Cover Secrets, DIY-Donnerstag

Cover Secrets #5 Die richtige Auswahl des Coverbildes

17. Mai 2018
Auswahl des Coverbildes  – Welches Foto eignet sich für ein Cover?

Bevor ich über Photoshop und Ebenen spreche, ist mir eine Sache noch sehr wichtig, daher muss ich diesen Beitrag noch einschieben: Die richtige Auswahl des Coverbildes. Denn wenn ihr das Coverbild richtig auswählt, dann müsst ihr danach gar nicht mehr viel ändern und gestalten, das meiste ergibt sich fast von selbst. Ihr spart euch also eine Menge an Gestaltungs- und Bearbeitungsarbeit. Als Beispiel nehme erneut die Cover der letzten Woche. Sie haben eine Fotos als Grundlage, aber natürlich bezieht sich alles, was ich hier schreibe, auch auf gemalte Bilder und Zeichnungen.

Profibilder

Wie ihr seht, ist hier das gleiche Foto die Grundlage des Covers. Es ist von einem Profi geschossen worden und von den Coverdesignern auf einer Profi-Plattform erworben worden.

Selbst wenn euch das Geld für einen Coverdesigner fehlt, solltet ihr an einem Bild oder Foto für euer Cover nicht sparen. Diese Fotos sind in der Regel bei richtigen Fotoshootings mit Models entstanden, gut ausgeleuchtet, haben die richtige Tiefenschärfe und sind in fast allen Fällen anschließend noch mit einem Fotobearbeitungsprogramm verbessert worden. Ihr habt also schon eine optimierte Grundlage für euer Cover. Scharf, in einem guten Blickwinkel, mit Menschen darauf, für die ihr nocht noch Bildrechte einholen müsst, das die Models diese schon an den Fotografen abgegeben haben. 

Format

Nun gibt es Fotos, die eignen sich besser für Cover als andere und damit ist klar, dass der erste Schritt die gute Auswahl sein sollte. Am besten hat das Bild oder Foto, das ihr für euer Cover auswählt, schon das Format eines Covers, also Hochformat. Auf den ersten Blick eignet sich diese Bild nicht besonders gut. Es ist im Original ein Querformat und die Menschen auf dem Bildgehen sowohl farblich als auch von der Größe sehr in der Landschaft unter. Lauter Flächen, die man später im Cover nicht sehen wird. Zudem sieht man die beiden von hinten. Ist das das richtige Cover für einen New Adult Roman? Doch es wurde sogar zweimal für einen New Adult Roman ausgewählt. Warum?

Stimmung

Nun, das Bild hat sehr viele Vorteile: Zum Beispiel eine großartige Stimmung und Atmosphäre. Die hat der Fotosgraf gut inszeniert. Besonders schön sind die Lichtpunkte im Bild, also die gelben und weißen Punkte. Diese sind vermutlich bei der Bildbearbeitung vom Fotografen selbst hinzugefügt worden, womit eine zusätzliche Ebene entsteht, die das Bild stimmungvoller und auch etwas geheimnisvoller macht, vielleicht hat er einen Filter benutzt. Doch egal. Die sanfte Abend/Morgenstimmung des Buches passt sehr gut zu beiden Büchern, die nicht mehr für jugendliche Leser, sondern schon Romane für ein älteres, New-Adult- Publikum sind.

Farbigkeit

Besonders auffällig ist die Farbigkeit des Covers, das von Gelb- und Orangetönen dominiert wird. Diese sanften Farben sind für Cover ideal, denn schließelich muss noch Schrift auf dem Bild untergebracht werden und die sollte auf dem Hintergrund gut sichtbar sein. Auf einem unruhigen Cover braucht man zusätzliche Ebenen, die Ruhe hineinbringen. Hier ist das Fotos selbst ruhig und man kann mit den weiteren Elementen – Schrift, Logo – Akzente setzen, die sich von dem zartfarbigen Cover gut absetzen werden.

Bildaufteilung

Ein weiterer Vorteil ist der freie Raum über dem Paar. Der Himmel, der schon so schön leer ist, dass man den Titel sofort dort einsetzen möchte. Wie man sieht, wurde das Fotos nach oben erweitert, was gut möglich war, da der Himmel einfarbig ist. Im Cover von Abbi Glines dagegen entschied man sich für den roten Button und hat im Hintergrund noch Wolken in das Bild montiert. Gefällt mir nicht so gut, aber soll das Bild vielleicht etwas dramatischer machen, was mit dem Inhalt zusammenhängen könnte. In beiden Fällen bleibt das Paar von dem Titel und Autorennamen unberührt, was mir gut gefällt. Schrift über Körpern ist natürlich möglich, aber hier bleibt eine schöne luftige Freiheit im Bild, die, wie gesagt, sehr stimmungsvoll ist.

Inhalt und Cover

Viele Leser mögen keine Gesichter auf Covern oder überhaupt Menschen. Ich verstehe das. Besonders ärgerlich ist es, wenn Menschen auf einem Cover keine Ähnlichkeit mit den Protagonisten im Buch haben. Ein falscher Haarschnitt, falsche Haar- oder Augenfarbe und schon hat man das Gefühl, das Cover gehört eigentlich gar nicht zum Buch. Doch eigentlich soll ja das Gegenteil erreicht werden. Der Leser soll das Buch gerne ansehen und kaufen und dann auch weiter liebhaben (sag ich mal als Autorin). Wenn ihr also Bilder von Gesichter und Menschen für das Cover auswählt, dann achtet darauf, dass sie entweder euren Charakteren entsprechen oder – wie hier – so undeutlich zu erkennen sind, dass niemand eine 100 prozentige Übereinstimmung erwarten wird.

Klarheit

Ein Cover soll schön und auffällig sein, die Aufmerksamkeit des Lesers erregen und ihn zum Kauf animieren. Früher musste es auf einem Büchertisch ins Auge fallen. Heute ist es ein wenig anders. Oder schwieriger. Ein Cover muss immer noch auf einem Büchertisch gut aussehen, aber zudem eine klare Gestaltung haben, die auch auf Websites gut funktioniert. Buchcover werden immer öfter zuerst digital wahrgenommen. Wir sehen sie oft zuerst auf Buchplattformen im Internet, dort sind sie aber meist nicht größer als ein Thumbnail und müssen trotzdem sofort gut erkennbar sein. Wenn ihr euch Buchcover auf dem Handy anseht, wird das Bild noch einmal kleiner. Je komplizierter das Cover, desto länger braucht ein Leser, um zu verstehen, worum es geht und ob ihm das Buch gefällt. Probiert also aus, wie klein ihr das Foto machen könnt und ob dann noch genug Information erhalten bleibt.

Cover und Genre

Vielleicht muss ich es nicht extra sagen, aber ganz eindeutig spielt die Fotos- oder Bildauswahl für den Inhalt des Buches bzw. das Genre eine große Rolle. Der Leser will schon am Cover erkennen, ob er es mit Fantasy, ener Liebesgeschichte oder einem Krimi zu tun hat. Über die Zeit haben sich bestimmte Farben und Motive für bestimmte Genres eingebürgert. Manchmal werden Regeln genial gebrochen, manchmal geht der Versuch daneben, etwas Neues zu machen, was man dann meist an den Reaktionen und Kritiken der Leser merkt. (Hierrüber blogge ich noch einmal an anderer Stelle). Orientiert euch an anderen Covern des Genres und wenn ihr ein Fotos aussucht, sucht in der gleichen Richtung. Ist die Gefahr dann nicht groß, dass das Cover woanders auch auftaucht? Ja. Aber was soll’s. es gibt viele Möglichkeiten, das Coverbild individuell zu gestalten.

Dazu komme ich in der nächsten Woche, wenn es um Ebenen und Layer, Vingetten und andere Elemente auf einem Cover geht.

Bis dahin: Seid kreativ und genießt das Leben!

Katrin

#covergestaltung #coversecrets #cover

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