Buch Premiere Flying Moon, Red Bug Books

FLYING MOON – PREMIERE – Buchpäckchen gewinnen

3. November 2017
Flying Moon - Premiere
Flying Moon - Premiere Flying Moon – Premiere

It’s out, it’s done. Ab jetzt gibt es den 3. Band der Film.Love.Story Flying Moon – Premiere als E-Book, die Printausgabe folgt in den nächsten Tagen. Doch – Stopp – haben wir nicht etwas vergessen?

Stimmt! Wenn ein Film herauskommt, dann kennen wir das. Die Premiere! Der rote Teppich, die Aufmerksamkeit, die Lichter, die Aufregung, die guten Kleider. Der MOMENT, in dem man sein Werk, aber auch das Leben und all die Menschen feiert, die daran beteiligt waren. Und natürlich mit alle denen, die man zu dieser Premiere einlädt, mit denen man feiern möchte.

Euch alle also.

Willkommen auf dem roten Teppich!

Wir feiern

Wir feiern, dass es endlich den 3. Teil einer Buchreihe gibt, mit der wir damals vor 5 Jahren den Young-Adult-Bereich von Red Bug Books eröffnet haben. Damals haben wir viele Leser noch vom E-Reading überzeugen müssen und PDFs verschickt! Hey, das kommt uns gar nicht so lange her vor. Und dann haben wir am Ende doch noch ein Printbuch herausgebracht. Tz, Tz. Zum 2. Band der Reihe (Flying Moon – Lasse) haben wir sogar ein Covervoting veranstaltet und ihr habt uns alle überrascht, denn wir hätten ein gaaanz anderes Cover gewählt. Und auf unserem Blog sind die Suchbegriffe Lasse und Moon über Jahre an 1. Stelle geblieben. Also wieso hat Katrin erst so spät den 3. Band geschrieben?

Genau! Fragen wir sie doch einfach einmal selbst:

Autoreninterview

RBB: Also, mal gleich gerade herausgefragt: Wieso hat es so verdammt lange gedauert, bis du Flying Moon – Premiere, den 3. Band der Flying Moon-Reihe geschrieben hast?

Katrin: Hm, ja eigentlich habe ich mich das oft selber gefragt, aber es ist eben so, dass ich dieses Filmgeschäft täglich erlebe. Und meine drei Kinder Schauspieler sind. Ich war – denke ich – eine Zeitlang nicht sicher, was ich erzählen kann oder soll oder will. Wie ehrlich ich sein möchte. Und vor allem wollte ich das nicht über die Köpfe meiner Kinder hinweg machen. Jetzt, wo alle meine Kinder volljährig sind, ist es einfach etwas anderes. Ich fühle mich sicherer in dem, was ich preisgebe.

RBB: Okay, die Filmwelt beschäftigt gerade der Weinstein-Skandal. Und irgendwie wussten die meisten Bescheid. Es gibt viele offene Geheimnisse in der Branche. Und viele sind nicht sehr schön. Geht es um so etwas?

Katrin: Nein. Ich wollte nie ein Buch schreiben, dass die Filmwelt von ihrerer „dunklen Seite“… oh, wie hört sich das jetzt an! … zeigt. Aber richtig nerven tun mich Bücher, die so tun, als ob alle supertoll ist, was so beim Film passiert und das Leben als Filmstar verklären. Für mich ist es die Mischung aus harter Arbeit UND den Glamour-Momenten. Darüber wollte ich schreiben. Und ja, deshalb nenne ich es auch ein modernes Märchen – es geht weniger um Informationen als um eine Geschichte. So, wie auch ein Film sich auf die großen Momente konzentriert und nicht jedes (langweilige) Detail des Lebens einfängt.

RBB: Okay, worum geht es denn jetzt in Premiere? Ohne zu spoilern …

Katrin: Im Grunde habe ich das gemacht, was die meisten Leser schon bei Flying Moon – Lasse erwartet haben. Ich habe die Story nach Band 1 – also Flying Moon – Moon – weiterzählt. Denn das Ende war ja nicht geschlossen und fertig. Ein offenes Ende, was ja ziemlich typisch für mich ist. (Lacht.) Aber ich denke, dieser 3. Band endet jetzt an einem sehr schönen Ort und einem guten Punkt.

RBB: Geendet? Ist die Reihe denn nun abgeschlossen?

Katrin: Ich habe ja einen Vorsatz für das neue Jahr: Keine (Buch-)versprechungen mehr zu machen. Mein Leben ist ein einziger kreativer Sturm, ich könnte täglich vier Projekte beginnen oder weiterverfolgen und manchmal fällt ein Projekt dann eben heraus, obwohl ich es gerne machen würde. Und ich habe es dann sogar versprochen … ich sage es mal so: Die Reihe werde ich weiterschreiben, ich liebe sie einfach! Ich weiß auch schon sehr genau, um was und wen es in Band 4 gehen wird. Das Cover ist auch schon fertig … Und mehr sage ich jetzt besser nicht.

RBB: Es gibt in jedem Band ein Extra, nämlich ein Interview mit jeweils einem deiner Kindern, die ja alle sehr früh mit dem Schauspielern angefangen haben. Aber ihr seid jetzt nicht so die typische Schauspielerfamilie?

Katrin: Nein, denn wir Eltern sind ja keine Schauspieler. Und eher zufällig und über das Drehbuchschreiben ins Filmgeschäft gekommen. Also, wir wollten nie, dass unserer Kinder schauspielern. Das haben sie selber aber sehr eingefordert und dann haben wir sie schließlich auch gerne begleitet. Denn es war für uns wie jede andere Sache auch, also Fußball oder Ballett oder ein Theaterkurs. Wir sind Künstler und haben unsere Kinder in der Hinsicht immer unterstützt. Ich hätte, ganz ehrlich – nie gedacht, dass die Sache so groß wird. Wir also jetzt sogar eine Schauspieleragentur haben und die Kinder – die ja jetzt gar keine Kinder mehr sind – so erfolgreich sind. Aber das freut uns sehr.

RBB: Uns auch! Okay, zum Abschluss. Wir verlosen zu jeder Bucherscheinung ein Buchpäckchen. Du hast die Goodie-Bag gespendet, die du bei deiner letzten Premiere bekommen hast. Mit Inhalt!

Katrin: Ja, es ist alles so, wie ich es bekommen habe. Nichts herausgenommen oder reingetan. Es gibt meist Bags für Männer und Frauen, nur zur Warnung an die Jungs – dies ist eine Mädchen-Bag. Ich dachte, es ist interessant, mal zu sehen, was da so drin ist. Aber wir wollen es  ja nicht spoilern.

RBB: Nein, das kann die GewinnerIn dann ja machen. Danke, für das Gespräch!

Katrin. Sehr gerne.

RBB: Und wir – schreiten dann mal zur Verlosung!


Buchpäckchen-Verlosung

Vorhang auf, für die Buchpäckchen-Verlosung! Wir verlosen – Tusssssccchhhh! – ein Printbuch von Flying Moon – Premiere, eine echte Film-Goodie-Bag uuuuund Starglimmer. Ihr wollte gewinnen? Dafür sind maximal zwei Schritte nötig. Wenn ihr schon Newsletterabonnenten seid, dann sogar nur einer. Also in den Newsletter einschreiben und hier unter dem Beitrag bis zum 17. November 25.November 24 Uhr kommentieren.

Wir losen am 18. November und verkünden die GewinnerIn hier und sagen per Mail Bescheid.

Ach, ja, wer Band 1 & 2 noch nicht hat, der kann bis zum 10. November gleich beide Bände in Print auf unserem Instagram gewinnen.

Der 1. Band Flying Moon – Moon ist übrigens noch bis 11. November im Thalia-E-Book-Deal   für 2,49 € zu haben und damit auch auf Amazon günstiger.

 

Und nun – viel Glück!

Die Redbugx

 

 

7 Wege ein Buch zu schreiben

7 Wege ein Buch zu schreiben – Welcher Schreibtyp bist du?

1. November 2017
Welcher Schreibtyp bist du
Welcher Schreibtyp bist du?

Heute ist es also so weit: Du kannst es endlich testen. Welcher Schreibtyp bist du? Eher der künstlerische Chaot oder der penible Planer? Oder gehörst du etwa gleich in zwei der sieben Kategorien?

50 Fragen für mehr Klarheit

Ich liebe Tests. Ich weiß nicht warum, aber ich habe schon als Kind angefangen, Tests aus Zeitschriften auszuschneiden und dann in einem Hefter zu sammeln. Ich habe sie auch gerne an Freunde ausgeliehen. Du weißt nicht, was du machen sollst? Welcher Partner zu dir passt? Was dein Lebensziel ist? Ich habe genügend Tests, die dir helfen können! Ich denke heute, das war zum einen mein Interesse an Psychologie, aber zum anderen auch das Interesse an der Möglichkeit, etwas zu testen. Testen heißt nicht festschreiben. Testen heißt: Probieren. Und ich will eigentlich immer alles einmal probieren.

Was wird getestet?

SchreibtypWelcher Schreibtyp bist du? Teste dich mit 50 Fragen zu deinen Gewohnheiten, Erinnerungen, Vorlieben, Schwächen. Was haben manche Fragen mit dem Schreiben zu tun? Auf den ersten Blick nichts, aber sie sagen etwas darüber aus, wie du Dinge angehst, sie löst, wie du das Leben siehst. Und Schreiben ist nun mal etwas, das das eigene Leben und die eigene Persönlichkeit reflektiert. Und ein wenig soll ja auch dein Unterbewusstsein zu Wort kommen und dir danach hilfreich zur Seite stehen. Ach so, ich bin eine Träumerin? Hm.

Schreibroutine

Wie und wann schreibst du? Der Test gibt dir Tipps, wie und wo dein Schreibtyp am besten arbeiten kann. Und wann und wie regelmäßig. Denn vielleicht ist dein einziges Problem der Arbeitsplatz! Dann kannst du schnell etwas ändern.

 Stärken und Schwächen

SchreibtypNun, manchmal ist man sich ja ganz sicher, man würde sich kennen. Seine Stärken und Schwächen und dann fragt man sich, warum manche Dinge so ganz anders laufen, als man eigentlich möchte. Wieso verstehen mich die Leser nicht? Warum finde ich keinen Agenten? Warum werde ich mit meiner Arbeit nie fertig? Warum kauft niemand mein Buch? Auch darauf hat der Test eine paar Antworten.

Er gibt dir auch einen Hinweis darauf, wie erfolgreich dein Schreiben sein kann (und Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel) und welche Gefahren es bei deinem Schreibtyp geben kann.

Let‘ s go

Bevor du nun beginnst und den immerhin acht Seiten langen Test herunterlädst, möchte ich dir sagen: Auch dieser Test ist das Ergebnis unserer höchst kreativen Arbeit und damit nichts, was dafür genutzt werden sollte, dein Talent und deine Persönlichkeit einzuengen. Ganz im Gegenteil. Auch wenn du in eine Kategorie fällst – macht den Test öfter, frage dich, warum du so oder so geantwortet hast, lies die Ergebnisse für alle 7 Schreibtypen, auch wenn du genau in eine Kategorie passt. Denn nichts ist endgültig und für immer in einem kreativen Prozess.

Mit diesem Mega-Test verabschiede ich mich für dieses Jahr vom Schreibmittwoch. Der November gehört nämlich meiner ganz eigenen Schreib-Lehrer-Challenge, zu der mich Skillshare eingeladen hat. Es wird nämlich demnächst auch Schreib-Lern-Videos von mir geben. Außerdem fahre ich nach L.A und werde darüber auf meinem Blog bloggen, der gerade umgestaltet wird und demnächst mit neuem Blogtheme wiederaufersteht. Ich freue mich, euch dort zu treffen!

Wenn die ersten Schreib-Videos im Netz sind, dann sage ich ganz bestimmt Bescheid. Im Dezember – wohaowow – gibt es den großartigsten Weihnachtkalender, den wir je veranstaltet haben und im neuen Jahr, geht es dann mit den Schreibtipps und einer neuen Blogserie weiter – dazu später noch mehr.

Flying MoonAch ja, Freunde, noch etwas in eigener Sache. Am 3. November kommt der 3. Band einer meiner Lieblings-Schreibserien heraus: Flying Moon-Premiere. Gleichzeitig beginnt eine einwöchige Preisaktion, zu der uns Tolino Media eingeladen hat. Danke! Das heißt, Band 1 der Flying-Moon-Serie kostet eine Woche nur 2, 49 €. Wer mag, kann also gerade sehr günstig in die Film.Love.Story einsteigen.

 

 

Eine gute Zeit

xoxo

Katrin

#amwriting #rbpub #redbugwriting

 

 

 

Buchmarkt, Buchmesse Frankfurt 2017, Red Bug Books

Messerückblick – Frankfurt 2017

20. Oktober 2017
Buchmesse frankfurt 2017
Buchmesse – Rückblick

Buchmesse 2017Wir waren auf der Buchmesse! Tja, das ist erstaunlich, waren wir doch 5 Jahre lang eher undercover unterwegs. Vielleicht hängt es ja auch damit zusammen, dass bei uns alles etwas anders ist, als in einem normalen Verlag. Okay, der Reihe nach:

Einladung von eBook.de

Als E-Book-Label der ersten Stunde haben wir die Entstehung neuer Plattformen immer sehr genau beobachtet und waren sehr froh, als es dann endlich! auch eine deutsche Plattform für E-Books gab. Tolino-Media macht einen guten Job, achtet auf Qualität, pflegt Autoren, denkt sich ständig neue Projekt aus. Und das, obwohl das bei genauerem Hinsehen (und das haben wir) eigentlich nur so zehn Leute sind. Also war es sehr nett, von eBook.de zum Meet & Greet am Tolino-Stand eingeladen zu werden.


Mitgebracht haben wir die Film.Love.Story „Flying Moon“ mit neuen Covern und Innenlook und Interviews als Extras. Die poppigen Farben sind superschön und aus irgendeinem magischen Grund passten auch die Besucher perfekt ins Farbkonzept.

Band 3 kommt übrigens Anfang November heraus, am Messestand gab es dann schon mal Leseproben und Lesezeichen. eBook.de hat uns die schönen Lesezeichen gesponsert, danke dafür!

Wie war denn der Event? Seeeehr typisch für uns und sehr untypisch für die Buchmesse. Kurze Vorbemerkung:

Zeig her deine Bücher

Die großen Buchmessen, die früher eher Fachmessen waren, haben sich verändert. Eigentlich braucht ja kein Verlag mehr auf die Buchmesse, um sich mit Autoren, Verlagsvertretern, Rechteeinkäufern oder   sonstigen Buchmenschen zu treffen. Daher ist die Messe eigentlich mehr zu einer Show geworden, bei der Verlage (Buch)Muskeln zeigt. Der größte Stand, das fetteste Plakat, wer kann höher, wer kann weiter. Nein, wir können nicht groß. Aber wir wollen auch nicht groß. Jedenfalls jetzt noch nicht. Wie sagte Ina (Ina‘ Little Bakery) bei unserem Event so nett: Werdet bloß nicht groß! Und wir wissen, was die damit meint. Bleibt persönlich, nah am Leser, nah an den Buchbloggern, nah am – (Achtung es wird kitschig) Herzen.

Treffen auf der Buchmesse

Auf den letzten Buchmessen haben wir uns mit Übersetzern, Partnerverlagen, Agenten und Lektoren getroffen. Klar, ist es eine gute Gelegenheit, Menschen mal alle auf einem Fleck zu haben, die man gerne persönlich treffen möchte. Das passt zu uns. Auch dieses Mal, das ja so anders war, als alle bisherigen Jahre, haben wir uns mit einem Agenten getroffen. Das war nett. In Halle 6, fernab von jedem Trubel, ein entspanntes Gespräch, viel länger als die sonst üblichen Halbstunden-Slots, die eigentlich nicht unser Ding sind.

 

Hessischer Filmpreis

Zur Party am Torino-Stand haben wir es leider nicht geschafft, denn wir stehen mit zwei Beinen in drei Welten, in der Buch/Kunst/ und Filmwelt und manchmal muss man eben hüpfen. Klassischerweise wird der Hessische Filmpreis parallel zur Buchmesse vergeben. 2012, als Isabel den Filmpreis im Ensemble gewonnen hat, hatte der Filmpreis Priorität, in anderen Jahren die Buchmesse, diesmal haben wir beides miteinander verbunden.

Sehr interessant war die Preisverleihung an die kleinen und unabhängigen Kinobesitzer. Mit dem Preisgeld stopfen sie das finanzielle Sommerloch berichten sie und wie wichtig Förderung ist, damit sie bleiben können. Ja, kann denn niemand mal so etwas für engagierte und unabhängige Buchlabel auflegen??

Mal kritisch nachgefragt

Wir waren schon ein wenig erstaunt, Martina Gerke vor uns auf dem Tolino-Event zu sehen. Wen interessiert warum, der kann den Blogbeitrag von Autorin Elke Becker  lesen, die sich gerade in einem Urheberstreit mit M. G. befindet. Sehr unschöne Sache und sie passiert leider nicht zum ersten Mal. Die kurze Rücksprache mit den Tolino-Verantwortlichen war zumindest aufklärend. Man kenne beide Autorinnen, habe zu spät von der Sache erfahren, würde nicht das betreffende Buch promoten. Nun, die Leser scheint es nicht zu stören, die standen bei der Autorin geduldig für den rosa Goodie-Beutel an – oder nur deswegen.

Sehr nettes Meet & Greet

Bild: Irina WolpersViele Buchblogger kennen wir tatsächlich schon seit 5 Jahren. Einige waren damals Newbies wie wir, andere alte Hasen, von denen wir eine Menge gelernt haben. Tatsächlich sind wir vielen Buchbloggern noch immer eng verbunden und waren sehr erfreut, dass so viele, trotz ihrer semi-beruflichen Treffen mit Verlagen und den großen Veranstaltungen mit Starautoren, zu uns gefunden haben. Wir haben es uns dann kuschelig gemacht, einen Hoodie versteigert, Neuigkeiten ausgetauscht.

Wie man das so macht mit Freunden.

Klar ging es auch um Bücher, das Filmgeschäft und wie aus realen Geschichten Fiktion wird. Hierzu lässt sich sagen: Die Realität ist in der Regel viel zu verrückt, als dass man sie gleich so erzählen und in eine Geschichte verwandeln könnte. Für die Film.Love.Story „Flying Moon“ gilt das ganz besonders.

 

Bild: Irina WolpersBild: Irina WolpersBild: Irina Wolpers
Ja, stimmt, es geht uns sehr viel um Inhalte, nicht nur bei Büchern, auch bei dem Verhältnis zu den Lesern, Buchbloggern und Verlagen. Und sollten wir groß werden – wird sich daran nichts ändern.

In diesem Sinne – Auf die nächste Messe!

Eure Redbugx

 

P.S.: Dank für die Fotos von Amber Bongard und Irina Wolpers.

 

 

 

 

 

 

Martin Luther 2017

Martin Luther #42 Luther und Tod

20. Oktober 2017
Luther und Tod
18. Februar 1546, Lutherstadt Eisleben

Unsere Blogbeitragsreihe über Luther geht zu Ende, und es gibt ein Thema, über das wir noch nicht geschrieben haben. Der Tod. Oder haben wir? Kann man über das Leben schreiben, ohne den Tod zu erwähnen?

Gerade Luthers Leben, ein ständiges Füßehochziehen, weil neben einem der Blitz in die Erde kracht, wirkt, wie ein Tanz mit dem Tode, eine Meditation über Sterblichkeit.

Bevor Martin sich entscheidet wer er sein will, was er tun will, wandelt er wie ein Geist auf der Erde. Einer, der schwankt zwischen Gehorsam und Pflicht. Das Leben war für ihn, schon immer schwer zu verdauen gewesen. Aber wer sich nicht entscheidet, sein Leben voll auszuleben, der kann sich genauso gut in die nächste Erdkuhle legen. Das wird auch Martin klar, als ein krachendes Licht über seinem Kopf zusammenschlägt.

Tanz mit dem Tode

Benutzen wir den Tod nicht ständig? Unsere treue Ermahnung. Lebe!
Und kneifen trotzdem die Augen zu, wenn er an uns vorbeischleicht. Hau ab. Ich arbeite. Ich lebe. Ich bin nicht soweit.

Der Tod immer hinter der Schulter, blickt über jede Handlung. Späht zu Gott nach oben. Hast bei dem ein gutes Wort eingelegt was? Ach nee, du bist ja einer von denen, die nicht daran glauben. Beichten und so. Aber gute Wörter. Gute Wörter sind was für dich, oder Martin? Hau ab. Lass mich arbeiten. Die Hände noch tief vergraben im Handeln, tintenbekleckst und rau. Gut, arbeite eben. Ich bin für dich da. Wann auch immer…du mich brauchst. Ein Grinsen.

Fragen über Fragen, die sich unser ganzes Leben lang um den Tod drehen. Was passiert danach? Wozu soll er gut sein? Fragen, die einem Tod erst beantworten kann, wenn man ihn ansieht.

Das Leben Christi zum Beispiel wird geprägt durch seinen Tod. Jesus am Kreuz, so sehen wir ihn. Tod stärker als lebendig. Das Ende, der Anfang, von einer neuen Geschichte. Wir blinzeln zu ihm hoch, wie er da hängt. So schlaff und teilnahmslos. Und denken, mann, das bin nicht ich. Nicht heute, nicht jetzt.

Dying is easy but it’s living that scares me to death

Wenn wir nicht weiter kommen, spähen wir hinüber. Er ist immer noch da. Schwarzer Pulli, gefeilte Nägel. Blickt auf. Du schreckst zusammen. Nein, noch nicht. Er feilt weiter. Die Füße auf deinem Schreibtisch abgelegt. Tu was du nicht lassen kannst.

Denn wir können es nicht lassen. Sind gekommen um zu schmecken, zu fühlen, zu hören, zu riechen, zu sehen. Manchmal tut es weh. Das endgültige Menschsein. Das Krümmen und Verneigen, das Sich winden vor dem Tod. Und dann wieder ist es hell, großartig. Göttlich. Pardon. Tod zuckt mit den Schultern. Bei dir musst du dich nicht entschuldigen. Bei mir kannst du sein, wie du bist.

Luther und Tod

Luther lässt ihn nah an sich ran. Sitzt manchmal stundenlang mit ihm. Bauchkrämpfe und Magenschmerzen. Was willst du von mir? Was denkst du denn, Martin? Die Antwort darauf, fällt immer anders aus. Aber vehement.

Luther war ein Wandler. Gegen Ende des Lebens, erschöpft, aggressiv. Was, wenn es nicht genug war? Angst beschleicht ihn. Wo vorher noch Milde war, wird es jetzt sauer. Aber trotzdem hat er umgewälzt, was lange überfällig war. Hat den Tod walten lassen. Manche Dinge müssen sterben. Damit etwas Neues entstehen kann. So auch die Hoffnung, das diese ganze Tortur, am Ende darauf hinausläuft, das etwas neues blüht. Eine zarte Knospe. Frischer und schöner als der verbrauchte Leib, der ausgeleierte Geist. Schöner, als eingestaubte Riten und nutzlose Bräuche. Wenn hinter einem die Tür zufällt, geht ein helles Licht auf. Dann schlägt man sich gegen die Stirn. Kann ich nochmal?

Luther stirbt in Eisleben. Full circle sozusagen.

Er kommt um zu schlichten und kann sich nicht halten. Der Tod zerrt an seinen Füßen. Will, dass er sich hinlegt. Das Herz ist müde, der Körper erschöpft. Seine letzten geschriebenen Worte sind demütig, ans Leben gebunden.

„Die Hirtengedichte Vergils kann niemand verstehen, er sei denn fünf Jahre Hirte gewesen. Die Vergilschen Dichtungen über die Landwirtschaft kann niemand verstehen, er sei denn fünf Jahre Ackermann gewesen. Die Briefe Ciceros kann niemand verstehen, er habe denn 25 Jahre in einem großen Gemeinwesen sich bewegt. Die Heilige Schrift meine niemand genügsam geschmeckt zu haben, er habe denn hundert Jahre lang mit Propheten wie Elias und Elisa, Johannes dem Täufer, Christus und den Aposteln die Gemeinden regiert. Versuche nicht diese göttliche Aeneis, sondern neige dich tief anbetend vor ihren Spuren! Wir sind Bettler, das ist wahr.“ 

Ist es Demut? Oder eine Anweisung, mit Luther der Legende, gnädig ins Gericht zu gehen. Verneige dich vor den Leistungen, fehlbar wie du bist. Gib dein Bestes, aber erwarte keine Huldigungen. Das einzige Lob das zählt, wirst du nie erhalten. Denn Gott lobt nicht. Gott liebt. So muss Luther hoffen, glauben, als er dahingleitet, die Finger vom Leben lässt.

Tod sieht aus wie immer. Schwarzer Pulli. Reicht ihm die Hand. Da bist du ja endlich. Hast dich wacker geschlagen.

 

***

Das war ein schönes Projekt. Absolut faszinierend, zu lesen, was Katrin und Uwe zu Luther schreiben. Sich durch Daten zu scrollen, neue Gedanken zu finden. Einen Altbekannten hin und her zu wenden, während er genervt mit den Augen rollt. Wirds denn bald was. Ja, ich finde es ist was geworden. Ein spannendes Gespräch, ein Riss in der Fassade, der, wenn man lange genug herumpult, weiter und weiter wird. Und dahinter liegt ein Ozean. Oder ein Wald. Oder ein Gebirge. Wer weiß das schon. Ein Jahr mit Luther, dass mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Danke Uwe und Katrin für die tolle Idee. Danke Roland für deine Kommentare. Danke an alle, die gerne gelesen haben. Danke Luther, für, na du weißt schon.

7 Wege ein Buch zu schreiben

7 Wege ein Buch zu schreiben #7 Mit Co-AutorIn

18. Oktober 2017
Co-Autorin
Co-AutorIn

Co-AutorinIst das nicht ein Traum? Ich schreibe nur die Hälfte eines Buchs, die andere schreibt meine Co-AutorIn. Nur halb so viele Überlegungen und Zweifel, nur halb so viel Arbeit. Eine Steigerung, da ein zweiter Stil, eine zweite Ebene, ein zweiter Kreativer dazukommt. Das Dreamteam.

Oder ein Albtraum. Ein Buch, das nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Mein Stil, der in jedem weiteren Kapitel wieder auseinandergerissen wird. Eine Handlung, um die man streiten muss, statt selber zu entscheiden. Ein Buch, dass ein fauler Kompromiss ist.

Okay, sehen wir uns beide Szenarien mal ein wenig genauer an.

Ghostwriter?

Lasst es mich am Anfang gleich klären: Ich rede hier nicht von einem Ghostwriter. Also einem Profi, der jemanden, der nicht so gut schreiben kann, die Arbeit abnimmt, sein Buch für ihn verfasst. Also in seinem Namen schreibt. Das hat man häufig bei Stars, die ihre Biografie schreiben oder bei You TuberInnen etc, die eine große Followerschaft haben, denen man alles verkaufen kann, die aber nicht schreiben können. Nun, darum geht es nicht, denn diese Profischreiber nehmen ein Gehalt und verschwinden dann von der Bildfläche. Tauchen auch auf dem Cover nicht auf, manchmal dankt der Star dem Ghostwirter dann im Vor- oder Nachwort, aber das ist auch alles. Nein, hier geht es um die Zusammenarbeit von zwei AutorInnen.

Zwei sind mehr als einer

Co-AutorInAm besten funktioniert das Zusammenschreiben im Genrebereich oder bei Drehbüchern. Also dort, wo es weniger um einen ganz besonderen eigenen Stil und Sprache geht, sondern um eine Handlung, einen Stoff, eine Schreibarbeit, die man sich teilen kann, weil es mehr um ein Schreib“produkt“, als um eine künstlerische Leistung geht. Wobei – klar, es gibt auch Künstler, die zusammenarbeiten. Die quasi einen gemeinsamen Stil gefunden haben und so etwas gibt es auch in der Literatur.

Aber bleiben wir bei der etwas pragmatischeren Zusammenarbeit, denn die hat viele Vorteile:

  • Ideen-Input: Zwei Gehirne denken mehr und besser als eines. Keine Idee, wie es weiter geht? Der Co-AutorIn kann einspringen und weiterdenken und wenn ihr die Ideen ausgehen, hat sie ja eine PartnerIn.
  • Produktivität: Klar, können zwei Leute mehr Buchseiten und Bücher produzieren als ein Autor. Bei guter Zusammenarbeit ist der Output größer, auch weil man sich gegenseitig ermuntert, antreibt, in den Hintern tritt.
  • Schreibfluss: Jeder Autor kennt die Schreibblockade – Autorengespanne eher weniger. Denn wenn eine feststeckt, macht die andere weiter, ja, bringt mit ihren Ideen ihre Schreibkollegin sogar in Schwung.
  • Ergänzung: Die eine ist eher schüchtern und schlicht, die andere blumig und ausschweifend. Warum nicht daraus eine vielschichtigere Schreiballianz erschaffen? Oder: Ein Autor und eine Autorin arbeiten zusammen, Mann und Frau – und schon hat man zwei sehr unterschiedliche Perspektiven.
  • Kontrolle: Zwei AutorInnen sehen mehr als eine. Gerade bei der Überarbeitung hat man den Lektor eigentlich schon mit ihm Boot. Zudem eine KritikerIn, die weniger nachsichtig als eine LektorIn ist, da sie ja schließlich mit auf dem Cover steht.
  • Promotion: Werbung auf doppelt so vielen Social Media Kanälen. Zwei AutorInnen machen Werbung für das gleiche Buch. Spielen es in ihre Follwerschaft ein, bringen die Fangruppen zusammen und erhöhen so ganz organisch die Zahl ihrer Anhänger und Leser.
Mein Stil, mein Buch

Co-AutorinHier wird schon deutlich, dass die Zusammenarbeit vor allem Vorteile auf ganz pragmatischer Ebene hat. Künstlerisch ist sie eher eine Herausforderung. Als ich mit meinem Mann und Künstlerpartner zusammen die Graphic Novels „Der Fänger“ und „Atem holen“ erarbeitet habe, gab es schon einige heftige Auseinandersetzungen. Zwei Künstler mit zwei Dickköpfen müssen sich halt erstmal auf einander einstellen.

Zudem muss man sich klar darüber sein, dass eine Zusammenarbeit, die nicht auf künstlerischer Ebene stattfindet, den eigenen Stil und die eigene Arbeit immer etwas verwischt und die Handschrift des einzelnen Autors verloren geht. Sofern dann nichts Eigenes entsteht, wird das Buch am Ende tatsächlich eher ein Produkt als ein künstlerisches Werk sein.

Mentor und Schreib-Newbie

Eine interessante Form der Zusammenarbeit ist die zwischen einer erfahrenen AutorIn und einem Newbie.

Samantha von Leer ist die Tochter von Jodi Picoult, sie geht noch auf die Highschool. Die Idee zu Mein Herz zwischen den Zeilen kam ihr eines Tages im Unterricht. Sie erzählte sofort ihrer Mutter davon, die so begeistert war, dass die beiden daraufhin ihren ersten gemeinsamen Roman schrieben. (Bastei Website)

Kristin Cast und P.C. Cast sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Die Serie »House of Night« hat Millionen von Fans in über 40 Ländern. (Presse)

Bei Mutter und Tochter funktioniert das sicher am allerbesten, da beide sich kennen und vermutlich einen ähnlichen Geschmack haben. Der Vorteil ist hier, dass die AutorInnen aus zwei Generationen kommen und der Text im besten Fall sowohl handwerklich solide als auch jung und frisch sein wird.

Digitale Möglichkeiten

Ganz klar erleichtern einem die heutigen Schreibmöglichkeiten eine Co-Autorenschaft sehr. Eine Kapitel als Datei vermailen, der andere geht mit Korrekturfunktion über den Text, bei Unsicherheiten einfach mal schnell skypen. Wer Ulysses in der Cloud benutzt kann sogar parallel am gleichen Manuskript arbeiten. Man muss sich noch nicht einmal persönlich kennenlernen, Hauptsache, die Schreibarbeit funktioniert miteinander. Wer also an eine Co-Autorschaft denkt – gerade ist die beste Zeit dafür.

Für wen ist das was?

Okay,  für wen ist eine Co-Autorenschaft etwas? Für alle, die

  • Teamarbeit lieben
  • Kompromisse eingehen können
  • schnelle Entscheidungen treffen können
  • Schreiben (auch) als Job ansehen
  • sich über ihre Arbeit gerne austauschen
  • einen eher gewöhnlichen Schreibstil haben
  • die eher plotten als pansen
  • pragmatisch schreiben
  • mit Kritik umgehen können
  • einen guten Arbeitsrhythmus und Arbeitsplan haben
  • diszipliniert schreiben

Gerade, wenn man im Team schreibt, ist Diszplin sehr wichtig. Absprachens sollte man einhalten, interne Deadlines auch. Mit Kritik muss man umgehen können und auch damit, jemand anderen sanft und hilfreich zu kritisieren. Ein wenig Uneitelkeit gehört auch dazu, denn sicher wird man mit dieser Art der Zusammenarbeit eher die Bestsellerlisten als das Feuilleton erobern.

Welcher Schreib-Typ bin ich – Der Test

Nach 7 Blogartikeln ist es Zeit für den ultimativen Test: Welcher Schreibtyp bin ich? Da dies für mich und Isabel, die die Worksheets gestaltet, sehr viel Arbeit bedeutet, werden wir uns dafür 2 Wochen nehmen. In der nächsten Woche als einen Ruhetag einlegen und  erst am 1. November unseren Test hier vorstellen. Und, richtig, da kommt auch mein nächstes Buch „Flying Moon – Premiere“ heraus,d as wird wohl stressig werden. Aber das kenne ich schon, Buchveröffentlichungstage sind immer verrückt, also – good to go!

Eine gute Zeit und bis in 2 Wochen

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #amwriting

 

 

Martin Luther 2017

Martin Luther #41 Entscheidungen

12. Oktober 2017
Entscheidungen
Gehorsam

19. Mai 1505

Und fühlt es sich nicht gut an, jetzt ein ordentlicher Jurastudent zu sein? In Erfurt. Zivilrecht. Der Vater findet es großartig. Und es hat ja auch was Angenehmes, wenn einem die Entscheidungen abgenommen werden. Vater hat den Plan. Man studiert die oberitalienischen Rechtsgelehrten und deren Kommentare zum römischen Zivilrecht. Eine Sammlung von Meinungen – zum Recht. 100 000 Glossen, also Anmerkungen, die das römische Zivilrecht – auslegen. Geht es nicht eindeutiger?

Luther, damals noch Luder, ist einundzwanzig. Was ist eigentlich wichtig im Leben? Er will es ganz genau wissen, nicht in 100 000 Varianten. Wenn es doch auf den Tod hinausläuft und der ziemlich schnell kommen kann. Zum Beispiel durch eine Pestepidemie, wie sie 1504-05 Erfurt herrschte. Eine Krankheit, von der man weder wusste, wie sie sich verbreitete, noch wie man sie zu behandeln hatte. Die trotz Feuern in den Straßen, weil die Luft – vielleicht – verpestet war – oder dem Essig, den man sich über den Körper kippte, ständig wiederkam.

„Was blähst du dich auf in deinem Stolz. Staub bist du und Staub musst du werden, ein verfaulter Kadaver, die Speise der Würmer.“ Was auf dem Grabmal des Kardinals La Grange steht, trifft die damalige Überzeugung. Es kann sehr schnell vorbei sein.

Angst

Wann trifft man Entscheidungen? Schwierige Entscheidungen am besten unter Druck, in Not. Wenn man sich zum Beispiel mit dem Degen, den man als Student tragen durfte, die Schlagader am Bein aufschneidet. Und fast verblutet. Wie blöd kann man sein? Und dann ganz zufrieden im Krankenbett: Luder lernt Laute. Auch eine Art, Entscheidungen zu treffen oder treffen zu lassen.

Vergleiche

Gerechtigkeit Holbein 1537Ist das wirklich gut, was ich mache? Tue ich das Richtige? Da gibt es diese zwei Juraprofessoren und das Gerücht: Auf dem Totenbett sollen beide inständig ihre Berufswahl bereut haben. Weil man als Mönch besser streben könne, mit Zuversicht und Glaube, statt mit 100 000 Auslegungen des Zivilrechts. Da ist doch was dran, oder?

Ratschläge

Ende Juni 1505

Der Vater hat eine andere Vorstellung vom Leben. Den Dingen, die anstehen: Zum Beispiel die Heirat. Rückblickend sieht Luther das so: Der Vater wollte ihn durch eine ehrenvolle Heirat fesseln. Und darum reist Luder nach Hause, zu Fuß, mitten im Studium, wir kennen alle diese Krisen. Mit einundzwanzig hat man keine Zeit, auf das Ende des Semesters zu warten. Das Leben steht an. Das muss geklärt werden.

Luder: „Das Jurastudium ist nichts für mich.“

Vater: „Du hast ja noch nicht einmal richtig angefangen.“

Luder: „Es fühlt sich einfach nicht richtig an.“

Vater: „Studier erst einmal weiter, dann werden wir schon sehen.“

Verarbeitung

Der Rückweg, zurück nach Erfurt, irgendwie ist man geschlagen. Wie soll man wissen, was richtig ist? Mit Einundzwanzig hat man keine Erfahrung. Nur so eine Ahnung, was sich gut oder nicht so gut anfühlt. Also macht man, was einem gesagt wird. Und es fühlt sich … nicht gut an. Alles abwägen und durchkauen und sich durch den Kopf gehen lassen. Zeit hat man ja genug, man ist zu Fuß. Das dauert also. Und dann das Gewitter. Also echt jetzt, auch das noch, muss das sein?

Es ist ja ganz klar, wenn man anderen gehorcht, wie soll man dann glücklich werden? Das Gewitter, ein Zeichen, in Stotternheim am 2. Juli 1505.

Belegt eigentlich nur durch Luther selbst: In der Tischrede von 1539 erzählte er, wie er von einem Blitz niedergesreckt in Angst und Schrecken gesagt habe: „Hilf du Sankt Anna, ich will ein Mönch werden.“

EntscheidungenEigene Entscheidung

Nur zwei Monate nach Beginn des Jurastudiums tritt Luder ins Kloster ein. In nur zwei Wochen löst Luder sein Quartier auf, verschenkt seine Sachen, unterrichtet die Freunde, die ihn dann auch – nach einer letzten Feier mit Lautenspiel – ins Kloster begleiten. Die Eltern erfahren erst nachträglich davon.

Rechtfertigung

Zwei Jahre nach dieser Entscheidung erklärt Luder dem Vater am Rande seiner Primizfeier, also seiner ersten Messe, er sei durch Angst und Schrecken vor seinem baldigen Tod ins Kloster gezwungen worden. Übersinnliche Kräfte. Also nicht freiwillig. Irgendwie ist das so besser für den Vater zu verdauen. Kein richtiger Ungehorsam. Und sie glauben es beide. Übersinnliche Kräfte – Luder denkt an Gott, der Vater eher an den Teufel.

Entschuldigung

1521 sieht das alles schon wieder anders aus. Ins Kloster zu gehen – aus einem reformatorischen Standpunkt heraus kann das nur ein Fehler gewesen sein. Auf der Wartburg verfasst Luther ein Schreiben „Über das Mönchsgelübde“. Das Vorwort ist an den Vater gerichtet: Luther bittet um Verzeihung für das Aufgeben des Jurastudium und den Eintritt ins Kloster. War wohl doch eher der Teufel, der ihn da geritten hat. Sorry.

Legitimation

Da es auf Latein verfasst war, was der Vater nicht verstand, war dieses Entschuldigung wohl eher an eine Öffentlichkeit gerichtet, für die Klosterbesuch und Reformation nicht gut zusammenpassten. Denen musste man diese Entscheidung erklären. Rückblickend will es Luther gerne so aussehen lassen, als hätte die katholische Kirche ihn mit Angst und Schrecken und falschen Heilsversprechungen ins Kloster gelockt. Das klingt besser, oder?

Verantwortung

Aber niemand hat Luder gezwungen, im Kloster zu bleiben. Eigentlich – und selbst die Kirche hätte ihm da Recht gegeben – sind Entscheidungen, die unter Angst getroffen werden, nämlich nicht bindend. Seine Studienkollegen haben es Luder immer wieder gesagt: Du kommst raus aus der Kiste! Aber Luder wollte nicht. Bemühte sich sogar außergewöhnlich stark ein guter Mönch zu sein. Im Kloster hieß es, er wolle 12 Kegel treffen, wo doch nur 9 stünden. Leistungsfrömmigkeit nennt man das heute.

Also standen neue Entscheidungen an … und 100 000 Arten, diese zu interpretieren.

(Quelle: Schilling)

7 Wege ein Buch zu schreiben

7 Wege ein Buch zu schreiben #6 Mit Planung

11. Oktober 2017
Planung_Katrin Bongard
Buch nach Plan

Ich habe ja eigentlich schon sehr oft darüber geschrieben. Also wie man sein Buch dramaturgisch durchplant oder wie man sich einen Arbeitsplan erstellt, um sich nicht immer ablenken zu lassen.Und jetzt kommt sozusagen der Masterplan. Ein Buch, das man komplett durchplant, von der Idee bis zu den Schreibzeiten. Um es gleich zu sagen: Es ist eher etwas für Schreib- und Arbeitsprofis, denn auch gut zu planen und vor allem sich gut in einen Plan einzufügen, ist ein Training. Wie so oft gibt es eine gute Seite an dieser Methode und eine nicht so gute. Spielen wir das Ganze mal durch. Also: Los geht’s, von A-Z oder besser von Z wie Zeitpunkt bis A wie anfangen.

Grobe Planung
  • Zeitpunkt: Es muss nicht unbedingt ein Zeitpunkt sein, an dem ihr viel Zeit habt, aber es sollte eine ruhige Zeit sein. Nicht unbedingt, wenn ihr mitten in einer Scheidung steckt oder keine Wohnung habt. Ein Gefängnisaufenthalt bietet sich dagegen an oder wenn ihr gerade ein Kind bekommen habt, das sehr viel schläft.
  • Ziel: Es ist gut sich am Anfang zu fragen, welches Ziel ihr mit dem Buch verfolgt. Wollt ihr viel Geld verdienen? Oder eure Geschichte in die Welt bringen? Ist es ein Hobby? Oder ernährt ihre eure Familie damit. Kommt es nicht darauf an, wie viel Geld ihr mit dem Buch verdienen wollt, seit ihr ganz frei in der Wahl des Themas, der Idee, des Genres. Wenn nicht …
  • Genre: Wenn man schon plant – warum dann nicht ganz pragmatisch? Thriller laufen am besten. Auf der ganzen Welt. Nicht euer Genre? Nun, auch gut funktionieren Liebesromane und historische Romane. Hier habt ihr auch die breiteste Leserschaft.
  • Wie veröffentlichen? Seid ihr geduldig? Könnt ihr warten? Dann geht den Weg einer Verlagsveröffentlichung. Wollt ihr euer Buch lieber schnell herausbringen – dann wählt Selfpublishing.

Warum sollte man all diese Punkte vorab planen? Nun, sie erleichtern das Schreiben enorm. Wenn ihr eure Ziele kennt, also den Ort, wo ihr euer Buch später sehen wollt, eure Zielgruppe (Leser). Es ist gut zu wissen, welches (Verkaufs)ziel ihr mit dem Buch verfolgt. Denn jede Entscheidung, die ihr danach trefft, wird von diesen Vorentscheidungen abhängen. Mehr dazu.

Okay, jetzt werdet ihr konkreter.

Form und Inhalt
  • Idee: Habt ihr noch keine Idee, macht euch auf die Suche, lasst euch inspirieren. Bitte klaut keine Ideen, das ist schwach und ärgerlich und fällt irgendwann auf. Ein No Go. Kann man Ideen planen? Klar, in dem man alte Ideen recycelt oder neu aufgießt. Passiert ständig. Besser noch gleich mit einer eigenen Idee starten. Mehr dazu.
  • Titel und Autorename: Ich sag’s ja immer wieder: Pseudonyme sind nichts für Künstler und wenn man Literatur schreibt, sollte man dazu stehen. Mit seinem Namen. Aber – wer sein Buch als Produkte sieht, der sollte dieses Produkt auch gut planen. Ein wohlklingender Autorenname gehört dann ebenso dazu, wie ein eingängiger oder reißerischer Titel.
  • Perspektive: Okay, aus welcher Perspektive wollt ihr eure Geschichte erzählen? Bei einem historischen Roman bietet sich eine unabhängige Perspektive besser an, bei einem Liebesroman kann es auch die ICH-Perspektive sein. Plant gut und sinnvoll. Und dann legt euch – fest!
  • Länge des Buches: Veröffentlicht ihr im Verlag, will der natürlich wissen, wie dick (und teuer) das Buch wird. Aber auch sonst ist es gut, die Länge eures Buches zu kennen, um zu entscheiden, wo ihr eure dramaturgischen Wendepunkte setzt. Habt ihr keine Ahnung, wie lang das Buch insgesamt wird, verplaudert ihr euch vielleicht, die Spannung geht verloren, das Buch – wird langweilig.
  • Kapitellänge: Wenn ihr wisst, wie lang das Buch insgesamt wird (sagen wir 400 Seiten), dann könnt ihr entscheiden, wie viele Kapitel es haben soll. Macht die Kapitel nicht zu lang und achtet auf eine etwa gleiche Länge der Kapitel.
  • Sprachhöhe und Stil: Richtet die Komplexheit eurer Sprache (falls ihr die Wahl habt) sorgfältig auf eure Zielgruppe, das Genre und Thema des Buches aus. Wird es ein hochphilosophischer Roman – muss die Sprachhöhe das auch einlösen. Ein erotischer Roman – sollte besser eingängiger und einfacher geschrieben sein.
  • Struktur: Jetzt ist es Zeit, dem Buch eine dramaturgische Struktur zu geben. Ihr schreibt lieber einfach drauflos? Aber hier geht es um Planung und deshalb wird auch das Buch – durchgeplant. Methoden gibt es genug. Sucht euch die Beste aus. Strukturiert und plant nicht nur grob, sondern bis in die Kapitel, ja bis in die Abschnitte eures Buches hinein. Mehr dazu.
  • Arbeitplan: Ihr wisst was ihr schreibt, ihr habt das Buch durchgeplant, jetzt entscheidet ihr, wie viel ihr am Tag schreibt. Eine Seite? Oder zehn? Ein Arbeitsplan hilft euch, den Überblick über euren Arbeitsfortschritt zu halten. Mehr dazu.
  • Anfangen: Wenn ihr anfangt zu schreiben, ist es nun ein wenig wie „Malen nach Zahlen“. Alles durchgeplant – jetzt ausfüllen.
PlanungPlanung

 

Ist es so einfach? Nein. Ich denke, es erfordert sehr viel Disziplin und auch eine sehr nüchterne Herangehensweise, die für die meisten – gerade bei einer kreativen Tätigkeit wie Schreiben – gar nicht so einfach zu finden ist. Also:

Wer schreibt am besten mit Planung?
  • rationale Menschen
  • Pragmatiker
  • Menschen, die Ordnung lieben
  • und Listen
  • ängstliche Menschen
  • Schreibprofis
  • Arbeitsprofis

Diese Methode ist nichts für alle diejenigen, die mit dem Schreiben in die Tiefe ihres Unterbewusstseins vordringen wollen, alte Muster aufspüren und erneuern oder ihre Kreativität wecken wollen. Dies ist eher etwas für Menschen, die das Schreiben von Büchern als (Brot-)Job ansehen. Ein wenig von dieser Haltung sollte sich allerdings jeder abschneiden, da gut durchgeplante oder überhaupt sehr pragmatisch am Lesergeschmack orientierte Bücher sehr beliebt bei der Leserschaft sind. Werft nur mal einen Blick in die Bestsellerlisten und schaut euch an, wie diese Autoren arbeiten. Wie geschickt sie ihr Pseudonym, ihre Idee, ihre Titel gewählt haben. Glaubt nicht, dass das Zufall ist. Klar, ist das nicht sehr romantisch. Und in der Regel sind diese Bücher auch nicht sehr lange auf dem Markt. Doch – ein wenig (mehr) Erfolg tut jedem/r AutorIn gut.

Deadline und Planung

Termine und Deadlines können einen schnell in eine Schockstarre versetzen. Alles ist viel zu viel und unmöglich zu schaffen. Hier hilft mehr Planung. Auch, wenn ihr euch ein sehr hohes Ziel setzt, wie einen Blogbeitrag täglich zu schreiben, oder ein Buch in einem Monat fertigzustellen, ist Planung ein gutes Mittel, um den Überblick zu behalten und Ordnung im Kopf herzustellen.

Planungsphasen

Nach meiner Erfahrung gibt es bei jedem Projekt Planungsphasen. Manchmal ist es gut, sich klarzumachen, in welcher Phase man sich befindet, um seine Forstschritte zu wertschätzen:

  1. Die Idee im Kopf: Sie wird hin- und hergewälzt, bis sie klar und deutlich vor einem steht: Ja, so könnte es gehen.
  2. Die Notiz auf dem Zettel: Meist handschriftlich, weil sich ständig etwas ändert. Man streicht durch, korrigiert.
  3. Der ausgearbeitete Plan: Gerne auf dem Computer, ausgedruckt, farbig unterlegt, in Boxen gebändigt, eingerahmt.

Aber Achtung: Pläne sind dazu da, überarbeitet zu werden. Am besten ständig. Ich habe manchmal nach 200 Seiten noch die Perspektive an einem Buch geändert, weil ich einfach nicht reingekommen bin. Oder habe die Namen der Hauptfiguren mitten beim Schreiben geändert (passiert mir übrigens häufig). Pläne sind nicht dazu da, strikt und eisern eingehalten zu werden. Sie leben.

Planung

Nächste Woche gibt es den letzten der 7 Beiträge – vor dem abschließenden Test, in dem ihr herausfinden könnt, welche Scheibmethode am besten zu euch passt. In Beitrag 7 wird es um das Schreiben mit Co-AutorInnnen gehen. Geht das schneller? Ist das besser?

Bis dahin!

xoxo

Katrin

#rbpub #redbugwriting #amwriting

 

 

 

Martin Luther 2017

Martin Luther #40 Luther und Maria

5. Oktober 2017
luther und maria

Als Luther über seinen Schriften brütet, sticht sein einsames Profil vor dem lichtdurchfluteten Fenster scharf hervor. Einer, das Kinn in die Hand gestützt, die Stirn gerunzelt. Blättern. Lesen. Blättern. Trocknete Fingerkuppen über dem weichen Pergament. Hin und wieder schließt er die Augen. Der Kopf knetet die Wörter. Walkt die Sätze.

Es ist eine stille, einsame Arbeit. Den Glauben zu formen, der vom Wort ausgeht.

Martin Luther findet in der Schrift seine Befreiung. Und überträgt diese auf seine Leserschaft. Wenn du zum Wort zurückkommen kannst, bist du auf niemanden angewiesen. All die Heiligen und Aberheiligen werden einfach ausgelassen und die Stimme Gottes kann dich direkt erreichen. Du brauchst keine Bilder und kein Spektakel. Es reicht, dass du mit klarem Verstand bei der Sache bis. Und wenn die Nachrichten dir einleuchten, gilt es pragmatisch mit ihnen umzugehen. Demütig, ausdauernd und bodenständig.

Der Glaube Luthers existiert jenseits von goldenen Kruzifixen, Engelsgesang und Götzenbildern. Es ist ein intellektueller Glaube. Fast eine Wissenschaft. Zum ersten Mal können Christen aufatmen, die Last des Katholischen Krempels von ihrer Brust gehoben. Aber fehlt da nicht was?

Die heilige Mutter

In der Katholischen Kirche spielt Maria eine große Rolle. Die heilige Mutter. Eine Königin in eigenem Recht. Die Ikone, mit dem speckigen Jesuskindlein auf dem Schoß. Die Nährende, Schützende, Glücksbringerin. Ein unbeflecktes Mädchen und eine weise Mutter zugleich. In ihr vermischen sich sämtliche Ansprüche an Weiblichkeit. Reinheit, Großzügigkeit, Frömmigkeit, Gehorsam.

Jemand kommt zu dir, schlägt mit den Flügeln und sagt, du sollst ein Kind empfangen ohne einen Mann zu erkennen. Und du nickst und bist froh. Und wenn dein Kind sich einen eigenen Weg durch die Marktgänger bahnt und im Tempel mit den Priestern schwatzt, dann stellst du elegant den Einkaufskorb auf die Tempelschwelle, bekreuzigst dich und sagst mit Nachsicht in der Stimme, „Ach Jesus…hier steckst du also.“ Und wenn er dann zu dir gelaufen kommt und seine warme Hand in deine legt, dann nickst du den Priestern höflich zu und gehst nicht zu schnell und nicht zu langsam deines Wegs, den schwatzenden Jesus an deiner Seite.

Du gibst ihm Proviant mit, wenn er auf Reisen geht, winkst bis der Esel außer Sichtweise ist. Und als das Gewicht, deines toten Sohnes auf deinen Schenkeln lastet und sein Kopf in deinen Händen leblos hin und herrollt, könnten deine Tränen Perlen sein, die an einem silbernen Faden aus deinen Augen rollen und kullernd auf deine Kutte kleckern. Und wenn rauskommt, dass der Stein vor seinem Grab beiseite gerollt ist, wunderst du dich nicht im Geringtsen. „Ach Jesus…“ seufzt du leise, während er auf einer Wolke gleißenden Lichts in den Himmel steigt. Und du blinzelst in die helle Ferne und meinst die Wärme auf deinen Wangen spüren zu können, genau wie an dem Tag, an dem du nur kurz an der Lilie schnuppern wolltest.

Marienverehrung

Eine aberwitzige Milde und erschreckende Hingabe geht von Maria aus, eine stille Macht über ihr eigenes Hoheitsgebiet. Für immer diejenige die den Gottessohn geboren hat. Es ist kein Wunder, das Söhne in katholisch geprägten Gegenden ihre Mütter verehren. Wer Maria mit dem Sternenkranz und einem roten Mantel unter dem die ganze Menschheit Platz hat, auf ihrem Sitz in den Wolken thronen sieht, der kann nicht anders als ehrfurchtsvoll zu ihnen aufzublicken, diesen fruchtbaren Gefäßen göttlichen Lebens.

Luthers Maria

Im evangelischen Glauben, nimmt Maria eine weniger romantische Form an. Die Mutter Gottes, ja. Aber keine Heilige. Einfach jemand, den Gott auserkoren hat um sie als Medium zu benutzen, als Hüterin des Jesuskindes in jungen Jahren und Versinnbildlichung einwandfreier Frömmigkeit.

Luther geht von Christus aus, dem Alleingänger und Sündenlöscher. Er hadert mit Gott, dem strengen Vater. Quält sich durch Fragen des Gehorsams und der Pflicht. Alle Fürsorge und Aufsicht wird Gott zugesprochen, die Erlösung Jesus. Maria spielt eine Nebenrolle.

Aber ohne Heilige kann es ganz schön einsam werden. Ohne Anbetung, langweilig, ohne die Mutter, kalt auf der Welt. Man denkt sich frei, betet sich lose. Aber es gibt niemanden, der hinter dir steht und dich betrachtet, mit liebevollem Blick und einer aufmunternden Geste. Keine, die dir eine warme Hand auf die Schulter legt und stirnrunzelnd auf dein Gekritzel hinab blickt. Und dir sagt, dass sie stolz auf dich ist, auch wenn du dir ziemlich sicher bist, dass sie nicht ein Wort von dem lesen kann, was du geschrieben hast. Deine Auseinandersetzung ist mit Gott. Dem Schulleiter des Glaubens. Nicht mit Maria, einer bloßen Männin.

Männlich und weiblich

Macht die Spärlichkeit von Marias Glanz, die evangelische Kirche zu einer männlichen?

Ist die Katholische Kirche eine Manifestation „typisch“ weiblicher Grundsätze? Die Betonung der Gemeinschaft, die starken Emotionen, das Sinnliche des Gottesdiensts?

Ist es fair, von Maria nur als zufällige Statistin im Leben Christi zu sprechen? Macht es Sinn, sie wie eine Heilige zu verehren? Was ist mit Marias Einfluss auf Jesus? Ein Empath, wenn es es je einen gab. Was hat Maria ihm mitgegeben, als Urbild der Frau? Ist Jesus nicht, eine bemerkenswert weiblich angehauchte Persönlickeit, zwischen all den Rittern und Schlächtern?

Die Rollen von Männern und Frauen in der Gesellschaft sind im stetigen Wandel, in ständiger Erweiterung. Heilige sind die ersten Stars, Vorbilder, nach deren Vollkommenheit es zu streben gilt. Wen wir bewundern, anbeten oder um Hilfe rufen, sagt viel über unsere Einstellung zum Leben aus. Ich bin gespannt, wie die Bilder von Männern und Frauen innerhalb der Kirchen weiter wachsen.

7 Wege ein Buch zu schreiben

7 Wege ein Buch zu schreiben #5 Mit Deadline

4. Oktober 2017
Deadline
Deadline

Mein erstes Buch habe ich ohne echte Deadline geschrieben. Mein Manuskript war fertig, ging ins Lektorat, kam zurück, ich überarbeitete, es kam zurück, ich gab ab. Klar, in meinem Vertrag gab es einen Termin und der war eng, aber ich fühlte mich sicher. Immerhin hatte das Manuskript einen Preis gewonnen, also war es im Großen und Ganzen okay. Deadline? Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, was das bedeutete.

Als Deadline (englisch „Todeslinie“; ein Zeitpunkt, der nicht überschritten werden darf, zu Deutsch etwa „Galgenfrist“) bezeichnet man den Ablaufzeitpunkt einer Frist oder Fälligkeit oder das Schließen eines Zeitfensters. (Wikipedia)

Wenn ich heute über das Schreibn mit Deadline schreibe, dann weiß ich es besser. Schreiben mit Deadline ist etwas ganz Besonderes. Es kann sowohl der blanke Horror als auch ein Segen sein und ich habe beides erlebt.

Schreiben ist (auch) ein Handwerk

Weil Schreiben sehr viel mit Handwerkszeug zu tun hat, also Umgang mit Sprache, Worten und letztendlich auch mit dem Schreibgerät, ist es doch logisch, oder? Man kann den Umfang einer Arbeit ganz einfach berechnen. Für eine Seite brauche ich 3 Stunden, macht für 300 Seiten 900 Stunden, wenn ich am Tag 6 Stunden schreibe und so weiter. Ist das nicht wunderbar? Im Prinzip schon. Ein Traum, wenn es so einfach wäre. Wenn Schreiben eine Tätigkeit wäre, die man erledigen könnte, wie Löcher in Stoff zu stanzen oder Kartoffeln zu pflanzen. Nun, so einfach ist es nicht. Zumindest nicht, wenn man mehr möchte, als oberflächliche Sätze und Handlungen und Charaktere erschaffen. Das ist auch der Grund, warum sich DEADLINE für viele Autoren schlecht anfühlt. Sehr bedrohlich. Sehr unangenehm.

Und gleichzeitig wissen wir Autoren es ja alle: Wenn man uns so lange schreiben lässt, bis wir zufrieden sind, bis wir denken, es geht nicht besser, dann … kann es ewig dauern.

Schreiben und Termine

Schreiben mit Dealine ist ein besonderes Schreiben. Und das auch, wenn man kein Verlagsautor ist. Denn irgendwo gibt es immer einen Zeitpunkt, der einen zwingt, fertig zu werden. In letzter Konsequenz der Tod, vor dem man spätestens sein Buch beendet haben sollte. Vielleicht ist es aber auch das Sabbatjahr, das ihr euch genommen habt, um euer Buch zu schreiben oder der Termin, wenn das Bankkonto so leer ist, und ihr den zweiten Abschlag, den es vom Verlag erst nach Abgabe eures ganzen Manuskripts gibt, braucht.

Das Schreiben mit Deadline hat Vor- und Nachteile. Arbeitet ihr im Verlag, dann wird es immer eine Deadline geben. Klar, der Verlag will ja auch wissen, wann er das Buch herausbringen kann. Und rechnet zurück, wann die Lektorin das Manuskript bekommt und wann es von dort ins Korrektorat muss und dann in die Herstellung. Da kann es schon mal sein, dass man sein Manuskript ein Jahr oder länger vor dem Erscheinungstermin abgeben muss.

Vorteile der Deadline

Okay, ich liebe Abgabetermine. Und noch mehr liebe ich Veröffentlichungstermine. Bei Verlagen sieht das meist so aus, wenn das Exposé angenommen ist.

Lektorin: Wann könntest du denn mit xy-Buch fertig sein?

ICH (hektisches Nachdenken): Drei Monate? Oder vier.

Lektorin: Also WIR bräuchten das Manuskript spätestens in einem Jahr.

Was dann passierte ist meist, dass ich mich anderen Dingen zuwende. Ein Jahr??? Hallo? Ich nehme andere Projekte in Angriff. Nun, ein Jahr geht schneller rum als man denkt. Zweieinhalb Monate vor der Abgabe liege ich also schweißgebadet im Bett und überlege, wie ich das schaffen kann. Und schaffe es. Immer. Keine Ahnung wie. Denn das ist der Vorteil einer Deadline: Man bringt sich auf den Punkt, denkt konstruktiv über seine Story, die Handlung, den Stil nach. Auch realistischer. Nimmt Abküzungen, kommt auf neue geniale Ideen, findet einen Weg durch den Dschungel. Irgendwie. Ohne Deadline? Hm, hätte ich wohl immer noch nicht angefangen.

Nachteile der Deadline

Ich erinnere mich an einen Spitzentitel. Es dauerte ewig, bis das Exposé angenommen wurde. Und der Ababetermin lag irgendwann in einer sehr unbeschriebenen Zukunft. Als ich das Manuskript dann endlich beenden musste, hatte ich jedes Interesse an dem Stoff verloren. Über die Zeit war das Mojo verschwunden. Ich musste mich neu einarbeiten. Dazu kam der Druck, dass ein Spitzentitel wirklich außergewöhnlich gut sein sollte. Aber die wenigsten kreativen Dinge lassen sich auf Komando und mit Abgabetermin gut machen. Zu viel Druck nimmt die Freude und die Kreativität, die Schreiblust bleibt auf der Strecke. Die Deadline fühlte sich wirklich so an. Ich dachte, ich würde entweder erschöpft auf der Ziellinie zusammenbrechen oder es gar nicht schaffen.

Eine Deadline rechnet künstlerische Krisen nicht ein. Sie geht von einer Schreib-maschine aus. Davon, dass man Kreativität in ein Zeitraster klemmen kann. Nein, kann man nicht.

Also – für  wen ist das was?

Ihr kennt diese Leute … vielleicht gehört ihr selber zu ihnen. Ohne einen klaren Abgabetermin läuft gar nichts. Wenn die keinen exakten Termin haben, wird es nie etwas mit der Arbeit, der Reise, was auch immer. Und dann gibt es die Leute, die wunderbar mit einer Deadline umgehen können und sie als sportliche Herausforderung sogar brauchen. Yeah, sag mir, wann es fertig sein muss! Gib mir einen Termin! Dementsprechend bunt gemischt ist die Gruppe von Leuten, die am besten mit Deadline schreiben können oder sollten, nämlich alle:

  • die Pläne und Struktur lieben
  • die gut mit Zeitdruck umgehen können
  • die ihre Bücher gerne gut durchplanen
  • die Zwischenziele setzen können
  • gerne auf ein Ziel hinarbeiten
  • Absprachen lieben
  • mit Kompromissen leben können
  • denen es leichtfällt, bei komplexen Vorgängen den Überblick zu behalten

Und auf der anderen Seite alle:

  • die zu Chaos und Unstrukturiertheit neigen
  • gerne zu spät kommen und trödeln
  • Aufgaben immer wieder verschieben
  • sich bei größeren Projekten leicht verlieren
  • Versprechen oft brechen
  • Perfektionisten
  • die bei Aufgaben oder Tätigkeiten kein Ende finden
Eigene und fremde Deadline

Ein großer Vorteil des Selfpublishing ist die Freiheit, seine Bücher und Texte genau dann zu veröffentlichen, wann man will. Doch machen wir uns nichts vor, manche Termine sind besser, manche schlechter. Ein Weihnachtsbuch sollte VOR Weihnachten fertig sein. Für die Sommerferien bieten sich Sommerbücher an. Alles was im Schnee spielt, passt dann weniger gut. Kurz: Selbst wenn ihr euch eure Dealine selber setzen könnt, ist die Freiheit eingeschränkt. Und wenn ihr die Deadline gesetzt habt, dann ist die Freiheit – weg.

Denn entweder schafft ihr euren Termin einzuhalten oder nicht. Und das fühlt sich nicht gut an. Und ganz ohne Deadline schreiben? Kann leicht zu einem Projekt werden, das nie beendet wird.

Und – Abgabe!

Eine Lektorin erzählte mir einmal, wie viele Bücher trotz Vertrag und Vorschuss von den Autoren nicht beendet werden. Ich konnte es nicht fassen. Wie kann jemand diese Chance vorbeigehen lassen? Auf der andere Seite verschätze ich mich sehr oft, was ich alles schaffen kann. Fremde Deadlines (von Verlagen und Produzenten) halte ich strikt ein, eigene Deadlines sprenge ich gerne in die Luft. Das hat meinen Respekt vor Abgabeterminen wieder vergrößert. Die eigenen Dämonen erkennen und besiegen – dabei kann eine Deadline sehr gut helfen.

Mittlerweile weiß ich, dass für mich zu einer Deadline unbedingte eine gute Buchplanung gehört. Für mich ein perfekte Kombination. Denn wenn ich einen Plan habe, weiß ich, wann ich von ihm abweiche. Was okay ist, wenn ich dann umplane. Oder rechtzeitig verschiebe. Das betrifft sowohl das  Planen der Arbeitzeiten, als auch das Planen des Buches. Und darum wird es nächste Woche gehen: Wie schreibe ich ein Buch – mit und nach Plan?

Bis dahin viel Spaß beim Schreiben

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #amwriting

Martin Luther 2017

Martin Luther #39 Was war Luthers Motivation?

28. September 2017
Motivation Luther

Was machen wir nicht alles aus Angst. Aus Angst vor schlechten Noten in der Schule, aus Angst keinen Job zu bekommen, seinen Job zu verlieren, aus Angst vor strafenden, beleidigten oder uninteressierten Eltern, aus Angst vor Fremden, aus Angst vor Neuem. Oder was machen wir alles nicht vor lauter Angst.

In der Psychologie würde man das extrinsische Motivation nennen. Das Verhalten wird geleitet aus Angst vor Strafe, Bloßstellung, Liebesentzug und anderen Nachteilen oder von der Aussicht auf äußerliche Vorteile oder Belohnungen. Es lassen sich verschiedene Stufen der Motivation unterscheiden.

Die Stufe eins: Angst

Luther war ein ängstlicher Mensch. Whaaaat? Dieser Mann, dieser Heros soll ein Schisser gewesen sein. Dieser Luther, der mal eben die katholische Kirche zerlegt hat, der Papst und Kaiser trotzte, no matter what?

Ich glaube, anfänglich schon. Auf dieser ersten Stufe der Motivation ist die Furcht vor Strafe oder der Vermeidung von vermeintlich schlechten, verheerenden Folgen der ausschlaggebende Antrieb, etwas zu tun oder zu lassen. Die Angst ist so groß, dass man beinahe alles tun würde, um sie zu vermeiden. Alles Tun ist motiviert aus Furcht. Die Konzentration liegt auf der Vermeidung von Strafe. Sie ist die Motivation für alle Handlungen. Man versucht zu tun, was andere von einem fordern, oder von dem man glaubt, dass andere es erwarten. Sei es das soziale Umfeld, der Vater oder Gott.

Ohne Frage hat Luther Angst vor seinem Vater gehabt. Es ist auch wohl anzunehmen, dass er sein anfängliches Jurastudium aufgenommen hat, um dessen Erwartungen zu erfüllen.

Als junger Mensch wächst man ja auch in derart viele Vorgaben hinein, dass sie zu Selbstverständlichkeiten werden, die zu hinterfragen schwerfällt. Erst allmählich eckt man dann mit diesen Vorgaben an. Man merkt es daran, dass man sich echt extrem unwohl fühlt. Oder sogar krank wird. Man spürt einen eigenen Willen und Bedürfnisse, die sich nicht entfalten können oder sollen.

Ich bin noch aufgewachsen mit schön gereimten Merksprüchen wie »Das Händchen, was die Mutter schlägt, wird abgesägt« oder »Kinder, die was wollen, die kriegen was auf die Bollen« sprich: bekommen den Arsch versohlt. 60er Jahre. Sollte heute kein Thema mehr sein. Aber Angstmache ist aus der Erziehung natürlich noch längst nicht verschwunden. Paradoxerweise geht das oft mit der Schule los.

In Luthers Fall war dann irgendwann die Angst vor Gott größer als die Angst vor dem Vater. Den berühmten furchterregenden Blitzschlag nutzte er, um sich aus dem Jurastudium zu verabschieden, den vom Vater vorgezeichneten Lebensweg zu verlassen und ins Kloster zu gehen.

Die Stufe zwei: Belohnung

Eng mit der Motivation aus Angst hängt die Hoffnung auf Belohnung zusammen.

In dem sagenhaften Gewittersturm soll Luther die Heilige Anna angefleht haben: »Heilige Anna, hilf! Lässt Du mich leben, so will ich ein Mönch werden.« Man kann da Todesangst heraushören. Es klingt in meinen Ohren dabei aber nicht nur die konkrete Angst heraus, vom Blitz erschlagen zu werden, sondern auch die Angst, sein Leben grundsätzlich ändern zu müssen. Es lässt sich leicht nachvollziehen, wie furchterregend es sein kann, einen vorgezeichneten Weg in den bürgerlichen Wohlstandsberuf zu verlassen und Mönch zu werden und dabei auch noch den Erwartungen der Familie, der Gesellschaft, des Vaters zu widersprechen. Seine gesamte Ich-Identität zu wechseln, kann schon subjektive Todesangst auslösen. Mit und ohne Gewitter.

In dem Ausruf schwingt aber auch die Hoffnung auf Belohnung, nämlich als Mönch weiterleben zu dürfen. Die Hoffnung, seinen Weg zu finden und angenommen zu werden in einer Gemeinschaft.

Wie wir wissen, hat Luthers Angst, vor Gott nicht zu genügen, im Kloster nicht aufgehört. Es ist eher schlimmer geworden. Was er auch tat, es reichte nie aus, um die endgültige Belohnung zu erhalten. Die Gewissheit als guter Mensch – nun ja – in den Himmel zu kommen.

Aber er hat nicht locker gelassen, die Angst und die Hoffnung auf Belohnung haben ihn angetrieben tiefer zu bohren, weiter zu forschen. In dem für ihn wichtigsten Buch – in der Bibel. Er hat gelesen, gelernt, nachgedacht und über dem Text meditiert und ihn zerkaut. Ich glaube, dass war schon ein Teil der Lösung, weil er in diesem intensiven Lernprozess, seinem Lerngegenstand – nämlich Gott – sofort nahe war.

Er hat nicht mehr auf äußere weltliche Belohnung gesetzt. Sein Bibelstudium und seine Exerzitien gingen weit darüber hinaus, was man eigentlich von einem Mönchlein erwartet hätte. Doch er hat in seiner Heiligen Schrift unaufhörlich nach Vorbildern, Anleitungen und Lösungen gesucht. Und er hat sie gefunden. Er hat für sich herausgefunden, dass Gott aus innerer Überzeugung handelt. Gnädig ist, weil er es eben sein will. Weil er es versprochen hat. Dass er sich nicht bestechen, belohnen oder beschwindeln lässt. Weder durch fasten, kasteien, der Anhäufung guter Werke und schon gar nicht durch den Kauf von päpstlichen Ablassbriefen.

Die Stufe drei: innere Überzeugung

Gott handelt aus innerer Überzeugung. Luther auch. Ab jetzt speist sich seine Motivation aus seinen inneren Überzeugungen. Er tut, was er glaubt, tun zu müssen, unabhängig davon, ob er dafür eine Belohnung erhält oder nicht. Die Angst vor Strafe ist verflogen. Die vor dem Papst und dem Kaiser sowieso. Nein – nicht dass er in den folgenden unglaublich harten Auseinandersetzungen nicht auch Angst gehabt hätte. Er wurde schließlich zum Abschuss freigegeben. Aber er war jetzt entschlossen, alles zu tun, um seine Ziele zu erreichen, auch wenn es bedeutet, seine ursprünglichen Ideen, Überzeugungen, Glaubenssätze über Bord zu werfen.

Das nennt man intrinsische Motivation. Dabei ist keine äußere Belohnung mehr notwendig, um ins Handeln zu kommen. Die Durchführung der Handlung geschieht aus einer inneren Notwendigkeit, ist in sich selbst schon die Belohnung. Und man ist durchaus bereit, Nachteile, Strafen und Leiden in Kauf zu nehmen.

Diese innere Überzeugung ist deutlich stärker als die Motivation durch äußere Belohnung, durch Zuckerbrot und Peitsche. »Hier stehe ich. Ich kann nicht anders« ist das geflügelte Wort, dass diese Haltung vielleicht am treffendsten wiedergibt. Glücklich die Menschen, die diese Haltung erreichen können. Diese Stufe der Motivation geht über rein vernünftige Überlegungen hinaus. Konventionen werden hinterfragt und wenn nötig gebrochen. Die etablierten Regeln gelten nicht mehr. Der innere Kompass zeigt die Richtung. Auf dieser Stufe tut man dann Dinge, die die meisten für verrückt halten.

Um die Kraft dafür zu haben, muss man aus meiner Sicht allerdings noch eine weiter Stufe der Motivation erklimmen – und Luther hatte sie erreicht.

Die Stufe vier: Liebe

Er ist darüber hinausgewachsen, sich nur um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Es ging ihm nicht mehr nur um seine Anfechtungen. Nicht mehr nur um sein Seelenheil. Das war sein ursprünglicher Antrieb, sein ursprüngliches Ziel. Jetzt war sein Ziel sofort, die »Christenmenschen« zu befreien. Ihnen den Weg aus dem Irrglauben zu zeigen, sie könnten sich und ihre Verwandten aus dem Fegefeuer frei kaufen, sie könnten sich mit Gott gut stellen, wenn sie auf den Knien rutschten oder Gebete herunterleierten. Er wollte ihnen helfen, so viel Glück, Freude und Seelenheil wie möglich zu erlangen.

Es war sicher noch nicht die Stufe des allumfassenden Mitleids, wie sie Buddhisten zu kultivieren versuchen. Aber sie ist heute leichter zu erreichen als je zuvor. Auf dieser Stufe können die wahrhaftig magischen Dinge passieren.  Let’s go for it.