Wie schreibe ich ein Buch?

Wie schreibe ich ein Buch #6 Erfolge

15. Juli 2021
Erfolge Wie schreibe ich ein Buch Katrin Bongard
Erfolge

Es geht um Erfolge! Juhu. Wirklich verrückt, da ich in der letzten Woche – als hätte ich es geahnt – einen Erfolg feiern konnte (dazu mehr im zweiten Video). Als Autor:in Erfolg zu haben, ist wunderschön. In diesem Blogbeitrag geht es aber vor allem um den Erfolg deiner Buchcharaktere und die Erfolgsmomente in deinen Geschichten.

Schließlich schickst du deine Charaktere auf eine Reise voller Hindernisse und Konflikte, da verdienen sie es auch einmal Erfolg zu haben und – ganz wichtig – nicht nur und erst am Ende der Geschichte.

Um Erfolg (gelegentlich auch als Durchbruch bezeichnet) handelt es sich, wenn Personen oder Personenvereinigungen die gesetzten Ziele erreichen. Gegensatz ist der Misserfolg [Quelle]

Ich habe es in der Blogreihe über Spannung (im Beitrag zu Frage) schon einmal gesagt: Alles muss wohldosiert sein. Konflikte sind gut, aber die Leser:in braucht Moment des Aufatmens, der Erholung. Selbst in dem düstersten Kriegsdrama muss es Momente der Schönheit, der Entspannung geben.

Das Substantiv Erfolg stammt vom Verb „erfolgen“ ab, das die Folge, Konsequenz oder den Effekt des Handelns beschreibt. Das althochdeutsche „erfolgen“ bedeutete so viel wie „erreichen, sich erfüllen und zuteilwerden“. Erfolg ist deshalb die Wirkung, Handeln seine Ursache. Durch Handeln stellt sich mithin Erfolg oder Misserfolg ein. [Quelle]

Ziele und Erfolg

Wie ich im Video schon gesagt habe: Genauso wie es Regeln für Konflikte und Hindernisse in Geschichten gibt, gibt es auch welche für Erfolge. Und sie sind ganz ähnlich. Auch die Erfolge sollten mit dem Ziel der Held:in zusammenhängen. Das mag im Leben anders sein. Es gibt zum Beispiel diesen Spruch: Pech in der Liebe, Glück im Spiel. Was damit gesagt wird: Du kannst dich vielleicht nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren, aber wenn die eine Sache schlecht läuft, dann funktioniert meist die andere.

Und um hier mal ein wenig Lebenserfahrung anzubringen: Wer sich auf eine Sache, ein Projekt, konzentriert, Kraft und Arbeit hineinsteckt, der wird ziemlich sicher Erfolg damit haben. Und andere Projekt fallen dann vielleicht oder sogar ziemlich sicher hinten runter. Wenn du dich auf Geld konzentrierst, auf Arbeit und Anerkennung – dann wird dein Liebesleben vermutlich etwas leiden. Letztendich entscheidest du, welchem Bereich du deine Aufmerksamkeit schenkst.

Was hat das mit Erfolg in Geschichten zu tun? Nun, wenn du ein Ziel für deine Held:in setzt, dann wollen die Leser:innen sehen, dass sich die Held:in für dieses Ziel einsetzt. Hürden und Hindernisse überwindet und – dann auch Erfolge feiern kann – die im Zusammenhang mit dem Ziel stehen.

Will die Held:in auf einen Berg Klettern, muss sie mit Hindernissen kämpfen (Ausrüstung, Kraft, Krankheit, Wetter). Dann wäre es zwar ein Erfolg, wenn sie auf einmal viel Geld im Lotto gewinnt, für die Geschichte aber vollkommen irrelevant oder sogar störend. Zum einen ist der Erfolg so  groß, dass die Relevanz des Ziels in Frage gestellt wird, zum anderen kann sie/er mit dem vielen Geld vielleicht sogar mehrere Ziele gleichzeitig aus dem Weg räumen. So einfach dürfen wir es unseren Held:innen nicht machen.

Der Erfolg sollte verdient sein.

Erfolge staffeln

Staffel deine Erfolge genauso wie deine Hindernisse. Also am Anfang die kleinen Erfolge – am Ende der große Erfolg. Erfolge sind die Belohnungen für das Erreichen von Zielen und das Überwinden von Hindernissen. Dieser Wechsel zwischen Anstrengung und Anspannung und Entspannung ist sehr wichtig und bringt die richtige Balance in deine Geschichte. Das ist wie im Leben und in vielen Bereichen ist eine Geschichte ein Spiegel des Lebens.

Am Ende der Geschichte wartet das große Ziel und damit auch die Belohnung für den Weg und das Erreichen des Ziels. Der große Erfolg. Dieser Erfolg misst sich am Ziel der Held:in und ist nicht absolut. Vielleicht kann jemand, der im Rollstuhl saß, wieder laufen. Absolut gesehen vielleicht nicht spektakulär, aber für die Protagonist:in sehr bedeutend.

Erfolge feiern

Ich finde es sehr wichtig, seine Erfolge zu feiern. Da denkst du sicher sofort an eine große Party, an einen Event. Aber das muss nicht sein.

Manchmal ist es nur ein Moment des Innehaltens. Ein stiller Dank, ein Moment der Ruhe. Das passt vielleicht viel besser. Ein Mensch, allein in der Wildnis, am Verhungern, kann sich darüber freuen, Beeren gefunden zu haben. Und diese zu genießen, ist der Moment des Erfolges. Ein ruhiger, ein kleiner Moment, der aber sehr befriedigend für die Protagonist:in ist. Und da wir beim Lesen mitempfinden, was die Charkatere empfinden, werden wir diesen stillen Moment genauso genießen.

Vergiss also nicht, dir auch Zeit für diese stillen, kleinen Erfolgsmomente in deiner Geschichte zu nehmen. Jeder noch so kleine Moment kann ein Erfolgsmoment sein. Je ausführlicher du diesen Moment beschreibst, desto nachvollziehbarer wird er für die Leser:innen. Desto mehr kann sie ihn genießen.

Erfolg beim Schreiben

Was für deine Geschichte gilt – gilt auch für deine Arbeit an einem Buchprojekt. Am Anfang scheint es fast unmöglich, 300 Seiten zu schreiben. Doch sobald du Kraft und Energie auf das Schreiben verwendest, täglich oder regelmäßig daran arbeitest, wirst du dich an eine gewisse Routine gewöhnen. Und genau, wie es zu Schreibhindernissen kommt, kommt es auch zu Momenten des Erfolges, des Triumphes.

Wie geht es mir mit meinem Schreiben, mit erfolgen? Mehr dazu im Video.

Balance

Ganz wichtig ist es, die Balance zwischen Herausforderung und Anforderung und Unterforderung zu halten. Wenn Hindernisse im Leben oder in der Arbeit auftauchen, sind wir gestresst. Das ist normal. Das geht auch unseren Charakteren so (es sei denn, sie sind James Bond). Doch Stress ist nicht nur ungesund, sondern lässt uns unter dem Leben, der Arbeit, leiden.

Beim Schreiben kann es passieren, dass du die Anforderungen immer höher schraubst. Mit Blick auf das Ziel von 300 Seiten mögen 15 Seiten lächerlich erscheinen, aber hey!, das ist ein Anfang. Und es spricht nichts dagegen, diesen Anfang zu feiern. Ich habe mit dem Buchprojekt begonnen. Das ist ein Erfolg.

Es kann auch sein, dass du dich unterforderst und anfängst, dich zu langweilen. Dann solltest du deine Anforderungen an dich selbst erhöhen. Dir mehr abverlangen.

Diese Balance zu finden, kann schwierig sein. Es gibt Phasen, da schreibst du vielleicht täglich 1000 Wörter und dann wieder läuft gar nichst. Aber ohne eine gewisse Struktur, kann es sein, dass dein Buchprojekt für Monate in der Schublade verschwindet. Und vielleicht sollte ich das nächste mal über Arbeitspläne sprechen, die vieles erleichtern können. Mal sehen.

Bis dahin –

xoxo

Katrin

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