Wie schreibe ich ein Buch?

Wie schreibe ich ein Buch #9 Anfänge

23. September 2021
Wie schreibe ich ein Buch Anfänge
Anfänge

Hm, ist vielleicht ein wenig seltsam, dass ich bei Beitrag #9 dieser Blogreihe auf Anfänge zurückkomme. Es macht für mich aber absolut Sinn, denn der Anfang ist für jedes Buch so wichtig, dass ich beim Schreiben immer wieder an meine Anfänge zurückkehre, um zu testen, ob sie noch stimmig sind. Wenn ich also – wie jetzt im Urlaub – eine kleine Pause im Schreiben eingelegt habe, dann lese ich mein Manuskript anschließend  – beim Wiedereinstieg – ganz von vorne durch, als wäre ich eine Leserin und nicht die Autorin. Ein harter Test, denn ofmals fällt mir auf, dass der Anfang zu langsam oder langweilig ist oder umgekehrt zu schnell. Dann ändere ich. Es geht mir einfach besser, wenn ich weiß, der Anfang ist – für den Moment – stimmig.

Warum sollte ein Anfang stark und gut sein?

Warum muss ein Anfang überhaupt gut sein, frage ich jetzt mal ganz naiv, immerhin ist es „nur“ der Anfang. Danach kommen noch viele Seiten, die so viel mehr erklären und zeigen? Hier eine Reihe von Gründen, warum ein Anfang – nicht nur des Manuskripts, sondern auch des fertigen Buches – sehr gut sein sollte.

  • Lektor:innen und Agent:innen lesen oftmals nur den Anfang eines Manuskripts und entscheiden daraufhin, ob sie den ganzen Text  lesen wollen.
  • Ein Anfang ist wie eine Ouvertüre, er ist Vorgeschmack für das ganze Buch, was Stil und Ausdruck angeht.
  • Ein starker Anfang zieht die Leser:in in das Buch.
  • Ein guter Anfang motiviert die Leser:innen weiter zu lesen.
  • Der Anfang ist meist das Erste, was alle, die den Text prüfen oder kaufen, lesen.

Das mag jetzt alles sehr selbstverständlich klingen – warum ist es dann so schwierig, gute Anfänge zu schreiben? Nun, es IST wie eine eigene kleine Geschichte, die vor dem Rest kommt. Ein intensiver Einstieg, eine erste Vorstellung des ganzen Buchs und der Autor:in. Mehr dazu im Video.

Anfangsfehler

Auch ich habe am Anfang den Fehler gemacht, den Leser:innen viel zu viel oder viel zu wenig Informationen zu gegeben. Ich erinnere mich, dass mich meine Lektorin bei meinem ersten Buch darauf hinweisen musste, dass man den Namen der Hauptfigur erst auf Seite 50 (?) erfährt. Ups. Das habe ich dann geändert.

Gerade am Anfang möchte man mit allem glänzen. Dem Sprachstil, den tollen Figuren, die man sich ausgedacht hat, dem schönen Setting, dem Ort, der Aktion. Das ist gut. Aber nicht alles auf einmal. Klarheit ist wichtiger als die Menge an Informationen oder Charakteren.

Fang mit der wichtigen Szene an. Einer, die typisch für die Held:in ist. Ist sie eine Kriminelle – dann lass sie einbrechen. Ist sie eine Fee – dann lass sie fliegen. Ist er ein Gott – dann zeig die göttlichen Fähigkeiten. Ist er ein Skater – dann zeig ihn auf dem Skateboard. Schnell! Denn der erste Auftritt (und das ist wie im echten Leben) prägt sich besonders tief ein.

Spannung aufbauen

Ein weiterer Anfängerfehler, der mir beim Schreiben passiert ist – ich habe mir zu viel Zeit gelassen. Also zu langsam und gemächlich in den Text eingeführt. Das kann man sehr gut von TV-Formaten oder Kinofilmen lernen: Wir alle haben uns an schnelle Anfänge gewöhnt. Wir wollen gleich in die Handlung hineingeworfen werden. Es soll sofort losgehen. Nicht notwendigerweise mit Aktion – wenn es ein ruhiges Buch ist, dann eher nicht – aber mit einer spannungsvollen Szene. Einer Szene, die die Leserin vor Fragen stellt, sie neugierig auf mehr macht.

Wichtig für Anfänge

In der Übersicht, was für Anfänge wichtig ist:

  • Klare Sprache.
  • Der Leser:in sofort eine Orientierung geben: Ort/Zeit/Bedingungen.
  • Deutlich machen, wer die Hauptfigur ist,
  • Die Stimmung eindeutig setzen.
  • Mit der ersten Szene sowohl die Hauptfigur, als auch den Charakter des Buchs beschreiben.
  • Aber weniger echte Beschreibungen, dafür lieber aussagekräftige Aktionen/Gespräche

Ganz wichtig. Keine Panik, wenn der Anfang am Anfang noch nicht stimmig und rund ist. Du kannst ihn ganz am Ende erneut und neu schreiben. Dann, wenn du deine Geschichte geschrieben hast und vermutlich genau weißt, welcher Anfang perfekt für die Story passen würde.

Ich bin jedenfalls darauf vorbereitet, den Anfang meiner Geschichte noch einige Male umzuarbeiten.

Und wie steht es mit der eigenen Story?

Das Cover ist fertig. Mein Cover, ein Cover. Eigentlich sogar der ganze Umschlag. Und im Video zeige ich dir alles. Yay! Damit erfährst du auch den Titel meines nächsten Young-Adult-Projekts.

 

An dieser Stelle möchte ich allen Blogleser:innen danken. Merci! Ohne dich, ohne euch, würde ich vermutlich nicht so dizipliniert schreiben. Weder die Blogartikel, noch mein Buch. Also ein Hoch auf dich. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in zwei Wochen.

Bis dann

xoxo

Katrin

#schreibtipps #rbpub #redbugwriting #masterclass*schreiben

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply