Social-Media-Tipps für AutorInnen

Social-Media-Tipps für Autor-Innen #6 Pinterest

8. August 2018
Pinterest – die Bildplattform

Als ich Pinterest zum ersten Mal entdeckte, war ich absolut begeistert. Damals musste man noch fragen, ob man mitmachen darf und das habe ich für mich und Red Bug Books gemacht. Endlich! Für mich als Künstlerin war diese Plattform etwas, was gepasst hat. Keine Texte, keine Sprüche, keine Videos – einfach Bilder. Und alles war endlich so ästhetisch, wie ich es schon gerne bei Facebook gehabt hätte.

Ich bin sehr entschieden der Meinung, dass man eine Social-Media-Plattform nur verstehen, lieben/hassen oder beherrschen kann, wenn man sie selbst ausprobiert. Menschen, die Facebook oder Twitter-Gegner sind, ohne wirklich auf Facebook oder Twitter zu sein – haben schlicht keine Ahnung. Und es ist auch nicht so, dass man alle Plattformen kennt, wenn man eine kennt. Vielleicht wissen noch nicht einmal die Erfinder der Plattform, was sie da geschaffen haben, bis sie es nicht ausprobiert haben.

Pinterest ist ein soziales Netzwerk, in dem Nutzer Bilderkollektionen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften können. (Wikipedia)

Bilder auf Pinterest
Moodboard

Moodboard zur Loving Serie

Klar, dachte ich, das verstehe ich. Ich lade hier tolle Fotos hoch und verteile sie auf verschiedene Pin-Wände. Vielleicht war es so gedacht, aber schnell wurde deutlich, dass das Bildermachen nur für sehr wenige Leute Sinn machte und alle anderen im wesentlichen Bilder von anderen teilten. Es war also mehr Bildertausch oder Bilder entdecken, als Bilder hochladen: Du findest ein Bild, was dir gefällt und speicherst (pinst) es auf ein Bord in deinem Account. Das ging besser und schneller und war weder aufwendig, noch schwer und es gab auch keine Upload-Probleme und Wartezeiten mehr.

Trotzdem gab es ein Problem, besonders mit den von einem selbst hochgeladenen Bildern. Pinterest hatte sich in seinen Nutzungsbedingungen das Recht zum Verkauf von Nutzerfotos eingeräumt. Klar, vermutlich dachten die Gründer von Pinterest, so könnten sie später mal Geld verdienen. Doch es gab harsche Proteste und Pinterest nahm diese für Nutzer nachteilige Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen wieder zurück. Zum Glück, denn das wäre wirklich sehr unangenhem geworden und hat alle abgeschreckt. Die Plattform steckte 2010 noch in den Kinderschuhen.

Wissen sollte man allerdings:

Wer Inhalte auf Pinterest teilt, trägt selbst die Haftung dafür, dass nicht gegen das Urheberrecht verstoßen wird. Urheberrechtlich geschützte Werke dürfen nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlicht und vervielfältigt werden.

Das Folgen auf Pinterest

Wie bei vielen anderen Plattformen, kann man auf Pinterest anderen folgen und andere folgen einem. Wem man folgt, dessen Bilder hat man in seinem Homefeed, das kennt man von Instagram. Man kann aber auch Schlagworten folgen wie SCHREIBEN oder KUNST und so gezielt Bilder vorgeschlagen bekommen.

Moodboard

Als Künsterlin dachte ich als erstes, es wäre sinnvoll, Bilder meiner Kunstwerke hochzuladen, was ich zum Teil auch getan habe. Aber schnell wurde mir klar, dass die Plattform sich viel besser für mich als Autorin eignet. Und ich erstellte Moodboards für meine Bücher. Also Stimmungsboards, auf denen ich Bilder sammlte, die zu dem jeweiligen Buch passten. Locations, Charaktere, Dinge, die vielleicht nicht so selbsterklärend sind. Ein Cover kann viel über ein Buch aussagen, aber in der Regel trifft es den Ton des Buches nicht zu 100 Prozent, schon gar nicht, wenn der Verlag mir ein Cover ausgesucht hat. Dies war eine Möglichkeit, den Vibe meiner Bücher stärker zu promoten.

Also entstanden viele, viele Moodboards, nicht nur zu einem Buch, auch zu einzelnen Charakteren. Isabel, deren eigener Pinterest-Account einfach flawless ist, bereut übrigens den Pinterest- Account von Red Bug Books.

Moodboard zu Radio Gaga

Doch ich mache mir nichts vor. Wer mein Buch liest, hat eigene Bilder im Kopf. Meine Moodboards sind vermutlich wichtiger für mich oder sogar für andere Autoren, die sich bei mir Inspiration für Bücher des gleichen Genres holen, als für meine Leser. So tauchte  zum Beispiel sehr schnell ein (selbst hochgelandenes) Bild von meinem Flying- Moon-Moodboard (eine Szene am Set) auf dem Account einer anderen Autorin auf, die auch ein Buch geschrieben hatte, das von einen Film(star) handelte. Hm. Das wollte ich eigentlich nicht.

Meine Leser/Fans folgen meist automatisch meinen Social-Media-Accounts, aber dass die meisten meine Moodboards kennen, bezweifle ich. Erkenntnis: Moodboards sind gut für mich, mein Schreiben – aber kein „Marketing“-Tool für meine Bücher.

Was ist Pinterest? Wirklich.

Wie ich letzte Woche schon sagte, ist Pinterest eigentlich gar keine soziale Plattform im üblichen Sinne. Das heißt, es geht nicht unbedingt darum, virtuelle Freunde zu finden. Man likt zwar Bilder von anderen, aber die Likes spielen hier wirklich keine große Rolle. (Pinterest will sie sogar abschaffen).

Seit 2015 hat Pinterest mehr als 100 Millionen aktive Nutzer – also – was machen die Leute auf Pinterest? Nun, das habe ich selbst erst spät begriffen. Die Antwort lautet: Auf Pinterest werden  vor allem Bilder gesucht. Richtig, es geht ums SUCHEN: Rezepte, Produkte, Lösungen für Probleme, Bilder von Dingen. Das heißt, Pinterest ist eher ein Google als ein Facebook. Eher eine Search-Plattform, als ein Kommunikationsort.

Und das ist sehr wichtig für uns alle, die wir ein Produkt (Buch, E-Book) oder eine Dienstleistung (Schreibkurs, Fotografie, Lektorat, Yogakurse) anzubieten haben. Hier liegen grandiose Möglichkeiten. Dazu weiter unten mehr, doch zuerst:

Wie nutzt du als Autor-In Pinterest?

Neben den Moodboards gibt es noch viele andere Möglichkeiten, für dich als AutorIn Pinterest zu nutzen.

  • Inspiration: Bilder kurbeln die Fantasie an. Wenn Du keine Lust zu schreiben hast, gehe durch die Moodboards anderer Autoren oder deine eigenen. Sieh dir Location-Bilder an, oder scroll einfach durch ein paar schöne Accounts.
  • Recherche: Wie stelle ich mir meinen Wald/Strand/Berg vor? Wie sieht es in New Hampshire aus oder in Döbblen? Wie sieht diese Tracht, dieses Gericht, diese Kneipe aus?
  • Buchextras: Sammle Coverausgaben deiner Bücher, stell sie vor, lade Quotes aus eigenen Büchern hoch.
  • Motivation: Du kannst Quotes über das Schreiben oder Schreibtipps sammeln.
Pinterest Business

Doch hier enden die grandiosen Möglichkeiten von Pinterest noch lange nicht. Damit vor allem Geschäfte und Marken Pinterest optimal nutzen können, gibt es das Geschäftskonto. Doch man muss kein Geschäft sein oder haben, um ein Geschäftskonto zu eröffnen. Es reicht eine Website. Wir haben diese Funktion bei Red Bug Books freigeschaltet.

Welche Vorteile hat sie?

  • Das erstellen von Rich-Pins, die direkt auf eine Website oder einen Blogbeitrag verweisen.
  • Statistiken über das Teilen der Bilder und die Views.
  • Möglichkeit, Anzeigen zu schalten.
Rich-Pin

Ein Rich-Pin ist ein Pin mit einem Link. Für Red Bug Books macht diese Funktion besonders viel Sinn. Isabel hat Bilder zu den Blogbeiträgen über das Schreiben erstellt und mit einem Link zum Blogbeitrag  verbunden. Die Nutzer können sie ganz praktisch zusammen mit dem Link zum Beitrag auf – zum Beispiel – einem Board sammeln, das Schreibtipps heißt. Hat man eine bestimmte Frage zum Schreiben, kommt man so direkt zum richtigen Blogbeitrag.

Wenn du eine AutorIn bist, kannst du dein Buchcover in das Board „Meine Bücher“ stellen und es mit einem Link zu Amazon verbinden. Und  – ja – das erfordert ein wenig Arbeit und sehr viel Beschriftung und Link einsetzen und  *ächem* wir sind selber bei Red Bug Books noch nicht dazu gekommen, alle Bücher mit Links zu versehen.

Pinterest Analytics

Manchmal fragt man sich – was bringt das eigentlich alles? Warum macht man sich so viel Mühe mit Rich-Pins und schönen Moodboards – schaut überhaupt jemand mal drauf? Dafür sind Analytics großartig, denn sie sagen dir: Ja, du hast 36 000 Betrachter im Monat. Tausende haben unsere Schreibtipps auf ihren Boards gespeichert und sehr viele Besucher kommen von Pinterest auf unsere Seite. Vielleicht bist DU gerade von Pinterest auf diesen Blogbeitrag gekommen. Und dann muss ich dir wahrscheinlich nicht sagen, warum die Plattform so großartig ist. An euch anderen, besonders alle AutorInnen, die dort noch nicht sind: Jetzt aber schnell!

Es gibt bei Pinterest übrigens auch Hashtags, aber da ich das Thema in der nächsten Woche behandle, erfahrt ihr dann dort mehr. Fragen natürlich wie immer gerne sofort in die Kommentare.

Während mich der Ventialtor anbläst … wünsche ich euch eine weitere schöne Sommerwoche!

xoxo

Katrin

#socialmedia #redbugwriting #amwriting #rbpub #schreibtipps

 

 

 

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