Wie schreibe ich ein Buch?

Wie schreibe ich ein Buch ? # Der Blurb

21. Oktober 2021
Wie schreibe ich ein Buch? Katrin Bongard Blurb
Der Blurb

Der Blurb? Moment mal, was soll das denn sein? Okay, ich könnte auch Klappentext sagen. Aber Klappentext ist so ein laaanges Wort für eine Sache, die doch eigentlich kurz und knackig sein soll. Daher ziehe ich Blurb vor. Aber damit es kein Durcheinander gibt:

Hier noch einmal die Definition:

Als Klappentext (englisch blurb) wird ein auf den Einschlagklappen eines Schutzumschlags oder Bucheinbands stehender Text bezeichnet. Üblich sind eine kurze, werbende Zusammenfassung des Buchinhalts (meist auf der vorderen Einschlagklappe). (Quelle)

Anmerkung: Das Wort Blurb bezeichnet im Englischen sowohl den ganzen Klappentext als auch einzelne Testimonials auf dem Bucheinband. Als Blurbs werden in der deutschen Buchbranche allerdings hauptsächlich die Zitate von anderen Schriftstellern etc, die das Buch zusätzlich anpreisen, bezeichnet. „Ein tolles Buch, müsst ihr lesen!“ Schauspieler:in xy. Oder „Selten so ein unterhaltsames Buch gelesen!“ Bestsellerautor:in xy.

Ein Klappentext kann noch viel mehr enthalten als nur die Zusammenfassung des Inhalts oder lobende Worte, schon klar. Es können sich auch die Vita der Autor:innen oder Werbung für weitere Bände und Bücher auf dem Klappentext befinden. Aber ich beschäftige mich heute mit den Sätzen, die sich auf das Buch und den Inhalt beziehen. Also die kurze knappe Zusammenfassung des Inhalts und – weil es so schön ist – die noch kürzeren Sätze, die man fast im Vorbeigehen aufschnappen und lesen kann und die einen vielleicht veranlassen, alles stehen und liegen zu lassen und ein Buch in die Hand zu nehmen. Ich nenne sie an dieser Stelle einmal Super-Blurbs, damit du nicht durcheinander kommst. Mehr und Beispiele im Video.

Funktion des Blurb

Der Blurb dient dazu, der Buchkäufer:in sehr schnell zu vermitteln, worum es in einem Buch geht und gleichzeitig so viel positiven Kaufanreiz wie möglich zu geben. Auch, wenn es auf das Buch zutrifft, würde kein Blurb von langweilig oder kompliziert sprechen. Es geht darum die Leser:in zu verführen, zu interessieren. Und das ist eine gute Sache. Denn das wünschen wir Autor:innen uns alle: Dass jemand dein Buch in die Hand nimmt und liest.

Also zum einen soll der Blurb verführen, zum anderen aber auch Informationen über das Buch preisgeben. Und das ist eine Mischung, die gar nicht so leicht zu erschaffen ist. Wenn du jetzt denkst: „Puh, was für ein Glück, dafür ist der Verlag zuständig“, dann – habe ich schlechte Nachrichten für dich: Der Blurb ist nicht nur auf dem Buch wichtig. Er sollte schon viel früher existieren. Denn – du wirst ihn ständig und überall brauchen, wenn du ein Buchprojekt beginnst, fertiggestellt hast und es schließlich einem Verlag oder einer Agent:in anbieten willst.

Wieso das denn?

Warum ist der Blurb, diese Minizusammenfassung deines Buch, so wichtig? Weil es das Erste ist, was du über dein Buch sagen kannst. Du kannst den Blurb an dieser Stelle auch Pitch nennen. Ein Wort, das ich im Filmgeschäft kennengelernt habe. Die kurzen knappen Worte, mit denen Drehbuchautor:innen ihr Buch bei einer Produktion „pitchen“=vorstellen. Meist mündlich. Manchmal heißt es auch Elevator-Pitch. Also Fahrstuhl-Pitch, weil das, was du über dein Projekt (Film oder Buch) erzählst, so knapp und genial sein sollte, dass du es während eienr Fahrt im Fahrstuhl mal eben schnell sagen kannst.

Und andere müssen es verstehen. Ah, darum geht das Buch, der Film etc. Und nicht nur das. Im besten Fall leuchten die Augen des Gegenüber auf. Wow, geniale Idee! Muss ich sehen. Will ich lesen.

Es sind auch diese hart erarbeitenden Worte, die du deinen Verwandten erzählst, wenn sie fragen, an welchem Projekt du gerade arbeitest. Sag mal, was schreibste denn so? Auch dafür ist es gut, vorbereitet zu sein. Und weder ellenlang zu erzählen (könnte langweilen) oder verworrene Andeutungen zu machen. Wobei mir einfällt- Freunde, Verwandte und Bekannte sind exellente Testpersonen, wenn es um den Blurb oder Pitch geht. Verstehen dich alle? Leuchten die Augen?

Blubs im Exposé

Ich beginne jedes Exposé mit – richtig – einem Blurb. Wie man einen superguten Blurb schreibt, sollte ich wohl auch ausführlich in meiner Masterclass erklären, denn einen  guten Blurb zu schreiben, kann man lernen.

Werbetexter:innen leben von diesem kleinen knackigen Texten und Lektorinnen schieben diese wichtigen Texte auch gerne mal  zurück an die Autor:innen. „Mach du mal, du kennst dein Buch am besten.“  Es ist nämlich richtig schweirig, sie gut hinzubekommen. Ich verzweifle jedes Mal und schaffe es dann doch irgendwie und – wann diesen Minitext zu schreiben. Und in der Regel überarbeite ich sie auch noch ständig. Denn: er ist das Erste, was die Lektor:in oder Agentin:in liest, es ist der Satz, der sie oder ihn motivieren soll, weiterzulesen. Die Leser:in in das Exposé zieht. „Ach, Mensch, das hört sich ja interessant an, da will ich mehr von lesen.“ 

Mein Buchprojekt

Und wie mache ich das gerade bei meinem Buchprojekt? Ich schreibe meine  Blurbs in der Regel nicht sofort, bevor ich ein Buchprojekt beginne, aber ganz gewiss, wenn ich die ersten 20, 50 oder 100 Seiten habe. Das hängt ein wenig davon ab, ob ich das Projekt an meine Agentin schicke oder zu einer Förderung oder einem Wettbewerb. In diesem Fall ist noch vieles offen. Mehr dazu im Video.

Super Blurbs

Und nun zu den Superblurbs, mit denen du tatsächlich weniger zu tun hast. Wie schon im ersten Video gesagt, sind sie reine Werbe-Worte. Okay, gute Blurbs haben etwas von einem langen Super-Blurb (wenn sie super genail sind), aber in der Regel sind es die Worte, die man sich in den Marketing-Abteilungen der Verlage ausdenkt, um dem Buch in der Verlagsvorschau, im Buchhandel, bei den Leser:innen maximale Aufmerksamkeit zu garantieren. Damit hast du also wirklich nichts zu tun – außer, du bist Selfpublisher:in.

Hier ein kleiner Exkus zu Super-Blurb-Worten, die nicht in deinen Blurb gehören, aber sehr oft in anpreisenden Verlags-Super-Blurbs vorkommen: Zwei beliebte Super-Blurb-Wörter sind : Fulminant und furios. Total altmodisch, aber ich versichere dir, sie werden ständig benutzt. Jetzt, wo ich es gesagt habe, wirst du diese Worte überall sehen, hören, lesen. In der Vorschau von Verlagen, auf Büchern, in den Worten von Kritker:innen.

Unter die Lupe genommen
Sehen wir uns fulminant einmal genauer an. Das Wort bedeutet so viel wie: sich in seiner außergewöhnlichen Wirkung oder Qualität schlagartig mitteilend; ausgezeichnet, glänzend, großartig – „Ein fulminanter Erfolg“
Kurz gesagt: Es ist eine große fette Behauptung. Eine Steigerung. Und es sagt nicht viel über die spezielle Qualität einer Sache aus. „Eine fulminanter Anfang!“ „Ein fulminanter Schluss!“
Wie du gerade lernst – das perfekte Wort für einen Blurb, der nicht zu speziell sein sollte, aber maximal prahlerisch.

Und jetzt furios. Es bedeutet: rasend, hitzig, leidenschaftlich. „Ein furioser Streiter“. Man findet es auch gerne in Musikkritiken:  von mitreißendem, begeisterndem Schwung, glänzend. „Ein furioser Auftakt“

Und wenn es ganz schwammig wird, dann ist es – „ein furioser und fulminanter Roman!“ Du merkst schon, ich – als Wortkünsterin – finde, diese beiden Worte werden viel zu verschwenderisch eingesetzt. Heiße Luft. Aber perfekt für den Super-Blurb. Ist der Super-Blurb nicht ein furioser Abschluss meines fulminanten Blogartikels? (Augenverdreh-Emoji)

Und was habe ich nächste Woche Fulminantes für dich? Ja, warum nicht über das Exposé sprechen? Denn gerade arbeite ich daran. Zum Exposé habe ich schon öfter gebloggt, es gibt auch ein wunderbares Worksheet von uns dazu, doch es ist auch jedes Mal anders. Also dann – in zwei Wochen etwas Generelles und etwas Spezielles zum Exposé.

Bis bald

xoxo

Katrin

#redbugwriting #masterclass*schreiben #schreibtipps

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