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Sommeraktion – Love on Paper #2 Hängematte

10. Juli 2017
Sommeraktion

Die zweite Woche unserer Sommeraktion, in der es einen Monat lang um „Love on Paper“ geht. Jede Woche erzählen wir etwas mehr über das Buch und ihr könnt gewinnen.

Begleiten werden wir unserer Sommerspecial mit einer Preisaktion: Das E-Book von Love on Paper gibt es den ganzen Juli für 2,99 Euro, also der beste Moment sich 374 Seiten Sommerlektüre zu holen.

#2 Hängematte

Es gibt ein paar Dinge, die erinnern uns sofort an den Sommer. Bei uns ist das die Hängematte. Jeden Sommer spannen wir sie auf und ab dann ist der Platz in der Hängematte heiß umkämpft. Meist um – na klar – zu lesen.

HängematteFür heute haben wir Leseproben aus „Love on Paper“ versprochen. Natürlich könnt ihr euch auch ganz einfach die Leseprobe des 1. Kapitels ansehen. Wir dachten aber, wir suchen noch ein paar andere Stellen heraus, die euch für Love on Paper begeistern können.

Wenn du Bücher liebst …

In Love on Paper geht es viel um – Literatur. Kennt ihr Hemingway und seine Bücher? Oder F. Scott Fitzgerald? Nun, vielleicht werdet ihr Lust haben, etwas von diesen beiden Autoren zu lesen, wenn ihr Love on Paper lest und Maya und Simon zuhört, wenn sie über ihre Lieblingsautoren diskutieren …

 

»Welche Autoren liest du denn so?«, frage ich Simon und kühle meine Hände am Glas. Draußen habe ich gefroren, hier drinnen wird mir schnell zu warm.

»Hemingway.«

Okay, Hemingway. Ich denke an die Jungs im Studium. Natürlich lesen sie Hemingway, der cool und maskulin ist. Und erinnere mich. »Waren Hemingway und Fitzgerald nicht sogar befreundet?«

Als ich es sage, wird mir klar, dass es zweideutig klingt und ich rede schnell weiter. »Ich meine, klar, ich mag Hemingways Stil auch. Den Schreibstil. In der Uni haben wir den mal durchgenommen. Das Eisbergmodell.«

Simon zieht fragend die Augenbrauen hoch.

»Das Eisbergmodell?«

»Ja, ich meine …« Ich breche ab. »Ich will hier keinen Vortrag halten.«

»Nein, erzähl. Klar, du studierst und weißt so was. Das ist doch interessant.«

»Echt?«

»Ja, erzähl«, stimmt Nils zu und beugt sich vor.

»Na ja, so wie ich es verstanden habe, meinte Hemingway, dass ein guter Schriftsteller all das, was ihm ganz klar ist, in seinen Texten weglassen sollte. Denn wenn er aufrichtig genug schreibt, dann würden die Leser ihn schon verstehen. Also die Lücken schließen. Wie bei einem Eisberg sind seine Geschichten nur zu einem Achtel zu sehen. Als Worte auf dem Papier, alles andere ist verborgen und muss vom Leser ergründet werden. Aber gerade das würde den Text gut machen. So …«

» … klar«, ergänzt Simon.

»Und eindeutig.«

»Ja, genau. Das mag ich an seinen Texten, dass er alles so deutlich, aber reduziert beschreibt.«

»Kein Geplapper«, sagt Nils.

Ich nickte. »Ja.«

Simon denkt kurz nach. »Und bei Fitzgerald ist es irgendwie anders. Er ist weicher, eleganter und manchmal …«

»… kitschig«, gebe ich zu. Normalerweise verteidige ich Fitzgerald, aber es stimmt, er will manchmal einfach zu sehr gefallen.

Nils lacht. »Ihr beendet eure angefangenen Sätze.«

Weder Simon noch ich reagieren. Das ist kein Flirt, es geht hier um Literatur.

(Love on Paper, S. 82)

Wenn ein Kindheitstraum in Erfüllung geht …

Kennt ihr das? Diese Berufsträume, die man als Kind hat? Maya wollte immer mal als Kellnerin arbeiten. In „Love on Paper“ geht ihr Wunsch in Erfüllung – auch wenn es ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hat …

Ich treffe Simon drinnen am Tresen. Sein Gesicht ist von der Hitze gerötet, seine Haare fallen ihm feucht ins Gesicht. Er lächelt erleichtert, als er mich sieht.

»Genial, dass du kommst!«

»Klar.« Ich sehe zu Nils, der gerade mit einem schwer beladenen Tablett vom Tresen losläuft. »Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich so viel auf einmal tragen kann.«

»Das klappt schon. Wir laden deine Tabletts nicht so voll.«

Er langt hinter den Tresen und holt eine Art Handy und ein Kellner-Portemonnaie hervor, das er vor mir auffächert.

»Hier sind fünfzig Euro Wechselgeld drin. Die rechnest du am Ende ab. Und das ist unser Bestellsystem, der Orderman

Er zeigt auf das Display. »Hier gibst du die Bestellung auf, die direkt an die Küche geht. Wenn du kassierst, dann kannst du die Bestellung am Tisch aufrufen und die Rechnung auch splitten, was hier ziemlich häufig vorkommt.«

»Okay.«

Ich bin etwas nervös, da ich nicht erwartet habe, dass Technik beim Bedienen eine Rolle spielt. Immerhin muss ich nicht Kopfrechnen.

»Das ist eigentlich Hollys Orderman, wundere dich nicht, dass ihr Name hier oben steht. Trinkgeld gibst du nicht ein, sondern behältst es.«

(…)

Simon  zeigt auf den Bereich in der Nähe des Hauses.

»Übernimm diese Tische, dann musst du nicht so viel laufen. Es ist eigentlich mein Bereich, aber heute sind wir zu wenige und müssen improvisieren. Die Tischnummern stehen auf den Tischen. Trag sie hier ein.«

Er zeigt es mir auf dem Orderman.

Während wir zusammenstehen, winken schon die ersten Leute.

»Wenn irgendetwas ist, ruf mich.«

Er reicht mir den Orderman. »Und lass dich nicht anmachen.«

Ich nicke. Anmachen? Darüber habe ich bisher noch nicht einmal nachgedacht.

Der Anfang ist mehr oder weniger ein Desaster. Ich muss herausfinden, wie das Gerät funktioniert, während mir fünf Leute gleichzeitig Bestellungen zurufen. Als Simon meine Schwierigkeiten bemerkt, kommt er zu mir und übernimmt das Bestellen. Ich sehe über seine Schulter auf das Display des Orderman, während er alles für mich eingibt.

»Hier sind die Getränke und hier kannst du stornieren. Wir können uns am Anfang das Bestellen aufteilen, bis du es raushast.« Er lächelt. »Dann musst du allerdings schleppen.«

»Okay.«

Das Technische ist an sich gar nicht so schwierig, aber ich bewundere, wie gelassen Simon bleibt, während die Gäste durcheinanderrufen, jeder noch mal was ergänzt oder ändert und offenbar alle davon ausgehen, dass wir uns alles in Sekundenschnelle merken können.

»Oder doch lieber ein Mineralwasser«, sagt ein Mädchen. Ich habe keine Ahnung, was sie vorher bestellt hat, aber Simon hat es sich gemerkt.

Während er ordert und kassiert, hole ich die Getränke.

Regina steht hinter dem Tresen und packt die Tabletts. Ihr Gesicht glüht.

»Ich bin sehr froh, dass du da bist.«

Ich nicke. Allerdings bin ich mir gerade nicht sicher, ob ich schon eine Hilfe oder noch eine Behinderung bin.

»Die Getränke für Tisch fünf?«

Sie zeigt auf ein kleines rundes Tablett mit drei Latte Macchiato und zwei Mineralwasser. Das ist einfach. Trotzdem trage ich das Tablett wie ein rohes Ei nach draußen.

Am Tisch versuche ich, es professionell aussehen zu lassen, als ich die Getränke verteile, aber ich muss das Tablett abstellen, statt es auf einer Hand zu balancieren. Warum sieht das bei den anderen so einfach aus?

Simon winkt mich zu sich.

»Ich denke, du schaffst das jetzt alleine. Siehst du den Tisch mit der Mädchengruppe? Die sind entspannt, da kannst du lernen. Rede mit ihnen, während sie bestellen, dann gewinnst du Zeit.«

Und sie werden mich nicht anmachen, denke ich.

»Okay, danke.«

Nach der dritten Bestellung habe ich den Umgang mit dem Orderman raus, auch wenn ich noch weit von Simons Professionalität entfernt bin. Wenn meine Mutter mich jetzt sehen könnte, würde sie sich totlachen: Maya im Service. Der vermutlich ungeeignetste Mensch für die Kundenkommunikation.

Als ich das nächste Mal mit einem kleinen Tablett mit Gläsern rausgehe, überholt mich Nils. Er hat ein großes Tablett, trägt es hoch über seiner Schulter und grinst.

»Nimm lieber mehr, dann musst du seltener laufen.«

Zwei Stunden später, weiß ich, was er meint.

Meine Füße sind geschwollen und mein Gesicht ist ebenso heiß und rot wie das der anderen. Ich hätte niemals die Sandalen mit den kleinen Absätzen anziehen dürfen, alle anderen laufen in Turnschuhen herum.

»Alle Kellner haben Plattfüße«, sagt Nils, als wir uns am Tresen treffen, und ich leise stöhne. Ich bin immer froh, wenn ich nach drinnen komme, denn hier ist es deutlich kühler.

»Wieso kann man keine Bierleitung nach draußen legen, oder einen Biersprenger anstellen?«

Nils grinst. »Weil wir dann kein Trinkgeld kriegen würden. Wie viel hast du gemacht?«

Ich habe keine Ahnung. »Ich zähle nicht mit.«

»Solltest du, das motiviert.«

Wir sortieren unsere Gläser. Nils verteilt sie sorgfältig auf einem großen rechteckigen Tablett und schwingt es dann mit einer Bewegung über seine Schulter. Keines der Gläser klirrt auch nur. Es ist wie ein Zaubertrick. Natürlich will er mich beeindrucken, und das gelingt ihm auch.

»Du lernst es noch, kein Problem«, sagt er.

Er geht los, kommt aber noch einmal zurück.

»Was machst du heute Abend?«

»Todmüde ins Bett fallen?«

»Echt jetzt? Es ist Samstagabend, Conchita!«

»Ich gehe nachher noch zu einem Poetry Slam.«

»Oh, wow. Weiß Simon davon?«

»Wieso?«

»Na ja, alles was mit Lesen und Schreiben zu tun hat, interessiert ihn. Hey, vielleicht kommen wir beide.«

»Müsst ihr nicht arbeiten?«

»Ich bin jetzt seit zehn Uhr morgens hier und mache schon Überstunden. Um acht kommt die Spätschicht, dann habe ich frei.«

»Es ist gleich acht.«

»Exakt.«

Er macht einen eleganten Körperschwung und das Tablett folgt ihm wie selbständig. Irgendwie fordert mich das heraus. Ich stelle mein kleines rundes Tablett ab und nehme mir ein großes. Wie schwer kann das sein? Ich bin nur übervorsichtig. Ich sortiere die Gläser, genauso wie ich es bei Nils gesehen habe. Jedenfalls denke ich das. Ich muss das Tablett trotzdem mit zwei Händen halten, was sich sehr falsch anfühlt, aber anders bekomme ich es nicht angehoben. Von einem Über-der-Schulter-halten bin ich meilenweit entfernt. Doch es läuft gut. Ich trage das Tablett sicher bis in den Garten und steuere auf meinen Tisch zu. Eine Ausflugsgruppe von Rentnern, alles nette Menschen mit viel Geduld, schon bei der Bestellung. Ich bin nur noch wenige Schritte vom Tisch entfernt, dann steht jemand vor mir auf. Einfach so, als ob ich Luft wäre.

»Achtung!«

(Love on Paper S. 103)

Ja, stimmt, eine böse Stelle, um abzubrechen, aber ihr könnt euch sicher vorstellen, was dann passiert! Oder ihr lest einfach im Buch weiter … Im Blogbeitrag #1 Lagerfeuer könnt ihr ein Printbuch von Love on Paper gewinnen.

Ihr könnt gewinnen

Und natürlich könnt gibt es auch diese Woche wieder etwas zu gewinnen. Diesmal entweder 3 E-Books aus unserem Verlagsprogramm oder einen Buchgutschein für 20 Euro. Entscheiden könnt ihr euch, wenn ihr ausgelost werdet.

Kommentiert einfach bis zum 31. Juli 2017 24 Uhr unter diesem Beitrag.

Viel Glück!

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Auf Instagram haben wir übrigens auch immer wider Aktionen, gerade haben wir 500 Follower erreicht (oh, es sind schon fast 600 …) und verlosen bis 12. Juli ein Printbuch.

 

 

 

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10 Comments

  • Reply Michelle 11. Juli 2017 at 14:22

    Die Ausschnitte aus Love on Paper gefallen mir echt gut und ja eine echt böse Stelle um aufzuhören :p
    Der Gutschein würde mich echt interessieren, die Ebooks nicht so, da ich Papier bevorzuge..
    Liebe grüße!

  • Reply Sarah v.S. 11. Juli 2017 at 15:43

    Hallo!!!
    Richtig tolle Auschnitte von Love on paper!!
    Wprd mich auch hier sehr freuen! ;)

  • Reply Sandra 11. Juli 2017 at 16:22

    Klingt wirklich sehr interessant und werde ich mir auch bald runter laden. Danke für den Tipp und die tollen Leseausschnitte

  • Reply Birte 11. Juli 2017 at 16:43

    Ja, ich weiß schon, warum ich nie kellnern wollte … Obwohl es auf Dauer wahrscheinlcih ein gutes Armmuskeltraining wäre. Aber an der Stelle abzubrechen ist echt gemein.

  • Reply Inga 11. Juli 2017 at 20:25

    Vielen herzlichen Dank für die schöne Sommeraktion. Über den Büchergutschein würde ich mich riesig freuen.
    Liebe Grüße von Inga

  • Reply Jutta 11. Juli 2017 at 20:43

    wow, ihr macht mich sehr neugierig auf das Buch, habe die Aktion gerade erst entdeckt, liebe Grüße, Jutta

  • Reply Claudi 11. Juli 2017 at 21:18

    Hallo,
    die Lesprobe klingt schon mal sehr vielversprechend.:) Ich bin neugierig auf das Buch geworden.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend.:)

  • Reply Birgit 12. Juli 2017 at 15:07

    Ja, ja — Achtung! ;) Wenn das nicht Lust macht weiterzulesen… Danke für die Gewinnchance! :)

    Liebe Grüße,
    Birgit

  • Reply Birgit P. 14. Juli 2017 at 14:24

    Ooohhhh, jetzt würde ich gerne wissen, wie es weitergeht ;)
    Über den Bücher-Gutschein würde ich mich natürlich riesig freuen :)

  • Reply Margareta Gebhardt 15. Juli 2017 at 16:54

    Hallo ,

    Toller und interessanter Beitrag . Vielen Dank.
    Ich springe sehr gerne in den Lostopf.
    Ich wünsche Dir schönes Wochenende :)

    Liebe Grüße Margareta

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