DIY-Donnerstag, Epub Insights

EPUB INSIGHTS #2 – CONVENIENT CODE

15. Februar 2018

Howdy liebe AutorInnen und SelfpublisherInnen,

im letzten Beitrag habe ich erwähnt, dass ich es sehr gut finde, wenn in meinen EPUB ein aufgeräumter Code steckt. Ich nenne das Convenient Code.

Was meine ich damit?

Nun, für einen Proficoder mag das etwas anderes bedeuten als für mich. Er schreibt und liest Code, wie andere Leute Texte, wie Literatur. Für ihn mag Code Poetry sein.  Wer es noch nie live gesehen hat, hat spätestens seit »Halt and Catch Fire« einen Eindruck davon bekommen. Aber nicht jeder von uns ist Cameron Howe. Und versteht mich nicht falsch, ich finde das großartig, unglaublich und bin Fan.

Für mich dagegen ist vor allem wichtig, dass ich mich schnell zurechtfinde, z.B. in der CSS meiner EPUB. Zur Erinnerung, die CSS steuert die Erscheinung des E-Books auf den Lesegeräten.

Ich habe letztens ein Manuskript aus einer Word Datei mit einem Konvertierungs-Tool in eine Epub konvertiert. Die automatisch generierte CSS bestand aus – ich hab’s nicht zu Ende gezählt – deutlich über 400 Einträgen. Das nenne ich unübersichtlich. Vor allem, wenn die Einträge zwar mit eindeutigen, für mich aber bedeutungslosen Namen versehen sind, wie etwa: ».einschub.stil8« Okay, es handelt sich vermutlich, um eine Textstelle mit Erstzeileneinschub. Vermutlich. Aber was bedeutet .stil8? Wie unterscheidet er sich von .stil7 oder .stil9? Und welche Textstellen sollen damit ausgezeichnet werden? Ich müsste ein eigenes Glossar anlegen, um mich hier zurechtzufinden.

h1; h2 … -h6 oder Convenient Code

Nehmen wir einmal an, das E-Book ist fertig. Ich habe es auf verschiedenen Lesegeräten gestestet und möchte nun am Aussehen des Textes etwas ändern, sagen wir:

  • die Einzüge bei bestimmten Abschnitten,
  • das Letterspacing bei bestimmten Worten oder Zeilen,
  • die Hervorhebung von Kapitelüberschriften
  • den Abstand von Zwischenüberschriften zum Text
  • die Hervorhebung von Text

Am deutlichsten ist das vielleicht bei der Verwendung von Überschriften.

Es ist üblich Überschriften mit den TAGs für Headlines h1, h2h6 zu versehen.

Da dieser TAG Einfluß auf die SEO einer Website hat, macht es Sinn, ihn auf Webseiten oder in Blogs zu verwenden.

Im Epubs würden diese Überschriften für den Autorennamen, den Titel, den Untertitel, Kapitelüberschriften etc in Frage kommen.

Natürlich ist es wichtig zu wissen, welche Textstellen ich mit welcher Überschrift versehen habe.

Nehmen wir an, ich habe den Kapitelüberschriften, die für eine Überschrift vierter Ordnung übliche »h4« gegeben.

Nachdem ich nun das Aussehen meiner Epub testweise auf verschiedenen E-Readern überprüft habe, stelle ich fest, dass es mir nicht gefällt, wie die Überschrift direkt über dem Text steht und ich den Abstand von der Kapitelüberschrift zum Textanfang vergrößern möchte.

Aus meiner Erfahrung ist »h4« so unspezifisch, dass ich dann eine besondere Notiz brauche, um mich zu erinnern, welchen Überschriftsgröße ich für Kapitelüberschriften gewählt habe. Gut, ich kann in der xhtml-Datei nachsehen.  Aha, Kapitelüberschriften haben »h4« Ich gehe in die CSS ändere bei »h4« margin bottom von 0em auf 6em

…und siehe da alle Überschriften stehen etwas weiter über dem Textanfang.

Beim nächsten Testlauf stelle ich dann allerdings fest, dass auch der Autorenname auf der Frontseite weiter über dem Titel steht. Nun ich hatte ihm ja auch den »h4« Tag zugeordnet. In meiner Randnotiz müsste also auch vermerkt sein, welche Überschriften und Textstellen ich noch mit dem Tag »h4« versehen habe.

Völlig unübersichtlich wird es dann wie gesagt bei Klassen wie ».einschub.stil8«. Was soll mir das sagen? Er steuert alle Textstellen an, denen ich die Klasse ».einschub.stil8« gegeben habe. Aber welche sind das?

Eindeutige Klassennamen

Mir ist also wichtig, dass der Code für mich eindeutig ist und vor allem von mir sofort gelesen werden kann. Deshalb besteht die CSS in der EPUB eines normalen Romans bei mir in der Regel aus etwa 15-20 Einträgen. Für mich hat sich als äußerst hilfreich herausgestellt, jeder Textstelle, die vom Fließtext abweicht, eine eigene Klasse zu geben und vor allem die Klassen in der CSS mit eindeutigen Namen zu versehen. Welche das sind, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache ich weiß, was ich damit meine. Für einen Roman sind verwende ich folgende Klassen:

.autor
.titel
.untertitel
.impressum
.widmung
.vorwort
.kapitel_ziffern
.kapitel
.absatz
.umbruch

.sms
img.cover

img.logo

img.kapitel

img.autor
img.vorschau

 

Wie gesagt, sind die Namen völlig frei wählbar. Wichtig ist nur, dass ich weiß, welche Textstellen damit gemeint sind. Natürlich können es auch viel mehr Klassen sein, wenn mehr Text herausgehoben werden soll. Was z.B. der Fall sein kann, wenn Handschrift, Inschriften, Zitate oder unterschiedliche Erzählperspektiven voneinander abgesetzt werden sollen. Weiter img.klassen können natürlich dazukommen, wenn im Text weitere Bilder oder Grafiken eingebunden sind.

Welche Selektoren über die Klassen hinaus noch Anwendung finden, welche Deklarationen, Eigenschaften und Werte aus meiner Sicht in einer EPUB sinnvoll sind, erläutere ich im nächsten Beitrag.

Bis in vier Wochen

Uwe

#rbpub #redbugwriting #publishing

 

 

7 Tipps für einen guten Schreibstil

7 Tipps für einen guten Schreibstil #7 Stimmigkeit

14. Februar 2018
Stimmigkeit
Stimmigkeit

Von Stimmigkeit spricht man, wenn die Teile eines Ganzen gut zusammenpassen und sich widerspruchsfrei ergänzen: dann ist es „in sich stimmig“. (Wikipedia)

StimmigkeitWenn Literatur beurteilt wird, dann taucht der Begriff der Stimmigkeit immer wieder auf. Und, ja, *seufz*, mal wieder so ein Begriff, der irgendwie schwammig ist und einem nicht so richtig weiterhilft – oder? Also werde ich mal versuchen, etwas mehr Kontur in den Begriff zu bringen und ihn zu umkreisen. Denn das, was man mit Stimmigkeit bezeichnet, fasst im Grunde alle vorhergehenden Blogbeiträge gut zusammen. Wenn du als Autor Stimmigkeit beherrschst, dann ist alles gut. Du merkst, wenn etwas in deinem Text nicht stimmt. Du hast ein Gefühl, eine Ahnung, denn du hast ein Gespür für Sprache und Ausdruck und wirst es schon richtig machen.

Spracherfahrung

Ganz klar sind hier diejenigen im Vorteil, die sich in einer Sprache sehr gut auskennen. Wenn du also schon als Kind in einem Umfeld aufgewachsen bist, in dem viel und auf hohem Niveau geredet wurde, wirst du ein gutes Sprachgefühl haben. Und – wieder einmal – haben auch alle die einen Vorteil, die viel lesen und so ein großes Sprachgefühl entwickelt haben. Oh, Moment! Alle, die GUTE Bücher gelesen haben. Denn liest man nur schlechte Bücher mit einem niedrigen Sprachlevel und schwachem Stil, dann entwickelt man sich nicht weiter. Allerdings kann es sehr wohl Sinn machen,  gute UND schlechte Bücher zu lesen, um den Unterschied zu erkennen. (Wobei es immer schwerer fallen wird, schlechte Bücher zu lesen, wenn man die guten zu schätzen weiß).

Kommunikation

Zu schreiben ist Kommunikation. Vom Autor zum Leser. Der Autor teilt etwas mit, der Leser sollte es verstehen. Gelingt das gut, dann ist es stimmig, wenn nicht, dann … nun, ich habe dafür mal ein Diagram des Kommunikationswissenschaftlers Friedemann Schulz von Thun nachgezeichnet.

Nehmen wir an, jemand erscheint im Jogging-Anzug auf einer Hochzeit. Für ihn selber ist das okay, nur in der Situation ist es nicht passend. Dann wäre er nach diesem Schema: daneben.

Aber auch, sich in ein tolles Kleid zu zwängen, wenn man sonst eher lässig herumläuft, ist nicht stimmig, sondern „nur“ angepasst.

Ebenso ist es mit dem Schreibstil. Der wäre dann stimmig, wenn er zum Autor passt, aber auch angemessen für die Situation, also die Zielgruppe der Leser ist. Ein gutes Beispiel wäre ein schnoddriger Coming of Age-Roman eines Rappers. Der mag nicht jedem gefallen, die Sprache ist vielleicht sogar sehr umgangssprachlich, die Inhalte eher roh und agressiv oder sexuell – aber alles im allem stimmt das Werk dann trotzdem im Ganzen. Man würde es stimmig nennen. Vielleicht sogar loben und mit einem Preis versehen. Dagegen wäre der Liebesroman, den eine Autorin unter Pseudonym in einem konventionellen Stil schreibt, zwar nicht daneben oder verquer, aber angepasst. Nicht wirklich sie selbst, was schon an dem Pseudonym deutlich wird.

Sprachgespür

Was man sehr oft sieht, ist, dass ein/e AutorIn versucht, sich besonders gewählt auszudrücken, dieses Sprachlevel aber nicht wirklich beherrscht. Häufig findet man das in Rezensionen von Buchbloggern, die versuchen, dem Stil eines Buches mit einer besonders gewählten Sprache gerecht zu werden, sich aber eben nicht wirklich auf diesem Sprachlevel befinden. Ich gebe mal ein Beispiel, das ich vor ein paar Tagen zufällig auf einer Website in einer Jugendbuchrezension gefunden habe:

„… Ich wusste zwar, dass es unausweichlich sein würde, es aber dann zu lesen und somit selbst mitzuerleben, war im wahrsten Sinne des Wortes überrollend.“

Ich gebe die Quelle hier nicht an, da ich niemanden bloßstellen will, denn darum geht es mir nicht. Im Gegenteil, ich finde es großartig, wenn Menschen bloggen/schreiben/sich ausdrücken, denn nur so lernt man, besser zu werden. Und – klar – in der Begeisterung kann es uns allen passieren, dass wir mit unserem sprachlichen Ausdruck mal daneben liegen. Doch das Beispiel ist so interessant, weil hier auf kleinem Raum viele Fehler gemacht werden.

„Ich wusste zwar, dass es unausweichlich sein würde …“

Mit „unausweichlich“ wird eine Tatsache bezeichnet. Sein würde? Hier ist der Konjunktiv – schräg. Mit sehr viel Selbstbewusstsein hätte die Bloggerin einfach schreiben können: Was kam, war unausweichlich. Eine Behauptung, aber – nun ja – es ist ihre Rezension. Oder: Ich wusste, es war unausweichlich. Oder: Ich ahnte, dass etwas Unausweichliches passieren würde.

Sinn von Sprache

„Es aber dann zu lesen und somit selbst mitzuerleben“.

Nein. Lesen ist lesen und Erleben ist erleben. Aber man versteht, was gesagt werden soll. Es war, als ob man es miterlebt hätte. Unstimmig ist hier das Wort: somit. Es drückt aus, dass Lesen und Erleben in einer ganz normale Abfolge stehen. „Das Reh zu zu erschießen und somit zu töten, fiel mir schwer.“ Geht. Das Reh zu erschießen und somit zum Leben zu erwecken – geht nicht. Zu lesen und somit selbst mitzuerleben? So weit werden wir vielleicht irgendwann sein. Bisher – ist es noch nicht möglich.

Spracherfahrung

„… war im wahrsten Sinne des Wortes überrollend.“

Im wahrsten Sinne des Wortes ist eine sehr beliebte Floskel, die – schon ziemlich abgelutscht ist, aber okay, natürlich kann man sie anwenden. Im „wahrsten Sinne des Wortes“ in einem Satz anzuwenden, setzt eine große Spracherfahrung voraus. Dazu muss man wissen, dass es Worte gibt, die nicht im eigentlichen Sinne verwandt werden. Sagen wir: berühren. Er berührt sie. Sie wurde von ihm berührt. Also angefasst. Wir sagen aber auch gerne: Das Theaterstück hat mich berührt. (Natürlich nicht im wahrsten Sinne des Wortes!).

„Im wahrsten Sinne des Wortes“ benutzen wir, wenn ein Wort, das eigentlich nicht in seinem üblichen Sinn gebraucht wird, an die alte Bedeutung herankommt – also etwa: Der Schaupieler hat mich – im wahrsten Sinne des Wortes – berührt. Nämlich nicht nur mit seinem Schauspiel, sondern auch tatsächlich während des Theaterstücks.

… überrollend

Bücher sind nicht überrollend. Auch nicht das, was in ihnen beschrieben wird. Im wahrsten Sinne überrollend? Verquer.

Sprache ist Kommunikation

In einem Buch ist Sprache Teil der Kommunikation. Vom Autor zum Leser. Und die Sprache, der Sprachstil ist der Übermittler der Botschaft, des Sinns, oder auch eines Bildes oder Gefühls, das durch Sprache erzeugt wird. In poetischen Texten kann es Wortbilder geben, die der Autor erfindet oder auch neue Ausdrücke, die nur der Autor anwendet. Das ist Wortkunst oder eben Literatur, also eine Loslösung von den alten Sprachmustern, um etwas Neues zu erschaffen. So kann es also auch sein, dass ein Werk/Buch für einen Kritiker stimmig ist, das sehr viele Menschen nicht verstehen, da sie sich auf einem niedrigerem Sprachlevel befinden.

Mein Stil

Letztens meinte mein geliebter Lebensgefährte in einer Nebenbemerkung, dass ich Autoren wohl beibringen möchte, besser zu schreiben. Hm. Stimmt das? Ich denke: Ja, auf der einen Seite ist das richtig. Doch auf der anderen möchte ich niemanden bekehren und schon gar nicht anprangern. Eher ermuntern, die eigene Sprachebene (auch wenn sie niedrig ist) selbstbewusst zu umarmen (im übertragenen Sinn ;) und einen eigenen Stil zu entwicklen. Dazu zu stehen, was man schreibt und wie man es schreibt. Kein Verstecken hinter Pseudonymen und auch kein So-tun-als-ob in dem, was man schreibt. Ich habe die Texte meiner Kinder geliebt, die früher natürlich nicht ganz „richtig“ waren. Aber sie waren stimmig. Dem Alter entsprechend, ehrlich, direkt, großartig.

Worksheet

Vieles, was mit Stil beim Schreiben zu tun hat, ist eine Frage der Erfahrung. Mit Sprache und mit Wortanwendung.  Oder des Wissens: Über Wortbedeutung oder die Bedeutung von Ausdrücken und Aussprüchen. Kann man das üben? Na klar. Als kleinen Beitrag gibt es von mir heute ein mehrseitiges Worksheet und – keine Angst – darin wird es nicht um Stimmigkeit gehen. Dafür gibt es Übungen zu den vorhergehenden Blogbeiträgen, also: Show don’t tell, Adjektive, Passiv und Aktiv … Wie immer könnt ihr es euch hier herunterladen und dann loslegen.

In der nächsten Woche mache ich eine Pause. Zum einen überlege ich noch, worüber ich demnächst bloggen werde. Ich denke über eine Reihe zu Buchideen oder eine vertiefende Blogreihe zu Charakteren nach. Wünsche könnt ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen. Zum anderen blogge ich nächste Woche über Cover, also habe ich gar keine echte Pause ;) Wenn ihr Fragen habt oder Anregungen, kommentiert ebenfalls gerne.

Bis dann

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #amwriting

Event, Red Bug Books

Valentinstag – Give Away Buchpäckchen

14. Februar 2018
valentinstag -give away
Valentinstag – Give away

Braucht man einen Vorwand, um ein Buchpäckchen zu verschenken? Nö, eigentlich nicht, aber am Valentinstag macht es ganz besonderen Spaß.

Und was wird drin sein? Wir haben uns für die Flying Moon-Serie entschieden. Ola! Dazu gibt es – farbig abgestimmt – Tee und Duschgel, weil – und das wisst ihr ja, wir lieben es bunt. Worum geht es in der Buchserie? Okay, auch das werden die meisten von euch auch wissen, denn Band 1 ist eines unserer ersten Bücher, die wir herausgebracht haben. Wir sind Filmfreaks und da bald die Oscars verliehen werden passt die Serie perfekt und – na klar, Valentinstag und Liebe gehört einfach zusammen.

Für alle, die die Serie noch nicht kennen, stellen wir sie kurz vor:

Flying Moon Band 1 Moon

Flying Moon*Ein rockiges Aschenputtel, ein trauriger Prinz, eifersüchtige Exfreundinnen. Ein modernes Liebesmärchen*

Inhalt:

Als Moon mit ihrer Familie zu einer großen offiziellen Filmparty geht, verspricht sie sich nicht viel von dem Abend. Nur Erwachsene und alle reden über das Filmgeschäft. Bis sie einen Jungen entdeckt und sofort eine Verbindung spürt. Sie flirten und verbringen die halbe Nacht miteinander. Was Moon nicht ahnt, er ist ein junger Filmschauspieler und sein Ruf als Verführer legendär. Doch ihr Vater weiß das und als er die beiden zusammen entdeckt, verlässt er sofort mit Moon die Party.

Ein Jahr später hat sich Moons Leben von Grund auf geändert, ihre Eltern sind getrennt, sie lebt mit ihrer Mutter in einer anderen Stadt. Den Jungen hat sie nicht vergessen, doch wer er ist, weiß sie noch immer nicht. Bis sie an der Schule für ein Filmprojekt entdeckt wird. Und am ersten Drehtag außsgerechent auf IHN trifft. Alle Gefühle sind noch da, doch mittlerweile ist er ein bekannter Nachwuchsstar und wird von vielen angehimmelt. Im Film sollen sie nun ein Liebespaar nur spielen, doch beide empfinden viel mehr für einander …

Zu Flying Moon gibt es ein Moodboard auf Pinterest mit großartigen Bildern und Stimmungen. Zudem gibt es Stimmungsboards für die Hauptcharaktere: Moon und Lasse.

Zur Entstehung von Flying Moon gibt es ein Interview mit Katrin Bongard

Flying Moon Band 2 Lasse

*Ein trauriger Prinz, ein rockiges Aschenputtel, eifersüchtige Exfreundinnen. Ein Film-Märchen*

Nachwuchfilmstar, Partygänger, Kiffer, Verführer. Lasse hat viele Etiketten, aber es kümmert ihn wenig. Bis er auf einer Filmparty ein unbekanntes Mädchen trifft und sich sofort verliebt. Für sie will er anders sein, sich öffnen, Schwäche zeigen. Aber sein altes Image verfolgt ihn und droht nicht nur seine Karriere, sondern auch seine neue Liebe zu zerstören.

Im zweiten Teil der Film.Love.Story kommt Lasse zu Wort und schildert seine Sicht der ersten Begegnung mit Moon und ihrer Wiederbegegnung an einem Filmset.

 

 

Flying Moon Band 3 – Premiere

**Ein verwandeltes  Aschenputtel, ein Ballsaal im Dunkeln, ein überraschter Prinz – Ein modernes Märchen**

Schon zweimal hat Moon den Jungschauspieler und aufsteigenden Filmstar Lasse getroffen. Immer war es Liebe und Leidenschaft, doch dann wurden beide wieder getrennt. Als sie sich zum 3. Mal auf der Premiere von Heimweh treffen, könnte es endlich eine Zukunft für das Paar geben. Lasse will nach Berlin ziehen und Moon hat die Schule beendet und ist frei. Nur ist ihr Leben alles andere als einfach. Lasse dreht in London einen internationalen Film und Moon zieht in eine Jungs-WG. Life is crazy – is love stronger?

 

 

Valentinstag – Give Away


Valentinstag - Give away

Um das Buchpäckchen zu gewinnen, kommentiert bis zum 25.Februar 2018 um 24 Uhr unter diesem Beitrag und sagt uns gerne, was ihr am Valentinstag so vorhabt oder gemacht habt.

Am 26. Februar verkünden wir hier den/die GewinnerIn und mailen ihn/sie zusätzlich an.
Habt einen wundervollen Tag voller Blumen, Liebe und natürlich Büchern!
Hugs and roses –
Die Redbugx
DIY-Donnerstag, Lettering

Red Bug Lettering #2: One Letter Meditation & Lettering Basics

8. Februar 2018

Hey ihr,

letztes Mal habe ich euch einen Überblick über Schrift, Lettering usw. verschafft. Heute geht es praktisch weiter, heute könnt ihr was lernen!

Ich zeige euch ein paar Lettering-Basics, eure Werkzeuge mit denen ihr tolle Schriftzüge hinbekommt und meine One-Letter-Meditation. Also lasst uns loslegen.

Am wichtigsten ist vorab zu sagen, dass ihr garantiert Material zum Lettern zuhause habt. Natürlich habe ich meine Lieblingsstifte, mein Lieblingspapier und auch meine Lieblingsfarben, die ich gerne benutze. Man benötigt auf keinen Fall teure Stifte. Papier sammel ich ständig. Am besten ist immer Weihnachten. Da such ich mir die schönsten Verpackungen raus, bevor sie weggeworfen werden. Manchmal sind da echte Schätze dabei (Papiere mit netten Mustern, exotische Strukturen oder seidenes Papier). Jedes Papier ist erlaubt, jeder Stift. Am wichtigsten ist, dass ihr damit gerne arbeitet.

Choose Your Weapon

Es gibt verschiedene Wege, interessante Buchstabenformen hinzubekommen. Dabei gibt euer Werkzeug meistens den Ton an. Vor vielen Jahrhunderten haben die Menschen Schrift in Stein gehauen, in Wachs geritzt, oder mit Stäben die Keilzeichen in Ton gedrückt. Vieles davon ist heute oldschool. Aber viele Schriften basieren immer noch auf diesen Techniken. Manchmal entdeckt man dann eine Font in einem neuen coolen Kinofilm, deren Grundformen eigentlich aus dem alten Rom stammt. Und sie funktioniert noch heute.

1. Hier seht ihr Pinsel, oder die weiterentwickelte moderne Form davon: den Brushpen.

lettering

Es gibt den ganz normalen Pinsel, den jeder vielleicht noch aus seiner Schulzeit hat. Oder aber den Brushpen, den es in total vielen Ausführungen gibt. Ich gucke öfters mal, was es so Neues gibt, wenn ich gerade unterwegs bin. Denn jeder Stift oder Pinsel hat seine eigene Persönlichkeit. Die einzige Regel für den richtigen Pinsel ist: Nimm den, mit dem es dir am meisten Spaß macht!

2. Die Breitfeder

Eigentlich ist es nur ein Stift der vorne abgeflacht ist. Aber die Wirkung ist umso überraschender! Heute zeige ich euch ein paar Übungen damit. Der Witz bei der Breitfeder ist der Kontrast zwischen dickem und dünnem Strich. Früher gab es da Federkiele und Stahlkalligrafiefedern, die moderne Variante sind fette Graffitimarker, mit denen überall hingeschrieben wird (meistens mit ultrahaftenden Tinten).

Lettering _ Lukas Horn

3. Weißmacher und Bleistifte

Manchmal ist es gut, leicht mit dem Bleistift vorzuzeichnen. Gerade wenn alles seinen Platz haben soll. Und weiße deckende Stifte und Tinten sind sehr praktisch, wenn man kleine Stellen korrigieren will.

Lettering - Lukas Horn

4. Stifte zum Nachziehen

Wenn du schnell und dreckig einen tollen Schriftzug malst, kann es sein, dass ein paar Striche zu dünn sind, oder sie nicht so sitzen, wie du es haben willst. Manchmal ist die Farbe vom Schriftzug zu hell, dann ist es immer gut, eine dunkle Farbe dazu zu nehmen, mit der man den Schriftzug nachmalen kann. Hier hast du auch die Möglichkeit, kleine Details einzufügen.

Die Breitfeder

Heute zeige ich euch die Breitfeder. Ich benutze meistens nicht Metallfeder und Tinte, sondern einen Marker, der gut in der Hand sitzt und mit dem das Schreiben wie geschmiert läuft. Das Wichtige ist nur, dass er vorne abgeflacht ist. Diese flache Kante setzt du einfach schräg aufs Papier (meistens). Wenn du noch nie damit geschrieben hast, gucke dir meine Worksheets an. Wenn du dich für den RedBugCulture-Newsletter einschreibst, bekommst du sie mit dem nächsten Newsletter gratis zugeschickt.

Das Alphabet

Für den Anfang ist es immer gut, wenn ihr mal ein paar Buchstaben nachmalt. Im nachfolgenden Video habe ich euch ein Beispiel vorgeschrieben. Probiert es einfach mal aus. Ich schreibe oft ohne liniertes Papier oder auf vorgezogenen Linien, aber ich denke für den Anfang lohnt es sich, wenn ihr euch Linien vorzeichnet. Ihr könnt auch gerne meine Worksheet ausdrucken, so könnt ihr üben.

One Letter Meditation

Eine Sache die ich euch ans Herz legen will, ist ein ganzes Alphabet schön schreiben zu können. Es ist gut, sich ab und an einen einzelnen Buchstaben vorzunehmen, und dessen Schönheit zu feiern. Ich zeichne manchmal Hefte voll mit einzelnen Buchstaben, nur um zu sehen, wie man sie am besten hinbekommt. Das ist meine One-Letter-Meditation. Es ist eine gute Konzentrationsübung und sie bringt mich schnell runter, wenn ich gerade viel um die Ohren habe. Du brauchst eine Breitfeder oder einen Stift mit einer flachen Kante. Am besten in einer hellen Farbe. Einen dunklen Stift zum Nachziehen und optional einen Weißmacher(siehe oben), um feine Änderungen zu machen. Im folgenden Video siehst du meine Routine. Sie besteht aus:

1. dem Vormalen: nehmt eine helle Tinte oder einen hellen Stift, denn der Buchstabe wird später nochmal mit einer dunklen Farbe nachgezogen und getuned. Das Vormalen kann gerne schnell und unsauber sein. Da entstehen die spannendsten Sachen. Und da ihr später nochmal Nachmalen, sind kleine Fehler nicht schlimm.

2. Konturen nachmalen: Anschließend nehmt ihr die dunkle Farbe. Ich benutze immer Stabilostifte. Es gehen auch Fineliner. Ihr zieht die Konturen nach. Damit habt ihr schon mal die fast fertige Form!

3. das Ausmalen: Juhu, das ist immer die entspannendste Arbeit. Danach habt ihr den fast fertigen Buchstaben vor euch.

4. das Ausbessern: Mit Weiß könnt ihr den Buchstaben noch ein wenig ausbalancieren. Hier ist vielleicht ein wenig zu viel Gewicht, oder dort steht ein Strich über.

Ich wünsche euch viel Spaß mit meinem Flow!

Falls ihr Fragen habt, schreibt sie einfach in die Comments.

Lukas

7 Tipps für einen guten Schreibstil

7 Tipps für einen guten Schreibstil #6 Adjektive und Adverbien

7. Februar 2018
Adjektive und Adverbien
Details – Adjektive und Adverbien

Ich liebe Adjektive und Adverbien und Modalpartikeln. Immer schon. Ich weiß, mein Deutschlehrer hat sich immer schrecklich über diese Füllworte aufgeregt. Er war ein Kafka-Bewunderer und liebte dessen karge und präzise Texte. Er hat uns erzählt, dass Kafka tagelang über einen Punkt nachdenken konnte. Okay, ja, das verstehe ich. Zwar sind es bei mir vielleicht nicht Punkte, aber Worte schon. Trotzdem habe ich meinem Deutschlehrer damals still widersprochen. Nö, sorry, ich mag diese Adjektive und Adverbien und all diese Füll- und Modewörter.

Schreiben kann ziemlich anstrengend sein.

Klarheit

Mein Deutschleher würde hier natürlich sofort das ziemlich streichen. Und das natürlich auch. Aber, hey, merkt ihr, wie unemotional der Text dann auf einmal wird? Menschen, die eine emotionale Ausdrucksweise haben, werden mich verstehen. Als Jugendbuchautorin schreibe ich fast immer in einer gesprochenen Sprache, die voll von bunten Wortpartikeln ist. Hochemotional, lebendig, eigen. Ich finde, das muss so sein.

Was sind Adjektive?

Nun ist es aber so, dass mein Deutschlehrer schon irgendwie recht hat. („Schon irgendwie“ würde er sofort streichen!). Adjektive und Adverbien ganz gezielt und stilsicher einzusetzen, ist eine Kunst. Ich habe da am Anfang so ungefähr jeden Fehler gemacht, den man sich vorstellen kann, gerade weil ich diese kleinen Worte nie vernachlässigen wollte.

Fangen wir also bei den Basics an, der Definition, damit wir wissen, worüber wir uns hier unterhalten:

Das Adjektiv ist ein Eigenschafts- oder Beiwort, auch Wiewort (wie ist etwas?) genannt. Es bezeichnet/beschreibt die Beschaffenheit oder eine Beziehung eines Dinges, einer Sache, eines Vorganges oder Zustandes. (nach Wikipedia)

Das große Auto, der hohle Baum, der leere Kopf. Na, grandios, oder? Wo ist das Problem? Das Problem ist, dass Adjektive oft gerne in den Text gestreut werden, um ihn interessanter zu machen oder um mehr Worte aufs Papier zu bringen oder weil Autoren nicht genug darüber nachdenken, was sie genau sagen wollen. Manchmal rutschen sie auch im Schreibflow in den Text. So kommt es dann zu Wortverbindungen wie diesen:

Das schöne Model // der weiße Schimmel // die ruhige Stille //

Im ersten Fall ist „schön“ überflüssig, da Models in der Regel schön sind – was sonst? Da muss man sich schon etwas mehr Mühe geben, um zu sagen, wie dieses Model aussieht. Noch schlimmer: Der weiße Schimmel. Nun, Schimmel sind – weiße Pferde! Die Information weiß ist  hier vollkommen überflüssig. Das nennt sich Redundanz.

Redundanz = überflüssige Information.

Genauso verhält es sich mit der Stille. Logisch ist die Stille ruhig. Was sonst? Und die Regel ist auch ganz einfach: Überflüssige Adjektive sollte man streichen. Sofort.

Was sind Adverbien?

Adverb ist ein Umstandswort oder (heutzutage seltener) Nebenwort. Es gibt nähere Angaben zu Ereignissen oder zu Aussagen. (nach Wikipedia)

Diese anderen kleinen Wörter, die keine Adjektive sind, die wir aber trotzdem für eine nähere Beschreibung brauchen, sind Adverbien. Worte wie: allein, alle, immer, hoffentlich, höchstens, ganz … Hier mal eine Liste, die ziemlich vollständig ist. Adverbien sind nicht ohne Grund in die Sprache eingeführt worden und oft sehr wichtig.

Er warf den Ball weit.

Na, klar, wenn es wichtig zu wissen ist, ob der Ball weit geworfen wurde (in einem Wettkampf), dann  wollen wir  wissen, ob er weit oder nicht so weit geworfen wurde. Wichtige Info an der richtigen Stelle. Das ist überhaupt der Zauber von Adverbien, die kurz und knapp eine Handlung oder eine Aktion oder eine Aussage genauer beschreiben können. Sie schluckte hart// sie tanzte allein // er aß langsam. Nichts ist an diesen Verbindungen auszusetzen. Kritisch wird es hier:

Er rannte schnell// sie litt fürchterlich // er weinte bitterlich // er küsste leidenschaftlich //

Im ersten Fall – richtig – Redundanz (ihr lernt bei mir jetzt sogar Fremdwörter). Rennen heißt, schnell zu laufen, und muss daher nicht noch mal gesagt werden. Nie! Die anderen drei Beispiele sind etwas weniger offensichtlich. Sie litt. Ja, Leiden ist keine schöne Sache. Aber fürchterlich? Was soll das sein? Hier würde man das fürchterlich streichen, da es keine neue Information zu dem Leiden hinzufügt. Genauso verhält es sich mit dem bitterlichen Weinen oder dem leidenschaftlichen Küssen. Schwacher Stil. Wir wollen hier mehr Informationen, aber nicht das schon offensichtliche Leiden durch ein überflüssiges „fürchterlich“ verstärkt haben. Doch manchmal wollen wir schon mehr Informationen über – sagen wir – das Küssen geben oder bekommen:

Er küsste sie leicht auf den Kopf // er umschloss ihre Lippen fast fürsorglich //

In diesen Fällen kommen zum Küssen noch wichtige Zusatzinformationen und Fragen hinzu. Leicht auf den Kopf – also nicht leidenschaftlich. Umschloss die Lippen fast fürsorglich. Was geht da wohl in der Beziehung vor sich? Dann wird es interessant und genau so oder noch viel besser sollte man Adjektive und Adverbien benutzen. Aber erst noch zu den Problemen.

Adjektiv-Overkill

Adjektive sind exzellente Bedeutungverschleierer. Streut man sie nur großzügig über den Text, hört es sich schon nach etwas Besonderem an. So entstehen feste und grausige Wortgespanne, die immer und immer wiederholt werden und dann nicht nur vage, sondern auch noch abgelutscht sind und klingen.

Adjektivgeschwurbel findet man besonders häufig in: Kunstbeschreibungen, Theaterkritiken, Buchrezensionen und Werbebroschüren.

  • Ein fulminanter Abschluss (der Trilogie)
  • Ein würdiges Ende
  • Ein furioser Anfang
  • Die goldene Mitte
  • Ein fantastischer Abend
  • Eine bravouröse Leistung
  • Die hochtalentierte Sängerin
  • Ein umfassendes Angebot

*barf* Sorry. Das würdige Ende hat sich schon so durchgesetzt, dass ich mich langsam frage, was ein unwürdiges Ende sein soll? Was will man überhaupt genau damit sagen? Würdiges Ende? Ist das Ende dem Autor würdig? Oder den Charakteren (die genau das verdient haben) oder dem Leser (der ja schließlich ganz würdevoll gelesen hat?) Ebenso schlimm: der fulminante Abschluss. WTF?

fulminant= Adjektiv

  1. sich in seiner außergewöhnlichen Wirkung oder Qualität schlagartig mitteilend; ausgezeichnet, glänzend, großartig
  2. (Medizin) blitzartig auftretend, schnell und heftig verlaufend (von Krankheiten)

Wenn man fulminant benutzt, dann will man offenbar „großartig“ oder „glänzend“ sagen (und wohl eher nicht „schnell verlaufend“ ;). Doch  was sagt das über den Abschluss einer Trilogie? Sie war großartig. Okay. Und was heißt das nun? Denn wenn man darüber nachdenkt, was man sagen will, fällt einem vielleicht auf – dass man es gar nicht so genau weiß. Doch ein guter Stil ist klar.

Adjektive werden oft als blendender Glitter oder Wortschaum benutzt, um den Leser davon abzulenken, dass im Grunde gar nichts gesagt wird. Und weil der Leser von den großen, prächtigen Worten, die auch noch wichtig, weil fremd klingen, beeindruckt ist, fragt er offenbar nicht nach. Aber, genau, Freunde! Der Kaiser hat keine Kleider an. Egal, was er uns gerade weiszumachen versucht.

Modalpartikeln

Hach, ja. Und dann gibt es da noch diese kleinen Partikelworte, die ich ganz besonders liebe. Nicht das Salz in der Suppe, aber die Prise Chili am Reis, der Hauch Puderzucker über den Muffins, das Schirmchen im Eisbecher.

Modalpartikeln (auch Abtönungspartikeln, Abtönungswörter oder MP) dienen dazu, die Einstellung eines Sprechers hinsichtlich der Satzaussage auszudrücken oder sie zu beurteilen. (nach Wikipedia)

Modalpartikeln findet man besonders in der gesprochenen Sprache. Das Deutsche hat sogar sehr viele dieser Modalpartikel und noch mal: Ich liebe sie!

  • Du denkst wohl, ich mache Spaß
  • Ich wusste ja, dass du nicht kommen kannst
  • Du bist aber gewachen!

aber, auch, bloß, denn, doch, eben, eigentlich, etwa, halt, ja, mal, nur, schon, vielleicht, wohl …

Das alles sind wunderschöne Modalpartikel, die man in den Satz streut, um die Bedeutung minimal zu verschieben. In unserer Sprache haben die Worte oben eigentlich eine andere Bedeutung. In: Du bist aber schön!, bedeutet „aber“ nämlich etwas anderes als in: Du bist schön, aber leider dumm.

fein, ganz, gerade, gleich, einfach, erst, immerhin, schließlich, überhaupt, ruhig …

Sind auch Modalpartikel, die aber keine Homonyme (heute lernen wir Fremdwörter) haben. Also keine Doppelbedeutung. Einfach nur kleine Worte die überhaupt keine ganz eindeutige Funktion haben, aber schließlich auch mal in einem Satz vorkommen wollen. Gott, ich habe so viel Verständnis dafür!

Diese kleinen Worte richtig einzusetzen, setzt sehr viel Umgang mit der gesprochenen Sprache voraus und – ich kleine Plaudertasche – bin genau daher ein Fan von diesen Worten. Mein Tipp: Benutzt sie reichlich und weise, wenn ihr in der Jugendliteratur, im Regionalkrimi oder anderen Genres unterwegs seid, die eine lebendige Sprache brauchen.

Zoom in – zoom out

Okay, nun bin ich wirklich sehr nah an den Text herangezoomt. Genau das solltet ihr auch tun, wenn ihr euren Text überarbeitet. Irgendwann müsst ihr nah herangehen und nachsehen, ob die Sache mit den Adjektiven stimmt, ob die Adverbien gebraucht werden, ob ihr ständig das gleiche Modalpartikel gebraucht.

Grundregel für Adjektive und Adverbien: Funktioniert der Satz auch ohne sie bestens, dann streicht. Wollt ihr etwas trotzdem genauer beschreiben, dann macht euch die Mühe, dies mit einem zusätzlichen Satz oder Halbsatz oder Absatz zu tun.

Grundregel für Modalpartikel: Gebt jedem Charakter eine bestimmte Färbung in der Sprache. Der Rapper sagt häufig:  echt, Mann? Der Besitzer des Berliner Zeitungskiosks immer: wat? Streut auch die Modalpartikel nicht zu großzügig über den Text. Am besten findet ihr die Worte, die ihr gerne und eben zu oft benutzt beim Überarbeiten mit der Suchfunktion eures Textverarbeitungsprogramms.

Soooo, das war ja mal wieder so richtig viel Input, wa ey? Ja, ich weiß, in einem hochernsten Blogartikel über Sprache findet man so was normalerweise nicht. I’m different.

Haltet euch nicht nur an Regeln, findet euren eigenen Stil.

Nächste Woche beende ich die kleine Reihe über Stil mit einem Beitrag zu Stimmigkeit. Das heißt, ich zoome wieder ganz heraus und frage: Was macht einen Text – egal in welchem Stil geschrieben – zu einem guten Text? Dazu gibt es ein Stil-Worksheet, in dem ich alle Fehler gemacht habe, die man so machen kann. Nur für euch, zum üben!

Bis dann

xoxo

Katrin

#rbpub #redbugwriting #amwriting

DIY-Donnerstag

Archetypen #2 : The Innocent

1. Februar 2018
ARCHETYPEN THE INNOCENT

Hi! Wir sehen uns schneller wieder als geplant, weil Lukas seinen Beitrag kurzfristig verschoben hat und ich für ihn einspringe. Also widmen wir uns unserem ersten Archetypen….

THE INNOCENT


The INNOCENT ist ein wunderschöner Archetyp. Beneidenswert in vielerlei Hinsicht. Unschuldig zu sein, frei von Sorge oder Ängsten, unbeschwert durchs Leben zu gehen, dass erscheint vielen von uns als höchste Kunst. Und in Gegenwart eines INNOCENT ist es das auch.
Ihr oder sein höchstes Ziel ist es, glücklich zu sein. Mit sich und der Welt im Reinen. 

Für einen INNOCENT ist es wichtig, dass die Dinge rein, unschuldig, pur sind. Das macht sie zu ausgezeichneten Freunden, die immer Verständnis und Offenheit für deine Eigenheiten haben. INNOCENTS schätzen Individualität. Sie respektieren Macken und Maroden, denn die machen uns zu dem, der wir sind.

Luna

Luna Lovegood ist ein wunderschönes Beispiel für einen INNOCENT, gerade weil sie so ungewöhnlich ist. Sicher, sie hat viele Eigenschaften eines Creators, denk an das große Deckengemälde, dass sie in ihrem Zimmer gemalt hat. (Oder wenn wir schon dabei sind, die gesamte Gestaltung des eigenwilligen Lovegood Turms), aber ihre unverblümte, optimistische und verträumte Art, macht sie für mich zu einem INNOCENT.

 

Gerade in vertrackten Situationen hat Luna eben deshalb den Durchblick, weil sie offen für unkonventionelle Lösungen ist, weil sie an das Gute im Menschen und an … Nargel glaubt. Für Luna ist kein Weg zu wirr und kein Vorschlag zu absurd. Sie weiß, dass unsere Welt in Wirklichkeit voll Wunder steckt und man nur bereit sein muss, sie wahrzunehmen. Nicht selten überrascht sie Harry, Ron und Hermine mit ihren einfühlsamen Anmerkungen oder ungewöhnlichen Ideen. Und immerhin ist sie ein Ravenclaw, was deutlich macht, dass INNOCENTS, so realitätsfern und blauäugig sie einem manchmal erscheinen, einen scharfen Verstand und einen feinen Sinn für das Wesentliche haben.

Stärken und Schwächen

INNOCENTS haben eine wundervolle Art, das Leben leicht, unverblümt und ungetrübt aussehen zu lassen. Sie sind begabte Künstler, denn sie können im wahrsten Sinne des Wortes Welten erschaffen, in denen Menschen sich frei entfalten können. Diese paradiesische Vorstellung gehört für diesen Archetyp zur Grundvoraussetzung eines guten Lebens. Gleichzeitig sind sie gute Lehrer, denn in Anwesenheit eines INNOCENT, wird jeder eingeladen, schonungslos man selbst zu sein.

Menschen mit diesem Archetyp haben eine ausgeprägte Fantasie, die es ihnen ermöglichst, Szenarien zu kreieren, in denen die Welt ihren Werten gerecht wird. Sie sehen was sie sehen wollen. Das kommt natürlich nicht ohne ein bisschen Kritik von anderen Archetypen; zu den Schwächen eines INNOCENT gehört, sich Dinge schön zu reden oder gegenüber den Sorgen anderer gleichgültig oder weltfremd zu erscheinen.

INNOCENTS folgen ihrem Sinn für Klarheit, Reinheit und Gerechtigkeit und wirken deshalb auf andere Menschen manchmal naiv, ja, fast ein bisschen kindisch. Bei näherem Hinsehen jedoch, entpuppt sich ein INNOCENT als fantasievoller Lehrer, der in vielerlei Hinsicht, die Fähigkeit besitzt, glücklich zu sein und somit auch andere glücklich zu machen, eben weil sie den Blick auf das Positive, auf das Mögliche, auf das Menschliche richten.

Wünsche und Bedürfnisse

Für INNOCENTS ist wichtig, sie so sein zu lassen, wie sie sind. Wundersam, neugierig und fantasievoll. Nichts ist schmerzhafter als die Idee, ein bestimmtes enges Ideal erfüllen zu müssen, mit dem sie nicht einverstanden sind. Deswegen ist es hilfreich, INNOCENTS das zurückzugeben, das sie der Welt schenken: Freiheit und Respekt. INNOCENTS streben nach einer Welt, in der jeder so sein kann, wie er will. In der man harmonisch zusammenlebt, nicht nur obwohl, sondern gerade weil man unterschiedlich ist.

Eine Marke, die das Prinzip INNOCENT für mich verkörpert ist Headspace. HEADSPACE ist eine Meditations-App, die dir beibringt zu meditieren. Mit liebevollen, bunten Animationen und Andy, dem modernen Guru. In Headspaces Motto wird das Grundbedürfnis eines jeden INNOCENTS schön verdeutlicht: „to improve the health and happiness of the world.“

Talente und Berufungen

INNOCENTS sind natürlicherweise neugierig. Sie interessieren sich für ausgefallene Zweige der Wissenschaft und sind bereit, in ihrem Interessengebiet so lange zu forschen, bis sie jede kleine Eigenheit und alle unentdeckten Fragen und Möglichkeiten aufgedeckt haben. Sie wertschätzen die Natur und den natürlichen Ausdruck. INNOCENTS sind freundlich, sanftmütig und rücksichtsvoll und besitzen doch einen gewissen Nachdruck, mit denen sie ihren Interessen und Idealen nachgehen.

Sie arbeiten ständig an neuen Ideen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und dafür kann man ihnen unendlich dankbar sein.

7 Tipps für einen guten Schreibstil

7 Tipps für einen guten Schreibstil #5 Originalität

31. Januar 2018
Originalität
Originalität

Nothing is original. Steal from anywhere that resonates with inspiration or fuels your imagination. (Jim Jarmusch)

Ja, das stimmt wohl. Und der Versuch, etwas ganz Neues und Originelles zu schreiben, ist vermutlich auch gar nicht der richtige Ansatz. Denn wenn man ganz gewollt anders sein will, dann ist man meist nur das – anders. Aber eben nicht mehr. Nicht wirklich gut oder grandios oder man selbst. Und ich denke, darum sollte es gehen. Originalität heißt für mich: Meinen ganz eigenen Schreibstil zu entwickeln.

Aber klar, es war alles schon irgendwie mal da. Wir haben eine Sprache, wir benutzen die gleichen Worte und Wortwendungen. Daher beschäftigt mich die Frage: Wie flechten gute Autoren die Worte, bauen Sätze neu, finden einen eigenen Rhythmus?

It’s not where you take things from – it’s where you take them to. (Jean-Luc Godard)

Das Gegenteil von originell

Manchmal weiß man nur, was man nicht will. Und erkennt einen schlechten Stil an abgenutzten Wortwendungen, Formulierungen und Phrasen.

Damals, als ich sehr aktiv als Drehbuchautorin unterwegs war, hat mich jemand mal gefragt, ob ich nicht für eine Serie schreiben will. Daily Soaps suchten damals dringend Autoren. Ich habe also bei einer Autorin, die in dem Bereich gearbeitet hat, Rat eingeholt. Und sie hat mir dringend abgeraten, für eine Daily zu arbeiten: Du wirst nicht besser in deinem Schreiben werden. Im Gegenteil. Da sind nur Worthülsen gefragt. Immer die gleichen Formulierungen.

  • Wir müssen reden
  • Er schwor Stein und Bein
  • Sie weinte bitterlich
  • Er schlug sich tapfer
  • Sie arbeiteten unermüdlich
  • Tränen rannen über ihr Gesicht
  • Sie arbeiteten Tag und Nacht
  • Er lächelte verschmitzt
  • Er streichelte sie zärtlich
  • „Geh nicht!“
  • „Wir müssen reden!“
  • „Für dich würde ich alles tun.“
  • „Du wirst noch von mir hören!“
Phrasen, Gemeinplätze und Redewendungen

Eigentlich ist es ja genial, dass wir viele Redewendung, stehende Wendungen, feste Ausdrücke, Phrasen und Floskeln haben. Da weiß man mit wenigen Worten sofort, was gemeint ist:

  • „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“
  • „So kommst du nie auf einen grünen Zweig.“
  • „Das kannst du dir abschminken!“
  • „Veranstalte hier bitte keinen Affenzirkus!“
  • „Du weißt ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“

Aber ein guter, ein origineller Stil ist das nicht. Und soll es auch nicht sein. Eine Soap darf nicht anecken, nicht aufrütteln. Sie soll möglichst das servieren, was man schon kennt. Vertraut sein. Bei den Sätzen oben sehe ich die Soap-Schauspielerin aufgeregt in den Raum stürmen. In meiner Vorstellung hat sie einen Hut auf und ist – empört! (Auch so ein Wort, dass mit Vorsicht zu gebrauchen ist). Wer sich nicht sicher ist, hier findet ihr eine Liste von Redewendungen. In – nun – nicht besonders guten Serien oder Büchern fliegen einem diese Wortfloskeln ständig um die Ohren (und auch das ist eine Redewendung). Ich merke gerade: Wenn man ersteinmal angefangen hat, in diesen Redewendungen zu denken und zu schreiben, dann kann man gar nicht mehr aufhören. Help!

Was bedeutet: Originalität
  1. die Eigenschaft, dass etwas besonders und ungewöhnlich ist.
  2. Reichtum an neuen und interessanten Ideen
Originalität

Pablo Picasso Drei Tänzerinnen 1925

Bücher sollten im guten Sinne originell sein und auch ich als Autorin in meinem Schreiben. Dafür muss ich Ideen finden, die noch nicht da waren, verbrauchte Wortwendungen neu beleben. Die Herausforderung ist, Handlungen, Situationen und Dialoge auf eine neue Weise zu schreiben. Dinge und Personen auf neue Weise zu be-schreiben. Das ist schwer und Mut braucht man dafür auch. Denn einen originellen Stil zu finden, heißt, die vertrauten Wege zu verlassen.

Wie wird man originell?

Originell ist das, was heraussticht und oft möchte man das gar nicht: Auffallen. Auch die Leser sind meist nicht begeistert von Sprach-Experimenten. Originell kann schnell verschroben, merkwürdig und ver-rückt werden. Ebenso ist zu wenig Originalität langweilig und öde. Die richtige Balance zu finden ist die Kunst.

Wenn ich das Gefühl habe, mein Sprachstil wird langweilig oder unaufregend, dann lasse ich mich durch gute Sprache und guten Stil inspirieren. Sehe ein gutes Theaterstück, einen guten Kinofilm, lese die Klassiker. Ebenso wichtig ist es dann für mich, mich von schlechten Büchern und Filmen und Soaps und Menschen, die nur in Worthülsen reden, fernzuhalten. Wie gesagt, es färbt schnell ab. Der ultimative Tipp ist also mal wieder, mehr gute Bücher zu lesen.

Pablo Picasso The Lovers 1923

Wenn Jarmusch sagt: „Steal!“, also klaue, dann meint er genau das: Hol dir Ideen bei guten Künstlern. Was er sicher nicht meint (und auch nicht tut), ist kopieren. Also Ideen eins zu eins übernehmen. Abschreiben. Es gibt einen schmalen Grat zwischen nachahmen und transformieren. Für den Lernprozess kann Nachahmen sinnvoll sein, aber nie für das Endergebnis. Zeichner lernen ihren eigenen Stil, indem sie Gegenstände zuerst so realistisch wie möglich abzeichnen. Und wenn sie das Handwerk beherrschen, müssen sie es frei interpretieren. So entsteht langsam ein eigener, origineller Stil.

Pablo Picasso Die Lesestunde 1932

Der Mut, anders zu sein

Künstler wachsen. In Picassos Fall werden viele vermutlich sagen: Der alte Stil gefällt mir besser. Doch hätte Picasso mit seinen alten, noch sehr konventionellen Bildern, nichts Neues in die Welt gebracht. Als Schriftsteller muss man sich daher auch daran gewöhnen, dass besser zu schreiben manchmal bedeutet, von weniger Lesern verstanden zu werden. Originalität am Anfang als „verrückt“ bezeichnet wird.

Auch wenn wir ständig auf der Suche nach „Neuem“ sind fühlen wir Menschen uns beim Altvertrauten oft am wohlsten. Das ist die Krux. Für die Autoren, genauso wie für die Leser. Ich möchte euch trotzdem ermuntern, euren eigenen, originellen Stil zu finden. Nicht nur, weil ich einen guten Stil für wichtig halte, sndern vor allem, weil ihr nur so verhindern werdet, dass eure Bücher schnell gelesen und ebenso schnell wieder vergessen werden. Wer nichts wagt – gewinnt. Klar, man kann ebenso leicht auch mal daneben greifen, Fehler machen, zu auffällig werden. Doch ich finde, das ist besser, als zu verblassen.

Nächste Woche gehe ich noch etwas weiter heran an den Text. Mit der Lupe sozusagen. Es geht um – Details. Genauer gesagt: Worte. Denn es sind nicht nur Formulierungen und Sätze, die einen guten Stil ausmachen, manchmal können winzige, kleine Worte alles verändern.

Bis dahin

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #amwriting

 

 

Cover Secrets, DIY-Donnerstag

Cover Secrets #1 Einleitung

25. Januar 2018
Cover Secrets

Hi, Bücherliebhaber und Gestaltungsfeaks, Design- und Schriftverliebte, Farbfanatiker und Cover-Geaks.

Als Letzte unserer Vierergruppe im DIY-Donnerstag werde ich alle 4 Wochen über (Buch)Cover bloggen. Zum einen wird es darum gehen, was ein gutes Cover ist und zum anderen darum, wie man selbst ein gutes Cover für sein oder ein anderes Buch kreieren kann.
Ja, kreieren, denn es hat mehr mit Kreativität als mit Handwerk zu tun, obwohl das auch eine große Rolle spielt. Doch unabhängig davon, wie weit ihr euch in den Prozess des Selbermachens begeben wollt, können wir darüber diskutieren, was ein schönes Cover ausmacht und warum manche Cover einfach genial sind.

Okay, ich erkläre vielleicht mal, wie die Covermanie bei mir begann.

Am Anfang

Als Kind habe erst mein Buchregal und dann den Bücher-Leihbus leergelesen. 2-3 Bücher am Tag, das war ganz normal. Doch – die Bücher mussten unbedingt ein Cover haben. Leider gab es im Bücherbus viele Bücher, von denen man den Umschlag entfernt hatte. Diese schönen Leinenbücher hatten dann nicht nur kein Cover mehr, sondern waren in Klarsichtklebefolie konserviert. Mir kam es vor, als hätte man einem Kind im Winter den Mantel weggerissen und dafür eine Plastikfolie gegeben, das war einfach nur – grausam. Zugegeben, ich bin speziell. Ich verbiege auch Buchrücken nicht, lege nur sehr dünne Lesezeichen ein, drehe ein Buch nie aufgeschlagen auf das Gesicht und schone den Umschlag, der ja eigentlich als Schutz gedacht ist.

Buchgestaltung

Hier wird schon deutlich, dass ich vielleicht sogar eine ausgewachsene Buchmacke habe. Die zeigte sich ganz deutlich, als mein erstes Buch in einem Verlag veröffentlicht wurde. Das  war der Moment, an dem ich anfing, mich mit Covergestaltung zu beschäftigen. Radio Gaga ist ein Coming of Age-Roman, der Hauptprotagonist ist ein 16 jähriger Junge. Das Cover gestaltete natürlich der Verlag. Ich fand es irgendwie ganz nett und überhaupt war ich erstmal nur überglücklich, dass mein Buch veröffentlicht wird. Der Schock kam, als ich die Kiste mit den Belegexemplaren öffnete. Okay, Katrin, ganz ruhig. Dein Buch hat einen Jungen als Protagonisten und ist – rosa!

Ab da war mir klar, dass ich die Verantwortung für meine Buchbabys nur unter sehr günstigen Bedingungen in fremde Hände legen darf. Und – was ich bei meiner naiven Zustimmung zum Cover vergessen hatte – ein Buchumschlag ist mehr als ein Cover.

In Zeiten von E-Books kann man das leicht ergessen: Nicht nur die Vorder – sondern auch die Rückseite und die Spin eines Buches sollten schön und zum Inhalt passend gestaltet sein. Daher geht es in den nächsten 12 Blogbeiträgen ganz allgemein um Buchgestaltung.

Buch-Designcover

Anders als in der Kunst geht es bei Design sehr viel um die Anwendung. Ein Design-Löffel oder eine Design-Tasse müssen auch bei schönster künstlerischer Gestaltung, noch gut zu gebrauchen sein. So ist es auch mit Buchcovern: Es gibt ein paar Dinge, die sowohl die Buchhändler, als auch die Leser von einer Buchgestaltung erwarten. Zum Beispiel den Titel zu erfahren, den Namen des Autors, den Verlag, eine kleine Inhaltsangabe oder Lobpreisung und wie teuer das Buch ist. All das muss auf das Cover oder die Rückseite und dann möchte man vielleicht noch ein Bild, das zum Inhalt passt und den Leser zum Kaufen verleitet. Hier ist also ganz schön viel auf einer kleinen Fläche unterzubringen.

Glitter und Glanz und Lesebändchen

Wenn Leser/Buchblogger durch das Cover zum Kauf eines Buches verführt werden, nennen sie es Cover-Kauf. Nicht immer rechtfertigt der Inhalt den Kauf und dann kann man eigentlich nur sagen: Respekt für die Covergestaltung. Ebenso oft bleibt allerdings auch ein Buch liegen, das ein schlechtes oder vielleicht einfach nur schlichtes Cover hat, aber einen grandiosen Inhalt. Daher ist die Buchgestaltung so enorm wichtig.

Bei aller Liebe für die Buchgestaltung – Ich bin nicht mehr fünf und auch nicht mehr zwölf und ich verstehe nicht, warum erwachsene Frauen bei glitzernden Covern in Jubelschreie ausbrechen. Warum ein Lesebändchen einen zum Seufzen bringt – schon eher.

Gute Buchgestaltung hat allerdings weniger mit Glitzer, Lack oder Lesebändchen zu tun, sondern mehr mit Proportionen, Schriftgestaltung und einem harmonischen Miteinander von Bild und Schrift. Schrift spielt bei Covern eine große Rolle. Gerade werden wir mit Brush-Schriften auf Covern überflutet, doch auch auf Chipstüten und Geburtstagskarten findet man Brush, sodass der Trend vermutlich bald wieder vorbei ist.

Eine gute Schrift im und auf dem Buch ist wichtig und ich denke, hier werden sich die Beiträge von Lukas und mir sehr gut ergänzen.

Learning by Doing

Neben der Frage, was warum schön aussieht, wird es auch ganz konkrete Blogbeiträge zu der Frage geben: Wie gestalte ich das? Ich bemühe mich, es machbar für alle zu halten, doch ich kann schon mal sagen, dass ein gutes Programm für die Bildgestaltung auf eurem PC oder Mac sehr hilfreich ist. Es muss vielleicht nicht Adobe Photoshop sein, aber mehr als eine Gestaltungs-App auf dem Handy vielleicht schon. Wobei – das bringt mich gleich auf die Idee, zu versuchen, mal ein Cover auf dem Handy zu gestalten. Zeit ist bei 12 Beiträgen ja genug, also – schauen wir mal.

Ich freue mich auf ein wunderschönes Thema und auf sehr viele Ideen und Vorschläge von euch allen, denn diese Blogreihe ist auch für mich eine spannende Reise. Wenn ihr wollt, mache ich Abstecher in jede Richtung.

Bis bald, habt eine gute Zeit!

Katrin

#buchgestaltung #cover #buchcover

7 Tipps für einen guten Schreibstil

7 Tipps für einen guten Schreibstil #4 Klarheit

24. Januar 2018
Klarheit

Mir fällt auf, dass ich Worte benutze, die sonst eher nicht im Zusammenhang mit Stil gebraucht werden. Also im letzten Beitrag Rhythmus und heute Klarheit. Und das ist Absicht. Mein Stil sozusagen. Aber es gehört auch zu einem guten Stil, sich verständlich auszudrücken, so dass andere verstehen, was man meint. Genau das ist Klarheit. Drück dich so aus/schreib so, dass dem Leser klar ist, was du meinst, was du sagen willst. Und mache es vor allem dir selber klar, denn wenn es dir nicht klar ist, wie soll der Leser dich dann verstehen?

Klarheit ist die fette Überschrift zu ganz vielen Baustellen in einer Geschichte/einem Text. Was sollte ganz klar sein:

  • die Story
  • die Wortwahl
  • die Handlungen der Protagonisten
  • Gefühle der Protagonisten
  • das Setting,
  • die räumliche und zeitliche Einordnung
  • der Übergang der Szenen
  • die Diaologe
Wann ging die Klarheit verloren?

Irgendwann, ganz früher als kleine Kinder, haben wir einfach Sätze geschrieben. Ich habe dich lieb, Mama. Ich bin draußen. Warte nicht auf mich. Komme später. Die waren verständlich. Nun gut, das waren Sätzchen, die wir auf Zettelchen geschrieben haben. Aber waren sie nicht wunderbar? Die ersten Aufsätze oder Tagebucheintragungen mit – sagen wir – 10, waren dann schon länger, aber auch ganz einfach und klar: Gestern war ich in der Schule. Es war sehr heiß. Inga war echt gemein zu mir. Sie hat mich zweimal an den Haaren gezogen. Ich mag Inga nicht. Perfekt.Klarheit

Und dann kam – die Pubertät, das Erwachsenwerden, der innere Zensor, das Gefühl, wenn ich ein gutes Buch lese, dann hört sich das alles doch viel komplizierter an. Und so entstanden dann Sätze wie: Betrübt mit dem Gedanken ringend, ob ich zu ihm gehen oder besser zuhause bleiben sollte, da es doch so wichtig für mich war, meine Unabhängigkeit zu wahren, entschied ich mich … what the fuck! Es gibt Autoren, die so Literatur machen. So kompliziert und um die Ecke gedacht. Vielleicht wird das irgendwann mal euer Stil. Aber vorher ist es gut, sich darüber klar zu werden, was man meint und will..

Erkennen von Unklarheit

Das Schwierigste ist, die Stellen im Text zu erkennen, an denen man sich unklar ausgedrückt hat. Dafür gibt es Lektoren, stimmt. Das Problem ist nur: Wenn man sich nicht klar und deutlich ausdrücken kann, wird man wohl kaum zu einem Verlag und einem Lektor finden. Nun, zum Glück ist Klarheit etwas, das man lernen kann. Ich mache das ja nicht sehr gerne, also schlechte Texte schreiben, aber hier scheint es mir der beste Moment für ein Beispiel zu sein:

Eleonorella schob energisch die Tür auf und sah sich ängstlich in dem großen Saal um. Ihr Blick wurde wie magisch zur Wand gezogen, an der ein Schild und ein großes Schwert hingen. Das Schwert ihres Großvaters! Mit dem er gegen die Moorschrate gekämpft hatte und das nach seinem frühen Tod in der Endloskammer verschwunden war. Ein Seufzer entfuhr ihr und eine Träne suchte sich einen Weg ihre Wange hinunter. „Wer bist du?“, hörte sie eine Stimme und fuhr zusammen. In der Tür stand der Schattenfürst. Hinter ihm lauerten zwei Soldaten mit Lanzen und sahen bedrohlich zu ihr ….

Klarheit schaffen

Und jetzt – geht es an die Auf-klärung. Was sollte geändert werden:

  1. Unklare Haltung/Stimmung: Elenorella schiebt energisch die Tür auf, sieht sich ängstlich im Saal um. Mal abgesehen davon, dass wir nicht verstehen, warum sie den Raum erst energisch betritt und sich dann ängstlich umsieht (was ist dazwischen passiert, was hat ihre Haltung geändert hat?), wird das ängstlich auch nicht weiter erläutert. Wieso ängstlich?
  2. Aktiv statt Passiv: Ihr Blick wurde … zur Wand gezogen: Passivformulierungen machen Texte umständlich und schwer. Manchmal glaubman, die Formulierung wäre schöner, kunstvoller, doch ein guter Lektor wird hier erbarmungslos zuschlagen: Statt: Ihr Blick wurde zur Wand gezogen (Passiv) sollte man besser aktiv formulieren: Sie sah zur Wand.
  3. Unklarer Ort: Der Saal bleibt unbeschrieben und damit unklar in der Vorstellung des Lesers. Das einzige, was man von einem Saal weiß, nämlich dass er groß ist, wird erwähnt und ist – überflüssig.
  4. Unklare Beobachtung: Woran erkennt E., dass das Schwert von ihrem Großvater ist? Ist die Information: „mit dem er gegen die Moorschrate gekämpft hat“ hier irgendwie wichtig? Fällt ihr das tatsächlich ein, wenn sie ängstlich ist und offenbar vor etwas Angst hat? Erneut: Vor was hat sie überhaupt Angst?
  5. Unklare Gefühle: Ein Seufzer entfuhr ihr (weshalb? Trauer, Mutlosigkeit?)
  6. Unklare Erzählperspektive, falscher Fokus: Eine Träne suchte sich einen Weg. Nein! Der Leidensweg der Träne die Wange hinunter führt den Leser in diesem Moment zu weit weg von der Haupthandlung.
  7. Unklare Situation:  … hörte sie eine Stimme. Woher? Wie lange stand der Schattenfürst schon in der Tür? Welche Tür? Gegenüber? Wenn er gerade hereingekommen ist, müsste sie dann nicht erst die Tür aufgehen hören? Wie kann sie die beiden Soldaten im Hintergrund (hinter ihm?) erkennen? Wie weit ist die Gruppe überhaupt weg?
  8. Unpräzise Wortwahl: Ist Soldat hier wirklich die beste Wahl, da es offensichtlich eine Fantasy- Geschichte ist?
Klare Formulierung – klare Gedanken

Schuld an einem unklaren Schreibstil sind oft die Gedanken und (Vorstellungs-) Bilder, die man vor dem Aufschreiben nicht gut genug ge-klärt hat. Nun will ja niemand einen Text, der sich wie eine Gebrauchsanweisung oder eine Wegbeschreibung anhört. Das wäre ein anderer Fehler, aber trotzdem muss euch als Autoren immer ganz klar sein:

  • Wer ist mein Hauptcharakter? Um wen geht es in der Geschichte?
  • Wer spielt die HR in diesem Kapitel, in dieser Szene?
  • Was will ich in der Szene beschreiben?
  • Ist der Ablauf der Szene klar? Was kommt zuerst, was später?
  • Wird klar, wer, wann, wo und wie handelt?
  • Wer ist aktiv, wer passiv in der Szene?
  • Wie fühlen sich die Protagonisten?
  • Wie ist der Ort? Erkläre ich den Ort/Raum gut und verständlich?
  • Im Dialog: Wird klar, was meine Protagonisten sagen wollen?
  • Stimmt die Wortwahl? Kann ich das besser präsziser, genauer sagen?
Erst Nachdenken, dann schreiben

Es gibt zwei Phasen oder Punkte bei einem Schreibprojekt, in denen Klarheit sehr wichtig ist: Am Anfang und am Ende. Dazwischen kann gerne das kreative Chaos herrschen (und ich bin das beste Beispiel dafür).

Am Anfang ist es wichtig zu wissen:

  • Was will ich schreiben?
  • Welches Genre?
  • Welche Erzählperspektive?
  • Welche Erzählzeit?

Wenn man sich – zum Beispiel – über die Erzählperspektive nicht klar ist, dann kann es passieren, dass man ständig die Perspektive wechselt, ohne es richtig zu bemerken. Ist es gewollt – wunderbar. Aber wenn nicht, sollte man VOR dem Schreiben darüber nachdenken. Vor dem Projekt viel nachzudenken und Klarheit in seine Gedanken zu bringen, erspart viel Frust während des Schreibens und beim Überarbeiten später.

Nach dem Schreiben – Klären
Klarheit

Nachdem die erste Fassung fertig ist, geht es an die Überarbeitung. Dazu habe ich zwei andere Blogartikel geschrieben und eine Checkliste gemacht, denn eine Überarbeitung ist fast noch wichtiger, als den Text zu schreiben. Okay, sie ist auf jeden Fall wichtiger. Sehr viele Texte werden erst nach der Überarbeitung zu guten Texten, erhalten erst dann einen typischen und guten Stil. Also keine Panik, wenn zwischendurch alles noch holprig oder ungenau ist, das kann alles noch werden. Die frohe Botschaft: Je öfter man diese Überarbeitungsprozesse durchmacht, desto angenehmer werden sie. Und – ihr schafft das!

Nächste Woche gehe ich noch weiter heran an den Text. Es geht um – I love it – Originalität und zwar in den Formulierungen und der Sprache.

Ich freue mich wie immer über Fragen und Kommentare. Nicht nur, aber immer wieder gerne auch von Dir, Roland.

Bis dahin – good work!

xoxo

Katrin

#rbpub #amwriting #redbugwriting

DIY-Donnerstag

Archetypen #1: Einführung

18. Januar 2018
Archetypen Einführung
Was ist ein Archetyp?

Bevor du weiterliest, möchte ich, dass du folgendes tust: 

Denk an etwas, das du gerne tust. Zum Beispiel: Ich liebe es zu lesen. Finde das passende Substantiv zu deiner Tätigkeit.

Dann formuliere diesen Satz:

Ich bin ein/eine:

Zum Beispiel: Ich bin eine Leserin.

Das ist ein Archetyp.

Es gibt unendlich viele Archetypen, auf die wir reagieren und die wir intuitiv verstehen und einordnen können. In der folgenden Blogreihe stelle ich euch 12 Archetypen vor, mit denen man super arbeiten kann. Ich spreche mit euch über ihre WÜNSCHE, ÄNGSTE, ihre STÄRKEN und SCHWÄCHEN. Ich gebe euch Beispiele und zeige euch, wie ihr sie euch zu nutzen machen könnt.

Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: INNOCENT Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: SAGE Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: EXPLORER Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: OUTLAW Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: MAGICIAN Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: HERO Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: LOVER Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: JESTER Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: EVERYMAN CAREGIVER Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: RULER Red Bug Culture DIY Donnerstag: Archetypen: CREATOR

So funktionieren Archetypen

Wenn jemand zu dir sagt; ich bin ein Leser. Dann rutschen deine Mundwinkel nach oben. Ein Leser, juhu! Das heißt, er oder sie sind höchstwahrscheinlich: neugierig, romantisch und nachdenklich. Das mag ich.

Ein Archetyp ist quasi das Aushängeschild für eine ganze Reihe von Eindrücken, Informationen und Gefühlen. Es ist das, was eine gute Instagram Caption ausmacht:

Mutter, Tierliebhaberin, Aktivistin

oder: Cellist, Träumer, Advokat

oder: Designer, Strichstärkenfanatiker, Kaffeetrinker

oder: Slytherin, Fangirl, vergeben.

Man versucht in wenigen Worten auszudrücken, was einem wichtig ist, was einen besonders macht, was einen mit anderen verbindet.

Speaking of Slytherin…

Die Häuser in Harry Potter sind ein tolles Beispiel für Archetypen. Ein Gryffindor zu sein, das bedeutet, mutig, loyal und ehrlich zu sein. Du siehst die roten Fahnen mit dem goldenen Löwen, die weichen Sessel im Gemeinschaftsraum. Du hörst das knisternde Feuer, du erinnerst dich an Neville, der im ersten Teil mutig den drei Freunden entgegentritt und eine Ganzkörperklammer abkriegt. Du bist voll von Bildern, Gefühlen und Assoziationen.

Auch die Tiere, die die vier Hogwarts Häuser symbolisieren, sind Archetypen. Slytherins Schlange zum Beispiel, ist ein klassisches Symbol, dass in jedem von uns bestimmte Assoziationen weckt. J.K. Rowling hat sich diese Assoziationen zu nutze gemacht, um den Häusern starke Persönlichkeiten und einen hohen Wiedererkennungswert zu geben.

Wenn ich mir einen Löwen vorstelle, dann denke ich sofort: majestätisch, schön, Familientier, König, gold, Mähne,…. mein Unterbewusstsein bietet mir einen Schwall von Informationen, die weit über die eigentliche Bedeutung des Tiers in meinen Leben hinausgehen.

Auch G.R.R. Martin hat den Archetyp des Löwen genutzt, um die Familie Lannister zu charakterisieren. Fällt dir auf, dass auch hier, die Farben Rot und Gold vorherrschen? Die typische goldblonde „Mähne“ der Lannisters und die grünen, katzengleichen Augen. Aber ganz nach Game of Thrones Manier spielt Martin mit unserem klassischen Bild des Löwen, in dem er zum Beispiel den löwenhaften Familiensinn so überspitzt, das eine düstere Version von Inzest und Rechtmäßigkeit entsteht. Er hebt die Eigenschaften des Archetypen Löwe hervor, die weniger gutmütig sind: das Raubtier, die Rachlust, den Machtanspruch.

Sofort wird klar: Archetypen helfen Autoren beispielsweise, die Welt ihrer Geschichte im Kopf des Lesers lebendig werden zu lassen.
Archetypen helfen dir dabei:
🌟 Dir über deine Wünsche und Ziele klar zu werden

Archetypen sind eine tolle Methode, um sich selbst besser kennen zu lernen. Wie gehe ich auf andere zu? Was macht mich besonders? Aber auch: was verbindet mich mit anderen? Wie kann ich mich am besten ausdrücken? Welcher Beruf passt zu mir? Was ist mir wichtig?

🌟 Wirkungsvolle Charaktere zu entwickeln

Vielleicht schreibst du an einem Buch, einem Film oder einem Theaterstück, für das du starke Charaktere einwickeln willst. Die Archetypen helfen dir dabei, ihre Ziele und Motivationen deutlich zu machen und ihre Funktion in der Geschichte zu festigen.

In ihrer Blogreihe zu starken Charakteren, hat Katrin auf viele Archetypen hingewiesen, die in Geschichten ihren Platz finden. Sei es der HELD, der MENTOR, oder der FREUND/die FREUNDIN, der Archetyp macht deutlich, welche Funktion die jeweilige Figur in der Geschichte hat. Welche „Rolle“ sie spielt. Charaktere in Archetypen zu unterteilen, kann sehr hilfreich sein, um ihre Persönlichkeit zu formen und gleichzeitig ihren Platz in der Erzählung zu bestimmen. 

🌟 Eine starke Marke aufzubauen

Wenn du ein Unternehmen, eine Firma oder eine Marke hast, sind die Archetypen ein perfektes Mittel, um mit deinem Publikum oder deinen Kunden zu kommunizieren. Eine Marke, die einem bestimmten Archetyp zugeordnet werden kann, weckt ganz bestimmte Erwartungen, schärft den Sinn des Kunden für die Ziele des Unternehmens und stärkt die Persönlichkeit der Marke.

 🌟 Andere Menschen besser zu verstehen

Manchmal kann es unglaublich hilfreich sein, sich darüber auszutauschen, mit welchem Archetyp man sich am meisten identifiziert. Es funktioniert so ähnlich wie ein Persönlichkeitsquiz. Welche Farbe wärst du? Welcher Buchcharakter ist dir am ähnlichsten? Wenn du ein Tier wärst, welches wärst du dann? Archetypen geben wertvolle Hinweise darauf, was die Stärken und Schwächen eines Menschen sind, was er sich wünscht und wie er kommuniziert. Vielleicht stellst du fest, dass du jemanden anders einschätzt, als derjenige sich selbst. Oder eure Eindrücke passen perfekt zusammen. In jedem Fall ist es spannend, anhand der Archetypen über das Rätsel Persönlichkeit zu spekulieren.

Vorbereitung

Ich freue mich auf das Abenteuer Archetypen und bin gespannt darauf, was wir auf der Reise herausfinden werden. Und bevor ich mich in meinen Schlafsaal zurückziehe ja, in den Dungeons (ich bin ein Slytherin und die Geschichte dazu ist lang und komplex), habe ich noch eine kleine Aufgabe für euch, als Vorbereitung für unsere Entdeckungsreise.

Geh zurück, zu deinem Wort vom Anfang.
Denke an drei Adjektive, die dazu passen.

Zum Beispiel: Ich bin eine Schauspielerin.
Meine Wörter: Extrovertiert, empathisch, wirkungsvoll.

Denke an einen Freund oder eine Freundin von dir. Notiere ein Substantiv, dass diesen Menschen beschreibt und drei Adjektive. Vielleicht fällt dir auch eine Farbe, eine Frucht, ein Tier oder ein Symbol ein, das denjenigen verkörpert.

Dasselbe kannst du auch für dich tun. Du hast ja bereits dein Hauptwort und deine drei Adjektive. Fällt dir noch etwas ein, was dich beschreibt? Versuch dir vorzustellen, wie du dich in bestimmten Situationen verhältst, was deine Wünsche, Träume und Ängste sind. Versuche über dich so nachzudenken, wie über einen Charakter. Mit Respekt, Liebe und einem kleinen Abstand.

Notiere dir deine Gedanken und leg den Zettel beiseite. Er wird dir später dabei helfen, deinen Archetypen zu finden.

Bis in drei Wochen, wenn ich euch den ersten Archetyp aus meiner Reihe vorstelle: THE INNOCENT.
Jetzt bleibt natürlich  nur noch eine Frage offen: In welchen Hogwarts Haus bist du?