Wie schreibe ich ein Buch?

Wie schreibe ich ein Buch? #12 Das Exposé

4. November 2021
Das Exposé Katrin Bongard Wie schreibe ich ein Buch?
Das Exposé

Diesmal geht es wieder um ein Thema, mit dem ich mich schon öfter – auch hier auf dem Blog – beschäftigt habe. Das Exposé. Im Beitrag Von der Idee zum Manuskript #6 Das Exposé habe ich schon sehr viel dazu geschrieben. Hm. Sehr viel Technisches. Also wie man es macht, wo was steht, was ja auch wichtig ist. Dazu habe ich auch ein schönes Worksheet erstellt, den Link habe ich auch noch mal unten in den Beitrag hier gestellt.

Das Technische, okay. Doch jetzt, ist mir klar geworden, dass dies nur eine Seite der Herausforderung ist, wenn du ein Exposé schreibst. Denn wenn es so einfach ist, warum ist es – für mich und alle anderen Autor:innen – dann so schwierig, jedesmal wieder ein neues Exposé zu schreiben? Obwohl wir alle technisch sehr versiert sind, wird es nicht unbedingt leichter. Warum? Ich denke, es liegt daran, dass es eben nicht nur technisch, sondern sehr persönlich ist.

Es geht um deine Geschichte. Zum ersten Mal vermittelst du sie nach … draußen. An Verleger:innen. An Agent:innen. Eine sehr persönliche Angelegenheit. Und gleichzeitig muss dieses Exposé, die Zusammenfassung. Kurzfassung deiner Arbeit extrem verständlich und verlockend sein. Geradzu verführerisch. Mehr dazu im Video.

Kreativität & Freiheit

Wenn du schreibst, dann ist das ein kreativer Akt. Und die Frage: Wofür? Warum? ist überhaupt nicht wichtig. Es reicht, dass du es willst. Auch wenn Verwandte oder Bekannte dich mit einem unverständlichen Gesichtsausdruck fragen, warum du das alles machst. Soviel Zeit! In deiner Freizeit, nach Arbeitsschluss! Obwohl du eigentlich kein Geld hast oder vieleicht sogar sehr viel.

Im Grunde ist es die Frage, nach dem Sinn deines Lebens. Willst du dafür deine Zeit ausgeben? Und die Antwort ist bei mir und bestimmt auch bei dir: Ja, genau dafür will ich meine Zeit benutzen. Meine Freizeit. Denn ich liebe das Schreiben, ich liebe das Geschichtenerzählen.

Du nimmst dir die Freiheit, zu tun, was du willst. Wow! Vor diesem Schritt habe ich mächtigen Respekt, denn sehr oft wird uns im Leben gesagt, dass wir Dinge tun müssen. Es notwendig ist, sein Geld „ordentlich“ zu verdienen. Und viele angehende Autor:innen erzählen genau wegen diesen Fragen erst einmal niemanden davon, dass sie ein Buch schreiben. Wenn es dann schief geht, dann muss man sich nicht rechtfertigen, oder?

In diese Richtung denke ich nicht. Und du hoffentlich auch nicht. Nein, es wird alles gut werden. Dein Buch entsteht. Oder ist vielleicht schon fertig. Glückwunsch! Nur … egal, ob es schon fertig ist oder du gerade erst begonnen hast – irgendwann kommt die Frage: Was mache ich jetzt damit?

Veröffentlichen

So schön es ist, ein Buch für sich selbst zu schreiben – es ist noch viel schöner, wenn auch andere es lesen (können). Wenn du ein Buch veröffentlichen willst, gibt es viele Möglichkeiten. Viele Wege. Niemand kann dich mehr davon abhalten. Yay! Aber niemand (wirklich niemand) kann dafür garantieren, dass dein Buch ein Erfolg wird. Oder überhaupt von ein paar mehr Menschen, als deiner Verwandtschaft gelesen wird. Niemand? Stimmt nicht ganz. DU kannst dafür sorgen, dass dein Buch gelesen wird. Und nach dieser langen Vorrede, komme ich dann wieder zum eigentlichen Thema.

Ein Buchexposé ist der beste Weg, anderen deine Buchidee möglichst kurz und knapp zu erklären.

Doch anders als der Blurb, über den ich im vorigen Beitrag gebloggt habe, ist das Exposé nicht nur die kurze Info: Darum geht es! Sondern ein ausgearbeitetes Angebot. An einen Verlag, an eine Agentur. Schaut her, so in etwa stelle ich mir mein Buch vor. Nicht anders, als es ein Architekt machen würde, wenn er ein Haus bauen will.

Bauplan Buch

Und genauso, wie der Entwurf für ein Haus aus verschiedenen Teilen besteht: Grundriss, Ansicht von Fassade, Rückseite, Materialvorschläge usw., besteht auch das Exposé aus verschiedenen Teilen.

Doch ein Exposé ist noch so viel mehr als ein Bauplan. Ein Exposé erzählt nicht nur den Verlagen, den Agenturen, was du schreiben willst, es erzählt zu allererst dir selbst, worum es in deinem Buch geht. Denn das ist das Trickreiche und Geniale an einem Exposé: Es hilft dir, dein eigenes Buch besser zu verstehen.

Das Exposé ist der Härtetest. Und darum ist es gar nicht so leicht, ein gutes Exposé zu schreiben. Das ist auch der Grund, warum ich mich so gerne davor drücke. Nur –  irgendwann im Schreibprozess ist es wichtig, mir selbst zu erklären, was ich da eigentlich mache. Und das Exposé ist dafür bestens geeignet. Am besten so früh wie möglich. Auf jeden Fall bevor das Buch beendet ist.

Was mich – na klar – direkt zu meiner derzeitigen Geschichte bringt. Tatsächlich habe ich erst drauflos geschrieben und mich erst jetzt, nach einem Drittel, entschieden, ein Exposé zu schreiben. Warum? Dazu mehr im Video.

 

Worum geht es?

Es ist sehr spannend, was passiert, wenn man versucht, jemand anderem (auch wenn der oder die noch fiktiv ist) das eigene Buch zu erklären. Wenn ich merke, dass meine Sätze immer länger werden und mein Gegenüber mich immer verwirrter ansieht und eine Warum-Frage nach der anderen stellt. Im Exposé geschieht genau das: Du erzählst jemand anderen ganz ausführlich, von vorne bis hinten, wie deine Geschichte sein soll. Worum es den einzelnen Charakteren geht, was sie antreibt. Wie die Spannung gehalten wird.

Und, ja, richtig. Sehr viele Bücher – und Filme – lösen diese Fragen auch dann nicht ein, wenn sie geschrieben/gedreht sind. Das sind dann die Filme (und ich war gestern in so einem), bei denen man kopfschüttelnd das Kino verlässt und sich fragt: Worum ging es denn da eigentlich? Wir alle haben einen sehr guten Riecher für diese Art von Filmen und Büchern. Die empfehlen wir nicht weiter, die sehen wir uns kein zweites Mal an.

Da war demjenigen oder derjenigen, die den Film gedreht oder das Buch geschrieben hat, eben nicht ganz klar. was er/sie erzählt. Deshalb ist ein gutes Exposé so wichtig. Es hilft Agent:inen und Verleger:innen zu verstehen, was du machst und es ist hilft dir zu verstehen, worum es in deiner Geschichte geht. Und es hilft dir aus deiner ersten Idee oder deiner schon geschriebenen Geschichte oder Teilen davon, eine richtig gute Geschichte zu machen, die dann niemand mehr weglegen kann. Die erfolgreich sein wird. In diesem Sinne: Schreib ein Exposé! Nimm dir viel Zeit dafür. Mache es wunderschön.

Wenn du dir mein Worksheet herunterladen möchtest, in dem ich dir erkläre, wie sich das Exposé zusammensetzt, dann klicke auf das Bild oder diesen Link, schreib dich in den Newsletter ein und du erhältst in der Antwortmail den Downloadlink.

Das Exposé Katrin Bongard 

Ich hoffe, dass ich mein Exposé in der nächsten Woche fertig bekomme und dann entspannt weiter schreiben kann. Und das dir das Gleiche gelingt. Wir sehen uns in zwei Wochen.

Eine gute Zeit!

xoxo

Katrin

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