Wie schreibe ich ein Buch?

Wie schreibe ich ein Buch #10 Dialog

7. Oktober 2021
Wie schreibe ich ein Buch? Dialog
Dialog

Diesmal geht es um den Dialog. Das Gespräch, die Unterhaltung. Und zwar die geschriebene Unterhaltung in einem Roman oder einer Geschichte, die etwas anderes ist, als das Gespräch, das wir vielleicht mit der Nachbarin oder dem Bekannten auf der Straße haben. Und es ist auch nicht das Gespräch, das wir mit der besten Freundin in einem Café führen. Denn all diese Gespräche kannst du nur zu 50 Prozent steuern, die anderen 50 Prozent hängen von deinem Gegenüber ab.

Das klingt jetzt vielleicht banal, ist aber ein ganz wichtiger Punkt beim Schreiben von Dialogen: Du bist die Herrscher:in deines geschriebenen Dialogs. Du bist die Regisseur:in und entscheidest, was  deine Charaktere sagen. Aber das ist auch gleichzeitig deine Herausforderung und Aufgabe.

Es ist ganz wunderbar, wenn du selbst gerne redest und dir immer schon Antworten von anderen einfallen, bevor sie den Mund aufgemacht haben. Es kann aber sehr qualvoll sein, wenn du es nicht gewohnt bist zu reden, egal ob im Smalltalk oder in einem tiefen Gespräch. Auch das Schreiben von Dialogen musst du vielleicht erst lernen.

Ich habe zwei Blogartikel mit Tipps speziell zu Dialogen geschrieben.

Mir fällt aber erst jetzt auf, dass ich einige Fragen zum Dialog noch nicht geklärt habe. Sozusagen die Grundlagen:

  • Wie wichtig sind Dialoge in einem Buch/Roman?
  • Brauchst du Dialoge in deinem Schreibprojekt?

Überlegungen dazu im Video:

Funktion von Dialogen

Wie im Video schon angesprochen, haben Dialoge in Büchern eine Funktion. Anders gesagt: Sie sind NICHT dafür da, peinlich Gesprächspausen zu füllen oder höflichen Small Talk zu machen. Ein Dialog im Buch findet nur statt, wenn er entweder:

  • eine Information
  • oder eine Emotion/Gefühl übermittelt.

Ja, richtig, auch Small Talk soll häufig eine Emotion übermitteln. Zum Beispiel: Alles gut, keine Angst, ich tu dir nicht etc. Doch auch wenn das im Leben sehr oft vorkommt, ist es keine ideale Ausgangspostion für den Dialog im Buch. Denn – ähnlich wie bei den anderen Text-Passagen – geht es auch beim Dialog darum, die Handlung nach vorne zu bringen, nach vorn zu treiben.

Kleiner Einschub. Für bestimmte Bereiche der Belletristik gelten Ausnahmeregeln. Wie überall in der Kunst ist dort alles erlaubt, da kann auch seitenlang nichts „passieren“ oder Charaktere führen sinnfreie Dialoge, die aber auf einer anderen Ebene etwas anderes transportieren. Vielleicht eine Botschaft wie: Die Welt ist seltsam, wir verstehen sie nicht. //Menschen reden und sie haben nicht wirklich etwas zu sagen ... also eine Metabotschaft, die wir aus dem gesamten Text-Kunstwerk herauslesen müssen. Wenn das gut gemacht wird, ist das die Meisterschaft der Literatur. wenn man es nicht beherrscht … nun.

Wenn ich hier also darauf poche, dass ein Dialog eine Funktion haben soll, dann gehe ich von Büchern aus, die auch für die Leser:in eine Funktion erfüllen. Sie unterhalten sollen, in Spannung versetzen, sie entspannen. Was für 100 % der Bücher im Genre gilt und für den größten Teil der Belletristik.

Doch keine Angst vor dem Schreiben von Dialogen. Glücklicherweise bist du ja auch Leser:in. Und wirst mit etwas Abstand merken, ob dein Dialog funktioniert. Lies ihn erneut, lies ihn dir laut vor, lies ihn anderen Menschen vor. Und was für den gesamten Text gilt, gilt auch beim Dialog: Du kannst ihn ständig überarbeiten und verbessern. Hier macht Übung auf jeden Fall die Meister:in.

Mein Buchprojekt

Und zu meinem Buchprojekt? Es schreitet weiter voran. Cover und Titel, die ich im letzten Video verraten habe, stehen vorerst fest und das Gefühl für mein Buch wird immer stärker. Wenn ich ein Drittel meies Buches geschrieben habe, kenne ich alle Charaktere und die grobe Handlung, ein gutes Gefühl.

Aber es geht ja heute um den Dialog daher: Spreche ich ein wenig darüber, wie ich die Dialoge in meinem Buchprojekt finde und warum ich sie so liebe.

 

Eine gute Frage wäre, ob man Dialoge schreiben trainieren kann. Na klar. Und zwar, in dem man einfach loslegt. Vielleicht sogar ohne Buchprojekt. Und ich merke gerade, dass es Sinn macht, viele schöne Übungen und Worksheets dazu in die Masterclass*Schreiben zu integrieren.

In zwei Wochen gibt es den nächsten Beitrag. Entweder schreibe ich etwas zum Blurb – einer Kurzfassung des Buchinhalts, der an vielen Stellen wichtig ist – oder … mal sehen.

Bis dahin

xoxo

Katrin

#schreibtipps #masterclass*schreiben #redbugwriting

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