Cover Secrets

Cover Secrets #7 Schrift auf Covern

26. Juli 2018
Schrift auf Covern – Zuerst
Schriften auf Covern

LOVE – gestaltet von Lucas Horn

Wie angekündigt, geht es heute um Schrift auf Covern. Noch etwas vorweg: Habt ihr gesehen, dass Buchgestaltung, also Book Design, bei uns nun einen eigenen Reiter im Menü hat? Yes, ab jetzt geht es mit Shortcut zu Antworten darauf, wie ihr tolle Cover entwerfen und mit wunderschönen Schriften gestalten könnt.

Wer uns kennt, weiß, dass wir bei Schrift auf Covern gerne mal wild sind. Mit der Hand entworfen, frei gelettert, gebrushed. (Wem das nichts sagt, der kann ja mal zu diesem Blogbeitrag wechseln.) Besonders mögen wir die Kombination von frei entworfenen Worten auf Covern mit einer gut gestalteter Schriftart.

Wenn man an Schrift auf Covern denkt, dann war das noch vor Jahrzehnten eine eher langweilige Angelegenheit doch nun – tut sich etwas. Das liegt vor allem an der Digitalisierung, die es leicht möglich macht, auch die verrücktesten Schriften in einen font zu verwandeln. Ups – font? Okay, ich denke, ich erkläre kurz ein paar Begriffe. Und wer das alles schon weiß, der skippt die Abschnitte einfach.

Typografie//Fonts// Schriftarten – was ist das genau?

Typografie

kommt aus dem griechischen und heißt so viel wie: Schlag, Abdruck, Figur. Der Begriff lässt sich auf mehrere Bereiche anwenden.

  • Traditionell bezieht sich der Begriff Typografie auf die Gestaltung von Druckerzeugnissen (Büchern, Flyern, Plakaten) mit beweglichen Lettern (Typen). Früher war das der Bleisatz oder der Satz mit Holzlettern.

Hier grüßt Gutenberg und der Buchdruck, damals eine Revolution. Auf einmal mussten Bücher nicht mehr per Hand geschrieben und dann per Hand – meist von Mönchen – kopiert werden (wer das etwas poetischer erzählt haben möchte, der sollte Umberto Eccos „Name der Rose“ lesen.), sondern konnten in großer Zahl gedruckt und verbreitet werden. Die digitale Revolution ist sicher genauso bedeutend und wir stecken mittendrin.

  • Den Begriff Typografie benutzt man auch für eine gedruckte Schrift in Abgrenzung zu Handschrift, Kalligrafie,
  • Heute steht Typografie meist für den gesamten Gestaltungsprozess, in dem man mit Schrift, Bildern, Linien und Flächen Medien gestaltet.
Schriftart

Eine Schriftart ist die Menge von Schriftzeichen, die zu einer Schrft gehören. Also die Buchstaben, Sonderzeichen, Ü-Punkte – what ever. Sie haben eine gemeinsame Ästehtik und Struktur. Klar, es soll ein einheitliches Schriftbild erzeugt werden. Im Englischen heißt Schriftart typeface (des Buchstabens Abbild) . Wenn ihr tiefer in die Szene der Schriftgestalter eindringt, dann wird euch dieser Begriff immer öfter  begegnen: Typface Designer – gestalten Schriftarten/Fonts.

Font

Das Wort Font leitet sich wahrscheinlich vom französischen fonte (der Guss)ab. Damit wurde im Bleisatz eine zusammengehöriger Satz von Bleilettern einer Schriftgröße bezeichnet, der früher in einem Setzkasten abgelegt wurde.

Im Englischen wurde das Wort als fount bzw. font weiterbenutzt. Font ist also – in Abgrenzung zur Schriftart – das Material, die kleinen Bleiblöcke, mit dem die Schriftart gedruckt werden konnte. Heute werden Buchstaben in einer Datei gespeichert, aber wir nennen sie immer noch Fonts.

Schriftarten – und Lizenzen

Momentmal – Lizenz? Genau. Ebenso wie Bilder sind Schriftarten geschützt. Oder genauer gesagt – die kreative Arbeit der Typface-Designer. Eine gute, eigene Schrift zu entwickeln, kann Jahrzehnte dauern. Schriften, wie Calibi, Arial und Helvetica,  die wir heute so ganz selbverständlich auf dem Computer benutzen, wurden über Jahre entwickelt und von Microsoft oder Apple erworben, um gute Schriften auf dem Computer installieren zu können. Calibi (die ich sehr gerne mag) wurde zum Beispiel von Lucas de Groot, einem der bekanntesten Typeface-Gestaltern, entworfen. (Kleine Nebenbemerkung: Unser Lukas ist Schüler von Lucas de Groot und das ist kein Zufall, weswegen ich euch die Lettering-Beiträge von Lukas ganz besonders ans Herz lege.)

Woher bekomme ich lizenzfreie Schriften?

Okay, beim Thema Schriftarten trägt es mich schnell mal davon. Ich habe eine eigene Sammlung von zur Zeit über 300 digitalen Schriftarten. Ich wusste es nicht – aber ich kann Nerd. Doch schließlich geht es in dieser Blogreihe mehr um Anwendungen als um Nerdiness. Okay, ächem. Wie ich schon in dem Blogbeitrag über Fotos erläutert habe, heißt „lizensfrei“ nicht unbedingt, dass ihr die Schriftarten auch kommerziell nutzen dürft. Ups. Also Achtung. Denn sobald ihr eine Schriftart auf euer Buchcover setzt, nutzt ihr sie kommerziell. Aber – juhu – kommerziell nutzbare und freie Schriftarten gibt es auch. Hier mal ein paar Plattformen, auf denen ihr schöne Schriftfont entdecken könnt:

myfont: Die größte Schriftensammlung, über 130 000 Schriftarten

1001fonts:  Über 10 000 Schriften und 3500 davon umsonst und auch kommerziell nutzbar.

Font Squirrel: Hier findet ihr ebenfalls (auch) freie, kommerziell nutzbare Fonts.

Wenn ihr einen Schrift-Font – auch umsonst – erworben habt, dann ladet ihr ihn als Datei herunter. Üblich sind die Formate: -ttf und .otf .

Wenn ihr die Fontdatei dann anklickt, öffnet sich ein Fenster. Ihr könnt oben auf Installieren klicken, dann wird die Schrift auf dem Computer geladen. (Läuft bei Windows 10 und Mac gleich ab). Sie wird im Schriftverzeichnis abgelegt und auch angezeigt, wenn ihr mit z. B. Photoshop arbeitet, sodass ihr sie gleich verwenden könnt.

Schrift auf Covern – und dann

Okay, nun steht ihr vor 100 000 Möglichkeiten, eine Schrift auf euer Cover zu setzen – was die Wahl ja nicht immer erleichtert. Das Thema ist auch so umfassend, dass ich sicher noch ein paar Blogbeiträge damit verbringen werde, aber ein paar grundsätzliche Dinge sind immer gleich. Gleich im Sinne von: Gleich für jedes zu gestaltende Produkt mit Schrift ob Chipstüte oder Museumsplakat. Nämlich:

  • Verwende nicht mehr als zwei maximal drei Schriftarten.
  • Wähle gut zusammenpassende Schriften aus, die eine gestalterische Einheit ergeben
  • Wähle die richtige Schriftart für dein (Buch)thema, denn Schriftarten werden mit bestimmten Zeitepochen oder Themen assoziiert.
  • Bei der Mischung von Schriftarten – achte auf eine passende oder einheitliche Schriftgröße.
  • Fett, kursiv, unterstrichen – lieber nicht
  • Setze mit Schrift Akzente auf dem Cover

Klar, wer ein geübtes Auge hat oder schon andere Dinge gestaltet hat, dem wird es nicht schwer fallen, eine Schrift auf ein Cover zu setzen, die okay ist. Aber da dein Cover das Erste ist, was der Leser sieht, lohnt es sich, besser als okay zu sein, und ein herausragendes Cover zu gestalten. Und genaus das habe ich mit euch vor.

In den nächsten Monaten werde ich näher heranzoomen und mich mit Titel und Autorennamen auf Covern beschäftigen und an konkreten Beispielen zeigen, wie man es gut – oder besser nicht machen sollte.

Bis in vier Wochen!

Katrin

#coversecrets #typografie #schriftgestalung #coverdesign

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