Branding für Autor-Innen

Branding für Autor-Innen #Branding-Test

30. Januar 2019
Branding-Test Und Abschluss

Hier kommt er, ein Branding-Test für euch und ein letzter Beitrag über das Branding für AutorInnen, obwohl man da noch endlos weiter schreiben könnte. Denn es ist relativ neu, dass AutorInnen auf einmal für sich werben sollen. Ist das nicht Aufgabe des Verlags? Äh, ja, im Prinzip schon. Denn wofür geben wir ihnen die vielen Prozente? Aber die Zeiten ändern sich und ein Buch wird längst nicht mehr (nur) dadurch bekannt gemacht, dass eine Rezension in der Zeitung steht, ein Radio-Interview gemacht wird oder ein Fernsehinterview. Alles Dinge, für die sich  Verlage früher eingesetzt haben und noch einsetzen, die aber schwieriger geworden sind, da auch die Zeitungen über weniger Leser klagen und ihre Inhalte wesentlich aufregender gestalten müssen, als ein Interview mit einer angehenden Autorin zu führen.

Ich könnte jetzt sagen, die gesamte Printbranche ist in einer großen Krise (und das Fernsehen irgendwie auch), aber hey, so kommen wir ja alle nicht weiter. Vielleicht ist die eine oder andere – egal ob VerlagsautorIn oder Selfpublisherin – ja motivierter, sich selbst ein wenig zu branden und zu bewerben, wenn sie verstanden hat, wie alles so funktioniert. Und wer ganz motiviert ist, kann sich unseren Branding-Test herunterladen, der viele bunte Fragen über Farben und Schriftarten enthält und euch dabei helfen wird, euren Look & Style zu finden.

Werbung in Verlagen

Ich habe es ja schon mal in der Blogreihe „Was passiert in einem Verlag“ erklärt, wie Marketing in einem Verlag funktioniert. Da wird eine Werbepaket geschnürt, das sich an verschiedenen Kriterien orientiert. Um zu wissen, wie groß euer Werbepaket in einem Verlag aussehen könnte, schaut euch nachfolgende Punkte an:

  • Seid ihr eine DebütautorIn? (Für DebütautorInnen ist es leichter ein gutes Werbe-Startpaket zu bekommen)
  • Oder seid ihr als AutorIn im Inland schon erfolgreich/Bestseller-Autorin, verkauft ihr euch gut?  (Dann sollte ein gutes Paket verhandelt werden)
  • Habt ihr als AutorIn schon Preise und Stipendien bekommen? (Dann werdet ihr für die Presse interessanter und leichter zu „vermarkten“)
  • Oder schreibt ihr über ein außergewöhnliches, gerade hochaktuelles Thema? (Das könnte die Presse und die Medien stark interessieren)
  •  Gibt es in den Sozialen Medien eine große Followerschaft? (Dann sind große Verkäufe zu erwarten und werden gerne mit Social Media Maßnahmen weiter unterstützt).
  • Oder habt ihr als Selfpublisherin schon gut verdient? (Dann habt ihr einen festen Stamm von Leserinnen, was sichere Buchverkäufe bedeutet. Die Marketingabteilung ist jetzt schon begeistert.)
  • Wart ihr im Ausland schon erfolgreich? (Dann ist es sehr leicht ein gutes Werbepaket zu bekommen)
  • Seid ihr in den Medien bekannt, als Sportlerin, Politikerin, Sängerin etc? (Ein bekanntes Gesicht /Name ist sehr viel leichter noch bekannter zu machen als jemand Unbekanntes)
  • Wie ist es mit den sozialen Netzwerken? Kennt man euch hier? (Je größer deine Followerschaft, desto größer das Marketing-Paket)

Wie ihr seht, beginnt Marketing sehr früh, nämlich bevor ihr in einen Verlag kommt. Denn man blickt als erstes zurück auf das, was ihr schon geleistet, erreicht habt. Es ist also gut, wenn ihr einem Verlag neben eurem Manuskript auch andere „Werte“ präsentieren könnt.

Was wünscht sich der Verlag?

Das beste Beispiel sind wohl derzeit eine Reihe von Selfpublishern, die sich durch eigenen Einsatz so gut verkauft haben, dass ein Verlag sie mit Kusshand in sein Programm nimmt. Sie haben sich zum einen schon in der Lesecommunity bekannt gemacht, zum anderen aber eine feste Fanbase, die ihnen egal wohin und auch in einen Verlag folgt und die Bücher – unwichtig wie vorhersehbar der Inhalt – kaufen wird. Denn bei Verlagen ist es so: Man macht groß viel lieber ganz groß als klein etwas größer. Heißt: Wenn eine AutorIn schon große Verkäufe (in einem Verlag oder als Selfpublisherin) erzielt hat, dann wird sie auch beliebter und attraktiver für andere Verlage.

Und das Buch? Der Text? Nun, der Text spielt in der Regel eine untergeordnete Rolle. Wenn Star XY ein Buch schreibt, dann ist es egal, was für ein Buch das ist: Kochbuch, der Jacobsweg, eine Liebesgeschichte, ein historischer Roman … you name it. Und es ist genauso egal, wenn man als AutorIn eine große Fanbase oder einen vorherigen Bestseller mitbringt. Das soll nicht zynisch klingen, aber Verlage sind Unternehmen und müssen rentabel arbeiten. Das schlechte Buch, das sich gut verkauft, ist besser, als ein gutes Buch, welches sich schlecht verkauft.

Ein anderes Beispiel sind Influenzer, also Buchblogger und Booktuber, die eine große Community an Buchinteressierten gewonnen haben. Sie sind extrem gut in der Buchlandschaft vernetzt und wenn sie ein Buch schreiben, dann ist das für ihre Fans und Follower so interessant, dass ein Buch mal eben ganz schnell auf einen der Bestsellerplätze hopsen kann.

Zeig dich der Welt

Aber es geht nicht nur um Verlage, denn auch als Selfpublisher müsst ihr Werbung machen, auch wenn das dann ganz allein eure Aufgabe ist. Euch zeigen. Ich weiß, ich bin gerade nicht das beste Beispiel, weil ich sozusagen eine Großbaustelle in meinem Autorenleben habe. Ein neuer Agent, eine neuer Verlag, mitten im Rebranding meines eigenen Labels, eine neue Website im Aufbau und bisher sehen alle nur: Under Construction. Oder, halt, nein, eigentlich bin ich ein gutes Beispiel, denn das, was ich gerade mache, muss jede AutorIn immer wieder einmal machen: Sich selbst hinterfragen, erneuern, neu orientieren. Sich fragen: Wo stehe ich? Wo will ich hin? Denn es nützt ja nichts, wenn man auf einem Platz landet, der zwar attraktiv ist, aber man dort gar nicht hinwollte.

Manchmal braucht das Zeit, aber die würde ich mir nehmen. Das, was ich so nüchtern Branding nenne, ist nämlich nichts anderes als Selbsterkenntnis. Selbstreflexion. Und am Ende dann: Selbstdarstellung. Das vertrackte daran ist, dass all diese Wörter mit SELBST anfangen. Auch der beste Verlag, kann dieses Selbst nicht für euch gestalten. Letztendlich seid ihr immer (auch) selbst gefragt.

Der Test

Der nachfolgende Branding-Test soll Spaß machen, euch für eure Lieblingsfarben und Schriften sensibilisieren und euch auf einen ersten Schritt zu eurer Autorenmarke führen. Selbst, wenn ihr einen Profi engagiert (und wo ist hier das weibliche Wort für Profi?), sollte ihr der oder dem sagen können, was ihr ungefähr wollt, was euch ausmacht, was euch gefällt. Ihr braucht ein wenig Geduld bei der Test-Auflösung, denn es gibt viele Fragen, aber so soll es doch sein, oder?

Um den Genuss dieses Tests zu kommen, müsst ihr Abonnenten unseres Newsletters sein. Für alle Abonnenten: Ihr schreibt euch neu ein, bekommt aber später keine doppelte Post, dafür aber das Worksheet sofort und nicht erst mit dem nächsten Newsletter.

Wer den Test gemacht hat, kann uns gerne Rückmeldung geben/Kritik, darüber freuen wir uns, denn wir wollen immer besser werden.

So – damit gehe ich in eine längere Writers Wednesday-Pause. Keine Sorge, es geht trotzdem weiter am Mittwoch, denn Isabel übernimmt: Es gibt ab nächste Woche eine Blogserie zu Schreibwelten. Juhu! Außerdem beginnt der DIY-Donnerstag morgen mit Lettering-Lukas!

Ich kehre derweil – äh, nein, nicht zu meiner Website – sondern erst einmal zurück zu meinem letzten Schreibprojekt, das ich Ende Dezember unterbrechen musste. Und wenn mein Blog endlich wieder online ist, dann kommt hier xxxxxxxx der Link hin. Versprochen!

Eine gute Zeit

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #schreibtipps #branding

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1 Comment

  • Reply #1: Lettering Workshop 2019 – Wortvorwort - Red Bug CultureRed Bug Culture 31. Januar 2019 at 23:00

    […] P.S.: Danke Katrin für deine Ankündigung gestern! […]

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