DIY-Donnerstag, Playful Writing

Playful Writing #2 Ein Buchprojekt planen

14. März 2019
Ein Buchprojekt planen

Heute und in den nächsten Blogbeiträgen, geht es um das spielerische Schreiben. Schreiben mit Freude und Lust. Darum, jeden Aspekt beim Schreiben eines Buches freundig zu umarmen. Ich habe ja schon gesagt, dass ich mir für jede Aufgabe oder jeden Schritt bei einem Buchprojekt eine Spielposition #fußball auswähle. Ein Buchprojekt planen? Hier funktioniert für mich die Position eines Spielmachers am besten.

Beim Fußball spricht man von einem Spielmacher, wenn vor allem ein Spieler während eines Fußballspiels die Aufgabe übernimmt, die Spielstrategie der Mannschaft zu steuern, und dabei Angriffe einleitet, das Defensiv-Verhalten koordiniert, Bälle an die Mitspieler verteilt, möglichst jederzeit anspielbereit ist, im gegnerischen Strafraum agiert und idealerweise auch Tore erzielt. (Wikipedia)

(Du siehst schon, du lernt hier auch etwas über Fußball ;)  Ein Spielmacher ist jemand, der den Überblick behält. Und alle anderen Aufgaben (Spieler) koordiniert und dirigiert. Natürlich spielerisch. Wenn man ein Buchprojekt planen will, ist das sehr wichtig. Zu wissen, was man will, was geht, wie man es realisiert.

Klar, auch im Schreibprozeß selbst sollte man ab und an mal den Kopf heben und sich fragen, wo man überhaupt steht. Aber das klappt wesentlich besser, wenn man von Anfang an eine Strategie hat. Der Spielmacher fragt: What if? Und hat dann im besten Fall immer eine Antwort. Wenn du ein Buch schreiben willst, dann ist es gut dir zu sagen: Es ist ein Projekt. Es ist eine Sache, die ich erfolgreich zuende bringen will und für die ich daher eine Vorbereitung brauche.

Und weil ich gesagt habe, dass alles am Schreiben Freude machen soll, ist die erste Frage:

Frage 1: Welche Art von Buch würdest du am liebsten schreiben?

Nicht – welche Bücher sind erfolgreich, welche Art von Bücher sind in den Bestsellerlisten (Erotik//brutale Thriller//Krimis …), welches Buch fänden deine Eltern toll, wenn du es schreiben würdest, sondern ganz simpel: Welche Art von Buch möchtest DU gerne schreiben. Wenn ich „Art von Buch“ sage, meine ich natürlich ein Genre, aber selbst, wenn das Buch, das du gerne schreiben möchtest, sich in keine Kategorie (Liebesroman//Fantasy etc) einordnen lässt, schreib dein Buch. Schreib deine Geschichte.

Dies ist der Start. Die Geschichte, die Art von Buch, die in dir dieses zufriedene Glucksen auslöst. Ja, darüber möchte ich schreiben. Denn wenn ich sage, dass du ein Buchprojekt planst, dann meine ich nicht diese kühle, emotionslose Art der Planung, sondern einen Plan, der deine innersten Wünsche und Ziele am besten unterstützt.

Ich würde immer mit dem Wunsch nach einer bestimmten Geschichte starten und dann überlegen, wie ich das hinbekomme, was ich dafür brauche, wie ich die Zeit dafür finde etc. Denn nehmen wir an, du möchtest die Geschichte der Flucht deiner Großeltern aus ihrer Heimat beschreiben – dann wirst du eine Menge zu recherchieren haben und das ist eine ganz andere Arbeit und verlangt eine andere Planung, als wenn du einen heiteren Liebesroman schreiben willst oder eine Fantasy-Geschichte.

 Frage 2: Wie viel Zeit hast du am Tag, um an deiner Geschichte zu schreiben

Ich kenne die Pläne von Menschen, die sagen: Ich schreibe ein Buch, wenn ich in Rente gehe. Oder die Schule beendet habe. Wenn ich mal länger Urlaub habe oder das Geld habe (und das spielt wirklich überhaupt keine Rolle), ein Jahr lang nur zu scheiben. All das ist  – Krapp! Wenn du ein Buch schreiben möchtest, dann schreibst du am besten regelmäßig und im Idealfall täglich. Wie viel du schreibst, ist eigentlich egal, jedenfalls wenn es keinen Abgabetermin gibt. Wer am Tag nur eine Seite schreibt, braucht (je nach Buchlänge) dann eben 2 Jahre, wer am Tag 3000 Wörter schreibt, kann schon in einem Monat fertig sein. Ehrlich gesagt – egal. Hauptsache, du legst ein Pensum fest, mit dem du dich wohlfühlst. Eine Art Training wie in jeder Sportart. Wenn du joggst, wirst du auch immer eine bestimmte Zeit laufen oder eine bestimmte Runde.

Arbeitest du Vollzeit oder gehst zur Schule/Uni, ist es klar, dass du nur nach der Arbeit schreiben kannst. Oder am Wochenende. Aber du hast ja noch ein Leben und bist vielleicht nach der Arbeit zu erschöpft. Wieder gilt: Nur was sich absolut gut anfühlt, ist auch gut für dein Schreiben. Vor dem Schlafengehen eine Stunde schreiben fühlt sich gut an? Perfekt. Oder am Wochenende fünf Stunden – auch gut. Klar, fällt da dann etwas anderes weg. Als ich zu schreiben anfing, war die einzige verfügbare Zeit morgens zwischen 5 und 7 Uhr morgens. Auch wenn ich das nicht ein Jahr lang durchgehalten habe, war es eine gute, sehr befriedigende Erfahrung, dass es Schreibzeit gibt. Sie existieren, wenn ich will, wenn ich Lust habe, wenn ich motiviert bin. (Mehr über Ort und Zeit zum Schreiben hier)

Frage 3: Wie willst du deine Geschichte am liebsten notieren?

Ich sage ganz bewusst nicht schreiben, denn es gibt viele verschiedene Arten, eine Geschichte auf das Papier zu bringen. Am Computer, mit der Hand, an der Schreibmaschine. In ein Diktiergerät gesprochen, auf dem Handy, indem ich sie jemanden erzähle. Wenn ein Star, der nciht gut schreiben kann,  seine Memorien verfasst, dann wird sehr oft ein Ghostwriter engagiert, der zuhört. Und alles dann in eine gute Sprache bringt. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, einen Text in eine schriftliche Form zu fassen.

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Ich denke oft über das Diktieren nach. Da ich schnell denke und spreche, und zwar schneller, als meine Finger tippen, könnte ein gutes Diktierprogramm mir helfen, schneller zu schreiben. Ich sitze auch nicht gerne an einem Schreibtisch, wenn ich schreibe. In einem Pool, auf einer Luftmatratze mit einem kühlen Getränk wäre – ein Traum? Nein, möglich. Und wenn dir dieser Gedanke die größte Lust oder Freude bereitet, dann – go for it.

Die beste Strategie

Hast du all diese Fragen gut beantwortet, ist schon das Wichtigste geschafft. Klar, jetzt kommt der harte Teil: das Training. Schreiben ist – vor allem am Anfang – eher wie ein Training als ein Spiel. Du lernst ja noch zu schreiben, du fängst ja gerade erst an. Aber auch das kann Spaß machen. Wenn man sofort die höchsten Ansprüche an sein Schreiben anlegt, ist man schnell frustriert. Beim Aufscheiben ist man noch sicher, alles ist ganz wunderbar, da es im Kopf so leicht und locker klingt. Liest man seinen Text dann einen Tag später, ist man entsetzt, wie plump und fade er klingt. Das ist normal.

Spielmacher verfügen meist über hervorragende technische Fertigkeiten, müssen aber auch fähig sein, durch engagierten und kämpferischen Einsatz den Gegner wirksam zu stören und die eigene Mannschaft zu selbstlosem Einsatz zu motivieren. (Wikipedia)

Irgendwann verfügst du über hervorragende technische Fähigkeiten. Aber auch ein Spielmacher fängt einmal klein an. Und ist im übrigen nicht nur von seinen Fähigkeiten abhängig, sondern genauso von denen seiner Mannschaft.

„Die eigene Mannschaft zu selbstlosem Einsatz … motivieren.“

Das bedeutet nichts anderes, als den Menschen, die dich umgeben und dich (doch hoffentlich) in deinem Schreibprozess unterstützen, zu motivieren. Sie können ihre Socken selbst waschen, sich allein ein Brot schmieren oder ohne deine Hilfe zum Sport zu fahren. Denn du musst schreiben. Mach sie zu den größten Fans deines Projekts. Lass dich von ihnen anfeuern.

Motiviere sie, auf eine Gesellschaft oder eine Party allein zu gehen, das Geburtstagsgeschenk des Freundes für euch beide zu besorgen oder das Essen für dich zu kochen, weil du – beschäftigt bist. Ohne den selbstlosen Einsatz deiner Umgebung läuft manchmal gar nichts. Mach deinen Leuten//Partner*innen//Kindern klar, dass dies ein wichtiges Projekt ist, von dem sie durchaus profitieren können. Weil du dann glücklicher, ausgeglichener und zufriedener bist und vielleicht damit so viel Geld verdienst, dass sich große Pläne für die ganze Familie//die Beziehung verwirklichen lassen. (Mehr über Unterstützer für dein Buchprojekt: hier)

Selbst wenn du ganz allein bist, wird du manchmal Nachbarn brauchen, die für dich die Treppe putzen oder deinen Hund Gassie führen, wenn du deine Schreibzeit brauchst. Begeistere sie mit deiner Freude an deinem eigenen Projekt. Yes !

(Der Spielmacher trägt übrigens meist die Nummer 10.) Was ich sagen will: Mach dich am Anfang deines Buchprojektes zum Spielmacher. Behalte den Überblick, entwerfe eine Strategie und halte dich daran. Und wenn es mal keinen Spaß macht? Das Training überhaupt nichts mit einem schönen Spiel zu tun hat? Dafür gebe ich dir beim nächsten Beitrag Tipps, indem ich mich mit der mentalen Vorbereitung für ein Buchprojekt befasse.

Bis dahin

xoxo

Katrin

 

#playfulwriting #schreibtipps #schreiben #redbugwriting #rbpub

 

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