7 Schritte zu deinem Buchprojekt

7 Schritte zu deinem Buchprojekt #2 – Ort und Zeit

16. November 2016

Ow yeah, ich liebe dieses Thema. Heute geht es um Ort und Zeit, zwei Dinge, die man ganz sicher für ein Buchprojekt braucht. Einen guten Ort zum Schreiben und genug Zeit. Oder?

Was brauche ich …

Kennt ihr das auch, wenn euch Leute sagen, was sie alles vorhaben und dann gleich anfügen, was ihnen fehlt? Ich würde gern schreiben, aber ich habe keinen geeigneten Ort! Ich würde gerne ein Buch schreiben, aber mir fehlt die Zeit! Okay. Ich kann das gut nachvollziehen. Wenn man in Ruhe schreiben will und kein Zimmer hat, dann ist das schon ein Problem. Und wenn man drei Kinder hat und dazu noch einen Fulltime-Job, dann fehlt einem ganz bestimmt die Zeit. Oder? Schauen wir uns diese wunderbaren Vom-Schreiben-Abhalter mal genauer an.

Zeit

Vermutlich das größte Thema, und zwar egal zu welchem Zeitpunkt eures Lebens. Entweder hat man Schule oder Studium, einen Job oder Kinder und ich verspreche euch, das wird nicht besser, das wird sogar immer schlimmer, denn am Ende fehlt einem dann noch ganz schlicht die Lebenszeit. Da er ist es gut, wenn man sich klarmacht, dass die Zeit relativ ist. Sich nicht nur lang oder kurz anfühlen kann, sondern sich tatsächlich ganz unterschiedlich nutzen und weiten lässt. ort und zeit

Die amerikanische Anne Tyler hat in ihrem Essay „Still just writing“ darüber geschrieben, wie sie es geschafft hat, mit zwei Kindern zum schreiben zu kommen. Es geht. Denn wenn man genau hinsieht, dann gibt es diese Autoren nicht, die so viel Zeit hatten, dass sie schließlich (aus lauter Langeweile?) ein Buch begonnen haben. Nehmen wir David Baldacci. Er hat neun Jahre als Strafverteidiger gearbeitet und nebenher Drehbücher und Kurzgeschichten geschrieben, bevor er Vollzeit-Autor wurde. Was ich sagen will: Glaubt mir, ihr habt Zeit. Ihr müsst sie nur nutzen.

Ort

Ich hätte so gerne ein ruhiges Zimmer, in dem ich schreiben kann. Ja, wer hätte das nicht gerne? Ich habe seit kurzem ein eigenes Schreibzimmer. Schreibe ich deshalb mehr? Schneller? Nein. Schreibplätze sind überall. Im Wartezimmer des Arztes, im Café, in öffentlichen Bibliotheken (sehr zu empfehlen), auf der Couch, im Bett. Besonders für Frauen, die Kinder haben (wollen), kann es sehr taff werden, einen (ruhigen) Ort zum Schreiben zu finden. Ich erinnere mich, dass Fay Weldon, gelesen habe, dass sie ihre Bücher oft am Küchentisch geschrieben hat, während ihre Kinder um sie herumkrabbelten (sie hatte vier). Mich hat das sehr inspiriert, und ich dachte mir: Wenn sie das schafft, dann geht es! Manchmal kann es sogar ganz gut sein, wenn man sich einer Umgebung aussetzt, die lebendig ist und vielleicht sogar unruhig, denn so bleibt der Geist in Bewegung und man selber locker.

Jeder Ort zu jeder Zeit

Wenn ihr zu schreiben anfangen wollte, dann ist der beste Zeitpunkt: Immer, wenn es geht. Und der beste Ort: Überall. Ist euch das zu extrem? Die meisten Wattpad-Autoren arbeiten so. Ihr Schreiben ist ein einziger Strom von Sätzen, der ihnen gerade und egal wo in den Sinn kommt und sofort vermerkt wird. Selten tiefgründig, aber meist sehr lebendig. Es gibt auch prominentere Beispiele: Lauren Olivier sagt, dass sie gerne auf dem Handy schreibt und sich die Texte danach selber zumailt. Ups! Ich habe das probiert. Es geht. Erstaunlich gut. Denn genauso, wie man sich in der Öffentlichkeit in ein Buch hineinzoomen kann, geht das auch beim Schreiben.

Wenn ihr jetzt denkt: Wow, dann kann ich mir die restlichen fünf Schritte auf dem Weg zu meinem Buchprojekt sparen, dem gebe ich euch recht. Jep, fangt gleich an. Wer das Gefühl hat, noch mehr Vorbereitung zu brauchen, auf den freue ich mich nächste Woche. Ich möchte allerdings, dass ihr eins schon mal mitnehmt: Weder ob ihr „genug“ Zeit habt oder den geeigneten Ort, spielt eine Rolle, wenn ihr anfangen wollt zu schreiben.

Eine gute Zeit!

xoxo

Katrin

#redbugwriting #amwriting #schreiben

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2 Comments

  • Reply Laura 3. Februar 2018 at 11:20

    Hallo Katrin,
    ich kann dir nur zustimmen , wenn man wirklich will , kann man immer und überall schreiben !
    Ich finde es zum Beispiel toll, nicht zu Hause zu schreiben, da lauern gerade am Wochenende zu viele Ablenkungen. Wenn ich die Zeit dazu habe, finde ich kleine Cafés (wie klischeebehaftet!) oder die Unibib hier im Ort dafür klasse.

    Was mir schwer fällt, ist zu schreiben, wenn ich Zeitdruck habe. Also wenn ich weiß, dass ich am gleichen Tag noch nach dem Schreiben Termine habe und unbedingt bis Uhrzeit X fertig sein muss. Keine Ahnung warum, aber das blockiert mich immens. Das Schreiben muss für mich der Abschluss des Tages sein, nachdem ich alles andere erledigt habe. Das klappt auch ganz gut, ich fange eben erst später Abends an, wenn alle Arzttermine, die Wäsche , der Haushalt… durch sind und ich zur Ruhe kommen kann.
    Wenn ich schreibe, will ich, dass ich notfalls so lange wie möglich (auch wenn das bedeutet, dass ich am nächsten Tag übermüdet zur Arbeit gehe) am PC sitzen und tippen kann und nicht mitten im Flow unterbrochen werde.

    Für schnelle Ideen habe ich aber immer mein Handy mit Notizenapp dabei. Um den Plot weiter auszuarbeiten oder Beobachtungen im Wartezimmer aufzuschreiben ist das klasse :)

    lg
    Laura

    • Reply Katrin 3. Februar 2018 at 17:01

      Hi Laura,

      oh, ja, das geht mir genauso. Wenn man schreibt, taucht man in einen zeitlosen Zustand ein. Ich vergesse dann alles: Termine, Essen, mich selbst.
      Im Café schreibe ich auch gerne. Ich mag die Geschäftigkeit um mich herum, schnappe Sätze auf, habe diese mittlere Aufmerksamkeit, die meine Kreativität triggert.
      Und – ja, klar, das Handy! Ich mache Fotos von Situationen, Büchern, die ich lesen muss, Sätzen, die mich inspirierene und schicke mir Mails mit Buchideen. Genial.

      Liebe Grüße

      Katrin

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