Leute in die Knie gehen lassen würden. Charlie arbeitet mit … Drachen. In Rumänien. Und das, obwohl er nach seiner Schulzeit in Hogwarts die Möglichkeit hatte, als Sucher in der Quidditch Nationalmannschaft zu spielen. Charlie scheint das Abenteuer und den Nervenkitzel zu lieben, die mit seiner Arbeit einhergehen. In *brenzligen* Situationen behält er stets die Nerven und er rettet Ron, Harry und Hermine aus einer echten Zwickmühle.

Stärken und Schwächen

Ein EXPLORER muss frei sein. Zu gehen, radeln, fliegen oder segeln, wohin er oder sie will. Ständig in Bewegung, ständig auf der Suche nach dem nächsten Geheimtipp sind sie faszinierende und unterhaltsame Menschen. Mit ihnen wird alles zum Abenteuer. Nicht nur trauen sich EXPLORER mehr als andere Archetypen, sie entdecken in allem den Nervenkitzel. Der unspektakulärste Spaziergang kann mit einem EXPLORER an der Spitze, schnell zu einer Querfeldeinwanderung werden, bei der man sich nach den Sternen und Moos auf den Bäumen orientiert.

Und wenn die meisten Archetypen nach so einem Ausflug erschöpft in die Kissen fallen und sich an die Stirn greifen, grinst der EXPLORER noch in der Dunkelheit. Das ist sein Gebiet. Mit unerwarteten Umständen, Überraschungen und Herausforderungen umzugehen, gibt diesem Archetyp neue Energie und motiviert ihn, weiterzugehen. Wo andere noch zögern, ist der EXPLORER schon losgelaufen. Frei nach dem Motto, „I’ll cross that bridge when I get to it.“ Und wenn es keine Brücke gibt, dann wirft sich der EXPLORER in den tosenden Strom und krault zum anderen Ufer.

Manchmal sind sie leichtsinnig oder unüberlegt, aber ihr Vertrauen in die Fähigkeit zu improvisieren und auf das zu reagieren, was vor ihnen liegt, rettet sie aus den meisten Situationen. Und kaum haben sie einen Fuß wieder auf festem Boden, recken sie die Fäuste in die Luft „Was für eine Erfahrung!“ Erfahrungen sind die Juwelen eines EXPLORER, sie sind der Schatz, nach dem er oder sie auf der Suche ist. Körperliche Erfahrungen, spirituelle Erfahrungen, zwischenmenschliche Erfahrungen.EXPLORER kosten scharfe Chilis gleich vom Strauch, laufen über glühende Kohlen, hangeln sich von Liane zu Liane oder schlagen sich durch den Großstadtdschungel. Und das alles mit einem fetten Grinsen auf den Lippen. Wenn der Wind durch ihre Haare weht und die Karte aufhört, fahren sie zur Höchstform auf.

Wünsche und Bedürfnisse

Continue Reading…

Social-Media-Tipps für AutorInnen

Social-Media-Tipps für Autor-Innen #9 Authentizität

29. August 2018
Authentizität

Auf diesen Blogbeitrag freue ich mich schon eine ganze Weile – vor allem, weil ich mir selbst noch einmal darüber klar werden kann, was Authentizität bedeutet und warum sie so wichtig ist. Bevor ich ein wenig tiefer in die Wortbedeutung einsteige (not to be boring …), vielleicht zuerst, warum es so wichtig ist, authentisch zu sein, wenn man auf den verschiedenen Social Media Kanälen und Plattformen unterwegs ist: Es …

  • ist gesund für die Psyche
  • fällt leichter, zu posten, zu liken, zu retweeten
  • stärkt das Selbstbewusstsein
  • zieht echte Freunde und Follower an
  • erhöht die Glaubwürdigkeit
  • stärkt eure (Autoren)marke

Aber – das wissen wir alle: Es ist gar nicht so einfach, sich so zu zeigen, wie man ist. Das liegt – wenn man jung ist – vor allem daran, dass man eigentlich noch gar keine richtige Vorstellung davon hat, wer man ist. Wie man sein will? Was einem (später) wichtig im Leben sein wird? Und weil man auf der Suche ist, kopiert man andere, folgt Menschen, die es scheinbar oder auch wirklich besser hinbekommen, orientiert sich sehr viel an anderen.

Schon früh wissen, was man will?

Nun, das ist normal, wenn man jung ist. Gleichwohl gibt es Menschen/Kinder/Jugendliche, die schon sehr früh wissen, was sie wollen, was sie mögen, was ihr Stil ist, was ihre Leidenschaft. Ich hatte diesen Flash mit der Geigerin Anne-Sophie-Mutter. Ich habe früher, als Teenager, Geige gespielt. Meine Musiklehrerin hatte mich angeheuert, wel sie immer Geigen im Orchester brauchte und mich mit der Aussage verschreckt, wenn ich jetzt nich anfangen würde, wäre es für viele Insturmente (#fingerfertigkeit) zu spät. Ich habe mich sehr gequält und wollte viel lieber Schlagzeug spielen (das habe ich dann später gemacht). Und dann sah ich eine Aufnahme (Min 2:10) von der neunjährigen Anne und wusste: oh-mein-Gott! So sieht das aus, wenn man sein Instrument gefunden hat.

Okay, wir Normalsterblichen müssen in der Regel etwas länger suchen. Doch irgendwann so mit 25-30 sollten wir uns gefunden haben. Wissen, wer wir sind, was uns ausmacht, wen und was wir lieben. Und es zeigen.

Authentisch – natürlich

Viele denken, dass authentisch = natürlich bedeutet. Also kein Make-up, alles ganz pur, come as you are. Das stimmt nicht. Natürlich ist es toll, wenn man kein Make-up braucht, um sich schön zu fühlen. Aber – besonders für Künstler und Kreative – ist es oft ein großes Bedürfnis, sich zu präsentieren und auf eine Weise darzustellen, die andere als künstlich oder übertrieben empfinden. Klar, wenn es aufgesetzt ist und nicht dem wirklichen eigenen Bedürfnis entspricht, dann ist es unauthentisch. Aber: Lady Gaga im Fleischkostüm ist sehr authentisch. So ist sie. Sie provoziert gerne, sie poloarisiert gerne. Und das ist das Schwierige bei Authentizität, sie lässt sich oft sehr schwer von Fake und einem aufgesetzten Verhalten unterscheiden.

Was ist Authentizität?

Angewendet auf Personen bedeutet Authentizität, sich gemäß seinem wahren Selbst, d. h. seinen Werten, Gedanken, Emotionen, Überzeugungen und Bedürfnissen auszudrücken und dementsprechend zu handeln und sich nicht durch äußere Einflüsse bestimmen zu lassen (Harter, 2002). Gruppenzwang und Manipulation beispielsweise unterwandern persönliche Authentizität. (Wikipedia)

Die Sozialpsychologen Michael Kernis und Brian Goldman haben vier Eigenschaften herausgearbeitet, die man haben muss, um authentisch sein zu können: (Quelle)

  • Bewusstsein – Ein authentischer Mensch kennt seine Stärken, Schwächen, seine Gefühle und Motive für ein bestimmte Verhalten. Er kann über sich selbst kritisch nachdenken.
  • Ehrlichkeit – Zu sich selbst. Also die Fähigkeit, seine Fehler und Unzulänglichkeiten anzuerkennen.
  • Konsequenz – Ein authentischer Mensch handelt nach seinen Werten und Überzeugungen. Er lässt sich nicht von anderen beeinflussen oder von Normen unter Druck setzen.
  • Aufrichtigkeit – Die Fähigkeit, seine positiven und negativen Seiten in sozialen Beziehungen offen zu zeigen und nicht zu verleugnen.

Der Mut, man selber zu sein. Ehrlich, stimmig, unverbogen, ungekünstelt – sind die Begriffe, die einem einfallen, wenn man an einen authentischen Menschen denkt.

Authentizität und Social Media

Ich fand es am Anfang ausgesprochen schwierig, die Balance zwischen einem authentischen und einem gekünstelten Beitrag/Post/Bild auf Socialen Plattformen zu halten. Es war mehr so ein diffuses Gefühl. Nein, das wäre jetzt affig! (Mich beim Frühstück zu fotografieren und dann ganz lässig tun, während ich eine halbe Stunde nach dem richtigen Licht und Winkel gesucht habe.) Oder auch: Doch! Ich will das genauso umständlich und aufwendig haben, damit das Buch/Blumenstrauß/ich selbst gut aussehe.

Viele Post finde ich schrecklich/hässlich/übertrieben – muss aber zugeben, dass sie sehr authentisch rüberkommen. Andere sind stylish und chic und wirken – fake. Wir haben im Deutschen ja dieses wunderbare Wort: aufgesetzt. Also so tun, als wäre da noch etwas über einem, als wäre man größer und toller, als man eigentlich ist. Ihr kennt das sicher, wenn man den Post von jemanden sieht, den man in real life kennt, der oder die sich als erfolgreiches Model/Schauspieler/Künstler/Musiker darstellt, man selber aber weiß, dass er oder sie eigentlich verzweifelt/mittelmäßig/langweilig ist.

Find your voice

Die eigene Stimme, den eigenen Look, die eigene Ausdrucksweise finden. (Übrigens auch eine sehr wichtige Frage, wenn es um das Schreiben geht): Denn wenn ihr die nicht findet, dann werden eure Leser/Käufer/Follower früher oder später merken, dass hinter der mühsam aufgerichteten Fassade oder dem nachgeahmten Schreibstil nichts Eigenes ist.

Das Finden und Erfinden des eigenen Auftritts, der zu euch passt, in dem ihr euch wohlfühlt, der euch optimal repräsentiert, ist eine Kunst für sich. Hilfestellungen gibt es überall. Das kann auf You Tube sein, in einem Onlinekurs oder in einem persönlichen Coaching. Und muss nicht unbedingt etwas kosten.

Am besten findet man es sowieso heraus, in dem man einfach beginnt und dann korrigiert. Allerdings sollten die Korrekturen nie durch Meinungen von außen oder ein Gefühl der Minderwertigkeit ausglöst werden. Schließt besser die Augen und fragt nach innen, was wichtig ist, was euch interessiert, was ihr gerne zeigen wollt, wofür ihr steht. Entfolgt Accounts, die (und ich weiß, dass diese Accounts die Anziehungskraft von Autounfällen haben – man muss einfach hinsehen) superfake sind, auch wenn sie viele Follower haben und folgt lieber kleinen und echten Accounts. Seht weniger auf die Zahlen, als auf die Menschen dahinter. Und natürlich: Seid selber authentisch.

Meine Social-Media-Reihe geht so langsam zu Ende. Nächste Woche kommt mein letzter Beitrag zu diesem Thema, es geht um Websites. *Hüstel*. Mein Plan war ja, dass ich meinen eigenen Website-Relaunch dann auch präsentieren kann. Not so sure yet. Aber ich werde in der nächsten Woche auf jeden Fall erklären, was ich für wichtig und gut halte, wo und wie ihr eure Seite hosten solltet und warum die Website so wichtig für euer Autorenleben ist.

Bis dahin eine gute Zeit!

xoxo

Katrin

 

#redbugwriting #socialmedia #schreibtipps #rbpub

Red Bug Books, Red Bug Books Relaunch

RED BUG BOOKS Relaunch – #1 Wünsche & Ziele

28. August 2018
Red Bug Books Relaunch

Seit einigen Wochen, nun, eigentlich Monaten, befindet sich unser kleines Label in dem großen Red Bug Books Relaunch. Wir dachten uns: Warum nicht offen damit umgehen und euch alle – Leser, Autoren, Blogger, Blogfreunde  – daran teilhaben lassen?

Relaunch – Was heißt das überhaupt? So etwas wie Neuerfindung oder Überarbeitung. Grandioserweise habe wir eine Coachingberatung durch die Kreativagentur Brandenburg gefördert bekommen. Also arbeiten wir seit ein paar Wochen mit einer Coachin zusammen, die uns in dem Transformationsprozess unterstützt und Klarheit in unsere Ziele und Wünsche bringt.

Neue Gestaltung und Präsentation

Wie geht das? Alles genau ansehen und überlegen, was man damit machen will. Was man weiterhin braucht und pflegen will, wovon man sich (vorerst) trennen muss. Einigen von euch mag es schon aufgefallen sein, ein paar Bücher sind aus unserem Programm verschwunden. Warum?

  • Qualitätsprüfung
  • Inhalt- und Coverüberarbeitung

Möglicherweise ist euch auch aufgefallen, dass wir nach und nach die Cover unseres Programms erneuern. Serien sollen einheitlicher aussehen und insgesamt möchten wir, dass das Verlagsprogramm wiedererkennbarer wird.

Ja, Farbe spielt eine große Rolle!

Als erstes wollen wir uns darüber klarwerden, was uns als Label wichtig ist. Wer einen Blog hat, oder auch AutorIn ist, kennt das. Alle paar Jahre taucht die Frage auf:

  • Wofür stehen wir?
  • Was ist uns wichtig?
  • Welche Inhalte möchten wir in die Welt bringen?
  • Haben wir eine Botschaft? Und wie ist sie?
  • Welche Werte vertreten wir?
  • Welche Ästhetik passt zu uns?
  • Mit welchen Menschen möchten wir zusammenarbeiten?

Eigentlich mussten wir uns dabei nur an die Werte erinnern, mit denen wir gestartet sind und sie um unsere neuen Erkenntnisse erweitern. Uns sind wichtig:

  • Unterhaltsame und anspruchsvolle Inhalte
  • Schöne und professionelle Cover
  • Eine gute typografische Gestaltung
  • Glaubwürdigkeit und Authentizität in unserem Auftreten
  • Innovative und kreative Wege bei der Buchherstellung und Gestaltung
  • Eine gute und enge Beziehung zu unseren Lesern
  • Eine intensive und aufmerksame Zusammenarbeit mit den Buchbloggern
  • Neue Kontake zu BuchhändlerInnen
  • Uns öfter öffentlich zu präsentieren
  • Neue Partner für den Printbereich zu finden

Wie schwierig das ist, wenn man ein kleines Label mit sehr geringen Mitteln ist, wollen wir jetzt nicht breittreten, aber sagen, dass Ziele etwas sind, was man erreicht und nicht schon erreicht haben muss.

It’s getting better all the time!

Neue Zusammenarbeit

Sehr wichtig ist uns derzeit die Frage, wo es in Zukunft hingehen soll? Eine wichtige Klärung haben wir schon vor über einem Jahr vollzogen, indem wir die Partnerschaft mit dem Oetinger-Verlag beendet haben.

Schnell stellte sich die Fragen nach einer neuen Zusammenarbeit, einem Partner in print. Oder sogar mehreren. Ja, wir sind social people!

  • Was ist uns dabei wichtig ?
  • Für welche Werte und Ziele soll der Partner(verlag) stehen?
  • Wie kann die Zusammenarbeit sich fruchtbar und sinnvoll gestalten?
  • Wer kommt für die Zusammenarbeit in Frage?

Okay, also haben wir nachgedacht und ein wenig geträumt:

Wenn wir einfach mal die Wahl hätten und uns eine Zusammenarbeit mit dem für uns großartigsten Jugendbuchverlag in Deutschland erträumen würden, welcher Verlag wäre das?

Mag sein, dass jeder von euch die Frage anders beantworten würde. Für uns war sehr schnell klar, dass dies der – tadaHanser Verlag ist. Und stellt euch vor, manchmal werden Träume wahr:

Nun sind wir sehr gespannt auf ein ganz neues Buchprojekt von Katrin, das im Frühjahr 2020 gemeinsam mit der Jugendbuchabteilung des Hanser Verlag realisiert werden wird. Print bei Hanser, E-Book by Red Bug Books. (Nein, leider können wir bislang noch überhaupt nichts darüber verraten). Eine Beziehung muss vor allem gelebt und erarbeitet werden und darauf sind wir sehr gespannt, denn …

Der Hanser Verlag

Sehen wir uns einmal die Legacy dieses Verlages an, dessen Jugendbuchabteilung in diesem Jahr übrigens 25 jähriges Jubiläum feiert. Beeindruckend: Hanser ist ein noch immer im Familienbesitz befindlicher renommierter Literatur- und Kinderbuchverlag, der

  • für hohe Qualität in Inhalt und Ausstattung steht
  • für Vielfalt und Aktualität der Themen
  • eine enge und vertrauenhafte Partnerschaft mit den BuchhändlerInnen pflegt.

Was uns am Hanser Jugendbuch-Verlag besonders gefällt: „Von Beginn an war es der Anspruch des Hanser Kinderbuchs, dem Erwachsenenbuch im Hause auf Augenhöhe zu begegnen. Auch deshalb waren und sind viele Hanser Kinderbücher „Grenzgänger“ – Bücher für Kinder und Erwachsene.“ (Quelle: Website des Verlages)

Wir sind stürmische LiebhaberInnen, doch wir lassen uns nicht mehr so schnell von unseren Gefühlen davontragen. Das haben wir gelernt. Gleichwohl sehen wir der Zusammenarbeit mit dem Hanser Jugendbuch-Verlag in 2020 sehr positiv und, ächem, ja, doch auch ein wenig euphorisch entgegen.

Final thoughts

Bis 2020 dahin wollen wir auch unseren Red Bug Books Relaunch vollständig vollzogen haben.

Vor uns liegt unter anderem noch:

  • Ein Branding-Relaunch, für einen klareren Auftritt unseres Labels
  • Eine neue Website für Red Bug Books
  • Der Aufbau einer engeren Zusammenarbeit mit einer Gruppe von engagierten Bloggern

Natürlich wird es auch weiter neue Veröffentlichungen geben. Bestehende Serien werden erweitert, es gibt neue Buchserien und Einzeltitel, wobei es die ein oder anderer Überraschung in unserem Verlagsprogramm geben wird. Klar, darüber werden wir rechtzeitig berichten. Wir hoffen, ihr freut euch mit uns darauf.

Sehr gespannt auf die Zukunft –

Die Redbugx

Cover Secrets, DIY-Donnerstag

Cover Secrets #8 Autorenname

23. August 2018
Autorenname

Ja, Freunde tatsächlich werde ich dem Autorennamen auf dem Cover einen ganzen und eigenen Beitrag widmen. Denn er ist wichtig. Genauer gesagt: einer von zwei wichtigen Infos, die auf ein Cover gehören: Der Autorenname und der Titel. Was nimmt wie viel Platz ein? Was ist größer? Schauen wir mal …

Der eigene Namen auf dem Cover eines Buches – ist für die meisten Autoren das Ziel beim Schreiben. Doch wenn das Buch fertig geschrieben ist, werdet ihr feststellen, dass es noch viel mehr ist: Das seid ihr, das ist euer Schreibstil, das ist euer Leben, das ist eure Geschichte. Das ist etwas „für das ihr euren Namen gegeben habt“. Etwas, das euren Namen trägt, wie eure Kinder, wie eure Verwandten (zumindest ein Teil), wie eure Wohnung. Warum hacke ich so darauf herum? Weil es eben nicht „nur“ euer Name ist, sondern ein Label. Etwas, das eure Leser von nun an wiedererkennen werden, etwas, nach dem sie hoffentlich Ausschau halten werden.

Und um die alte Diskussion noch einmal kurz zu streifen: Es hat absolut keinen Sinn, sich hinter einem wohlklingenden Pseudonym zu verstecken, wenn ihr ernsthaft schreiben wollt. Denn irgendwann wird es euch dämmern: Es gibt keinen Unterscheid zwischen euch und dem Inhalt eurer Bücher. Wenn es nicht gut, nicht anspruchsvoll, nicht lustig ist (was auch immer ihr schreiben wollt), dann könnt ihr das nicht einem Pseudonym in die Schuhe schieben. Es ist euer Buch, auch wenn Rosa Rosig oder sonstwas draufsteht.

Der Autorenname als Logo

Wer gut gestalten möchte, muss vor allem gut wahrnehmen und analysieren können. Ein Cover zu sehen und zu sagen: ja, ganz schön, gefällt mir! Ist eine Sache. Herauszufinden, WAS daran so grandios ist, eine ganz andere. Aber sich das klar zu machen, ist eine Bedingung dafür, ein gutes Cover gestalten zu können.

Die Gestaltung des Autorennamens richtet sich in der Regel nach der Bedeutung, die die AutorIn schon erlang hat. Bei Debütautoren wird der Name der AutorIn niemandem etwas sagen. Also wird der Schwerpunkt auf den Titel des Buches oder und das Bild und die Gestaltung des Covers gelegt. Klar, erstmal heißt es: Hauptsache, jemand nimmt das Buch in die Hand. Wenn ein Autor berühmt und bekannt geworden ist, dann sieht das ganz anders aus. Dann wird der Name eine Marke und eine Marke braucht – ein wiedererkennbares Logo.

Stephen King ist ein gutes Beispiel. Seht euch das gewagte Schriftdesign auf den deutschen Covern an! Zwei Dinge fallen besonders auf:

  1. Die Schrift sieht aus, als wäre sie freihändig gestaltet, handgeschrieben.
  2. Der Autorenname ist deutlich größer als der Titel.

Welche Assoziation habt ihr zu dem Namensschriftzug? Ich finde, er sieht aus, wie mit Blut an die Wand geschrieben = Horror. Genau das Genre, in dem King sich sehr wohl fühlt (obwohl er immer mehr ein Autor von psychologischen Thrillern wird).

Der Autorenname nimmt fast die Hälfte des Cover ein. Und das macht Sinn, denn der Titel verkauft sich über den Autor. King Fans lesen ALLES vom Autor. Der Namenszug ist eine Erfindung des deutschen Verlags, denn ein Verlag erwirbt die Textrechte (Inhalt) und die Gestaltung liegt deshalb in der Regel beim jeweiligen Verlag. Der hat auch entschieden, dass die Titel der Bücher sehr kurz sein sollen und in einer einheitlichen Schriftart. So entstehen knackige Cover.

Die AutorIn als Marke

Continue Reading…