Wie schreibe ich ein Buch?

Wie schreibe ich ein Buch #7 Drama-Check

12. August 2021
Drama-Check Wie schreibe ich ein Buch?
Drama-Check

Im letzten Beitrag habe ich die Charaktere gecheckt, nun geht es um die Dramaturgie, den Drama-Check. Ich habe schon sehr viel dazu geschrieben, wie man eine Geschichte dramaturgisch planen kann und wenn dich das Thema interessiert, dann schau gerne hier auf dem Blog vorbei.

Ich liebe es, zu planen, aber ich muss auch zugeben, dass meine Planung immer reduzierter wird. Was hoffentlich mit meiner Erfahrung zusammenhängt *lach*. Vielleicht hier ein Vergleich: Reist du in ein unbekanntes Land, wirst du dich stärker vorbereiten, planen und alles auschecken, aber wenn du den  Ort gut kennst, planst du immer weniger. So geht es mir mittlerweile mit Coming-of-Age-Büchern. Und da ich gerade an einem schreibe, fühle ich mich auf einer vertrauten Reise, sehr viel Planung ist nicht nötig.

Aber  – ich weiß auch, dass ich mich sehr schnell verfahren kann, wenn ich überhaupt nicht plane. Und es ist gut, mir auf dem Weg zwischendurch mal einen Überblick darüber zu verschaffen, wo ich gerade bin. In der Geschichte. Also komme ich zum Drama-Check. Für den verwende ich ganz klassisch die uralte Drei-Akte-Struktur. Das tun eigentlich alle, die sich mit Geschichten beschäftigen. Im Video erkläre ich, wie NETFLIX die 3-Akte-Struktur bei der Filmentwicklung nutzt, was ich sehr spannend finde.

 

Planung ist alles?

Wie du dir denken kannst, nimmt die Planung von einem Buch, einer Geschichte auch in meiner Masterclass*Schreiben (die ich gerade entwickle) einen großen Raum ein. Ich finde es wichtig und auch sehr spannend, sich mit Dramaturgie zu beschäftigen. Im Filmgeschäft ist es sogar unabdingbar. Gerade arbeite ich zum Beispiel an einem Pitch für eine Serie. Da beim Film sehr viel Geld in die Produktion fließt, kann man einem Filmproduzenten unmöglich sagen: Ach, ich fange mal an, das wird dann schon. Das, was ein großer Teil von – sehr erfahrenen – Autor:innen sagt. Sie pantsen, improvisieren also auf dem Weg. Doch gerade am Anfang einer Schreibkarriere ist Planung wichtig. Und in jedem Fall ist es, auch später noch, sehr hilfreich. Und, ja, erst ist es lästig, aber wenn ich dann mit dem Planen beginne, bin ich so dankbar, weil ich mich mit Fragen beschäftigen muss, die früher oder später sowieso anstehen.

  • Wo läuft die Geschichte hin?
  • Wann passiert was?
  • Was sind die entscheidenden Höhe- oder Tiefpunkte in meiner Story?

Dann bin ich sehr dankbar, dass sich andere dazu schon eine Menge Gedanken gemacht haben und ich – sozusagen – nur noch die Lücken füllen muss. Okay, ganz so einfach ist es nicht. Und darum erzähle ich euch jetzt von den Fehlern, die mir am häufigsten beim Schreiben passieren und wie ich sie behebe.

Zeit und Raum

Ich bin ein ungeduldiger Mensch und würde gerne alles ganz schnell erledigen. Daher neige ich dazu, meine Story in den ersten Akt zu … quetschen. Oder besser gesagt: Viel zu viel für den ersten Akt zu planen. Das ist dann so, als ob ich nach Paris fahre und an einem Tag auf den Eiffelturm steigen und den Louvre besichtigen möchte. Okay, möglich ist das schon, aber ist es dann überhaupt noch ein Vergnügen? Bin ich dann am Ende nicht total erschöpft und habe nur die Hälfte gesehen?

Genauso geht es mir oft mit der Planung meiner Bücher. Aus der Überlegung heraus, die Leser:innen auf keinen Fall langweilgen zu wollen, plane ich sehr viel Aktion und stelle dann beim Schreiben fest, dass die Geschichte sich viel langsamer entwickelt. Und das ist gut so. Ich kann meine Charaktere nicht hetzen. Und ich will sie selbst erst ganz langsam und entspannt kennenlernen. Und – da bin ich sicher – genauso geht es den Leser:innen.

Ich muss also umplanen. Mehr Zeit für all das einplanen, was ich und worüber ich schreiben will. Denn selbst in einem Aktiondrama brauchen die Leser:innen Pausen und ruhige Passagen. Immer nur Aktion ist auf Dauer anstrengend. Also entzerre ich die Handlung ein wenig. Gebe mir Zeit. Gehe es langsamer an.

Euch mag es genau umgekehrt gehen. Ihr habt vielleicht zu wenig für den ersten Akt geplant und stellt fest, dass eure Geschichte nicht richtig losgeht. So ging es mir mit meinem ersten Buch, dessen Anfang mir viel zu lahm und langweilig vorkam. Also habe ich noch etwas mehr Aktion in den Anfang gebracht. Wie auch immer – wichtig ist, dass deine Geschichte ein gutes Tempo hat, aber nicht zu schnell oder langsam voranschreitet.

Umplanen

Drama-Check heißt also, zu testen, ob die Anfangsplanung noch passt. Oder – falls du einfach drauflos geschrieben hast – ob du noch auf der geplanten Reise bist. Denn das kann auch passieren – auf einmal nimmt deine Geschichte eine ganz unerwartete Wendung. Mir ist das bei „Flying Moon“ passiert. Ich wollte einen Schauspieler auftauchen lassen. Er sollte attraktiv und etwas verantwortungslos sein, meine Heldin herausfordern und dann ganz schnell wieder verschwinden. Aber – der ging nirgendwohin. Und weder ich, noch meine Hauptcharakterin wollten ihn loswerden. Doch um den Charakter in die Geschichte einbinden zu können, musste ich umplanen. Ihm Raum geben, die Geschichte anders twisten und wenden.

Meine Story

Okay, und wie steht es gerade mit meinem derzeitigen Buchprojekt? Ich nähere mich dem ersten Drittel und mache natürlich auch selbst den Drama-Check. Dafür benutze ich übrigens immer Papier und einen Fineliner. Mehr dazu im Video.

 

An diesem Punkt meiner Geschichte beschäftige ich mich übrigens gerne mit dem Cover. Egal, ob ich es gestalte oder der Verlag, ich brauche an diesem Punkt der Story eine Vorstellung von der Färbung der Geschichte, dem Ton, der Atmosphäre.

Das Cover zu erstellen hilft mir, tiefer in die Geschichte einzudringen. Herauszufinden, ob die Stimmung der Geschichte heller, lustiger oder eher ernster ist. Und – wie ich die Geschichte präsentieren will. Denn ein Cover ist für mich sehr viel mehr als der Umschlag des Buches. Er gibt den Leser: innen im besten Fall einen guten Hinweis auf die Geschichte. Davon in einem weiteren Blogbeitrag dann mehr.

Tja und nun gehe ich erstmal auf Recherche-Reise für noch ein anderes Buchprojekt. Daher kommt der nächste Blogbeitrag erst am 23. September. Bis bald, hab eine gute Zeit mit möglichst viel gutem Drama!

xoxo

Katrin

#redbugwriting #schreibtipps #rbpub #masterclass*schreiben

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