Den-Haag-Tagebuch, Lettering

Den-Haag-Tagebuch: November

12. November 2020
RBW Beitrags Banner November 2020 Lukas Horn

Hey, ich bin Lukas und beschäftige mich mit Schrift. Zur Zeit bin ich in Den Haag, in den Niederlanden, um an einem der weltweit besten Master-Studiengängen in dem es ausschließlich um Schrift geht, teilzunehmen. Es gibt viele Up-&-Downs und ich möchte mit dir meine Entdeckungen und Erfahrungen teilen.

(Dieser Blogbeitrag ist Teil der Den-Haag-Tagebuch-Reihe – alle Posts findest du hier: Juli · August )

 

In den letzten vier Wochen ist viel geschehen.

School is shaking …

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Bevor ich schöne Momente teile, werde ich über die derzeitige Situation an meiner Schule sprechen.

Letzte Woche ist ein Artikel in einer großen niederländischen Zeitung erschienen, der große Aufmerksamkeit erregt hat. Es geht um einen Künstler, der viele Menschen in seinem Umfeld bedroht, bestohlen und missbraucht hat. Schlimm genug, aber er wurde eine lange Zeit gedeckt, weil er eine vielversprechende Karriere vor sich hatte. Er hat von 2008-2012 an der KABK studiert und dort viele schlimme Taten begangen.

Die Schulleitung steht jetzt gerade im Kreuzfeuer, weil zu der Zeit, als der Typ dort studiert hat, mehrere Beschwerden über übergriffiges Verhalten bei Lehrern eingegangen sind. Es gab Konsequenzen, aber keine beherzten. Jahre danach wurde der Künstler dann relativ erfolgreich und  weiter gefördert und gefeiert. Seine schlimmen Taten setzte er fort.

Bis jetzt wurden zwei Lehrer suspendiert, die im Zusammenhang mit der Geschichte standen. In der KABK haben sich viele Studentinnen und Studenten zusammengetan und es fühlt sich gut an, zu sehen, dass etwas geschieht.

Community

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Unser Kurs wächst gerade zusammen und wir diskutieren viel über Themen wie den Artikel oder Covid. Es sind besondere Umstände.

Hab ich eigentlich ein Bild von meinem Kurs gezeigt?

Jep, unser Gruppenfoto wurde zusammengephotoshopt. TypeMedia 20/21.

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Und so sieht mein derzeitiger Platz im Studio aus. es gibt ein Rotationsprinzip, bei dem alle paar Monate die Plätze gewechselt werden.

Und Nevas Platz, sie hatte Geburtstag:

Jetzt gerade …

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… ist Isabel zu Besuch und ich zeige ihr ein bisschen Den Haag und das Meer mit den Dünen, auf denen lang-gezottete Kühe mit langen Hörnern sich verstecken.

Oder die schönen Wiesen, mit den Störchen, Enten, Kranichen – aber leider keinen Schlangen.

Dui.

Mit dem schönen niederländischen Wetter, von dem alle schwärmen.

Und Bücherregalen.

Und der Blankenburgstraße, die ich so mag, weil ich doch aus Blankenburg komme.

Zusammen essen wir natürlich nur Gemüse dass aus Blankenburg kommt. A Mike, Eva, Rosmarie & Günter Production.

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Experimentieren

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Eine Sache auf die ich mich vorbereitet und schon riesig gefreut habe, ist das Programmieren in DrawBot. Ein Programm in dem man mit der Programmiersprache Python experimentieren kann. Check this out! (Ist kostenlos)

Meine ersten versuche sehen so aus:

Oder in Farbe.

Die selbe Idee, bloß nachweiter vertieft.

Von anderen Schriftsystemen lernen

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Bei Peter Biľak lernen wir gerade, wie du mit anderen Schriftsystemen umgehst. Wie zum Beispiel Kyrillisch oder Arabisch. Und wie du achtsam und respektvoll, aber auch verspielt Design-Ansätze für die Gestaltung deines Fonts findest.

Trotz …

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… jep, trotz Covid, können wir Workshops in der Schule machen. Zum Beispiel in der Druckwerkstatt. Lettering dazu:

Und hier das Assignment für den Kurs.

Und wir haben jede Woche Stone Carving.

In normaler Typedesigner-Haltung.

Spät dran

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Ups, ich bin wie immer spät dran. Pünktlich um 23:47 lade ich den Blogpost hoch.

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6 Comments

  • Reply OSTKREUZWEG 29. November 2020 at 21:02

    Heyo Lukas, Danke, dass du Einblick in dein Studium in Den Haag bietest. Ich freu mich über jeden Post. In diesem Beitrag is einiges zu sehen das mich an 80er Hardcore Punk- und Metal-Cover erinnert. Heißer Scheiß! Keep ‚em comin pls (´∀`)

    • Reply Lukas Horn 8. Dezember 2020 at 06:57

      Hey, schön dass du mitliest! Mich erinnert ∀ an ᗚ. Das ist scheinbar das einzige Zeichen, das du als einzelnen Buchstaben für eine Webadresse benutzen kannst. Das haben Underware geclaimed (das Den-Haag-Studio ist lustigerweise nur 50 Meter von meiner Wohnung entfernt). Also: ᗚ.com :)

  • Reply OSTKREUZWEG 29. November 2020 at 21:06

    P.S: Gibt es deine Arbeiten eigentlich auch außerhalb kommerzieller, geschloßener Plattformen wie Instagram zu sehen? Hast du zB nen eigenen Blog mit RSS-feed oder sowas?

    • Reply Lukas Horn 8. Dezember 2020 at 07:02

      Hm, ich hatte mal eine Website, aber da war ich nicht hinter her. Und wie meinst du das mit kommerzieller, geschloßener Plattform? Möchtest du die Plattformen nicht unterstützen, wenn ich das richtig verstehe.
      Übrigens ist heute Abend Q&A von unserem TypeMedia-Kurs:

      –––––––––

      For all the people wishing to apply to t]m 2021/22:
      📢📢 Attention Attention,
      Type&Media has some news for you!
      Upcoming Tuesday the 8th of December KABK will organise a Q&A for the people that have signed up for it, the session will be shown live for all to see! The general opening starts at 19:00 and Type&Media will be live starting from 19:30 until 20:00; 3 current students Edward Dzulaj, Caterina Santullo and Gajana Aslanjan will start off with a short presentation about the master and will lead the Q&A together with head of department Erik van Blokland and coordinator Marja van der Burgh. Prepare your questions and we will try to answer them!

      If you wish to be updated about these events in the future register yourself to the KABK email updates.
      https://www.kabk.nl/en/open-day/stay-updated?

  • Reply OSTKREUZWEG 12. Dezember 2020 at 17:54

    Mit kommerziellen, geschloßenen Plattformen mein ich vor allem Facebook und dessen Subunternehmen Instagram. Diese Unternehmen sind einzig auf Umsätze gebürstet, verhalten sich dementsprechend und setzen die Inhalte, die man ihnen zur Verfügung stellt, genau für dieses Ziel ein. Zu dem Modell gehört auch, dass diese Plattformen geschloßen sind. Um auf die Inhalte zugreifen zu können, muss man ein Account haben und angemeldet sein. Bei Instagram kann man zB ohne Anmeldung ein paar Zeilen scrollen und dann fliegt einem ein Prompt ins Gesicht, das die weitere Sicht versperrt. Facebooks Politik würde ich salopp als „asozial“ beschreiben. Mir ist aber klar, dass viele Profis auf diese Vermarktungsplattformen nicht verzichten wollen. Wenn man aber Inhalte exklusiv bei solchen Plattformen zugänglich macht, heißt das auch, dass diese Inhalte ausschließlich mit Account einsehbar sind. Wenn man es spitz formuliert, könnte man sagen, dass so alle Interessierten gezwungen werden sich anzumelden und sich auf die eine oder andere Weise von solchen asozialen Unternehmen melken zu lassen. Selbst wenn man monatlich nicht genug Kohle über hat für managed WordPress-Hosting oder sowas, kann man zum Beispiel bei jedem Instagram-Upload den Inhalt auch automatisch an tumblr schicken. Tumblr ist auch nicht heilig, aber bietet immerhin noch einen offenen RSS-feed dem jeder folgen kann ohne seine Seele an Zuckerberg verkaufen zu müssen.
    Ja, hm, die Antwort ist jetzt etwas eskaliert, sorry. Aber das mein ich mit geschloßenen, kommerziellen Plattformen :)

  • Reply Den-Haag-Tagebuch: Dezember - Red Bug CultureRed Bug Culture 5. Januar 2021 at 12:39

    […] Den-Haag-Tagebuch-Reihe – alle Posts findest du hier: Juli · August · September · Oktober · November · […]

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