7 Tipps - Wie schreibe ich eine gute Liebesszene

Wie schreibe ich eine gute Liebesszene #7 Dialoge

8. April 2021
Dialoge - in Liebesszenen
Dialoge in Liebesszenen

DialogeDiesmal geht es um Dialoge. Wie passen die zu oder in eine Liebesszene? Ganz hervorragend. Denn mit Dialogen könnt ihr eine Szene lebendig und abwechlsungsreich gestalten. Gleichzeitig lernen die Leser:innen eure Protagonisten besser kennen.

Doch zuvor noch etwas zu den unterschiedlichen Erzählperspektiven. Also die Sicht, aus der eine Geschichte erzählt wird.

  • Die auktoriale/allwissende Erzähler:in: Sie sieht alles und weiß alles. Stellt euch eine Kamera außerhalb des Geschehens vor.
  • Die personale Erzählerin: Weiß immer nur so viel, wie der Charakter in den/in die sie gerade schlüpft.
  • Die ICH-Erzähler:in: Die Szene wird aus der Sicht einer Figur in der Ich-Form erzählt. Die Sicht der ICH-Erzähler:in ist die Sichtweise auf das eigenen Empfinden/Sehen/Hören beschränkt.

In jeder der Erzählformen könnt ihr Dialoge anwenden. Solltet ihr sogar. Besonders in Liebesszenen und darum geht es natürlich hier auch.

Allwisssende Erzählerin

Die Perspektive der allwissenden Erzähler:in kann manchmal etwas trocken wirken. Denn es ist etwas anderes, ob ein Charakter von seinen/ihren Gefühlen spricht, oder ob die Erzähler:in das übernimmt. Was weiß sie denn von den inneren Gefühlen ihrer Charaktere? Natürlich alles, sie ist ja schließelich die Autor:in, aber die Erzählpersepktive gibt eine neutrale Sichtweise vor. Ein Dialog kann euch näher an die Figuren der Geschichte bringen.

Beispiel aus „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen.

Ihr erinnert euch, Elizabeth und Mr. Dacy, die sich das erste Mal auf einer Tanzveranstaltung treffen. Die erste Begegnung oder auch das Abschätzen des anderen im Tanzsaal wird durch den Dialog zwischen Darcy und seinem Freund lebendiger.

Die Herablassung von Darcy, die Vorurteile, die er gegen Elizabeth und alle „Damen“ im Raum hat, das alles wird glaubhafter, indem die Erzählerin (Jane Austen) es ihre Charaktere selbst /im Dialog sagen lässt.

Und obwohl Darcy nichts Nettes über Elisabeth sagt, spüren wir, dass hier eine sehr interessante Liebesgeschichte beginnt.

Personale Erzähler:in

Die personale Erzähler:in schlüpft immer in eine Person. Und wenn zwei Liebende aufeinandertreffen, dann kann die Perspektive nicht ständig wechseln, das würde zu Verwirrung bei den Leser:innen führen.

Ein Dialog macht es möglich, dass die Szene – obwohl sie nur aus einer Perspektive erzählt wird – ein intimes Zwiegespräch wird.

Als zweites Beispiel habe ich einen Dialog aus „Radio Gaga“ gewählt.

Ich habe das Buch aus einer, nämlich Roccos, Perspektive erzählt. Die Szene spielt am nächsten Morgen nach der ersten Liebesnacht zwischen Rocco und Mika. Jetzt sitzen beide im Senderaum ihres Piratensenders (in einem ehemaligen Wachturm) und albern herum. Gleich gehen sie „auf Sendung“.

Der Dialog nimmt die vertraute Stimmung der Liebesnacht auf. Ja, im Grunde ist das Gespräch wie (noch einmal) Sex haben. Wenn die beiden über das Starten ihrer imaginären Boing reden, den Steuerknüppel …

Und John, der mit ihnen im Senderaum sitzt, spürt das ganz genau und spricht es an. Obwohl ich eine einzige Erzählperspektive haben, lenrt man in dieser Szene nciht nur beie Charkater genau kenen, sondern spürt auch, wie gut sie zusammen sind.

ICH-Perspektive

Dialoge - Wie schreibe ich eine gute Liebesszene Es ist kein Zufall, dass Bücher, die aus der ICH-Perspektive erzählt werden, meist sehr viel Dialog haben.

Denn in dieser Perspektive ist die Erzähler:in extrem limitiert. Sie kennt nur die Gefühle und Stimmungen einer Figur. Und selbst wenn sie die Perspektive wechselt, kann sie nicht bei beiden Charaktern zur gleichen Zeit sein.

Eine Szene wird also extrem subjektiv von einem der Charaktere erzählt, oder – ein Dialog macht die Szene zu einem Zwiegespräch. Und wie soll der Dialog dann aussehen?

Ebenen des Dialogs

Ein Dialog in einer Story/einer Geschichte ist nie so wie ein Gespärch im echten Leben. Genau wie  bei jeder anderen Situation in einem Buch, gibt es immer eine Absicht, einen Grund, warum eine Szene oder ein Dialog erzählt wird. Geplauder, Small Talk … exisistiert im echten Leben, ist aber in einem Buch nicht sinnvoll, da eine Funktion fehlt. Ein Grund, warum die Geschichte erzählt wird.

Und Dialoge haben ebenso – genau wie jede Buchszene – eine Dramaturgie. Heißt eine Einleitung, einen Anfang/eine Einstimmung, dann einen Höhepunkt und zum Ende hin eine Auflösung/Lösung/eine Art Abschluss.

In Dialogen bekommt die Leser:in Informationen oder Hinweise über den Fortlauf der Handlung oder Infromationen oder sie lernen Charaktere näher kennen. In Liebesszenen dienen Dialoge meist dazu, Nähe herzustellen. Wie ihr den Bogen in einem Dialog gestaltet, bleibt euch überlassen, doch es sollte eine Entwicklung geben.

  • Von Skepsis zu Vertrauen
  • Zweifel zu Sicherheit
  • Distanz zu Nähe
  • Flirten zu Sex

Diese Entwicklung kann natürlich auch vollkommen wortlos geschehen. Richtig. Wie ihr aber vermutlich wisst, stürzen sich Liebende in der Regel nicht aufeinander, sondern nähern sich an, indem sie – richtig – miteinander reden.

Der Dialog kann ein Werben sein, ein Sichkennenlernen, ein Zugeben von Schuld, ein Liebesgeständnis, eine Offenbarung. Dies nur in einer Beschreibung zu lesen, könnte sehr trocken werden, daher ist der Dialog hier wieder eine gute Wahl. Auch, wenn nicht viel gesagt wird:

Er nahm ihr das Brot ab.
„Danke“, sagte sie schlicht, aber er hörte das Beben in ihrer Stimme.

„Ich habe mich vorhin vielleicht falsch ausgedrückt“, sagt er.

„Ach ja?“

„Es tut mir leid.“

Es muss nicht viel geredet werden. Wichtig ist nur, dass beide beteiligt sind und ihre Gefühle offenbaren.

Well, well. Diese Blogreihe nähert sich ihrem Ende, doch es folgt noch ein Beitrag, Nummer #8 Die Sexszene. Wie schreibt man eine gute Sexszene? Nun … vermutlich könnt ihr euch das jetzt schon denken. Oder? Gleichwohl – in zwei Wochen kommt der letzte Beitrag und ich suche euch dazu wieder ein paar schöne Beispiele heraus ;)

Bis dahin –

xoxo

Katrin

#redbugwriting #schreibtipps #rbpub

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