Über das Schreiben

Über das Schreiben – Heldenreise – Teil 2 #6

22. Juni 2016
Heldenreise

Ich mag von allen Modellen der Heldenreise – abgesehen von dem Klassiker nach Joseph Campbell – die Heldenreise nach Christopher Vogler am liebsten, die auf Campbells Modell basiert. Er hat sein Modell als Anweisung für Drehbuchautoren entwickelt, aber auch für Romanautoren kann es sehr hilfreich sein. Auf seiner Heldenreise gibt es 12 Schritte und heute stelle ich euch die ersten drei, also den Anfang vor.

  1. Gewöhnliche Welt
  2. Berufung
  3. Weigerung
Heldenreise – Erste Schritte

Niemand bricht aus seiner gewöhnlichen Welt auf, sofern er nicht ein Ziel hat, ein Problem lösen muss, oder es einen bestimmten Anlass hat. Das ist die erste These der Heldenreise. Heldenreisen interessieren alle Menschen, das ist auch der Grund, weshalb so wenige Bücher über Menschen geschrieben werden, die täglich zur Arbeit gehen und abends wieder nach Hause zurückkehren. Einfach zu langweilig. Ein Held ist jemand, der etwas erlebt, oder besser gesagt überlebt. Ein Abenteuer, eine Reise, eine Erfahrung. Klar, das kann auch eine Krankheit sein oder eine extreme Situation, es kann sogar eine Reise in den Tod sein, wenn sein Ziel Frieden ist, ewige Ruhe. Aber der erste Schritt ist eigentlich noch kein Schritt, sondern ein Zustand, aus dem der Held oder die Heldin aufbricht.

Gewöhnliche Welt

Die gewöhnliche Welt muss nicht in unserem Sinne gewöhnlich sein. Mein Lieblingsbeispiel – Harry Potter – zeigt das ganz wunderbar. Es ist ja wohl nicht gewöhnlich, dass ein Junge bei seinem Onkel und seiner Tante unter der Treppe wohnt und zaubern kann. Aber es ist die Welt, von der aus er zu seinem Abenteuer aufbricht. Wäre er am Anfang der Geschichte schon in seiner Zaubererschule Hogwarth, dann fänden wir das wahrscheinlich nicht so spannend. Okay, er ist ein Zauberer auf einer Schule – was noch? Wir wollen einen Helden losgehen sehen. Aufbrechen. Aufgescheucht werden. Wir wollen sehen, wie seine normale Welt ist, und erleben, wie es aussieht, wenn ihm hunderte von Briefen durch den Briefschlitz entgegenflattern. Komm nach Hogwarth!

Berufung

Und schon sind wir beim zweiten Schritt. Der Held bekommt eine Botschaft, eine Aufforderung, eine Einladung, ein Ziel, seine gewöhnliche Welt zu verlassen. Und es ist vollkommen klar, dass dieses Ziel und seine gewöhnliche Welt nur sehr schlecht zusammenpassen. Bei Liebesgeschichten trifft SIE auf IHN, oder Er auf SIE, bei Krimis gibt es eine Leiche für den Kommissar, bei Thrillern eine dunkle Bedrohung, bei Abenteuerromanen eine Aufgabe. Alles bedeutet das Gleiche: Es ist vorbei mit dem Alltag, es passiert etwas Neues, was das Alte durcheinanderbringt. Und jetzt wird es spannend! Wie wird der Held, der ja eigentlich noch keiner ist, da er die Aufgabe noch vor sich hat, mit dieser Aufforderung umgehen?

Weigerung

heldenreiseLaut Heldengeschichte sagt die Heldin erstmal: NEIN. Wir würden das vermtlich auch tun. Mein Leben ist okay, ich brauche das nicht, wieso soll ich die Welt retten, ich  habe den Abwasch noch nicht gemacht und meine Haare sind auch nicht geföhnt. Tja,  das ist menschlich und daher ist diese erste Weigerung schon Teil der Heldenreise. Wer würde sagen: Ja, klar, auf ins Abenteuer? Die meisten wohl nicht. Wir empfinden tiefes Mitgefühl, wenn Menschen aufgefordert werden, ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen und erstmal NEIN sagen. Ihr kennt das auch aus Liebesgeschichten. Wäre ja langeweilig, wenn beide sich sofort in den Armen liegen würden, daher sträubt sich immer einer von beiden.

Timing

Wenn ihr euch fragt, wie ihr eure Geschichte beginnen könnt, dann ist dieses Muster eine gute Orientierung. Zeigt und beschreibt die normale Welt, lasst etwas Ungewöhnliches geschehen, eine Begegnung, eine Diagnose und dann zeigt den Helden oder die Heldin, die sich verweigert. Der Leser wird sich jetzt fragen, wie oder was den Helden dann doch dazu verführen könnte, die Herausforderung anzunehmen. Ob ihr euch jetzt auf Seite zwei, drei oder dreißig befindet, hängt davon ab, wie lang eure gesamte Geschichte ist. Es macht wenig Spaß, wenn die gewöhnliche Welt am Anfang zu lange beschrieben wird, weil, hey, die muss die Heldin schließlich verlassen. Ebenso sehr nervt es, wenn der Held sich ewig lang weigert. Nun geh schon, denkt dann der Leser und legt das Buch vielleicht für immer beiseite. Timing ist also wichtig.

Das Spiel mit der Struktur

Ich weiß, dass sich das Muster Heldenreise in der Theorie immer ganz toll anhört, aber beim Schreiben dann doch nicht so leicht umzusetzen ist. Vielleicht will man das ja auch gar nicht so starr einer Struktur folgen. Großartig, weg damit! Ich habe allerdings sehr oft erlebt, dass es immer wieder gut ist, sich diese archaische Grundstruktur ins Gedächtnis zu rufen, wenn man so überhaupt nicht weiß, wie man mit einer Geschichte beginnen soll. Alle extrem erfolgreichen Bücher folgen übrigens diesem Schema. Ihr müsst nur an euer Regal gehen und euer Lieblingsabenteuerbuch oder Fantasybuch oder Liebesroman herausnehmen und die ersten Seiten mal auf das Muster überprüfen. Jep. Told you so.

Yeah, ihr habt jetzt die ersten Schritte der Heldenreise kennengelernt. Solltet ihr nun denken: Das ist nichts für mich, dann denkt daran, dass eine Weigerung zu diesem Zeitpunkt ganz normal ist. Es heißt nicht, dass ihr nächste Woche nicht wieder zu diesem Blog zurückkehrt. Ihr weigert euch zwar, werdet aber einsehen, dass ihr das Abenteuer Schreiben einfach zu großartig ist, um nicht jedes Hilfsmittel mit auf die Reise zu nehmen, das ich euch anbiete. Und, ja, ich grinse hier still vor mich hin.

Nun, schauen wir mal. Ich freue mich mit allen, die bereit dafür sind, in der nächsten Woche auf die nächsten drei Schritte.

Bis dahin – frohes Verweigern ;)

Katrin

#rbpub #redbugwriting

Red Bug Books

Etain – Der verlorene Prinz & Give away

17. Juni 2016
etain
Etain – Band 1  Der verlorene Prinz

Henriette NeblingStell dir vor, es gibt eine Welt außerhalb deiner Welt.
Stell dir vor, es gibt einen Teil von dir, der in diese Welt gehört.
Stell dir vor, du bist Teil einer Geschichte, die nur mit deiner Hilfe weitererzählt werden kann.

Etain ist neunzehn Jahre alt, besucht die Universität und lebt in einer gemütlichen Dachwohnung in Frankfurt am Main. Ein ganz normales Mädchen, in einer ganz normalen Welt.
Doch wer ist der Fremde junge Mann, der ihr zur Hilfe eilt, als sie im Schnee verunglückt? Und was hat es mit dem attraktiven Finn auf sich, der behauptet ein Elb zu sein und behauptet, auch Etain wäre eine Halbelbin?
Etain spürt, wie die Grenzen ihrer Welt verschwimmen und hinter ihrer normalen Welt ein Lebens voller Abenteuer wartet.

Ab heute ist das Portal nach Awelon geöffnet! Der erste Band der Schwanenherz-Trilogie von Henriette Neblig ist da. Zur Feier des Tages verschenken wir ein wundervolles Buchpäckchen, damit du alles hast, was man für eine Reise ins Elbenreich braucht.

Das Buch in diesem Paket ist eines von 15 limitierten Sonderexemplaren ohne Titelzug. Sollten diese Bücher später einmal einen hohen Sammlerwert haben – tja, dann hast du doppeltes Glück, falls Du dieses Päckchen gewinnst.

Etain

Damit Du geiwnnen kannst, solltest du unserem RBC Blog-Newsletter folgen, hier bis zum

1. Juli 2016 um 12 Uhr Mittag

kommentieren und uns sagen, ob Du weißt, wie Feen sich von Elben unterscheiden? Oder sind sie etwa das Gleiche? Gewinnen kannst du natürlich auch ohne es zu wissen.

Wenn du es kaum erwarten kannst, aufzubrechen, haben wir hier den Beginn deiner Reise. Deine ganz eigene Leseprobe von Etain – Der verlorene Prinz. 

Außerdem laden wir Dich zu einer Leserunde bei Lovelybooks ein. Auch hier werden 10 Rezensionsexemplare der Sonderedition vergeben.

Henriette_Portaits RBBHenriette nimmt an der Leserunde teil, und da sie uns manchmal selber an eine Elbin erinnert, da sie mit ihren Buchcharakteren ganz eng verbunden ist und kein Facebook hat (!), wird das sicher spannend.

Wenn Du sie besser kennenlernen willst, dann lies das Interview, das wir mit ihr gemacht haben. Du findest es hier.

 

Etain: Der verlorene Prinz  als E-Book für 3,99 Euro bei AMAZON und ganz bald in vielen weiteren E-Book Stores und ebenso bald in Print.

Über das Schreiben

Über das Schreiben – Heldenreise – Teil 1 #5

15. Juni 2016
heldenreise
Die Heldenreise im Film

Ich liebe Bücher und Theorien über Filmdramaturgie. Eine dieser Theorien ist die Heldenreise. Sie geht davon aus, dass alle Geschichten einer bestimmten archaischen Grundstruktur folgen. James Joyce hat sie auch als Monomythos bezeichnet. Anders gesagt: Wir Menschen haben das Bedürfnis nach einer bestimmten Grundstruktur, wenn wir Filme ansehen oder Bücher lesen. Wir brauchen zum Beispiel einen Helden oder eine Heldin. Und wir wollen genau wissen, in welcher Zeit, dieser Held was für ein Problem oder was für eine Aufgabe zu lösen hat.

HeldenreiseHeld

Wenn uns nicht klar ist, wer der Held oder die Heldin im Film ist, eine Person, um die sich der Film dreht (meinetwegen auch ein Tier oder eine Tierart), dann fehlt uns ein Orientierungspunkt. Vermutlich liegt es daran, dass wir uns gerne mit jemanden identifizieren. Dafür muss uns dieser Held sympathisch sein, denn wir wollen mit dem Held oder der Heldin mitfühlen.

Motivation/Konflikt

Hier ist der Held. Er liegt in seiner Hängematte und ist superzufrieden. Oder hier ist die Heldin, sie geht jeden Tag zur Arbeit und kommt abends müde zurück. Habt ihr Lust diese Filme anzusehen? Nein. Wenn es keinen Grund – also ein Problem oder einen Konflikt – gibt, dann braucht man die Geschichte nicht zu erzählen. Und wenn am Anfang des Films keine Frage oder eine Art Aufgabe für den Helden oder eine Gruppe von Held(inn)en gibt, dann fällt es uns schwer, uns auf den Film zu konzentrieren. Worum ging es denn überhaupt?, fragen wir anschließend.

Zeit

Ich denke, wir wären ziemlich genervt, wenn wir ins Kino gehen würden und statt plus minus 90 Minuten einen 5 stündigen Film oder auch nur halbstündigen Film sehen würden. 90 Minuten ist eine ziemlich gute Zeiteinheit. Zwei mal 45 Minuten, auch für Schulstunden. Man hat festgestellt, dass nach 45 Minuten die Aufmerksamkeit von Menschen stark absinkt. Im Film ist das daher ein Moment, in dem die Handlung einen Höhepunkt erreicht. So werden wir noch einmal wachgerüttelt und auf den zweiten teil  des Films vorbereitet.

Drehbuch und Roman

Wir erwarten, dass der Drehbuchautor uns seine Geschichte so deutlich wie möglichst erklärt, damit wir der Handlung entspannt folgen können. Er ist daher enorm wichtig für einen guten Film. Der Filmregisseur Billy Wilder hat gesagt:

Ein guter Film benötigt drei Dinge: Erstens ein gutes Drehbuch, zweitens ein gutes Drehbuch und drittens ein gutes Drehbuch.

Ich habe einige Jahre in der Filmbranche als Drehbuchautorin gearbeitet und dabei sehr viel über die Dramaturgie von Drehbüchern gelernt. Da man für einen Film sehr viel Geld ausgibt, wird sehr lange an einem Drehbuch gearbeitet und man achtet sehr genau drauf, dem Zuschauern eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Egal ob Liebesgeschichte oder Thriller. Manchmal hat es mich gestört, dass es beim Drehbuchschreiben so viele Regeln gibt. Aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass noch genug Freiräume und Aufgaben für die Autorin übrig bleiben.

Die Stationen der Heldenreise

Wie ist nun also diese monomythische Struktur? Wie funktioniert die Heldenreise genau? Es gibt eine ganze Reihe von Autoren, die versucht haben, die Heldenreise in eine Abfolge von Stationen zu gliedern. Der Großvater all dieser Ideen ist der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell, der sich intensiv mit Mythen beschäftigt hat. Seine Forschungen wurden Grundlage für zahlreiche Bücher über die Heldenreise. Ich finde das Thema so spannend, dass ich es in mein Buch „Lass uns fliegen“ eingebaut habe. Meine Helden, Vincent und Paulina, lernen die Heldenreise in ihrer Schreibwerkstatt kennen. Alles, was sie dort lernen, ist – ähnlich wie ein Kochrezept – auch für euch anwendbar ;) Da ich weiß, dass man die Heldenreise am besten in kleinen Schritten lernt (auch das Lernen der Heldenreise ist eine Reise …) werde ich euch die einzelnen Stationen nach und nach hier auf dem Blog erläutern. Dazu wird es auch wieder Work-Sheets geben, so dass ihr die einzelnen Schritte trainieren könnt, und am Ende gibt es dann noch eine Liste mit vertiefender Literatur.

Wer mit auf diese Heldenreise kommen möchte (angehende Autoren vor), auf den oder die freue ich mich in der nächsten Woche.

Bis dahin eine gute Zeit!

Katrin

#rbpub #redbugwirting

Red Bug Books

Henriette Nebling & ihre Elfentrilogie

13. Juni 2016
Henriette Nebling

Henriette_Portaits RBBWir begrüßen eine neue Autorin bei Red Bug Books. Willkommen, Henriette Nebling!

Wusstet ihr, dass man Feengeschichten studieren kann? Wir nicht. Henriette hat ihr Studium der Germanistik und Politikwissenschaften mit einer Arbeit über mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Feengeschichten abgeschlossen und ist daher eine Feenexpertin. Das fanden wir sehr spannend und freuen uns sehr, dass nun bei uns der erste Band ihrer Elfentrilogie „Etain“ herauskommt.

In „Etain“, dem ersten Band der Schwanenherz-Trilogie, geht es um Elben, um fantastische Welten und abenteuerliche Legenden. Wie geht es von da aus weiter zu einem Roman? Was inspiriert Henriette an Elbengeschichten und dem Schreiben? Wir haben nachgefragt.

Hi Henriette, wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe eigentlich schon mein ganzes Leben lang, in der Grundschule Kurzgeschichten und kleine Gedichte, später mit 14, 15 gab es dann die ersten Versuche, einen Roman zu Papier zu bringen. Ich kam allerdings nie über die ersten Kapitel hinaus.

Du hast dein Studium mit einer Arbeit über Feengeschichten abgeschlossen. Was hat dich daran so fasziniert?

Mich hat vor allem fasziniert, dass die Feen in den mittelalterlichen Sagen so mysteriös und geheimnisvoll waren. Man hat nie wirklich erfahren, wie die Welt, aus der sie stammen, aussieht oder welche Funktion sie darin einnehmen. Auch, was sie zu den Menschen führt, blieb immer nebulös. Sie wirken unsagbar frei, scheinen zugleich aber doch fremden Mächten und Gesetzen unterworfen zu sein.

Was hat dir beim Schreiben deiner Geschichte am meisten Freude bereitet?

Eine Welt ganz nach meinem Geschmack erfinden zu können. Und die Liebesszenen natürlich ;-)

Gibt es ein Vorbild für Etain?

In Etain fließen viele Personen zusammen. Sie hat Ähnlichkeit mit Freundinnen von mir, aber auch ein wenig mit mir selbst. Überhaupt scheint jede meiner Hauptfiguren – auch Ariel und Finn – einen bestimmten Teil meiner Persönlichkeit widerzuspiegeln. Zugleich haben sie aber auch Gemeinsamkeiten mit Personen aus meinem Umfeld.

Du hast  lange für ein große Frankfurter Stadtmagazin geschrieben und weißt also, wie es ist, wenn viele Menschen deine Texte lesen. Fühlt es sich bei Etain jetzt anders an?

Ja klar, das ist etwas ganz anderes. Wenn ich journalitische Texte schreibe, geht es nie um mich, sondern immer um andere Menschen und Ereignisse. Ein Roman hingegen kommt aus dem Innersten dessen, der ihn schreibt. Es sind meine Traumwelten, in die der Leser mitreist, und ich gebe einiges von mir preis: Erfahrungen, Wünsche, Ängste, Fantasien. Das ist wahnsinnig aufregend – und ein bisschen unheimlich.

Etain – Der verlorene Prinz

Was erwartet euch?

Stell dir vor, es gibt eine Welt außerhalb deiner Welt.
Stell dir vor, es gibt einen Teil von dir, der in diese Welt gehört.
Stell dir vor, du bist Teil einer Geschichte, die nur mit deiner Hilfe weitererzählt werden kann.

Henriette Nebling

 

Die Studentin Etain kann sich nicht erklären, was es mit den schönen und seltsamen Geschöpfen auf sich hat, die immer wieder ihre Nähe suchen. Bis der geheimnisvolle Finn sich als Elb zu erkennen gibt. Er führt Etain nach Awelon und zeigt ihr seine verwunschene Welt. Doch Finn verschweigt, welche Gefahren dort auf sie warten. Die Albkönigin Grendelfin beherrscht das Reich mit ihren unheilvollen Nachtmahren, deren Brutalität Etain am eigenen Leib zu spüren bekommt. Was sie erst nach und nach erfährt – sie hat selbst eine Bestimmung im Elbenreich.

Mögt ihr Elfengeschichten? Und wie gefällt euch das Cover? 

 

Am 16. Juni feiern wir die Veröffentlichung des 1. Bandes mit einem Blog-Event, bei dem es wieder eines unserer speziellen Buchpakete (diesmal ein Feenpäckchen) zu gewinnen gibt.

Wir hoffen, Ihr seid dabei!

Über das Schreiben

Über das Schreiben – Struktur #5

8. Juni 2016
struktur

Nach Fantasie kommt Struktur – war ja irgendwie klar :) Ich habe die Geschichte schon oft erzählt, und zwar immer dann, wenn ich gefragt wurde, wie ich als Malerin zum Schreiben gekommen bin. Ihr wisst ja nun, dass ich schon immer geschrieben habe, aber natürlich ist es etwas anderes, ob man Tagebuch schreibt oder – einen Roman. Also, wie ging es los? Im Grunde war es reine Verzweiflung. Ich hatte mein drittes Kind bekommen und stillte, und ich kam einfach nicht mehr ins Atelier. Ich arbeitete viel mit Pigmenten, also hochgiftigen Farbstoffen, die ich selber anrührte, das alles passte nicht zu Baby, stillen, und meinem ganzen Leben. Ich dachte, hey, ein guter Zeitpunkt, den Roman des 21. jahrhunderts zu schreiben. (Keine Sorge, von diesem Werk existiert ganz sicher nichts mehr).

Einfach anfangen – ohne Struktur

Ich finde es super und grandios, wenn man einfach mit etwas anfängt, statt sich zu viele Gedanken zu machen. Reinstürzen in ein Proejkt, eine Arbeit, einen Film, ein Bild. Ich begann meine Schreibkarriere genau so – ohne Regeln oder Gliederung. Denn mir eine Struktur zu machen – war doch langweilig. Keine echte Herausforderung. Das hatte mich in der Schule schon gestört, die geordneten, langweiligen Bahnen in denen dort alles ablief. Ich schrieb also einfach drauflos. Und um es gleich zu sagen: Es lief ziemlich schlecht.

Schreiben & Film

Was sehr frustrierend war. Immerhin stand ich um 5 Uhr morgens auf, um das alles hinzukriegen. Zum gleichen Zeitpunkt lernte ich meinen Nachbarn, einen Drehbuchautoren, besser kennen. Wir sprachen über das Drehbuchschreiben. Und weil mich langsam interessierte, wie so ein Drehbuch eigentlich aussieht, fragte ich eine Freundin, die beim Medienboard arbeitete, ob sie mir mal eins zeigen könnte. Tat sie und erzählte mir, was man damit so verdienen kann. Okay. WHAT? 120 lächerliche Seiten, mit sehr einfachem, eher zweizeiligen Dialogen, bringen eine fünfstellige Summe? Sollte das ein Witz sein? Das kann ich auch! So kam ich zum Drehbuchschreiben, was vielleicht mal in einen anderen Blogbeitrag gehört. Tatsächlich lernte ich ab da alles, was man sich nur so vorstellen kann über Struktur und Dramaturgie, um Drehbücher zu schreiben.

Struktur & Schreiben

Ich sah ein: Alles hat schon eine Struktur und Form. Warum sich gegen etwas sträuben, was existiert, statt mit der Tatsache zu arbeiten. Die Leinwand hat eine bestimmte Größe, die Sprache bestimmte Limits und die Aufmerksamkeit des Lesers auch. Darum baue ich hier so hübsche Überschriften ein, damit ihr diesen Beitrag möglichst angenehm lesen könnt.struktur
Es sollte eine ganze Weile dauern, bis ich wieder ein Buch schrieb. Das war dann „Radio Gaga“, das eigentlich eine Filmserie werden sollte. Für dieses Buch nahm ich alles, was ich über Filmdramaturgie gelernt hatte und erlaubte mir, es zu benutzen. Was ein ziemlicher Erfolg war, da ich damit nicht nur einen Literaturpreis gewann, sondern auch meinen ersten Verlagvertrag bekam.

Struktur & Leben

Mal ganz ehrlich, wer möchte aufstehen und Abendbrot essen? Okay, das, was man in England oder Schweden zum Frühstück bekommt, sieht sehr abendbrotmäßig aus, aber ich will natürlich auf etwas anderes hinaus. Nicht nur in der Kunst, auch im Leben gibt es Strukturen und Abläufe.  Zwar ändert sich ständig viel an den Strukturen – politisch, ästhetisch, gesellschaftlich – aber ein paar Dinge bleiben erstaunlich gleich. Zum Beispiel das Bedürfnis nach Geschichten. Geschichten, die vorne anfangen, eine Mitte haben und irgendwann enden (J.R.R. Martin, du hörst mich gerade gar nicht). Geschichten, die zwar unterschiedlich lang sein können, aber je nach Länge einen bestimmten Spannungsverlauf und Aufbau haben. Es gibt Leute, die das sehr genau analysiert haben und tolle Bücher darüber geschrieben haben (ich kenne fast alle). Und es gibt ein paar Klassiker, die ich euch in den nächsten Wochen hier vorstellen werde. Womit ich anfange, weiß ich noch nicht, aber es gibt einen Anfang.

Wie geht es euch? Was ist für euch ein guter Anfang für eine Geschichte?

Bis ganz bald

Katrin

#rbpub #redbugwriting

Red Bug Books

Crazy Summer – 3 x Strandlektüre für den Sommer

6. Juni 2016
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DAS wollten wir bei Red Bug Books schon ganz lange mal machen: ein Sommerbuch mit ganz viel Lesestoff für den Strand, die Berghütte, den Balkon.

Crazy summer 72dpiDenn – ow, yeah – ihr kennt das auch, oder? Man hat schon den halben Kofferraum für den Sommerurlaub mit Büchern vollgepackt (zwei Klappkisten …) und dann geht einem trotzdem die Lektüre im Urlaub aus. Zum Glück besteht das Problem seit der Erfindung der E-Reader ja nicht mehr, aber hat man auch die richtige Sommerlektüre dabei? Geschichten, die dem Teenager über das Heimweh zur besten Freundin oder dem Lover weghelfen? So gut geschrieben und gemacht, dass man als Eltern auch gerne mal mitliest? Jep. Wir haben das richtige Buch für euch:

Crazy Summer – das Red Bug Sommerbuch

In unser verrückstes Sommerbuch haben wir drei Pink-Titel gepackt und mit Extras versehen. Hinter jedem Buch findet ihr ein Interview mit Katrin, also ein kleines, feines Making of. Auch sonst hatten wir viel Spaß daran, für euch ein sehr schön gemachtes E-Book zusammenzustellen, dessen Sommer-Preis noch dazu unschlagbar ist.

Crazy Summer – im Sommer nur 2,99 Euro statt 5, 99 Euro.

STREET.ART.LOVE

Sophie liebt es, zu zeichnen. Eines Tages kommt der coole Charly in den Kunst-LK. Er ist frech, intelligent und widerspricht den Kunstlehrern ununterbrochen. Stimmt das Gerücht, dass er heimlich sprayt? Kurzerhand beschließt Sophie, den Neuen zu hassen. Doch schon bald ist sie von seinem wilden Lebenswandel, seinem Drang nach Freiheit und seiner Art der Kunst fasziniert und er von ihr. Als sie Charly eines Nachts zu einer Sprayaktion begleitet, geraten beide in Gefahr …

SUBWAY SOUND

Livia ist neu in Berlin und findet die Stadt mehr als aufregend. Da gibt es den alten Mann, der immer im Partnerlook mit seinem Dackel unterwegs ist, die Punks an der U-Bahn-Station mit den schlechten Zähnen und den noch schlechteren Sprüchen und die Mädchenclique um Johanna, für die Livia bestenfalls Luft ist. Aber dort gibt es auch Tim, den Straßenjungen, der anders ist als jeder Junge, den sie zuvor getroffen hat. Und der ihr die Stadt von einer ganz anderen Seite zeigt.

MANHATTAN MAGIC

New York, New York! Ronja kann ihr Glück kaum fassen. Ihr Vater bekommt den Auftrag, einen Reiseführer über New York zu schreiben, und sie darf ihn in die Stadt der Städte begleiten. Dort lernt sie Jonathan kennen, der für Ronja und ihren Vater den Stadtführer spielen soll. Eigentlich sind Jonathan und Ronja nur genervt voneinander, aber je länger sie gemeinsam New York erkunden, desto näher kommen sie sich …

Gewinnspiel

Alle diese tollen Geschichten gibt es natürlich auch in Print. Für alle, die keinen E-Reader haben oder im Sommer hierbleiben müssen und natürlich auch für alle anderen, verlosen wir als Trostpflaster je ein Exemplar von Street.Art.Love, Subway Sound und Manhattan Magic in Print.

Crazy summer

Kommentiert hier bis zum 15. Juli 2016 um 12 Uhr Mittag. Ihr solltet Fans unseres Labels sein und unseren grandiosen Newsletter abonniert haben. Wir verlosen alle Bücher einzeln, daher sagt uns, welches der Bücher ihr am liebsten gewinnen wollt. Viel Glück :)

Die Gewinner sind gezogen: 

Manhattan Magic – geht an Sophie`s Little Book Corner

Street.Art.Love – geht an Lisa Leitenberger

Subway Sound – geht an Falko.

Wir gratulieren! ☼ Bitte schickt eure Adressen an mail@redbug-books.com 

Auf einen traumhaften Sommer!

Die Redbugx

Über das Schreiben

Über das Schreiben – Fantasie #4

1. Juni 2016
fantasie-2

Fantasie und Fantadu … keine Ahnung, warum mir das gerade einfällt. Fantadu ist ein Kinderbuch von Helme Heine, der viele tolle Bücher geschrieben hat. Ich mag den Reim. Heine hat viel Fantasie. Jeder Autor muss Fantasie haben, das gehört zur Grundausstattung. Daher macht es auch wenig Sinn, einen Autor fantasievoll zu nennen. Ein Modell ist hübsch, ein Basketballspieler groß und ein Autor – ja, sollte Fantasie haben. Aber was ist das genau? Und wie setzt man seine Fantasie beim Schreiben ein?

Fantasie und Kindheit

Alle Kinder haben Fantasie, behaupte ich mal. Ihr erinnert euch, oder? Wenn man zum Beispiel in den Keller geschickt wurde, um Wasser oder den Grill zu holen. Erwachsene tun das meist ganz arglos. „Ach, kannst du mal eben etwas Wasser hochholen?“
Ich erinnere mich an unseren Keller. Treppe nach unten, die schwere Stahltür. Licht an! Der erste Horror, das Tasten an der Wand nach dem Schaltern. Funzeliges Licht. Und dann dahinter dieser lange Gang an den Holzverschlägen vorbei. Ganz am Ende ein kleines Glasfenster, da ging es nach draußen, ein Seiteneingang. Der schlimmste Moment, wenn man diesem Gang den Rücken zukehren musste, um den Holzverschlag zu öffnen. Ich hatte jedes Mal das Gefühl, mir fliegt mein Herz aus dem Brustkorb. Und dann, mit pochendem Herzen, rein in den Keller – aufatmen. Es sei denn, es hat etwas geraschelt. (Es gab Mäuse und …?) Dann wurde das Herzpochen zum Herzrasen. Also schnell an das Regal, die Getränke geholt, abgeschlossen und GERANNT. Bis zur Stahltür, die weit aufgerissen, Treppe hoch und dann dieses fiese Gefühl im Nacken, bevor die Tür mit einem saugenden Geräusch ins Schloss fiel. Oh, Gott, ich glaube, ich schwitze gerade bei der Erinnerung. Wer Fantasie hat, sieht mehr als andere.

Ich bin groß, ich habe keine Angst mehr

Oh,  yeah. Mit der Zeit lernt man, dass es keine Monster gibt, weder im Keller, noch unter dem Bett und das Leben wird ziemlich cool. So mit sechzehn hat man irgendwie vor gar nichts mehr Angst. Die haben jetzt die Eltern, wenn man nachts nicht nach Hause kommt oder auf seinem Motorrad unterwegs ist. Ich bin mit Rucksack nach Griechenland geflogen und in Portugal ausgeraubt worden und zurückgetrampt und habe irgendwann begriffen, dass ich meiner Mutter viele schlaflose Nächte bereitet habe. Meine Mutter hatte viel Fantasie, sie konnte sich eine Menge Dinge vorstellen, die mir passieren könnten. Aber sie hat sich auch schöne Dinge fantasiert: Theaterstücke, Kostüme, Events, Projekte. Fantasie hat zwei Seiten, als Autor kann man beide nutzen.

Fantasie & Bilder

Fantasie wird allgemein als eine kreative Fähigkeit bezeichnet, innere Bilder und Welten zu erschaffen. Achtung: erschaffen heißt nicht kopieren!fantasie -3Das wird leider oft verwechselt. Wenn ein Autor Werwölfe, Hexen und Vampire in seinem Buch auftauchen lässt, dann hat das erstmal wenig mit Fantasie zu tun. Es ist eher erinnern und wiederholen.
Fantasie heißt, Situationen oder Welten, Wesen, Eigenschaften und Charaktere zu erschaffen, die die Welt bis dahin noch nicht so gesehen/gelesen hat. Kinder können das sehr einfach, sie sehen in einem kleinen Spielzeugkronleuchter ein ganzes Königreich. Erwachsenen fällt das schwerer, aber im Grunde müssen sie sich nur wieder daran erinnern, wie das war als Kind.

 Fantasie & Meisterschaft

Ein großer Autor hat – natürlich – Fantasie, aber noch mehr besitzt er die Fähigkeit, die Fantasie des Lesers zu wecken. Stephen King ist ein Meister darin. IMG_2780Ein/e großer AutorIn weiß, wie die Fantasie des Lesers belebt wird und er benutzt sein stärkstes Werkzeug dazu – die Sprache. Falls ihr euch fragt, warum es so wichtig ist, sich mit der Sprache, ihren Möglichkeiten, ihren Eigenarten und ihren Regeln auszukennen, dann deshalb! Je mehr ihr eure Sprache beherrscht, desto besser könnt ihr den Leser fesseln, ihm eure inneren Bilder in Sprache übersetzen. Ein guter Autor kann einen halbdurchsichtigen Vorhang in einem leeren Hotelzimmer, der leise im Wind weht, so gut beschreiben, dass dem Leser der dunkle Keller wieder einfällt oder die Liebesnacht mit dem ersten Lover. Oder ganz neue Bilder, die es vorher noch gar nicht gab. Das ist Meisterschaft.

Im heutigen Worksheet nehme ich euch mit auf eine Fantasiereise. Wikipedia nennt es ein imaginäres Verfahren, das klingt technisch, meint aber, dass ihr mit Hilfe der Fantasiereise zu inneren Bildern finden könnt, eure Fantasie weckt und etwas über euch und eure (Alb-)Traumbilder herausfindet. Diese Erkenntnisse sind für das Schreiben enorm wichtig, ganz besonders, wenn ihr Bücher schreiben wollt, die  nur ihr schreiben könnt.

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Wer im Beitragsbild einen Fisch oder ein Boot gesehen hat, den beglückwünsche ich zu seiner Fantasie. Es war – nun – ein Bild von meinem Frühstückstisch. Ich mochte die Lichtreflexe :)IMG_3437

Nächste Woche geht es um Schreiben und Film, und wie ich überhaupt von der Kunst zum Schreiben gekommen bin.

Für die kommende Woche wünsche ich euch viel … Fantadu!

Katrin

#rbpub #redbugwriting

Über das Schreiben

Über das Schreiben – Visuelles Tagebuch #3

25. Mai 2016
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Schreiben und Bilder

Ich weiß eigentlich gar nicht, ob es die Wortkombination gibt: Ein visuelles Tagebuch. Ich habe das einfach mal so genannt, denn neben meinem normalen Tagebuch, habe ich so mit zwanzig angefangen, Bilder aus Zeitschrift auszuschneiden und in ein Buch zu kleben. BilderEs gibt Dinge, die konnte ich nicht richtig ausdrücken, wollte mir aber das Gefühl und die Farben und die Umgebung merken und immer wieder abrufen können. Also eine visuelle Erinnerung aufheben. Als Malerin kam mir das ganz normal vor. Mein künstlerischen Arbeiten sind oft abstrakt, erzählen aber trotzdem eine Geschichte, ein Gefühl, oder auch eine Erinnerung und lösen Gedanken und Erinnerungen in anderen aus. Schreiben und Malen haben für mich sehr viel miteinander zu tun. Das merkte ich besonders, als ich begann, Kunstgeschichte zu studieren und Worte für Bilder finden musste, Bilder beschreiben, Bilder interpretieren, Bilder deuten. Heute wird mir klar, dass diese Erfahrung  sowohl sehr wertvoll für meine künstlerische Arbeit, als auch mein Schreiben war.

Traumbilder

Natürlich gehört zum guten Schreiben die Fähigkeit, sich gut auszudrücken, aber es gibt Dinge, die lassen sich nicht sofort in Worte fassen. Nicht nur, weil einem die Technik dazu fehlt, sondern auch, weil man sie noch nicht ganz begriffen hat.Bilder Ich habe mir eine Zeitlang meine Träume notiert (und viele Schriftsteller tun das),  weil diese Traumbilder mir etwas über mein Unterbewusstsein erzählt haben. Was – war mir nicht ganz klar, aber ich schrieb sie erst einmal in mein Tagebuch. Aber damit fing ich oftmals nicht den gesamten Traum ein. Was war mit dem Gefühl, das der Traum in mir ausgelöste? Was war mit der Angst, der Ahnung, den anderen Gefühlen und Stimmungen? Dafür brauchte ich mein visuelles Tagebuch. Hier habe ich Bilder eingeklebt und zusammengestellt, die dieses Gefühl ausdrückten und für mich aufbewahrten. Vor kurzem habe ich bei Pinterest (mein neues visuelles Tagebuch), ein Dream-Board angelegt. Und ich war erstaunt, was für Bilder ich mit dem Wort „Traum“ verbinde und dort sammele. Gerade ist es eines meiner liebsten Boards, weil ich mich durch die Bilder, die ich dort ablege immer wieder selbst überrasche und inspiriere.

Visuelle Tagebücher – DIY

Ganz wichtig war in meinen visuellen Tagebüchern die Zusammenstellung der Bilder. Meist ließ ich den Großteil der Seite weiß und plazierte das Bild wie in einer Ausstellung. Ich gab ihm damit eine Bedeutung, kombinierte es mit andere, mir wichtigen Bildern. bilderOder ich bearbeitete das Bild, zerschnitt es oder erfand etwas dazu. Heute ersetzt Pinterst viel von dieser visuellen Arbeit. Aber dann wieder … es ist etwas anderes, ob man selber, mit Hand ein Bild auschneidet, aufklebt, und die ganze DIY-Bewegung ist vermutlich nichts anderes – sie erinnert uns daran, dass wir Menschen sind und Dinge berühren und spüren wollen.

Bilder und Schreiben

Große Schriftsteller schreiben nicht nur auf, was sie beobachten oder denken, sondern erschaffen Bilder mit Worten. Bilder, die den Leser nicht nur an andere äußere, sondern auch innere Orte führen. Wer gut schreiben möchte, sollte daher lernen, in Bildern zu denken. Es geht dabei nicht nur darum, eine Szenerie vor sich zu sehen und zu beschreiben, einen Ort, eine Situation, sondern es geht auch darum, Bilder für Stimmungen oder innere Zustände zu finden. Und dabei etwas weiter zu gehen, als zum Beispiel das Wetter – schlecht, weil der Held traurig ist – zu beschreiben. Große Autoren können das, sie beschreiben ein Handtuch, das schlaff an einem Haken hängt oder einen Weihnachtsbaum, der alle Nadeln verloren hat und erzählen damit die kraftlose Stimmung ihres Helden oder ein missglücktes Weihnachtsfest.

bilderUnd jetzt seid ihr dran. Stellt euch ein visuelles Tagebuch für euer Buchprojekt zusammen. Oder für euren nächsten Urlaub oder euer Leben insgesamt. Bilder wirken viel stärker auf das Unterbewusstsein als Worte, machen euch glücklich, helfen euch, eure Träume zu verwirklichen. Und – sind die beste Vorbereitung auf ein visuelles Schreiben.

Fantasie hängt ganz eng mit Bildern zusammen. Mit Fantasie erschafft ihr Bildern von Orten und Helden, die es noch nicht gibt, und die ihr neu erfinden müsst, wenn ihr ein Buch schreibt. Wie ihr eure Fantasie, außer durch Bilder, noch ankurbeln könnt und was der Unterschied von Fantasie und Ideen ist – am nächsten Mittwoch.

Welche Bilder regen eure Fantasie an?

Katrin

#rbpub #redbugwriting

 

 

 

 

Über das Schreiben

Über das Schreiben – Tagebuch #2

18. Mai 2016
tagebuch
Mein erstes Tagebuch

Als ich etwa zehn Jahre alt war, schlug mir mein Vater vor, ein Tagebuch zu führen. Es war mehr die Art, wie davon sprach, die mich mehr faszinierte, als die Aussicht, jeden Tag aufzuschreiben, was ich gemacht habe. Das war nämlich tatsächlich das erste, was ich getan habe. Einfach zu notieren, was so los war in meinem Kinder-Alltag. In meiner Erinnerung hört sich das etwa so an: Heute hatte ich Schule. Wir haben in Bio einen Film gesehen. Nachmittags habe ich den Hamsterkäfig saubergemacht und habe mich mit xy getroffen. Wir haben erst draußen gespielt und uns Eis geholt und sind dann zu mir gegangen. Ich schrieb auf ein DinA4 Blatt mit einer winzigen Schrift und brauchte für jeden Tag etwa drei Zeilen. Das tat ich jahrelang, ohne eigentlich zu wissen, warum das so wichtig sein sollte.

Biographisches Schreiben

Es gibt einen Ansatz im Kreativen Schreiben, der nennt sich autobiographische Selbstreflexion. Über sich selber – schreibend – nachzudenken, kann innerhalb einer Therapie sinnvoll sein, um Schmerzen und Probleme zu lösen. Es kann aber auch ganz allgemein helfen, sich klar zu machen, wo man im Leben gerade steht, was man möchte. Künstler – egal ob Maler, Musiker oder Schriftsteller – arbeiten nicht nur mit einer Gitarre oder dem Pinsel oder einem Schreibprogramm – sie benutzen ihre eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, um ihre Kunst zu erschaffen.

Mein geheimes Tagebuch

Ich hatte als Kind ein Lieblingsbuch: „Harriet, Spionage aller Art“ von Louise Fitzhugh. Harriet will Schriftstellerin werden. Und über das schreiben, was sie selber sieht und erlebt. Ihr Kindermädchen empfiehlt ihr, doch ein Tagebuch über ihre Beobachtungen zu führen. Und sie tut es. Gnadenlos. Eines Tages gerät dieses geheime Tagebuch in die Finger ihrer Mitschüler. Jep. Eine Katastrophe. Ich bewunderte vor allem, wie ehrlich Harriet in ihrem Tagebuch war. Und ich?FullSizeRender Kopie 10

Je älter ich wurde, desto klarer wurde mir, dass es keinen Sinn macht, jeden Tag zu notieren, ob ich den Hamsterkäfig sauber gemacht habe oder eine eins im Deutschaufsatz bekommen habe (wobei, Moment mal, ich bekam ja immer nur eine zwei, da Inhalt und Ausdruck zwar eins waren,  ich aber so schlecht in Rechtschreibung war  … #erinnerung). Außerdem traf mich die Pubertät mit voller Wucht. Ich fing an, viel von meinem Frust aufzuschreiben. Kleine Ärgernisse, Beobachtungen, Kummer. Irgendwann hatte ich das Gefühl, das Schlimmste hinter mir zu haben und traf eine Entscheidung. Ich wollte mich nicht länger mit Negativem beschäftigen. FullSizeRender Kopie 11Ich vernichtete alles, was ich vor 16 aufgeschrieben hatte und begann – ein neues Leben. Mein erstes richtiges Tagebuch war eine chinesische Kladde mit einem Stoffeinband und sehr schön gestalteten Seiten. Ich beschloss, in diese Buch nur noch wichtige und tiefgreifende Gefühle/Ereignisse einzutragen. rückblickend muss ich über meine Naivität etwas schmunzeln. Und natürlich war nicht alles tiefgreifend und bedeutend, was ich notierte. Aber es war mehr der Vorsatz, mich vor mir selbst etwas mehr zu zeigen. Also füllte sich dieses Tagebuch mit Theaterbesuchen, Büchern, Gedanken und *hust* endlosen Seiten über Jungs und Liebeskummer.

Tagebuch und Schreiben

Ich habe das Tagebuchschreiben erst aufgegeben, als ich Kinder hatte und einfach nicht mehr dazu kam. Außerdem hatte ich begonnen, ein Mutterbuch für alle drei Kinder zu schreiben, mit frühen Erinnerungen an Schwangerschaft und erste Jahre. Aber nichts war umsonst. Über all die Jahre habe ich – fast nebenbei – gelernt, meine Gedanken und Gefühl in Worte zu fassen. Dinge zu durchdenken UND auszuformulieren. Und natürlich Erinnerungen festgehalten. Meine Zeit als Hausbesetzerin ist komplett erfasst :) und irgendwie schon ein Zeitdokument.

Autoren und Tagebücher

Ich würde Jedem, der schreiben möchte, empfehlen, ein Tagebuch zu führen. Sich daran zu gewöhnen, Dinge regelmäßig zu notieren. Gutes Schreiben kommt aus der Mitte des Lebens und dem Inneren des Schreibenden. Leben verschmilzt mit den Gefühlen, den Wünschen, den Ängsten zu etwas, das sich für den Leser auch deshalb so real und echt und aufrichtig anfühlt, weil es mit Erfahrungen und Beobachtungen aufgeladen ist. Wer ein gutes Beispiel für das Tagebuchschreiben einer Autorin sucht, der kann die Tagebücher von Anais Nin lesen. Obwohl sehr viel aufgrund von Persönlichkeitsrechten ihres Mannes und anderer Persönlichkeiten nicht veröffentlicht wurde, ist es beeindruckend, wie offen sie über andere schreibt und wie offen sie mit sich selber war.

Leben und Tagebuch

Mein Tagebuchschreiben hat sich mit der Zeit verändert. Das lag auch daran, dass ich als Künstlerin (Malerin) mit der Zeit sehr viel mehr durch Zeichnungen und Farbe ausdrückte, als durch das Schreiben. Meine Tagebücher wurden visueller, es kamen Zeichnungen und Skizzen dazu. Auch das sind Erinnerungen, nur eben in Bildern. Heute benutze ich PinterestTagebuch dafür. Mehr über das visuelle Tagebuchschreiben in der nächsten Woche. Diese Woche gibt es kein Worksheet, sondern etwas anderes:

Ich verschenke eine Kladde. Pure & simple wartet sie darauf wartet, mit euren Erinnerungen und Beobachtungen gefüllt zu werden.

Kommentiert dafür unter dem Beitrag bis Mittwoch, den 25. Mai um 12 Uhr.

xoxo

Katrin

#rbpub #redbugwriting

Red Bug Books

4 Jahre Red Bug Books

17. Mai 2016
redbugbooks

Über Blogtouren und Buchveröffentlichung hätten wir es fast vergessen. Wir haben ja Geburtstag.

RedBugBooks

 

Red Bug Books wird Mitte Mai 4 Jahre alt.

Okay, vier Jahre, das heißt bei Firmen vermutlich, dass sie gerade so aus den Kinderschuhen heraus sind. Manchmal fühlen wir uns auch so. Tapsig, aber auch kindisch gut gelaunt. Und – oh, schaut mal: So sah unser Leben 2013 aus. Damals haben wir das auf dem Kreativradar Brandenburg mal vorgetragen und Ellen Bakes von 1,2,3 Comics hat beim Erzählen Sketchnotes gemalt, auch Graphic Recording genannt.

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Tja, also #proudmoment: das mit den Taschenbuchlizensen haben wir tatsächlich vollbracht.#oetingerTB. Besonder witzig ist im Rückblick die obere rechte Ecke: Die, die Print-Books lesen. Die waren bei uns immer etwas abgeschoben. Da mussten wir tief in die Shelfie-Kultur einsteigen, um zu verstehen: Printbücher sind immer noch extrem sexy. Unser nächster Zukunftsplan daher: Wie sähe denn ein von uns konzipiertes, wunderschön gedrucktes Printbuch aus? Mit Lesebändchen, Umschlag und kleinen, netten optischen Extras? Wir denken da gleich mal royal, versteht sich. Was haltet ihr davon?

Aber nun ist Partyzeit und klar, dazu gehört ein (Gewinn-)Spiel. Wie jedes Jahr wollen wir an unserem Geburtstag etwas an unsere Leser, Fans und die Buchblogger-Community zurückgeben, denn euch verdanken wir viel. Dieses Jahr haben wir drei Buch-Themenpäckchen zusammengestellt, da uns die Idee des monatlichen Überraschungsbuchpäckchens gerade absolut begeistert.

Rockig, rauschig, Radio

gewinnspiel

 

 

Dieses Päckchen ist etwas für alle, die es etwas grundy, edgy, anders mögen und gerne über die Radiocrew eines kleinen freien Senders lesen wollen. Mit rockiger Musik und einem Filmklassiker. Eine Duftkerze und stylischen Pucca Tee gibt es auch dazu. Wer sich mit Energie auftanken und abrocken möchte – das ist euer Päckchen.

 

Sonnengelb, süß, Sommer

Gewinnspiel

 

 

 

Eigentlich ist er ja schon fast da – der Sommer. Da passte ein sonniges Buch über eine Filmcrew, die einen verliebten Sommer in einem alten Haus in Potsdam-Babelsberg verbringt, ein Film, der bei Regentagen die Sonne zurückbringt und zum Wohlfühlen was für die Haut und den Bauch.

 

Poppig, pinkig, phantasisch

Gewinnspiel

 

 

Kennt ihr den süßen Film, „Eine für Vier“ nach dem Buch von Ann Brashares? Dies ist die Fortsetzung und die sieht schon nach Urlaub aus. Dann bucht auch gleich die (Buch)Reise nach New York, mit tollen Tipps für Manhattan und Brooklyn und der Garantie, sich zu verlieben. Last but not least – Yogitee und eine extragroße Tube Wildrosencreme. Alles mit auf den Balkon nehmen, dann kann man auch schon jetzt auf Reisen gehen.

 

Gewinnspiel

Um eines der Päckchen zu gewinnen, solltet ihr Red Bug Fans sein und unseren Red Bug Culture- Newsletter oder den Blogger-Newsletter abonniert haben.

Wir freuen uns darüber hinaus über Klicks auf unserem neuen, lebendigen, bunten Instagram Account. Bei 240 Followern verlosen wir dort auch noch etwas Schönes.

Und dann, ach ja, solltet ihr hier kommentieren und uns sagen, welches Päckchen ihr gewinnen wollt und warum es euch besonders gefällt. Zeit dafür ist bis zum 15. Juni um 12 Uhr Mittag.

Die Gewinner sind gezogen!

Das rockig, rauschige Päckchen – geht an Jolie

Das gelbe Sommerpäckchen – geht an Jennifer

Das pinkige Päckchen – geht an Lea

Herzlichen Glückwunsch! Bitte schickt eure Adressen an mail@redbug-books.com

Auf einen großartigen Sommer!

Das Redbug Team