Branding für Autor-Innen

Branding für Autor-Innen #2 Selbstanalyse

28. November 2018
Selbstanalyse

SelbstanalyseSelbstanalyse heißt nichts anderes, als sich die Frage zu stellen: Wer bin ich? Was macht mich aus? Und das steht immer am Anfang, wenn ihr euch mit Self Branding beschäftigt. Einige werden sagen: Self Branding – wozu brauche ich das? Nun, es gibt zwei gute Gründe, warum ihr euch dafür entscheiden solltet. Beide haben mit dem ersten Schritt, der Selbstanalyse, der Frage, wer ihr seid, wo ihr steht, sehr viel zu tun.

  1. Auch, wenn ihr Self Branding ablehnt – ihr nehmt schon jetzt einen Standpunkt ein
  2. Wenn ihr euch nicht auf eine Position stellt, werde andere für euch entscheiden.
Euer Standpunkt

Im Grunde ist es unmöglich, keinen Standpunkt zu sich, zu seinem Leben, seinem Geschmack, seiner Weltanschauung einzunehmen. Auch, wenn euch Branding suspekt ist, werdet ihr feststellen, dass ihr euch täglich damit beschäftigt, wie ihr ausseht, was ihr mögt, was ihr ablehnt. Schaut euch in eurer Wohnung um! Steht dort der alte Tisch von Oma Elli? Oder ist es ein supermoderner Designtisch? Ein Holztisch von Ikea? Oder ist es ein 50er Jahre Tischchen vom Sperrmüll? Eure Einrichtung spiegelt euch wieder, eure Kleidung, eure Buchauswahl, eure Freunde, eure Umgebung. Everything!

Wenn es also der alte Tisch von Oma Elli ist, dann ist euch Familie vermutlich wichtig. Tradition. Und das wird sich auch in eurer Kleidung wiederspiegeln. Eher Jeans und T-Shirt als Designerklamotten. Und wenn ihr ein Facebook- oder Instagram Profil habt, dann wird man dort eher den selbstgebackenen Apfelkuchen als das neuste Technik-Gadget finden. Das – soll sich überhaupt nicht ändern. Wichtig ist nur, dass man das Beste aus seinen Stärken und Vorlieben herausholt. Und dafür muss man sich erst einmal klar darüber werden, wo man genau steht.

Wo man euch hinstellt

Der zweite Grund, warum man sich um Self Branding aktiv kümmern sollte: Wenn ihr es nicht in die Hand nehmt, euren Lesern, Agenten, Verlagen ein Bild von euch zu vermitteln/ zu zeigen, dann wird man euch in etwas hineinpressen, was euch vielleicht nicht richtig passen wird. Wer in einer Firma arbeitet, weiß, dass Anpassung sehr oft Teil des Berufslebens ist. Diese Anpassung kann ganz unterschiedlich aussehen. Im Ökoladen solltet ihr nicht in der Pelzjacke aufkreuzen, im Steuerbüro nicht mit zerrissenen Jeans. Und im Buchgeschäft?

Sobald ihr ein Buch veröffentlicht, wird der Verlag ein Bild von eurem Buch und von euch herausgeben. Stichwort Cover. Oder Buchtitel, oder Autorenfoto oder Buchmarketing allgemein.

Nach über 20 veröffentlichten Büchern habe ich es schon ein paar Male erlebt, dass meinen Büchern ein Cover angepasst wurde, dass weder zu mir, noch wirklich zum Buchinhalt passte. Das rosa Backcover meines ersten Jugendbuches Radio Gaga – Protagonist ein 16 jähriger Junge – ist ein gutes Beispiel. Oder das (heterosexuelle) Pärchen auf dem Cover des 3. Teils der Kissing-Trilogie, in dem es vor allem um die Liebesgeschichte zweier Jungs geht.

Klar, im ersten Fall war ich neu im Buchgeschäft und hatte keine Ahnung, was mit meinem Cover gemacht wurde. Heute weiß ich, es ist wichtig, sich klar zu machen: Es wird immer eine Entscheidung geben. Und – wenn ihr nicht entscheidet, wo ihr steht//was ihr seid//was ihr wollt – dann wird für euch entschieden.

Zu sehen, wo eine Person steht, fällt bei anderen sehr viel leichter, als bei uns selbst. Sich selbst genauer kennenzulernen – genau darum geht es jetzt.

Selbstdarstellung

In Potsdam gibt es eine Veranstaltungsreiche, die 7 x 7 Sachen heißt. An einem Abend stellen sich 7 Kreative (Designer, Architekten, Buchhändler, Autoren …) in 7 Minuten vor einem Publikum vor. Das ist hart, denn 7 Minuten sind kurz und das Publikum schnell gelangweilt. Ich gehe gerne zu diesen Veranstaltungen, denn ich lerne jedes Mal eine Menge, wenn ich anderen dabei zusehe, wie sie sich selbst vorstellen. (Die Bilder auf dieser Seite von Isabel in dem orangenen GoT-Stuhl sind nach einer dieser Veranstaltungen im Foyer der FH Potsdam entstanden. Merci, Isa, für die spontane Performance!)

Im Grunde sollte man vor solch einer Kurzvorstellung ein Self-Branding machen. Als AutorInnen werdet ihr merken, wie oft ihr nur sehr wenig Zeit habt, euch, eure Projekte, euren Charakter, eure Stärken und euer Buch richtig und kraftvoll vorzustellen. Zum Beispiel, wenn ihr nach einem Agenten sucht. Oder zum ersten Mal eure LektorIn trefft. Oder zu einer Lesung eingeladen werdet. All da sind Orte und Möglichkeiten der Selbstdarstellung.

Worksheet

Aber keine Angst, ihr müsst nicht euer ganzes Leben unter die Lupe nehmen (obwohl das auch eine gute Sache ist), denn ich habe für euch ein paar Hilfsmittel vorbereitet. Zum Beispiel eine Liste mit Begriffen, aus denen ihr die für euch wichtigen Werte auswählen könnt. Hier ist ein Ausschnitt aus dieser Liste, die noch viel länger ist.  Aber, hey, das ist schon Teil eurer Hausaufgabe, die ihr am besten in einer ruhigen Stunde zuhause erledigt. Dafür gibt es das untenstehende Worksheet.

Wenn ihr wisst, welche Begriffe, Werte, Dinge für euch eine große Bedeutung haben, bekommt ihr einen genaueren Eindruck von euch. Manchmal ist es absolut erstaunlich, was einem am Ende am allerwichtigsten ist.

Archetypen

Erinnert ihr euch an die Blogreihe über die Archetypen von Isabel? 12 Archetypen, die ihr für die Erschaffung eurer Charaktere, die aber auch für euch selbst nutzen könnt. Wählt aus Isabels Archetypen einen Lieblings-Archetypen aus, der euch besonder gut trifft. Ich habe im Worksheet eine weitere Liste mit 20 Archetypen erstellt. Wählt auch aus dieser Gruppe von Archetypen einige aus, mit denen ihr euch besonders wohl fühlt. Die für euch stehen! Gibt es Überschneidungen?

Und um das alles optisch interessant zu machen, habe ich im Worksheet noch ein Diagramm beilegt, auf dem ihr eintragen könnt, wo ihr euch seht. Steht ihr an der gleichen Stelle wie eure Bücher? Eure Buchprojekte? Ist das okay so?

Oder würdet ihr gerne woanders stehen? Oder eure Bücher an einer anderen Stelle sehen?

Wie ihr mit den Erkenntnissen, die ihr aus der Selbstanalyse (mit oder ohne Worksheet) gewonnen habt, umgeht, erzähle ich euch nächste Woche. Doch – der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Denn am Ende soll Self Branding euch helfen, euch und eure Buchprojekte überall – auf Social Media und in der realen Welt – gut darzustellen.

Wer dafür das Worksheet nutzen möchte, sollte sich über diesen Link in den Newsletter eintragen, bzw über den roten Button auf dem Bild.

Wir sehen uns dann nächste Woche wieder für mehr Selbsterkundung und Tipps.

Viel Spaß und bis dahin!

xoxo

Katrin

#redbugwriting #selfbranding #rbpub #schreibtipps

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1 Comment

  • Reply Branding für Autor-Innen #3 Moodboard - Red Bug CultureRed Bug Culture 5. Dezember 2018 at 19:15

    […] Woche ging es um Selbstanalyse. Herauszufinden, wo ihr mit euren Werten und Vorstellungen steht, wie ihr euch seht, wo ihr gerne […]

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