7 Schritte zu deinem Buchprojekt

7 Schritte zu deinem Buchprojekt #7 Genre & Thema

22. Dezember 2016

Okay, so langsam kann man daran denken, sich an den Schreibtisch zu setzen und loszuschreiben. Doch, Moment mal, da wäre noch eine Frage: Worüber schreibe ich überhaupt? Was ist mein Thema?

Wer bin ich?

Schreiben ist eine sehr persönliche Sache. Denn egal, ob man Fantasy oder über ein Sachbuchthema schreibt, irgendwann muss man etws oder genauer sich – zeigen. Eine Meinung, eine Haltung der Welt gegenüber, eine Einstellung zum Leben, zu gut und böse, zu Werten – zu allem. Das ist auch der Grund, weshalb ich jedem, der ernsthaft schreiben will, abrate, ein Pseudonym zu verwenden. Wenn man Autoren fragt, weshalb sie ein Pseudonym verwenden, dann gibt es in der Regel drei Antworten: A) Mein Name klingt nicht so gut B) Ich will mit dem, was ich schreibe, nicht direkt in Zusammenhang gebracht werden C) Ich habe das Genre gewechselt und/oder der Verlag hat dazu geraten. Das alles sind Gründe, die man aus Unsicherheit formuliert. Es ist gut und wichtig, sich groß und selbstbewusst und stark zu fühlen, wenn man ein Buch schreibt. Und voll und ganz zu dem zu stehen, was man macht. Mein Name ist so etwas wie eine Garantie für den Leser, dass auch ich als Autorin dem stehe, was ich schreibe.

Was lese ich gerne?Thema

Die einfachste Art, herauszufinden, was man schreiben kann, ist zu fragen, was man gerne liest. Ich habe zum Beispiel schon als Kind gerne realistische Geschichten gelesen. Sie mussten in der Jetztzeit spielen und bitte keine fantastischen Elemente enthalten, da ich die Vorstellung liebte, dass ich aus meinem Zimmer gehen und einfach in einer Geschichte bleiben konnte. Vielleicht gab es auch noch andere Gründe, aber es ist sicher kein Zufall, dass ich jetzt als Autorin Geschichten schreibe, die jetzt und hier spielen.

Dass ich im Jugendbuch gelandet bin, ist Zufall, aber nicht, dass ich Comtemporary Romance schreibe. Ja, ich mag Liebesgeschichten. Sie dürfen nicht zu kitschig und langatmig sein, aber ich lese sie gerne. Und, yay, jetzt habe ich sogar schon mein Genre gefunden. (Mehr zu dem, was ein Genre ist.)

Was kann ich?

Recherche? Na ja, nicht so mein Ding. Daher fallen für mich Bücher über medizinische Themen, Technik, Naturwissenschaft oder sogar Kriminalgeschichten weg. Ich bin sogar mit historischen Stoffen vorsichtig, da es zu viele Dinge gibt, die man recherchieren muss. Gab es damals Kutschen? Wie sahen sie aus? Wohin öffnet sich die Tür? Es ist gut, sich klar zu machen, was an einem Thema dranhängt. Das Internet ist genial, vieles kann man ganz einfach recherchieren. Aber habe ich Lust dazu?

Als ich anfing zu schreiben, habe ich mich gefragt: Was kann ich gut? Ist Humor meine Stärke? Dialoge? Ist es die Konstruktion einer Geschichte? Hey, ja, ich war immer gut darin, mir Spiele auszudenken. Also: Ja! Bin ich gut in Beschreibungen? Stimmung zu erzeugen? Liegen mir kurze oder lange Sätze? Und so weiter. Ich würde nicht unbedingt fragen, wofür es Einsen in der Schule gab, aber man hat eben bestimmte Stärken und es spricht überhaupt nichts dagegen, ein Projekt mit ihnen zu beginnen.

Was wird gerade gelesen?

Was ist gerade in? Welche Themen wollen die Verlage haben? Welches Genre ist gerade erfolgreich? Bullshit! Wenn das, was ich schreibe, nicht zu mir passt, dann werde ich mich verbiegen und die Leser werden dahinter kommen. Früher oder später. Wenn ich jedem gerade angesagten Thema hinterherhechle, werde ich nie zu meinem Thema, meinem eigenen Ton, meinem eigenen Style finden. Also ist die Frage, was ich zur Buchszene beitragen kann, zu all den Geschichten, die schon da draußen sind, doppelt wichtig.

Vielleicht habe ich ein besonderes Interesse an Native Americans – wie Antje Babendererde. Oder an multikulturellen Themen und Musik wie Isabel Abedi. Ihr Mann ist Musiker, das hat sie sicher inspiriert. Bevor man jemand anderen kopiert, seine Themen neu aufarbeitet oder das schreibt, was gerade angesagt ist, lohnt es sich, zu fragen, was man selber – und nur man selber – zu erzählen hat.

Mit Leidenschaft beginnen

Wenn man erfolgreich ist und für Verlage arbeitet, dann passiert es, dass die Leidenschaft ein wenig abnimmt, da man Timelines hat und sich vielleicht auch hat überreden lassen, über bestimmte Dinge zu schreiben. Ich versuche mir diese Leidenschaft immer wieder zurückzuerobern. Als Anfänger hat man dieses Problem nicht. Juhu! Wenn man sein erstes Buch beginnt, dann ist es gut, zu brennen und sich für sein Thema sehr zu begeistern. Man es einfach schreiben muss! Manchmal heißt das, einfach ein wenig mehr spazierenzugehen oder in Konzerte, Ausstellungen, bis diese Leidenschaft da ist. Es ist gut, sich diese Zeit zu nehmen, bis man sicher ist, dass man sein Projekt auch durchhält. Denn Durchhaltevermögen ist das nächste, was man braucht ;)

Ready to go

Okay, die kleine Reihe zu allem, was man tun kann, bevor man zu schreiben anfängt, geht zu Ende. In diesen 7 Blogbeiträgen war es mir wichtig zu sagen: Hey, wer ein Buch schreiben will, muss sich nicht sofort an den Schreibtisch, vor den Computer, oder ein weißes Blatt Papier setzen. Das frustriert nur. Es ist gut, Anlauf zu nehmen. Sich die Zeit zu geben. Zu warten, bis man genau weiß, was man schreiben will, worüber und wie. Den Rest findet man dann beim Planen und Schreiben heraus. Wenn ihr dann also so weit seid: Der Schreibtisch wartet auf euch!

Am nächsten Mittwoch hat der Writers Wednesday Urlaub. Oder genauer gesagt: Ich. Im neuen Jahr habe ich 7 Tipps (nicht nur) für Schreibanfänger für euch, die ich wieder auf 7 Wochen verteile. Und, jaaaa, ho, ho, ho: Anfang Januar habe ich einem ersten, höchst provokativen Tipp für euch.

Ein Frohes Fest und ein großartiges Neues Jahr euch allen

xoxo

Katrin

#redbugwriting #amwriting #rbpub #schreibtipps

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