Red Bug Books

Welttag des Buches – Blogger schenken Lesefreude

23. April 2017
Welttag des Buches

Heute ist der Welttag des Buches und als Buchlabel ein Grund zu feiern. 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“ und damit zu  einem weltweiten Feiertag für Bücher, Lesen und die Rechte der Autoren. Inspiriert wurde die UN-Organisation für Kultur und Bildung von dem katalanischen Brauch zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken.

Okay, also Rosen und Bücher …

Und Rechte für Autoren

Wir wollen heute kurz daran erinnern, dass ein Urheberrecht exisitert. Yay! Und zwar auch für E-Books. Urheberrecht heißt, dass man wertschätzt, dass Ideen nicht einfach genommen und als eigene bezeichnet werden können. Ja, das passiert doch ständig?! Stimmt. Es ist schwierig, Ideenklau nachzweisen. Also schützt man zumindest die fertigen Werke. Und das ist gut. Die fertigen Werke sind Bücher in Print und als E-Book. Beides mal gleicher Inhalt, aber – ACHTUNG: Die Nutzung eines E-Books unterliegt anderen Nutzungsrechten.

Beim Kauf eines E-Books erwerbt ihr nämlich nur ein Nutzungsrecht, das euch erlaubt, den Inhalt zu LESEN. Eine Weitergabe oder Vervielfältigung ist ausgeschlossen. Auch der Download von bestimmten Plattformen ist illegal. Wer sich noch mal an die Rechtslage erinnern möchte kann hier nachlesen.

Daher: Schützt mit Aufklärungen im Freundes- und Bekanntenkreis die Rechte eurer beliebten Autoren.

Blogger Schenken Lesefreude

Schon seit einigen Jahren nehmen wir gerne an der von Christina Meetge ins Leben gerufenen Aktion Blogger schenken Lesefreude teil.

Und verschenken heute – wie viele andere Blogger – ein Printbuch. Oder besser gesagt gleich 3 Bücher.

Lass uns fliegen

*Schreiben, leben, lieben*

Vincent und Paulina kommen aus vollkommen unterschiedlichen Schulcliquen. Die fleißige Schülerin hat doch nichts mit Vincent, dem Kiffer, zu tun? Das ändert sich, als sie sich in der Schreibwerkstatt für ein Schulprojekt kennenlernen, sich gegenseitig ihre Texte und Gedichte zeigen, sich langsam öffnen. Und schließlich ineinander verlieben. Doch um sich ihre Gefühle einzugestehen, braucht es Mut, eine Prise Verrücktheit und … die Kunst des Schreibens.

Pressestimmen:

„Mit authentischen Charakteren zeigt der Roman wie man mit Abhängigkeiten umgehen kann. Eine aus zwei Perspektiven erzählte, berührende und packende Lektüre.“
(Stefanie Liske, Eselsohr, Zeitung für Kinder- und Jugendmedien 4.2017))

„Bongard erzählt eine Geschichte um eine Handvoll Teenager zwischen Abiturstress, Liebeskummer und Familienfrust. Über Verlust, Sehnsucht, Verantwortung und Schmerz. Mit einem zarten Happy-End.“ (Steffie Pyanoe, PNN 15.6.2016,)

Wir verschenken zum Welttag des Buches  3 x „Lass uns fliegen“ in Print. Was müsst ihr tun? Ganz einfach: Folgt unserem Newsletter, kommentiert unter diesem Beitrag bis zum 1. Mai 2017 um 24 Uhr und sagt uns, was euch an dem Buch besonders interessiert.

Am 2. Mai losen wir und verkünden die Gewinner hier auf dem Blog und maílen ihnen zusätzlich.

E-Book-Ausgabe

Übrigens: Es ist gibt auch eine tolle E-Book-Ausgabe von „Lass uns fliegen.“

Sie unterscheidet sich von der Printausgabe durch ein anderes Cover und wunderbare Doodles-Zeichnungen, die sich auf die einzelnen Kapitel beziehen.

Euch allen einen wunderbaren Welttag des Buches!

Eure Redbugx

 

Martin Luther 2017

Martin Luther #16 Reformation & Aufruhr

20. April 2017
Reformation und Aufruhr

Alles hätte so schön sein können, wären da nicht diese Bauernkriege gewesen. All der Aufruhr und die Plünderungen! Und dann noch diese fünfseitige Schrift Luthers an die Fürsten: Wider die mordischen und reubischen Rotten der Bauern.  Bis heute sind die Bauernkriege ein Makel der Reformation und die Schrift ein unschöner Fleck auf Luthers Ansehen. Doch ich finde gerade diesen Punkt in der Geschichte der Reformation sehr interessant. Den Punkt, an dem etwas, das mit guter Absicht begonnen wurde, außer Kontrolle gerät und eine Eigendynamik entwickelt.

Politik und Aktion

Als ich nach dem Abitur mein Studium begann, war ich mir nicht sicher, welcher Studiengang mich am meisten interessiert. Glücklicherweise gab es eine Art Testsemester, bei dem man sich in mehrere Fächern einschreiben konnte. Ich belegte u.a. Kunstgeschichte, Journalismus und Politologie. Und alle Fächer eigentlich aus dem gleichen Grund: Ich wollte in der Welt etwas bewirken und verändern. Nur war ich mir nicht sicher, ob das besser mit Kunst, Schreiben oder Politik zu verwirklichen war.

Es mag an den Lehrern oder den Kursen gelegen haben, aber damals war Kunstgeschichte für mich staubtrocken, Journalismus ziemlich vage und Politologie – my way to go. Ich landete also am OSI (Otto-Suhr-Institut für Politik), das eine ziemlich beeindruckende Geschichte hat. In den 20er Jahren war es die Ausbildungsstätte führender Politiker der Weimarer Republik, in den 60er Jahren Schauplatz von Studentenunruhen. Ein Ort, der sowohl für exellente Lehre/Theorie als auch Umbruch und Veränderung stand/steht und noch heute das größte politikwissenschaftliche Institut der Bundesrepublik ist.

Schlagende Argumente

Ich begann mein Studium zeitgleich mit der Bewegung der Häuserbesetzung in Berlin und das 1. Semester mit einem Streik am OSI gegen die Rotstiftpolitik des Berliner Senats.

Im zweiten Semester wohnte ich schon in einem besetztes Haus. Von der Theorie war es für mich ein kurzer Weg in die Praxis einer politischen Bewegung. Im damals geteilten Berlin wurde im Westen massiv mit leerstehendem Wohnraum spekuliert. Auch ich suchte eine Wohnung. Und es waren auch überwiegend Studenten, die in die leerstehenden Hauser zogen. Studenten, die zum einen Wohnungen brauchten, und zum anderen die argumentative Power hatten, ihre Aktionen mit politischen Forderungen und Statements zu untermauern.
Für mich war ganz klar: Ich kann ein Haus nur besetzten, wenn ich ein politisches Argument für diesen „Häuserkampf“ habe. Leerstand und Spekulation war ein Argument. Mit der Besetzung sollte der Senat auf den Missstand aufmerksam gemacht werden. Seine Politik ändern, die Spekulation verbieten, mehr Wohnraum für ALLE schaffen.

Auch wenn ich in den besetzten Häusern eine der aufregendsten Zeit meines Lebens erlebt habe, war die Hausbesetzerzeit nicht als Abenteuer gedacht. Es war die Zugabe.

Luthers Reformation

Heinz Schillings Lutherbiographie ist hochgelobt und lässt sich sehr gut lesen. Sie ist vor allem etwas für Leser, die Zwischentöne interessieren. In Kapitel V „Der Kampf um die Deutungshohheit der eigenen Lehre“ dröselt Schilling auseinander, wann und wie Luthers Theorien für andere Interessen benutzt wurden. Wie er vom führenden Reformator zu einem Spielball vielerlei Interessen wurde. Und sich dabei zeitweise verlor, da er allen Seiten gerecht werden wollte.

Luther und die Bauern

Luther war kein Bauer. Er idealisierte den Bauern „als den „reinen“ Menschen und wahren Christen in einer durch Laster und Gewinnsucht verdorbenen Welt.“ (Schillling, S. 302) Das war natürlich – Quatsch. Es war eben Luthers Versuch, die Opfer der politischen und religiösen Missstände an seine Brust zu drücken, denn auch für sie kämpfte er. Nur wurden die Bauern nicht nur von kirchlichen Institutionen, sondern auch von adeligen und bürgerlichen Grundherrn erniedrigt und ungerecht behandelt. Schilling beschreibt, wie die Gräfin von Stühlingen die Bauern mitten in der Erntezeit zum Aufsammeln von Schneckenhäusern zum Aufwickeln von Garn zwingen wollte. (Schilling, S. 299). Crazy!  Da kann man schon verstehen, dass die Bauern irgendwann den Short-Cut und Aufruhr gewählt haben, anstatt abzuwarten, ob und bis sich etwas ändert.

Realitätsschock

Deckblatt der 12 Artikel

Noch zwei Wochen vor seiner Schrift „gegen die mörderischen Rotten“ glaubte Luther an eine friedliche Einigung. Die Memminger Bauernversammlung legte ihm  12 Artikel für Bauernrechte vor, die er bewerten sollte und das tat er. Diese zwölf Artikel gelten heute als die erste Niederschrift von Menschen- und Freiheitsrechten in Europa. Die zu den Zwölf Artikeln führenden Versammlungen als erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden. Wow, hier wurde Geschichte geschrieben und Luther erkannte das. Er bot Unterstützung an, verfasste die dreißigseitige Schrift „Ermahnung zum Frieden“ und forderte darin beide Seiten – Fürsten und Bauern – zu einer friedlichen Lösung auf.

Doch in der damaligen Welt verbreiteten sich Nachrichten langsam. Und während Luther noch an den Frieden appellierte, kam es an anderen Stellen längst zu Aufständen und Plünderungen. Ganz im Sinne von Müntzer, dem Priester und ehemaligen Anhänger von Luther, der für die gewaltsame Befreiung der Bauern eintrat.

Magen und Hirn

Ich erinnere mich an die Zeit, als ich für den Häuserkampf fast täglich auf Demonstrationen ging. Transparente, Parolen, endlose Märsche durch die Stadt für die politische Sache. Und irgendwann zusah, wie Demonstranten die Scheiben eines Supermarktes einwarfen, der dann von Demonstranten und Anwohnern geplündert wurde. So faszinierend das war – Wie kann man eine Bewegung verteidigen, die dermaßen dämlich ihre eigenen Ziele und Forderungen kompromittiert?

Mir fiel es von da an immer schwerer für die Sache zu sein.

Fast alle besetzen Häuser sind schließlich gewaltsam vom Senat geräumt worden. Wenige legalisiert. Warum damals Häuser besetzt wurden, weiß vermutlich niemand mehr so genau.

Was bleibt

Interessant finde ich, dass eine Bewegung eben einen Bewegung ist. Unkontrollierbar, mit eigenem Drive. Als Anhänger muss man sehen, dass man nicht zwischen die Räder gerät. Und wer die Bewegung verstehen will, sollte denn Blick scharfstellen, um genau zu sehen, wie das alles war.

Schilling: „Die Tragik der Theologie im Bauernkrieg liegt nicht so sehr im Scheitern von Müntzers revolutionärem Konzept, das in der damaligen historischen Konstellation nie eine wirkliche Chance hatte. Sie liegt vielmehr darin, dass beide Alternativen der Kirchenerneuerung in Zweilicht geraten waren und Ansehen eingebüßt hatten.“ (S.320)

Das Zwielicht besteht bis heute. Luther schwor sich später, in kriegerischen Zeiten „seine Feder still zu halten“. Das hätte wohl kaum geklappt. Und ich merke mir, dass man  auch mit Schreiben die Welt verändern kann ;)

Hausbesetzerbilder von Armin Okulla.

10 Schritte zu deiner EPUB

10 Schritte zu deiner EPUB #9 Fonts

19. April 2017

Immer mehr Lesegeräte bieten die Möglichkeit, neben vorinstallierten Fonts, Schriftarten des Herausgebers darzustellen.

Es kann beispielsweise erwünscht sein, besondere Schriftarten in die EPUB einzubetten,

  • wenn man eine bestimmte Corporate Identity im E-Book aufrecht erhalten,
  • den Inhalt durch eine besonders abgestimmte Schriftart unterstützen,
  • oder unterschiedliche Textpassagen voneinander absetzen möchte .

Dabei gibt es folgende Punkte zu bedenken:

  • Nicht alle Lesegeräte und Leseapps unterstützen eingebettete Schriftarten.
  • Der Leser muss sich nicht für die Schriftart des Herausgebers entscheiden.
  • Nicht alle Fonts eignen sich für kleine Bildschirme.
  • Man muss die Rechte zur Einbettung der Fonts haben.
  • Die Fonts sollten in den Formaten .otf oder .woff eingebunden werden.

Lizenzfreie oder sehr günstige Fonts für die Nutzung in Publikationen findet man z.B. auf folgenden Plattformen. Auf jeden Fall im Einzelfall die Lizenzhinweise lesen und die richtige Lizenz kaufen.

Wie erfolgt das Einbetten von Fonts in die EPUB?

1. im OEBPS-Ordner

Zunächst lege ich einen neuen Ordner „fonts“ im OEBPS-Ordner an. Dort lege ich die Fonts ab.

Fonts

2. im Manifest der content.opf

Dann müssen natürlich alle Fonts als Items im Manifest der content.opf aufgelistet werden.

<manifest>

   <item id=“LukeSans-Italic.otf“ href=“fonts/LukeSans-Italic.otf“ media-type=“application/vnd.ms-opentype“/>

   …

</manifest>

3. in der CSS

Und die Schriftart wird am Anfang der CSS mit @font-face folgendermaßen referenziert:

@font-face {

font-family:LukeSans;

font-style:normal;

font-weight:bold;

src:url(fonts/LukeSans-Bold.ttf);

Die drei vorangegangenen Schritte müssen für jede eingebettete Schriftart und für jeden Schriftschnitt erfolgen.

Dann kann ich in der CSS angeben, welche Textabschnitte in dem entsprechenden Schriftart dargestellt werden sollen.

.autor {

font-family: LukeSans, Verdana, Arial, sans-serif;

font-size: 2em;

}

und 4. speziell für iBooks auch noch in der META-INF Datei

Hinweis: Für die Darstellung von eingebetteten Fonts bei iBooks muss der META-INF Ordener eine zweite xml-Datei enthalten mit dem schönen Namen com.apple.ibooks.display-options.xml

In dieser xml-Datei wird der Darstellungsmodus für „specified-fonts“ auf allen Plattformen „*“ auf >true< geschaltet.

<?xml version=“1.0″ encoding=“UTF-8″?>

<display_options> <platform name=“*“>

<option name=“specified-fonts“>true</option>

</platform>

</display_options>

 

So weit für heute zum Thema: Einbetten von Fonts in EPUB. In der nächsten Woche wird es zum Abschluss dieser Reihe um das Validieren von EPUBS gehen.

Bis dahin eine gute Woche!

Uwe

#rbpub #redbugwriting

 

Martin Luther 2017

Martin Luther #15 Luther, Paulus, Tauler

13. April 2017
Luther, Paulus, Tauler
1515

Die Bäume rauschen. Im Hof, vor dem Fenster fliegen die Blüten vorbei. Kühle Stille über den kalten Fliesen. Hin und wieder Fußgescharre. Knarzendes Holz, Klacken, Rascheln. Haut, die über Seiten fährt. Ein Sonnenstrahl bohrt sich durch die dicken Gläser. Der Blick wandert, nach innen gekehrt. Die schwere Baumwolle wärmt die Schultern. Kaum hörbare Atemzüge, angehalten, herausgepresst. Schritte auf dem Flur, aber die Nackenhaare bleiben liegen. Ein ganz, ganz leiser Luftzug durch den Spalt unter der Tür. Der Mitbruder ist vorüber. Nur noch das Schleifen seiner Sohlen fällt vom Rand des Bewusstseins. Die Wolken taumeln über den Himmel, rollen sich vor, vom Wind gezerrt. Der Sonnenstrahl verglüht. Feuchte Fingerkuppen, durchgeweichte Seitenränder. Die Wände atmen durch verkalkten Poren. Die Balken ziehen sich und dehnen sich unbemerkt. Knirscht die Feder, hastige Flecken, mit dem Ärmel trockengestempelt. Die Wangen glühen. Die Augen tränen. Irgendwo weht der Wind leise Stimmen über den Hof. Die Zehen angezogen und wieder ausgestreckt. Der Steiß knackt schon vom Sitzen. Die Unterarme prickeln. Und dann gluggert ein Murmeln von unten herauf. Als wäre es durch die Füße eingelassen worden. Die Handgelenke puckern. Er hat sich zur Erkenntnis durchgefressen, ist am Kern seiner eigenen Überzeugung angelangt. Läuft von unten bis oben voll von einer Zeile. Bis über den Kopfrand hinaus. Vollgesogen, der Brustkorb aufgestemmt, die Rippen vollständig zur Seite gebogen, hängt ein heißes Herz irgendwo zwischen den Worten. Eiskalte Luft eingesogen. Reißt ihn in die Höhe, zum Fenster. Jetzt kann er verschwommen die Anderen sehen, die unter den hellen grünen Blättern vorbeigehen. Die Kutten gegen den Wind festgehalten, der kühl um die Knöchel pfeift. Endlich ein Lächeln.

55

Weißt du, es war die selbe Sonne, ob du’s glaubst oder nicht, die gegen die Haut gedrückt hat, eintausendvierhundertsechzig Jahre vorher. Kannst du dir das vorstellen? Meistens sieht man den Alten seltsam glatzköpfig, mit einem Rest Haar irgendwo über der gefurchten Stirn. Die weiten Ärmel zurückgeschlagen, so dass die Hände angeleuchtet scheinen. Der hat sich Sorgen gemacht, die Worte drücken sich schon durch die Brust. Leise Silben, flüstern über die Lippen. Halten inne. Streichen. Eindeutiger. Schweißtropfen rollen, die stören ihn nicht. Er meint Menschen. Welche, die in seinen Gedanken schon mit den Fäusten fuchteln. Auf die muss man auch eingehen. Wer ist das, mit den groben Zwischenrufen, den kann man auch zum Schweigen bringen. Zuhören müssen sie. Gefesselt sein. Irgendwo unter dem Stoffgewurschtel drückt sich die schmale Wirbelsäule zwischen den dünnen Muskeln hervor. Berührt auch eine Haut Gewänder. Rippen heben und senken sich, unbedacht. Die Luft schmeckt anders, fruchtiger. Würziger. Aber der Himmel ist derselbe. Und wenn jetzt ein unsichtbarer Vorhang zurückgezogen wird, kann man den Schatten von einem anderen sehen, dunkler. Schwerer. Jahre entfernt. Aber die Worte hängen an einem Spinnfaden, der durch die Zeit gefädelt wurde. Einer macht sich Gedanken, wie er die Menge fesseln kann, und der andere greift die Worte aus der Luft. Einfach so, mit einer klobigen Hand auf den Seiten liegend.

1340

Wo eben noch jemand durchs hohe Gras gesprungen ist, die Hände zum Himmel gestreckt, als könnte er die Sonnenstrahlen fassen, die ihm die Nasenspitze kitzeln, ist jetzt alles in sich zusammengefallen. Unbelebte Masse, irgendwelche Knochen zu einem Haufen aufgestapelt, mit erschlafften Sehnen verknüpft, eine hohle Birne in der die Gedanken verhallen. Die Wände rücken näher. Auf dem Weg zum Ufer von Weinkrämpfen geschüttelt. Wo war denn das glucksende Feuer, mit dem eben noch der ganze Körper wie ein lebendiges Feuerwerk gebritzelt hat. Wo war ich stehengeblieben? Das ist der Meeresgrund auf dem die Sohlen aufschlagen, darunter gibt es nichts. Außer vielleicht die Höllenfeuer, aber wer weiß das schon. Wenn du noch einen Schritt weiter gehst, sinkt alles in die heilsame Umarmung hinein, aber noch ist der Horizont eine gebogene Linie, die einen immer weiter an der Nase herumführt. Weitergehen, umblättern, nicht nach hinten umdrehen. Auch hier greift einer durch Zeit hindurch und fasst den Dunklen an der Schulter. Bis das Schlüsselbein knackt. Geh weiter. Die Augen sind schon halb blind, sind das noch Tränen oder ist das Regen, Meer…? Zerstobene Atome, die klappernd gegeneinander schlagen, wie der rasselnde Atem eines untoten Skelettmanns. Und wenn man durch die letzte Wolke gefallen ist, erstreckt sich unter einem endlich die vertraute Geografie der eigenen Heimat. Da ist die blitzende Flussbiegung an der ich als Kind gespielt habe, hier die Hügelkette, aus der Ferne ein schiefes Lächeln, grüne Flächen, einladende Wogen freundlich gesinnten Ackerlands. Und wenn sie mir die Fackel unter die Fußsohlen halten. Den Anblick kann ich nie mehr vergessen.

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 Beitragsbild: Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

10 Schritte zu deiner EPUB

10 Schritte zu deiner EPUB #8 Tabellen

12. April 2017

Tabellen in Epub

In einem Romanprojekt wird es sicher selten zur Anwendung von Tabellen kommen. In Fachbüchern allerdings werden sie unter Umständen oft vorkommen.

Da die unterschiedlichen E-Reader Tabellen auf unterschiedliche Weise darstellen, ist es ratsam, keine zu großen und zu verschachtelten Tabellen zu gestalten. Die erste Kindle-Generation stellt jede Tabelle vereinfacht dar und sortiert den kompletten Tabelleninhalt in eine Spalte. Das Kindle Format KF8 stellt sogar verschachtelte Tabellen einigermaßen gut dar. Es ist auf jeden Fall ratsam, Tabellen so einfach wie möglich zu halten und auf unterschiedlichen Lesegeräten zu testen.

Ein einfacher HTML-Code für eine Tabelle mit zwei Zeilen und zwei Spalten sieht folgendermaßen aus:

<table>
<tr><td>Zelle_1.1</td><td>Zelle_1.2</td></tr>
<tr><td>Zelle_2.1</td><td>Zelle_2.2</td></tr>
</table>

Mit dem <table> TAG erstelle ich einen neuen Bereich in der HTML-Datei. Der <tr>TAG steht für eine Zeile, der <td>TAG für eine Tabellenzelle. Wie immer muss man daran denken, die Tags wieder in der richtigen Reihenfolge zu schließen, also von innen nach außen. Erst die Zellen, dann die Zeilen, dann die gesamte Tabelle.

CSS für Tabellen

Um die Tabelle mit CSS zu formatieren, gebe ich ihr eine eindeutig ID. Hier z.B. sinnigerweise die id=“tabelle“. Also schreibe ich<table id=“tabelle“>

Und im CSS-Stylesheet gebe ich die gewünschten Werte ein. Für Größenangaben nutze ich Prozentzahlen und keine festen Werte. Im unteren Beispiel heißt es, dass die Tabelle über die gesamte Breite des Bildschirms geht und einen dünnen Rahmen von einem Pixel hat.

#tabelle { width: 100%; border: 1px solid;}

Ich kann natürlich auch jede Zelle umrahmen, indem ich in der CSS schreibe:
td
{ border: 1px solid;}


Tabellen in Romanen

Wie gesagt, wird in einem fortlaufenden Romantext kaum eine Tabelle auftauchen müssen. Dennoch kann es vorkommen, dass man im Anhang, in der Buchvorschau, in der Autorenvita oder beispielsweise in Kapitelüberschriften mit Bildern arbeiten möchte, die zusammen mit Text in einer Zeile dargestellt werden sollen. Dazu lässt sich die Tabellenfunktion wie im unteren Beispiel anwenden.

<table id=“tabelle“>
<tr>
<td id=“logo“ ><img src=“../images/verlagslogo.png“ alt=“logo“ /></td>
<td id=“rbb“ class=“kapitel“ >The Red Bug Books Story</td>
</tr>
</table>

Tabellen in Kapitel

So weit erst einmal für heute zu Tabellen in EPUB. In der nächsten Woche wird es um das Einbetten von Fonts gehen

Bis dahin eine gute Woche!

Uwe

#rbpub #redbugwriting

Martin Luther 2017

Martin Luther #14 Evangelische Schule

6. April 2017

Erste Erfahrung mit Schule

Als wir vor zwanzig Jahren nach Potsdam gezogen sind, ist unsere älteste Tochter gerade schulpflichtig geworden. Sie wünscht sich, mit ihren Freunden und Freundinnen in Wannsee eingeschult zu werden. Das ist kein Problem, unser Atelier ist noch in Wannsee. Ich radele sowieso jeden Tag über die Glienicker Brücke. Nicht nur ins Atelier, sondern auch, um unsere beiden jüngeren Kinder ins Kinderhaus zu bringen.

Schnell stellt sich heraus, dass das mit der Schule keine so gute Idee war. Die Schüler dürfen nicht in ihrem eigenen Tempo lernen, Lineale und Schreibzeug müssen rechtwinklig auf dem Tisch liegen, die Lehrer im Stehen begrüßt werden. Na ja. Unsere Tochter wird traurig. Ich meine, ernsthaft traurig. Als dann herauskommt, dass einige Jungs manchmal in der Ecke stehen müssen (wir reden von 1997), raunt es in der Elternversammlung eher so in Richtung »hat uns damals auch nicht geschadet«. Oh doch!

Eine neue Schule

Wir machen uns auf die Suche. Gott sei Dank ist in Potsdam gerade die erste evangelische Grundschule im Land Brandenburg eröffnet worden. Auf Elterninitiative und mit Unterstützung des Evangelisch Kirchlichen Hilfsvereins.

Die Schule in einem ehemaligen Generalswitwenheim ist noch eine komplette Baustelle. Ein, zwei Räume schon bespielbar. Und mit Kara Huber, der Frau des damaligen evangelischen Bischofs, als erster Schulleiterin und einer Lehrerin wird der Schulbetrieb mit knapp dreißig Erstklässlern aufgenommen.

Diese Schule ist für uns ein Glücksfall. Da dann alle drei Kinder ihre ersten glücklichen Schuljahre auf dieser Schule verbringen, sind wir natürlich jahrelang mit dieser Schule verbunden.

Man kann es gar nicht hoch genug einschätzen, welchen Zuwachs an Lebensqualität es hat, wenn Eltern wissen, dass die Kinder jeden Tag gern zur Schule gehen, ich meine: wirklich gern. Und dass sie dort gut aufgehoben sind und ernst genommen werden, ich meine: dass ihnen wirklich zugehört wird. Nie die Frage, hast du deine Hausaufgaben gemacht, nie die Frage, musst du noch etwas für die Schule tun. Schule ist nicht Schule, wie etwas vom echten Leben Unterschiedenes, sondern ein Teil des Zusammenlebens. Ein Lern- und Lebensort.

Aus diesem Grund galt allerdings in unserer Familie auch immer, wenn du mal keine Lust hast, dich zu schlapp fühlst, was besseres vorhast, bleib zu Hause. Wenn die Schule nicht das Beste ist, was du heute machen kannst, mach was anderes. Viele sagen dann: »Hey, das könnte ich mit meine Kindern nicht machen, dann würden sie gar nicht mehr zur Schule gehen.« Was ich erstens nicht glaube, und zweitens sich dann doch auch die Frage stellt, ob das am lustlosen Kind liegt oder eben an der lustlosen Schule.

Warum ist die evangelische Schule so gut?

Am Anfang sicher, weil sie so noch klein ist, weil alle großen Enthusiasmus haben und weil alle mitarbeiten. Mitarbeiten an einer neuen Vision von Schule. Eltern, Lehrer, Erzieher, Schüler, Hausmeister. Aufbruchstimmung mit Diskussionen, Arbeitseinsätzen und belegten Brötchen. Aber die Schule ist im Laufe der Jahre gewachsen. Mittlerweile lernen 269 Kinder und etwa dreißig Erwachsene voneinander und miteinander. Der Andrang ist enorm.

Ich denke vor allem, weil nicht nur auf den Fahnen, Flyern und Websites steht, dass jeder Mensch ein Individuum ist –mit eigenen Erfahrungen, Vorlieben, Bedürfnissen. Hier fängt der Ernst des Lebens nicht erst in der Schule an, sondern geht ganz normal weiter. Genauso wie der Spaß. Kinder fangen nicht erst in der Schule an zu lernen, und Erwachsene haben nach der Schule nicht ausgelernt.

Ich will hier nicht alle pädagogischen Neuerungen aufzählen, aber natürlich hat ein gegenseitiges ernst nehmen auch Auswirkungen auf alle Bereiche, wie Schule organisiert ist. Unterricht ist in den ersten Klassen jahrgangsübergreifend. Jeder kann in seinem Tempo lernen. Es müssen nicht alle gleichzeitig das Gleiche lernen. Es gibt Wochenpläne. Keine Hausaufgaben. Es ist Zeit für Fragen und Gespräche. Man hilft sich gegenseitig, statt Abschreiben zu verhindern. Es gibt natürlich keine Noten, sondern lange Gespräche, ausführliche Briefe am Ende eines Schuljahres.

Statt eine Schulordnung gibt eine Vereinbarung, die in ausführlichen Gesprächen der Schüler, der Eltern, der Lehrer und Erzieher und dann von allen gemeinsam erarbeitet wird. Eine Vereinbarung, an der alle beteiligt sind, die alle verstehen und die alle mittragen. Statt Pflicht und Gehorsam, plötzlich Freiheit und Verantwortung.

Was hat das alles mit Luther zu tun?

Ganz platt: es ist eine evangelische Schule. Finanziert durch Schulgeld, staatlicher Förderung und eben Kirchensteuer. Gut, aber ich bin vor gut fünfzig Jahren auch auf eine evangelische Schule gegangen und da bekam ich durchaus noch die Ohrfeige des Direktors, wenn er mich beim Geländerrutschen erwischte. Vielleicht wäre das sogar ganz im Sinne Luthers gewesen, der in seinem Sermon von den Guten Werken fordert, daß der Kinder Eigenwille soll gebrochen, und sie demüthig und sanftmüthig werden. Das kann es also nicht sein. Auf den »Pädagogen« Luther kann man sich da nicht berufen.

Was ist es also dann?

Aus meiner Sicht hat Luther aber einen Riesenbeitrag geleistet für das Ernstnehmen des Individuums. Er selbst lässt sich seinen Eigenwillen nicht vom Vater brechen, der eine andere Laufbahn und auch eine andere Ehefrau für ihn vorgesehen hatte. Nach allem was die Forschung so über Luther zu Tage fördert, scheinen Demut und Sanftmut auch nicht seine hervorstechenden Eigenschaften gewesen zu sein.

Er nimmt sich selbst ernst, versucht sich zu verstehen. Er leidet an Anfechtungen, wie er es nennt. Er merkt, dass ihm da übergestülpte Regelungen und Ordnungen (von Papst und Kirche) nicht helfen. Aus diesem Leiden arbeitet er das ummittelbare Verhältnis des einzelnen zu Gott heraus. Nicht der Papst und die große Institution Kirche können Regeln vorgeben. Sondern jeder ist für sich allein mit Gott. Das kann sich natürlich sehr bedrohlich anfühlen. Jeder stirbt für sich allein. Aber im Gespräch, im Dialog miteinander können sich wandelbare neue Gemeinschaften und Gemeinden bilden, meinetwegen auch eine neue Kirche.

Und so kann eben auch Schule sein. Jeder kleine und große Mensch ist mit seinem Päckchen allein, aber das Päckchen ist auch ein großes Geschenk, das jeder einbringen kann, wenn man ihn lässt. Eine Schule muss ja nicht zwangsläufig evangelisch sein, um alle Beteiligten, auch die Kinder ernst zu nehmen. Und natürlich müssen nicht alle Menschen an einer evangelischen Schule evangelisch sein. Aber es kommt auf jeden einzelnen Menschen an. Und mit den Bedürfnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten jedes Beteiligten können im gemeinsamen Dialog ganz neue Regeln für Schule aufgestellt werden. Dann ist »verschult« plötzlich kein Schimpfwort mehr. Und dann sieht Schule ganz anders aus.

10 Schritte zu deiner EPUB

10 Schritte zu deiner EPUB #7 Bilder in E-Books

5. April 2017

Heute möchte ich darüber reden, wie Bilder in E-Books eingebunden werden und wie sie beschaffen sein sollten.

Bilder in E-Books

E-Books enthalten ja mindestens ein Bild, nämlich das Cover. Manchmal noch ein Autorenfoto, das Logo des Verlages, gelegentlich auch Vignetten über den einzelnen Kapiteln oder Abbildungen im Text. Ein Grund Bilder zu verwenden, kann auch sein, dass man sicherstellen möchte, dass die Titelseite, bestimmte Überschriften oder Zwischentitel in einer ganz besonderen Schriftart dargestellt werden, unabhängig davon, ob der Leser die eventuell eingebundenen Schriftarten verwendet.

Print vs. E-Book

Nun gibt es an Bilder im E-Book ganz andere Anforderungen, als an Bilder, die für die Druckausgabe benutzt werden. Während man in der Druckausgabe für eine gute Wiedergabe mit einer sehr hohen Auflösung von mindestens 300 dpi arbeitet, um gute Ergebnisse zu erzielen, ist es beim E-Book genau umgekehrt. Für die Wiedergabe auf den meist kleinen Bildschirmen der Lesegeräte genügt eine geringe Auflösung von 72 dpi. Die geringere Datenmenge beschleunigt nicht nur den Download des E-Books, sondern nimmt auch weniger Speicherplatz auf dem Endgerät ein. Einige Plattformen begrenzen darüber hinaus die Größe eines E-Books auf 20MB.

Außerdem spart man Kosten. Bespielsweise behält Amazon eine sogenannte Transfergebühr für jeden Download ein, die nach der übertragenen Datenmenge berechnet wird.

Der zweite Unterschied ist, dass farbige Abbildungen in Büchern trotz digitaler Drucktechnik hohe Kosten verursachen, in E-Books nicht. Da viele Leser E-Books auf Smartphones oder Tablets lesen, würde ich immer empfehlen, farbige Abbildungen einzubinden.

Hinweis: Da I-ink Lesegeräte die Bilder nur im S/W Modus abbilden, teste ich vorher die Gradation- und den Kontrast der Bilder auf verschiedenen Lesegeräten und passe sie an. Dann kann eine farbige Abbildung auch in S/W auch sehr schön und kontrastreich rüberkommen. Hier ein Beispiel aus Katrin Bongards Roman »The World«. Einmal auf dem i-Pad und einmal auf einem Kindle Paperwhite.

    

Für eine bildschirmgroße Abbildung wähle ich eine Seitenlänge von ca. 600 bis 800 Pixeln und versuche, eine Dateigröße von 120 -180 KB zu erreichen.

Bildformate

JPEG, GIF, PNG und SVG

Für fotografische Abbildungen oder mehrfarbige Grafiken eignet sich am besten das jpeg-Format.

Gif sollte man nutzen, wenn es sich um flächige Grafiken handelt.

Mit png können Transparenzen hergestellt werden. Besonders geeignet für Grafiken und Abbildungen, die keine feste Umrahmung haben. Hier wird dann auch die freigestellte Grafik ohne weißes Rechteck wiedergegeben, wenn der Leser auf Sepia, grau oder schwarzen Hintergrund wechselt. Hier z.B. auf einem i-Pad.

   

Das SVG-Format nutze ich sehr selten für die Einbindung von Abbildungen mit vektorbasierten Schriften.

Der HTML-Code

Um ein Bild an die gewünschte Stelle im Text zu platzieren, erstelle ich mit den sogenannten <div></div> TAGS eine neuen Bereich.

<div class=“image“><img  src=“images/bildname.jpg“ /></div>

Standardmäßig werden Bilder linksbündig angezeigt. Ich kann sie aber auch zentrieren. Der CSS-Code lautet dann:

div.image {
text-align: center;
margin: 0em 0em 0em 0em;
display:inline-block;
}

Falls es eine Bildunterschrift gibt, sollte die natürlich nicht vom Bild getrennt werden. Sie wird in den <div> Container geschrieben, in dem sich auch das Bild befindet. Und mit der CSS-Regel display:inline-block; stelle ich sicher, dass sie nicht erst auf der nächsten Seite erscheint.

Um die Bildunterschrift vom Fließtext abzusetzen, bekommt sie auch eine eigenen CSS-Klasse. Der komplette HTML-Code lautet dann:

<div class=“image“><img  src=“images/das_tolle_bild.jpg“ />
<p class=“bildunterschrift“>Das tolle Bild</p></div>

So weit erst einmal für heute. In der nächsten Woche werde ich eine Möglichkeit beschreiben, wie man mit Hilfe von einfachen Tabellen Bilder von Text „umfließen“ lassen kann.

Bis dahin eine gute Woche!

Uwe

#rbpub #redbugwriting

Buchmarkt, Mindful Monday, Publishing

Verlegen, verlieren und wiederfinden

3. April 2017
Verlegen

Wenn man die Zusammenarbeit mit einem Geschäftspartner kündigt, zwei anstehende Buchveröffentlichungungen aufgibt und zwei Jahre Aufbauarbeit für nutzlos erklärt, dann macht man das nicht einfach mal so und aus Spaß. Es muss schon gute Gründe geben. Und die gab es.  Abgesehen davon, sind wir der Meinung, dass auch Trennungen ganz zivilisiert und erwachsen und elegant zu regeln sind. Doch manchmal geht das offensichtlich nicht. Für alle, die Eat.Pray.Love von Elisabeth Gilbert gelesen haben (und wir sind doch alle Leser, oder?), sagen wir nur: Die ersten Kapitel.

Trennungen sind schmerzhaft, und wenn ein Partner in seinem Stolz getroffen ist, kann es schnell unschön werden. Wir wollten das nie. Weder eine Klage, noch dass die Backlist zerhackt wird. Aber so reagieren Menschen nun mal unter Stress und bei Ärger.

Verlieren

Auch wir sind nicht ganz unberührt aus diesem Scheidungsprozess hervorgegangen. Als kleines Label haben wir vor allem Selbstvertrauen verloren. Etwas, das wir die letzten Monate Stück für Stück wieder aufbauen mussten. Ein Dank an die vielen treuen Fans, die in diesem Streit genauer hingesehen haben, denn natürlich war das David gegen Goliath.

Warum erzählen wir das jetzt? Weil wir ein paar Konsequenzen in unserem Label ziehen müssen. Mehr Konzentration, weniger Experimente, mehr Fokus. In diesem Fall heißt das, dass wir Madline Schachtas neuen Roman nicht herausbringen können. Uns fehlen Zeit, Kraft und Kapazitäten. Und da wir sehr viel über einen guten Umgang mit und untereinander nachdenken, haben wir uns entschlossen, zusammen mit Madline aus dieser Trennung etwas richtig Gutes für beide Seiten zu machen.

Madline ist eine sehr fähige Selfpublisherin. Also ist es gar nicht unbedingt nötig, dass wir ihr neues Buch veröffentlichen. Und weil wir das anerkennen, tun wir noch mehr: Wir geben ihr auch die Rechte an ihrem ersten Buch „Für immer vergeben“ zurück. Damit sie neu starten kann. Damit sie es selbst herausgeben kann. Und nicht nur das.

Vor einer Woche haben wir ihr die Buchdateien für das E-Book, den Umschlagentwurf und alles Material, dass sie zur direkten Wiederveröffentlichung ihres Buches unter ihrem Namen vielleicht nutzen möchte, vollkommen frei überlassen. Wir halten das für anständig.

Madline ist ein extrem netter und positiver Mensch. Wir wünschen ihr, dass sie weiterhin erfolgreich ist, viele Bücher verkauft und auch ihr neues Buch ein großer Erfolg wird. Also kauft ihre Bücher, auch wenn kein roter (oder blauer) Käfer auf dem Cover ist!

Wiederfinden

Wir lieben klare Verhältnisse. Und wir wollen diese Klarheit in die Welt tragen. Eine eindeutige Haltung zu den Dingen, eine eindeutige Haltung Menschen und Verhaltnsweisen gegenüber. Wir sind nun versöhnt mit den Ereignissen – viele Stunden Headspace und Meditation ;) – und das ist gut.

Wir haben unseren Stolz, unsere Energie, unsere Power wiedergefunden. Am Ende ist es wichtig, zu dem zu stehen, was man macht. Sich Ruhe gönnen, wenn es möglich ist, sich aber auch erlauben, seine ganze Power zu zeigen, wenn es nötig ist.

Im Mai gibt es Red Bug Books fünf Jahre. Wir werden feiern!

 

Martin Luther 2017

Martin Luther #13 Glauben und lieben

30. März 2017

Zwei Dinge beschäftigen mich immer mehr, seit wir uns hier in diesem Lutherjahr mit unserem persönlichen Verhältnis und unseren Erfahrungen und Erlebnissen zu Glaube, Kirche und Reformation beschäftigen.

Glauben und lieben.

Diese beiden Aspekte sind, wie soll ich sagen, zwei Dimensionen, die immer wieder in der Bibel angesprochen werden, die von Luther angesprochen werden und die ich oft nicht zusammenbekomme in meiner Naivität.

  • Das eine ist der Glaube an, ja an was? An Gott, an eine Seele, the Source, ein Leben nach dem Tod, Wiedergeburt, Law of Attraction, Spiritguides, Engel, höheres Selbst, Teufel, Dämonen, Dementoren?
  • Das andere ist die Frage, wie sollen/wollen wir zusammen leben.

Ich erinnere mich jetzt, schon im Konfirmandenunterricht gelernt zu haben, dass Jesus die Zehn Gebote sozusagen auf diese beiden Aspekte zusammenschmilzt, wenn er auf die Frage der Jünger, welches das erste Gebot sei, antwortet:

„Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden“ (Mk 12, 29-31).

Also da haben wir es wieder. Liebe zu etwas Größerem, nicht Greifbarem, nicht Wissbarem, eben nur Glaubbarem. Und dann der Hinweis auf die Art, wie wir miteinander umgehen sollen. Nämlich seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Beides keine einfachen Sachen.

Zwei Beispiele

Nur ein Beispiel zu Punkt eins: Ich habe nicht mitgezählt, aber gefühlte zehn Oscargewinner haben auf der letzten Preisverleihung in ihren Dankesreden die schöne goldene Statue in die Höhe gestreckt und sich bei einem verstorbenen Verwandten bedankt, von dem sie sicher waren, dass er ihnen jetzt zusieht, dabei ist. Das ist wunderbar, aber jetzt mal im Ernst: ein Toter, der einem aus dem Himmel zusieht?

Nur zur Klarstellung: Ich glaube das! Die Frage ist nur, wieso?

Und zu Punkt zwei, lieben wie sich selbst, hallo: in Internetforen, in psychotherapeutischen Praxen, in Seminaren und Büchern östlicher Lehrer und westlicher Lifecoaches geht es ständig um die Frage, wie man es denn nun endlich schaffen kann, sich selbst zu akzeptieren, geschweige denn zu lieben. Und dann noch seinen Nächsten lieben …

Die gleichen beiden Punkte wieder bei Luther in seiner Reformationsschrift »Von der Freiheit eines Christenmenschen«:

Ein Christenmensch lebt nicht in sich selbst, sondern in Christus und seinem Nächsten – in Christus durch den Glauben, im Nächsten durch die Liebe.

Heißt das heute:

Ein Mensch lebt nicht isoliert, durch eigene Kraft, sondern durch und aufgehoben in einer größeren Macht – die größere Macht können wir nicht erkennen, sondern nur daran glauben. Und durch und aufgehoben im liebevollem Umgang untereinander?

Wie wollen wir leben?

Der erste Punkt scheint mir wesentlich komplizierter. Der zweite Punkt ist greifbarer und hat vielleicht vordergründig mehr Einfluss auf unser irdisches Dasein. Manche würden sagen, auf die momentane Manifestation unseres höheren Selbst.

Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass sich auch die aktuelle Diskussion um Luther und die Reformation, die durch sein Auftreten angestoßen wurde, meist eher auf den zweiten Punkt konzentriert. Sich mehr mit den ethischen und sozialen Prämissen und Folgen der Reformation beschäftigt. Und das werde ich jetzt auch hier tun.

Der Frage Was glaube ich eigentlich, werde ich dann wohl in einem späteren Beitrag nachgehen müssen.

Der Bruch mit dem kanonischen Recht

Welche Auswirkungen auf unser Zusammenleben hatten Luther und die Reformationsbewegung? Natürlich ist die Art, wie wir miteinander leben, nicht auf ein paar wenige historische Ereignisse zurückzuführen, aber Luther hat schon einiges aufgebrochen.

Im letzten Jahr habe ich mich auf einer privaten Feier länger mit Thomas Kaufmann unterhalten. In einem Interview zu seinem neuen Buch »Erlöste und Verdammte« hat der Göttinger Kirchenhistoriker es so ausgedrückt:

Durch die Differenzierung des lateineuropäischen Christentums, durch den Bruch mit einem – wenn man so will – absolutistisch geltenden rechtlichen Regelwerk, dem kanonischen Recht, eine faktische Pluralisierung der Religionskultur einsetzte, die eine Fülle an weiteren Entwicklungen ermöglicht und dynamisiert hat.

In dem Moment also, wo jemand sich gegen eine als unsinnig erkannte Tradition stellt, werden ganz neue Perspektiven eröffnet. Hier heißt das konkret, nicht mehr die Kirche bestimmt wie und was geglaubt werden soll/muss. Nicht die Kirche legt fest welche Verhaltensweisen notwendig sind, um als Gläubiger zu gelten. Sondern genau umgekehrt. Jeder einzelne Mensch kann sein eigenes Verhältnis zum Glauben oder Nicht-Glauben erforschen und leben. Und im Dialog dieser einzelnen Menschen könnte sich dann eine neue lebendige Gemeinde bilden, die durch jeden einzelnen Aspekt, den ein Mensch einbringt, sich verändert und entwickelt.

Ich will mir nicht anmaßen, zu interpretieren, was Luther wirklich gemeint, geglaubt und gewollt hat. Ich freue, mich dass sich einige so ausführlich mit ihm auf kritisch historische Art beschäftigen, dass ein Wind davon zu spüren ist.

Mut

Luther hat darauf gepocht und in Worms mit seiner berühmt gewordenen Hier-stehe-ich,-ich-kann-nicht-anders-Haltung, deutlich gemacht, dass eine innere Überzeugung wichtiger ist, als das von der Kirche geforderte korrekte Verhalten. Auf dem Reichstag in Worms stand sein Leben auf dem Spiel und er ist nicht ausgewichen. Das ist in meinen Augen der vielleicht noch wichtigere Part im gesamten Reformationsgeschehen als die Veröffentlichung der Thesen. Einen Unmut äußern und eine Diskussion anschieben, okay. Aber zu seinen Behauptungen unter Lebensgefahr zu stehen? Ist schon was anderes.

Wir lieben diese Helden, die Rebellen, die Outlaws. Wir lieben die, die sich gegen die verkrusteten herrschenden Verhältnisse stellen. Im Film. Wir bewundern die Einzelnen, die sich mutig gegen eine offensichtliche Ungerechtigkeit stellen. Aber wer von uns würde sich schon auf den Platz des himmlischen Friedens stellen? Allein gegen die Panzer?

Ein rebellischer Geist

Ich denke, das ist auch nicht unbedingt nötig. Es muss nicht immer gleich so spektakulär oder lebensbedrohlich sein.

Auch Worms war nicht das erste Mal, dass Luther der Forderung nach korrektem Verhalten widerstanden hat. Er hat sich mit der Entscheidung, ins Kloster zu gehen, schon seinem Vater widersetzt und den Bruch mit der Familie riskiert. Wie umgekehrt später Katharina von Bora, sich mit ihrer Familie überworfen hat, als sie aus dem Kloster geflohen ist. Eine Entscheidung, die wir jetzt alle so selbstverständlich und bewundernswert finden. Was ist mit dem Verhältnis zu unseren eigenen Eltern unseren eigenen Kindern?

Ich halte diesen Aspekt für sehr wichtig. Luther hat schon zu Hause rebelliert, sich eingefahrenen Regeln, vorgezeichneten Wegen widersetzt. Er hat gelitten unter den Erwartungen, die er nicht erfüllen wollte. Und er hat genauso darunter gelitten, sie nicht zu erfüllen. Er hat sogar einen Blitzschlag gebraucht, der ihm als Argumentationshilfe diente. Die Angst nicht seinen inneren Bedürfnissen gefolgt zu sei, sondern nur blind den äußeren Erwartungen zu folgen, war ab da größer als seine Angst zu rebellieren. Aus dieser Haltung, hat er die Vorstellung entwickelt, dass jeder einzelne seiner inneren Überzeugung folgen muss, sein Verhältnis zu Gott klären kann, dass es da einen unmittelbaren Dialog gibt.

Meiner Meinung nach hat er diese Haltung nicht in der Bibel gefunden und dann übernommen, sondern umgekehrt er hat Belege, Rechtfertigungen für diese Haltung in der Bibel gesucht und gefunden. In der Bibel, weil es in der Zeit die einzige alternative Autorität zur Institution Kirche war.

Und heute?

Die inneren Bedürfnisse und Überzeugungen ernst zu nehmen und im Dialog mit anderen zu einer neuen Gemeinschaft zu führen, wäre eine ungeheure Leistung. Luther hat sie zeitgebunden natürlich auch nur bis zu einem gewissen Grad vollziehen können.

Eingefahrene Vorstellungen, Traditionen, Machtverhältnisse und scheinbare Notwendigkeiten spielen immer noch eine große Rolle. Aus einem ich will, ich möchte, ich brauche wird oft viel zu schnell ein du musst. Dialog fordert eben oft viel mehr Zeit, Aufmerksamkeit, Selbstreflexion, einen rebellischen Geist und Mut. Es kann auf beiden Seiten zu existentieller Verunsicherung führen, wenn man liebgewonnene, scheinbar funktionierende Pfade verlässt. Auch schon in den ganz kleinen Institutionen, Ehe, Partnerschaft, Familie, Schule …

Da liegt noch viel Reformationspotential.

Betragsbild mit zwei Bronzen ›Adam_2‹ und ›Adam_3‹ von mir.

10 Schritte zu deiner EPUB

10 Schritte zu deiner EPUB #6 Links und Anchor

29. März 2017

Heute soll es also darum gehen, wie Links und Anchor in einem E-Book erstellt werden.

Im Gegensatz zum gedruckten Buch, gibt es in der digitalen Buchwelt natürlich auch die Möglichkeit, einzelne Textstellen miteinander zu verlinken. Ich kann mich z.B. vom Inhaltsverzeichnis gleich an die gewünschte Stelle klicken.

Genauso geht es mit Fußnoten, Anmerkungen oder bibliografischen Angaben, die oft am Ende eines Titels untergebracht sind. Ich kann direkt zur Fußnote klicken und wieder an die Textstelle zurück.

Wie gesagt, ist das vielleicht in einem Roman nicht so bedeutsam wie in wissenschaftlichen Texten und Fachbüchern. Aber auch in literarischen Texten wie Anthologien, Gedichtbänden, Textsammlungen gibt es am Ende vielleicht biographische Angaben zu den einzelnen Autoren, Rezeptionsgeschichten etc. Da kann es sehr angenehm sein, die gesuchte Stelle mit einem Klick direkt aufzufinden.

Das Inhaltsverzeichnis

Jedes E-Book hat ein in die EPUB eingebautes Inhaltsverzeichnis, die sogenannte .ncx Datei. Deren Aufbau und Funktion habe ich in einem der vorherigen Beiträge beschrieben.

Will man seinem Buch ein eigenes Inhaltsverzeichnis voranstellen, wird es in einer eigenen xhtml-Datei angelegt. Diese Datei muss natürlich, wie alle Objekte einer EPUB, in der .opf-Datei verzeichnet werden. Hier gelb markiert.

links in .opf

Wie die Datei genannt wird, spielt keine Rolle. Ich nenne sie sec_000_inhaltsverzeichnis.xhtml.

Und so sieht die Datei aus, wenn man sie in einem Text-Editor anschaut.

 

Der <body></body> Block, also der eigentliche Inhalt der Datei, besteht einfach aus einer Reihe von Links, die auf die einzelnen Kapitel im Buch verweisen. Und so ist der Code für einen funktionierenden Link innerhalb des Buches aufgebaut:

<p class=„toc“><a href=„sec_006_kapitel-2.xhtml“>Kapitel 2</a></p>

  • Zuerst haben wir den bekannten <p> tag, für einen neuen Abschnitt.
  • Er ist erweitert um den styling Hinweis class=„toc“. Ich habe also in der CSS die Regeln für eine Klasse mit dem Namen .toc (für table of content) eingefügt, mit der das Aussehen des Textes des Inhaltsverzeichnisses bestimmt wird.
  • Dann folgt ein <a> tag. Er erzeugt einen Hyperlink zu einer anderen Textstelle, einer anderen Datei, Webseite, Mailadresse etc.
  • Das Attribut href gibt dann das gewünschte Verweisziel an, das hinter einem Gleichheitszeichen zwischen geraden Anführungszeichen folgt. „sec_006_kapitel-2.xhtml“. In diesem Falle ist es die xhtml Datei mit dem 2. Kapitel.
  • Auf die spitze Klammer folgt der anklickbare Text, der auf dem Lesegerät erscheint, nämlich: Kapitel 2.
  • Danach werden die Tags wie immer von innen nach aussen geschlossen. Also zunächst </a> dann </p>.

Im E-Book sieht das ganze dann – je nach Lesegerät – dann etwa so aus.

Nicht sehr schön mit diesen blauen unterstrichenen Links.

Styling mit Pseudoklassen

Um etwas mehr Kontrolle über das Aussehen der Links zu bekommen habe ich in der CSS sogenannte Pseudoklassen für die Interaktion mit Links eingefügt. Ich habe hier lediglich die Farbe auf schwarz gestellt und eine Unterstreichungsfunktion eingefügt, die aktiviert wird, wenn der Link mit dem Cursor oder Tasten angewählt wird.

Sie sehen so aus:

a:link {color: #000000; TEXT-DECORATION: none}
a:focus {color: #000000; TEXT-DECORATION: none}
a:active {color: #000000; TEXT-DECORATION: none}
a:hover {color: #000000; TEXT-DECORATION: underline}
a:visited {color: #000000; TEXT-DECORATION: none}

Natürlich sieht das Ergebnis auf den verschiedenen Lesegeräten wieder unterschiedlich aus.

Externe Links

Es ist auch möglich, Links zu externen Quellen zu legen. Will man auf Webseiten oder SocialMedia Plattformen oder ähnliche Seiten außerhalb des E-Books verlinken, benutzt man wieder den <a>Tag für Links und fügt die URL der entsprechenden Seite ein.

<p><a href=„http://www.redbug-books.com“>www.redbug-books.com</a></p>

Hier muss man die Richtlinien der einzelnen Plattformen beachten. Amazon sieht es beispielsweise nicht so gerne wenn man zum iBook- Store verlinkt …

Inhaltsverzeichnisse mit Gliederung

In Fachbüchern kommt es häufig vor, dass ein Kapitel in viele Unterkapitel, Paragrafen und Abschnitten gegliedert ist. Hier möchte ich eine Möglichkeit zeigen, wie man dafür ein verschachteltes Inhaltsverzeichnis erstellen kann.

Nehmen wir an, ich möchte in meinem ersten Kapitel noch einige Unterabschnitte einfügen und im Inhaltsverzeichnis aufführen. Dazu nutze ich die Möglichkeit, mit HTML Listen zu erstellen. Mehr zu HTML-Listen erfahrt ihr hier.

<p class=“toc“><a href=“sec_005_kapitel-1.xhtml“>Kapitel 1</a></p>
<ul>
<li>Erster Zwischentitel</li>
<li>Zweiter Zwischentitel</li>
<li>Dritter Zwischentitel</li>
</ul>
<p class=“toc“><a href=“sec_006_kapitel-2.xhtml“>Kapitel 2</a></p>

Auf der HTML-Seite mit dem Inhaltsverzeichnis öffne ich mit dem <ul> Tag eine sogenannte ungeordnete Liste. Mit <li> wird dann ein neuer Punkt auf der Liste eingeleitet. Nicht vergessen die Tags in der richtigen Reihenfolge zu schließen.

Um die Liste zu gestalten, füge ich in der CSS folgende Regel ein.

ul {
list-style:none;
line-height: 1.7em}

Dabei kann ich mit list-style angeben, ob und welche Art von Aufzählungszeichen eingefügt werden sollen. Wenn ich keine Aufzählungszeichen möchte, trage ich hier „none“ ein.

Anchor

Wenn ich nicht auf den Kapitelanfang, sondern auf eine bestimmte Stelle innerhalb eines Kapitels, beispielsweise auf den Zwischentitel verweisen will, kann ich jeden tag in einen sogenannten anchor verwandeln. Ich füge dem tag dazu mit dem id Attribut eine eindeutige Adresse zu.

<p class=“unterabschnitt“ id=“zwischentitel_1″>Erster Zwischentitel</p>

Wichtig: eine id kann nur einmal in einer HTML-Seite benutzt werden. (Sonst wäre es natürlich keine eindeutige Adresse mehr)

Wenn ich wie im oberen Beispiel einem Abschnitt <p> die id zwischentitel_1 gebe, kann ich genau diese Stelle mit einem <a>tag ansteuern. Dazu füge ich dem <a> link das # Zeichen und den Namen der id an.

<ul>
<li><a href=“sec_005_kapitel-1.xhtml#zwischentitel_1″>Erster Zwischentitel</a></li>
<li><a href=“sec_005_kapitel-1.xhtml#zwischentitel_2″>Zweiter Zwischentitel</a></li>
<li><a href=“sec_005_kapitel-1.xhtml#zwischentitel_3″>Dritter Zwischentitel</a></li>
</ul>

Klicke ich nun im Inhaltsverzeichnis auf „Zweiter Zwischentitel“, öffnet sich das erste Kapitel genau an der entsprechenden Stelle.

So kann ich natürlich nicht nur Unterabschnitte verlinken, sondern auch Bilder, Fußnoten und verschiedene Textstellen untereinander.

In der nächsten Woche wird es um die Einbindung von Fotos und Bildern im E-Book gehen.

Bis dahin eine gute Woche!

Uwe

#rbpub #redbugwriting