Buchmesse Leipzig 2018

Buchmesse Leipzig 2018 – Vorbereitung

13. März 2018
Buchmesse Leipzig 2018
Buchmesse Leipzig 2018

Wir lieben die Buchmesse Leipzig, denn sie findet in der besten Jahreszeit statt – nicht zu warm, nicht zu kalt – und für uns auch am besten Ort – nicht zu weit, nicht zu nah. Perfekt für einen kleinen Städtetrip im Vorfrühling in den Bücherwahnsinn.

Trotzdem ist keiner von uns ein Messe-Mensch. Große Hallen mit vielen Menschen sind einfach nichts für sensible Künstler // Schriftsteller, die eher gewohnt sind, sich in kleine kuschelige Räume mit Duftkerzen und sanfter Musik zu verkrümmeln oder mit Rockmusik im Atelier zu stehen. Aber, nun ja,  wir sind ja auch Label-Leader (von manchen auch Verleger genannt) und damit Menschen von Welt, die durchaus in der Lage sind, sich mal in einen Anzug zu werfen und einen Auftritt hinzulegen. Ja, klar, das haben wir als (Schauspiel-)Agenten gelernt. Rote Teppiche, gleißende Lichter – alles kein Problem.

Treffen der Buchbranche

Außerdem heißt Messezeit ja nicht nur überfüllte Hallen mit wenig Sauerstoff. Es heißt auch, viele andere Verleger, Agenten, Lektoren, Übersetzer, Autoren, Blogger und Leser zu treffen, um sich über die Buchwelt auszutauschen. So eine Art Trimagisches Turnier, wobei es keinen Wettkampf gibt, aber ein Treffen der großen Dreieinigkeit: Autor-Agent/Verleger-Leser. Denn wenn dieses Trio gut zusammenpasst, dann entsteht – Magie!

Ja, das ist schon verrückt; da wir alle drei/vier Tätigkeiten in uns vereinen, fühlen wir uns manchmal wie Gestaltwandler, die je nach Treffen eine andere Form annehmen müssen.

Als Autoren …

… sind wir sehr gerne auf der Messe, besonders, wenn wir etwas zu sagen/lesen haben. Doch diesmal  sind wir in dieser Funktion nicht unterwegs. Obwohl wir eine Einladung von Tolino haben, und die Tolino-Manschaft sehr schätzen, haben wir dieses Mal abgesagt. Dafür gibt es einen Grund. Denn was wir nicht verstehen und auch nicht aktiv unterstützen wollen, ist die wiederholte Einladung von Martina Gercke, die sich zur Zeit erneut in einem Streit um Plagiatsvorwürfe befindet. Ist es wirklich nötig, einer Autorin eine Plattform zu geben, der man Plagiat nachgewiesen hat? M. Gercke, die beim letzten Tolino Treffen vor uns dran war und ihre Zeit ohne Probleme in unsere hinein überzogen hat, wird es egal sein. Wir wollen dennoch ein Statement hinterlassen und bleiben diesmal fern.

Als Verleger …

… treffen wir Agenten, Autoren und Verlegerkollegen. Soll heißen, wir netzwerken mal wieder ganz still und leise und sehr gemütlich am Rande der Messe in den Cafés und Restaurant von Leipzig. Wer uns dort tuscheln sieht … wir hecken bestimmt etwas aus :)

Als Leser …

… freuen wir uns auf viele neue Bücher und Cover und Buchideen. Als E-Bookler können wir auf den Messen unsere (heimliche) Liebe zum Papier ausleben, durch Bücher blättern, über Cover streichen, Klappentexte studieren, Bindungen und Lesebändchen bestaunen. Wenn wir mal groß sind …

Ja, und dann gibt es ja nicht nur Bücher, sondern auch andere Leser. Große und – für uns ebenso wichtig – kleine Leser, deren Interessen und deren Begeisterung uns immer wieder ansteckt. Lasst uns gemeinsam in Büchern schwelgen!

Buchmesse Leipzig 2018Als … freie Journalisten?

Surprise! Wir werden in diesem Jahr noch in einer weiteren Funktion auf der Buchmesse Leipzig sein: Als Beobachter und Berichterstatter/Blogger. Seit auf unserem Blog die Besucherzahlen explodieren und unser Newsletter uns täglich neue Follower beschert, ist uns gute journalistische – neben der verlegerischen und schriftstellerischen – Arbeit noch wichtiger geworden.

Das verbindet uns mit den Journalisten und Buchbloggern, die wir hier natürlich nicht unterschlagen wollten. Gerade die Buchblogger sind ja irgendwie auch trimagische Wesen: Vor allem Leser, dann aber auch journalistisch tätig und in letzter Zeit immer öfter ebenso – Autoren! Einige Verlage finden das wunderbar, wenn ein Autor seine Leser= Blogfollower gleich mitbringt. Kritisch fragen sollte man aber trotzdem: Sind Leser- und Verkaufszahlen wirklich alles? Sollte die Menge der Leser darüber entscheiden, welche Graustufen von Geschichten veröffentlicht werden? Die Diskussion ist so alt wie das Verlagsgeschäft und klar – hier entscheidet sich jeder Verlag anders.

Wir werden unser Augenmerk auf der Buchmesse Leipzig diesmal jedenfalls besonders auf die kleinen, feinen Label und Verlage mit dem anspruchsvollen Verlagsprogramm richten.

Königskinder – oder die Nachteile der Verlagsmonarchie

Nachdem wir das Aus des großartigen Königskinder-Verlags erlebt haben, beschäftigt uns die Frage: Wie unabhängig muss ein kleiner Buchverlag sein? Ja, natürlich, am besten ganz unabhängig – aber wie ist das wirtschaftlich hinzukriegen? Die Königskinder haben nicht nur tolle Bücher verlegt, sondern bei der Buchausstattung nun, tja, eben auch sehr großzügig in eine Kasse gegriffen, die vom Mutterverlag Carlsen gefüllt wurde. Statt das Ende der Königskinder nur zu beweinen, wollen wir uns fragen:

  • Gibt es andere Möglichkeiten, schöne, gut gemachte Bücher mit anspruchsvollem Inhalt zu veröffentlichen UND sie an die Leser zu bringen?
  • Wie wichtig ist das (teure) Print? Wie aufwendig muss Print sein?
  • Was kann ein E-Book, was ein Printbuch nicht kann und was macht davon Sinn?

Okay, ihr hört es vielleicht schon heraus: Uns kann man in diesem Jahr auf der Buchmesse Leizig eher an den offiziellen Messetagen Donnerstag und Freitag treffen. Das Bad in der Menge der Messebesucher ersparen wir uns und sind nur traurig, dass wir so vermutlich ein paar Buchbloggerfreunde verpassen. Oder kommt ihr eher? Und überhaupt?

Nach der Messe gibt es dann einen ausführlichen Bericht und eine Wanderung über die anderen (Buch- und Literatur-)Blog um zu sehen, was dort so erlebt wurde. Denn wie immer ist die Messe einfach zu groß, um alles mitzukriegen.

Und ihr? Was versprecht ihr euch von der Buchmesse?

#redbugwriting #buchmesse #Buchmesse Leipzig

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2 Comments

  • Reply Tintenhain 13. März 2018 at 13:42

    Ich finde es zwar schade, dass es keine Lesung gibt, kann Eure Beweggründe jedoch sehr gut nachvollziehen. Ich verstehe es auch nicht und finde die Dame unglaublich unverfroren. Gutes Statement, das hoffentlich wahrgenommen wird.

    Liebe Grüße,
    Mona

    • Reply Redbug Team 13. März 2018 at 13:57

      Oh, danke für die Unterstützung. Wir haben manchmal den Eindruck, wir sind die einzigen, die es stört.
      Zumal wir unserer Bedenken bei Tolino bei dem letzten Meet & Greet angesprochen haben und es hieß: Wir wussten es nicht und wir arbeiten erst seit nach der Verurteilung mit ihr.
      Okay, nett, wenn man Autoren eine zweite Chance gibt, aber das ist ja offensichtlich eine Strategie der Dame, denn es gibt eine weitere laufende Auseinandersetzung.
      Wir finden: Es schadet- indirekt – allen Autoren, wenn man ein unsolidarisches Benehmen nicht nur toleriert, sondern sogar noch mit Einladungen zu Events belohnt.

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