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STORY WORLD #5 Fantasy: The New World

6. März 2019
STORY WORLD #5 Fantasy: The New World

STORY WORLD #5 Fantasy: The New World


Stell dir vor, du bist durch Feuer und Flammen gesprungen, hast deinen Mut verloren und wiedergefunden, außer Atem den Pokal errungen. Bist über dich selbst hinausgewachsen. Und trittst ascheumhaucht über die Schwelle deines alten Zuhauses. Jeder Griff bekannt. Der Blick aus dem Fenster der selbe wie immer. Frühlingsblumen, die sich im Wind wiegen, blühen die zur Sonne blinzeln. Leises Summer der Bienen.  Alles ist gleich geblieben, aber du bist verändert.

Natürlich könnte die Geschichte vorbei sein, sobald Voldemort zu Rauch zerstoben ist, der Drache besiegt, die Schlacht geschlagen ist. Der Held überlebt. Aber was bedeutet das eigentlich?

 

Rückkehr

Auf dem gesamten Weg in die alte Zwergenstadt hat Bilbo gemault und genörgelt. Nur unterbrochen von wahrem Wundern und erstaunlichem Interesse an der Welt, die er zu entdecken wagt. Jetzt ist die Aufgabe erledigt, sein Anteil am Schatz gesichert. Und er kann heimkehren. Doch ist Hobbingen das selbe, wenn er sich so verändert hat? Kann man von einem Abenteuer einfach so nach Hause kehren und sich zurück an den heißen Ofen setzen?

Bilbo kann. Kaum biegt er um die Ecke seiner alten Heimat, muss er allerdings feststellen, dass seine Angehörigen gerade dabei sind, seinen Besitz zu verscherbeln. Einer, der so lange weg ist, muss sicher tot sein. Bilbo kann gerade noch verhindern, dass Haus und Hof mitsamt seinen Möbeln abgetragen wird und beweist seine Identität mit seiner Unterschrift im Zwergenvertrag. Bilbo, ein alteingesessener Hobbit muss sich ausweisen, so unbekannt ist er den Anderen geworden. Denn ob er es will oder nicht, in ganz Hobbingen ist er ab sofort der erste und einzige Hobbit, der jemals auszog um einen Dachen zu besiegen. Sobald der Staub sich gelegt und die Sackheim Beutlin abgezogen sind, macht Bilbo es sich wieder in seiner alten Höhle gemütlich. In seiner Tasche, ein kleiner Gegenstand, den Bilbo auf seiner Reise aufgehoben hat.

Überleben

In Der Herr der Ringe, der Fortsetzung von Bilbos Abenteuern, in denen sein Neffe Frodo auszieht, um den Ring zu zerstören, wird die Rückkehr des Helden eindrücklich geschildert. Denn selbst als alle Kämpfe gekämpft und der Ring des Bösen im ewigen Feuer zerschmolzen ist, kann Frodo sich nicht wieder in die Hobbit Gemeinschaft eingliedern. Nach allem, was er erlebt hat, ist die Freude am einfachen Leben für ihn nicht mehr zugänglich. Er hat Narben davongetragen die ihn für immer verändert haben.

Sein treuer Begleiter, Sam, kehrt mutiger, stärker und selbstbewusster nach Hobbingen zurück. Gründet seine eigene Familie und hält die Legende von Frodo Abenteuern am Leben. Doch er, Frodo, der mit Hilfe seiner Kameraden, den Ring den ganzen Weg nach Mordor geschleppt hat, ist nicht länger der lebenslustige und unbedarfte Hobbit, als der er aufgebrochen ist. Und das ist gut so. Mir gefällt es ausgesprochen gut, das Frodo ein Happy End bekommt. Sein Happy End. Die Welt vor dem Untergang zu retten ist eine Verantwortung, von der man nicht einfach zurückbounct. Und das macht Helden erst richtig bewundernswert. Frodo hat etwas von sich geopfert, um für die Gemeinschaft zu sorgen.

The New World

Harry macht sich auf den Rückweg zu den Durselys. Für den Übergang in die Muggelwelt muss Harry die selben Portale durchqueren, durch die er gekommen ist. Mit dem Zaubererzug nach London und dann durch die geheime Wand am Gleis Neun dreiviertel. Bis er wieder vor Onkel Vernon steht.

Unter Geschubse und Gedrängel näherten sie sich dem Tor zur Muggelwelt.
Manche von den anderen Schülern riefen:
„Tschau Harry!“
„Bis dann, Potter!“
„Immer noch berühmt“, sagte Ron und grinste ihn an.
„Nicht da, wo ich hingehe, das kann ich dir versprechen.“, sagte Harry.

In unseren beiden Beispiel-Geschichten kehrt der Held mit neuen Kräften in eine altgebliebene Welt zurück. Die Durselys haben ihren Rasen frisch gemäht und das spärlich eingerichtete Zweitzimmer wartet auf Harry. In Hobbingen ist das Leben seinen Gang gegangen, auch ohne Bilbo. Unsere Helden sehen mit neuen Augen auf eine so vertraute und doch plötzlich anders wirkende Umgebung. Wichtig hierbei ist die Veränderung die der Held durchlaufen ist.

Nicht umsonst heißt Tolkiens Geschichte „The Hobbit or There and Back Again“. Bilbo geht es genauso sehr ums Zurückkehren, wie ums Losziehen. Oft wird einem erst bei der Ankunft Zuhause bewusst, was man auf seinen Reisen erlebt und wie sie einen verändert haben. Bilbo weiß sein Zuhause erst richtig zu schätzen, ist weltoffener und mutiger geworden. Aber der einst angesehene und durch und durch normale Hobbit ist er nicht mehr.

„Und in der Tat, Bilbo fand, dass er mehr als seine Löffel verloren hatte – er hatte seinen guten Ruf verloren. Er blieb zwar Zeit seines Lebens ein Elfenfreund und hatte die Ehre, Zwerge, Zauberer und noch andere merkwürdige Leute, die hier vorüber kamen, seine Gäste nennen zu können. Aber er galt als nicht mehr ganz respektabel. Ja, er wurde von allen Hobbits in seiner Nachbarschaft für verschroben gehalten – ausgenommen von seinen Neffen und Nichten von der Tukseite. Doch selbst deren Freundschaft wurde von ihren Eltern nicht gern gesehen.“

Auch wenn Harrys Geschichte nach dem Ende des ersten Bandes erst richtig angefangen hat, ist er bereits einen großen Schritt weiter gekommen. Er hat sich zum zweiten Mal in seinem Leben dem dunklen Lord gestellt und ist mit dem Leben davongekommen. Doch er hat noch etwas mitgenommen. Das Wissen um die Zaubererwelt. Ab jetzt kann Harry nie wieder so unterdrückt werden, wie die Durselys es in den ersten Jahren seines Lebens versucht haben. Harry weiß, wer er ist und wo er herkommt. Und das macht ihn stark genug um in den Privet Drive zurückzukehren. Nur für die Sommerferien, wohlgemerkt. Nur bis das neue Schuljahr anfängt. In Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei.

Welt verändert

Selbst wenn in Little Winghing noch immer die Orchideen blühen und in Beutelnd der Kessel pfeift, da draußen, in der Welt des Abenteuers, haben Bilbo und Harry einiges verändert. Die Zauberwelt vor dem Untergang bewahrt und einem Zwergenkönig zu seinem Reich zurück verholfen.

Beide Helden kehren in eine Welt zurück, dessen Bewohner nichts von ihren großen Taten und außergewöhnlichen Leistungen kennen oder sie zu schätzen wissen. Das kreiert für uns einen besondern Kitzel, denn wir waren dabei. Wir sind eingeweiht.

Sowohl Harry als auch Bilbo starten ihre Geschichte in Welten in denen Normalität eine große Rolle spielt. Die Durselys setzen alles daran, in ihren Augen, normal zu sein. Bilbo hält viel auf sich und seine Unabenteuerlichkeit. Nicht im geringsten exzentrisch, riskant, oder ungewöhnlich zu sein, das ist die höchste Auszeichnung in Beutelsend und Privet Drive. Und vielleicht schlägt auch die Leserin ein Buch auf, in der Annahme nur ein ganz normaler Mensch in einer ganz normalen Welt zu sein. Aber dann hat sie die Rechnung ohne ihren geheimen Wunsch gemacht. Denn jeder der ein Buch in die Hand nimmt, ist insgeheim bereit für ein Abenteuer.

Nächste Woche reisen wir in Story Welten, die auf den ersten Blick genau wie unsere scheinen. Welche Besonderheiten in diesen Welten eine Rolle spielen, entdecken wir in „Contemporary – The Ordinary World.“ Bis dann!

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