7 Schritte zu deinem Buchprojekt

7 Schritte zu deinem Buchprojekt #3 – Selbstvertrauen

23. November 2016

Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um ein Buch zu schreiben ist Selbstvertrauen. Oder auch Selbstbewusstsein. Seltsamerweise wird das meist verschwiegen. Denn Selbstvertrauen ist tricky.

Können und Selbstvertrauen

Man sollte denken, dass Autoren, die viel vom Schreiben verstehen, die es können, ein besonders hohes Selbstvertrauen haben, oder? Doch, nein. Mein Vater kommt aus einer Familie von Lehrern, er war sogar Hochschullehrer. Er hat mir – in bester Absicht – schon vor der Schule Lesen beigebracht. Ich war ziemlich erstaunt, als ich feststellte, dass man in der 1. Klasse Lesen lernt. Denn ich konnte es schon. Statt, dass es mich selbstbewusster gemacht hat, hat es mich mächtig verunsichert. Was würden die anderen Kinder sagen, wenn sie merken, dass ich schummelte? Und weil ich zu den anderen Kindern passen wollte, habe ich so getan, als könnte ich nicht richtig lesen. Schule war nicht mein Ding. Aus einer selbstbewussten Wortführerin in der Buddelkiste wurde ein extrem schüchternes Kind.

Ich weiß, dass ich nichts weiß

Auch das Wissen über Literatur, Sprache, Ausdruck war nicht unbedingt hilfreich, als ich man mit geschwellter Brust ein Buch schreiben wollte oder – noch schlimmer – es bewerben sollte. Denn wenn ich weiß, wie differenziert die deutsche Sprache ist, wie schnell man ein Wort in einen falschen Kontext stellen kann, kurz, wie schwierig es ist, ein richtig gutes Buch zu schreiben, dann kann mich das ganz schnell sehr einschüchtern. Da beneide ich fast Autoren, die gar nicht merken, wie viele Fehler sie machen, denn die können mit allergrößtem Selbstvertrauen drauflosschreiben.

Wenn ich auf den Buchmarkt schaute, dann sind da Autoren, die sehr gut und/oder sehr erfolgreich schreiben und sehr schüchtern und unsicher sind. Und Autoren, die kaum die Rechtschreibung beherrschen und keine Probleme damit haben, Textpassagen bei Facebook zu veröffentlichen und laut Werbung für sich zu machen. Okay, ich lerne: Selbstvertrauen ist nicht an Können gekoppelt.

Selbstvertrauen wiederfinden

Fest steht, dass man Selbstvertrauen braucht, wenn man ein Buch schreiben will. Ich würde sogar sagen, es ist eine Grundvoraussetzung. Nur, wie bekommt man es? Ich habe sehr viel von Marissa Peer gelernt. Sie ist eine der erfolgreichsten Verhaltenstherapeutinnen in England. Sie sagt, dass die meisten von uns ihr angeborenes Selbstvertrauen mehr oder weniger verloren haben und es wiedergewinnen sollten. Ganz besonders dann, wenn sie zu einer dieser drei Gruppen gehören

  • Die extrem Schüchternen, die ungern in der Öffentlichkeit sprechen.
  • Die sehr extrovertierten Menschen, die mit ihrem (lauten) Verhalten nur eine tiefsitzende Unsicherheit überspielen.
  • Die Perfektionisten und Workaholics, die ihre Unsicherheit hinter viel Arbeit und besonders großen Anstrengungen tarnen.
Selbstvertrauen ist lernbar

Vermutlich finden fast alle sich mehr oder weniger in einer dieser Gruppen wieder. Denn die wenigsten von uns haben ein großes Selbstvertrauen.selbstvertrauen Marissa Peer arbeitet mit extrem erfolgreichen Menschen, die oft unglücklich sind, weil sie dachten, der Erfolg würde ihnen Selbstvertrauen geben. Oder das Geld. Nein. Natürliches Selbstbewusstsein ist locker und entspannt. Es hat nichts damit zu tun, wie gut und erfolgreich ich bin. Oder wie viele Bücher ich schreibe oder verkaufe. Es ist wichtig, dass ich das kläre, bevor ich ein Schreibprojekt beginne. Denn wenn ich nur schreibt, um dadurch mehr Selbstvertrauen zu bekommen, stehe ich mir selbst im Weg. Selbstvertrauen muss ich mir selbst geben. Die Zweifel beiseite schieben. Ich erinnere mich dann gerne daran, wie ich als Kind jede Sache mit Freude und Zuversicht begonnen habe. Selbstvertrauen steht jedem zu. Manchmal muss man es sich einfach nehmen und es gegen alle behaupten, die es klein halten wollen.

Es ist großartig, anzufangen …

… denn man sein Bestes gibt, ist es genug.  Man kann sich jederzeit verbessern. Ich mache mir das klar, bevor ich ein Buchprojekt beginne. Sage es mir vor dem Schreiben und wenn ich kritisch meine Texte lese. Ich sage mir, dass ich großartig bin, weil ich angefangen habe. Und großartig, wenn ich täglich an meinem Projekt dranbleibt. Auch, wenn ich nicht schreibe, sondern „nur“ nachdenke oder plane. Davon abgesehen: Niemand ist perfekt, auch meine Leser nicht. Wer soll wen kritisieren? Und warum? Ich konzentriere mich darauf, an den großartigen Leser zu denken, für den ich das Beste gebe.

Newsletter/Worksheet

Alles kann man lernen, ist meine Devise, weshalb ich sehr gerne Worksheets mache. Zum Thema Selbstvertrauen habe ich ein Worksheet mit ein paar schönen Übungen für Selbstvertrauen gemacht. Falls ihr den Artikel gelesen habt: Für jede der drei Gruppen. Vielleicht werdet ihr feststellen, dass ihr je nach Situation zu unterschiedlichen Gruppen gehört. Auch gut. Die Übungen sind extrem effektiv und wirksam, also nicht wundern, wenn ihr schneller zu schreiben anfangt, als ihr dachtet :)

Hier möchte ich gleich mal für unseren genialen Newsletter werben. Wenn ihr euch einschreibt, erhaltet ihr monatlich News zu unseren Buchveröffentlichungen und Buchaktionen, zu Übungen und allen Worksheets.

Ich freue mich auf die nächste Woche mit euch!

xoxo

Katrin

#amwriting #rbpub #redbugwriting #schreibtipps

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1 Comment

  • Reply Branding für Autor-Innen #1 Einführung - Red Bug CultureRed Bug Culture 28. November 2018 at 16:36

    […] der Selbstfindung solltet ihr als Autorinnen, aber auch als Menschen sowieso durchmachen. Also Selbstvertrauen erwerben, eine eigene Meinung, einen eigenen Standpunkt einnehmen und mutig und selbstbewusst dazu […]

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