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Red Bug Radio #7 Frakturschrift

4. Dezember 2020
Red Bug Radio – Frakturschrift
Frakturschrift

John Ludwig Hülshof – Google Books Fraktur-Alphabet. Aus: Deutsches Lesebuch. S. 12

Heute spricht Heino mit Lukas im Podcast über das heikle Thema von Schriften, mit denen wir bestimmte Gesinnungen verbinden. Es geht um die Frakturschrift. Die Fraktur, auch „gebrochene Schrift“, war von Mitte des 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts die meistbenutzte Druckschrift im deutschsprachigen Raum.

Zur Zeit des Nationalsozialismus erlebte die Fraktur als Auszeichnungsschrift und als Textschrift zunächst eine Renaissance, da sie als deutsche Schrift betrachtet wurde. Man berief sich unter anderem auf Cäsar Flaischlen, der „Vom Herrenrecht unserer deutschen Schrift“ gedichtet hatte. Ab Juni 1933 forcierte das Reichsinnenministerium das Vorhaben, Schreibmaschinen mit Frakturschrift verbindlich in Behörden einzuführen. 

Die Frakturschrift ist eine Hauptschriftgruppe, die im Sinne der Schriftklassifikation mit römischer Alphabettradition zu der Schriftgattung der »Gebrochenen Schriften« zählt. Auch als »Deutsche Schrift«, im englischsprachigen Raum mehrdeutig auch als »Gothic«, »Old English» oder als »Blackletter« bezeichnet.

Die Fraktur war über 400 Jahre im Wesentlichen die Buch- und Verkehrsschrift der Deutschen und bis 1941 die offizielle Amtsschrift im »Deutschen Reich«. Als Schöpfer der ersten reinen »fractura germanica« (1507) gilt der Augsburger Kalligraph und Benediktinerpater Leonhard Wagner (1453–1522).

Etymologisch ist die Bezeichnung »Fraktur« dem lateinischen »fractura« entlehnt und bedeutet »Bruch«, analog zum Verbum »frangere, fregi, fractum – brechen«. Mit dem beginnenden 16. Jahrhundert bezeichnete es jene »gebrochene« Spätform der gotischen Minuskel, die als Fraktur in Deutschland zur vorherrschenden Type wurde.  (Quelle/Zitat: Typolexikon)

 

Was heißt es heute, mit gebrochenen Schriften zu arbeiten? Wie geht man mit Vorurteilen um? Freut euch auf ein interessantes Gespräch und neue Erkenntnisse.

 

Über Lukas Horn

Lukas Horn ist Schriftgestalter, Kommunikationsdesigner, Lettering-Genie, Blogger und Mitgründer von Iffy-Studio und nimmt derzeit an dem renommierten Type Media Master-Studiengang an der Royal Academy of Art (KABK) in Den Haag teil.

Außerdem hat er das Projekt „Fragenziehen“ erfunden, bei dem er Schriftgestalter*innen Fragen ziehen und beantworten lässt.

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Viel Spaß dabei!

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