7 Wege zu einer Buchidee

7 Wege zu einer Buchidee #1 Einführung

2. Mai 2018
Wie kommst man auf eine Buchidee?

Ich habe mich schon einmal in einem Blogbeitrag mit der Frage geschäftigt: Wie kommt man auf eine Buchidee? Jetzt möchte ich dieses Thema etwa vertiefen und lade euch in den nächsten Blogbeiträgen ein, euren Masterweg zu einer (Master)Buchidee zu finden.

Wie kommst Du auf eine Buchidee? Ich finde es immer wieder interessant, wenn mir diese Frage gestellt wird. Wahlweise auch: Woher kommen Deine Ideen? Wie findest Du Ideen? Sprachlich finde ich das mit dem Finden sehr interessant, denn es klingt so, als ob die Ideen irgendwo rumliegen würden, vielleicht sogar versteckt wären, und man sie nur finden müsste. Ist das so? Nach meiner Erfahrung muss ich mich nicht besonders anstrengen, Ideen attackieren mich, steuern mich an, wollen umgesetzt werden, lassen nicht locker. Kommen also von außen auf mich zu. Aber wenn ich länger darüber nachdenke, dann gibt es auch andere Momente.

Dann blubbern sie eher von innen auf wie Gedanken. Oder poppen auf. Maiskörner in heißem Öl. Sie können jahrelang herumliegen, werden durch eine Sache, einen Vorgang getriggert und sind dann komplett da. Von vorne bis hinten. Ein schneeweißes Popkorn, nur noch Salz oder Zucker drauf und genießen. Also aufschreiben.

Ein anderes Mal wachsen sie langsam wie Haare oder Fingernägel, jeden Tag ein Stück, bis man sie abschneiden muss oder will. Ein Samenkorn, das vielleicht unabsichtlich auf einen Acker geweht wurde. Langsam entsteht ein Pflänzchen und wird zu einem Baum. Auf jeden Fall etwas, was man am Anfang übersieht, aber irgendwann nicht mehr übersehen kann.

Aber egal ob von außen oder innen, irgendetwas hat die Ideen herangeweht, gepflanzt. Ausgelöst. Zum Wachsen gebracht. Getriggert. So gesehen: Ideen kommen auf vielen verschiedenen Wegen zu mir und jeder anderen AutorIn. Genau darum geht es in den nächsten Wochen.

Trendideen

Meist steckt hinter der Frage nach der Idee für ein Buch oder überhaupt den Ideen, die Frage nach der Auswahl. Wieso gerade DIESE Idee? Auf diese Frage gibt es auch sehr viele Antworten, aber die muss wohl jede AutorIn selber beantworten. Klar, manchmal kann man vermuten, dass manche Themen gerade heiß sind und daher gewählt wurden. Ich schätze mal, dass man vor zehn Jahren nicht auf ein veganes Kochbuch gekommen wäre, aber jetzt ist der Trend auf dem Höhepunkt. Idee – ist dann vielleicht schon etwas zu hochgegriffen, da man sich nur umsehen muss und das Thema einen fast überfährt. Ähnlich ist es mit Transgender-Geschichten, die werden wir wohl in nächster Zeit noch öfter sehen, einfach weil das Thema in unserer Gesellschaft gerade hochaktuell ist.

Von der Buchidee zum Buch

Nicht aus jeder Idee wird ein Buch. Manche Ideen sind nicht stark genug. Oder werden zu früh erstickt, zertreten, abgetrieben. So ist die Natur und so sind wir, als Menschen. Elizabeth Gilbert hat in BIG MAGIC darüber geschrieben und in vielem kann ich ihr zustimmen. Zum Beispiel, dass Ideen einen umgeben. Ideen sind sehr oft universell, also für viele verfügbar. Wenn man sie sich nicht schnappt und umsetzt, dann tun es andere. Allerdings glaube ich, dass Ideen, die weiterziehen oder von jemand anderem ungesetzt werden, einfach nicht richtig für einen gewesen sind. Man sollten ihnen nicht nachtrauern.

Schwache Ideen tun da schon mehr weh. Man möchte die Buchidee gerne (ver)stärken, aber irgendwie bleibt sie blass. Man weiß, es steckt etwas darin, es könnte etwas werden, aber am Ende muss man sich eingestehen, dass daraus keine Geschichte wird, kein Buch. Auch das ist gut so. Jeder Autor hat unzählige angefangene Projekte. Manchmal nur ein paar Sätze, manchmal ein halbes Buch und manchmal ein ganzes „Buch“, das irgendwie nicht zu einem guten Manuskript wird und vielleicht erst nach Jahren oder nie den Weg zu einem Verleger oder einem Leser findet.

 Masterideen

Wenn es um Buchideen gibt, bin ich sehr leidenschaftlich. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn Autoren sich für ihre Ideen bei anderen AutorInnen bedienen und dann so tun, als ob das ganz normal wäre, nach dem Motto: Es gibt gar keine neuen Ideen. Dann kommt der (blöde) Spruch, man könne das Rad nicht neuerfinden und so weiter. Das Rad ist erfunden, okay, aber wir sind für die Fortbewegung längst nicht mehr nur auf Räder angewiesen. Also, liebe AutorInnen: Strengt euch an und redet euch nicht heraus.

Neue Ideen, die tatsächlich noch niemand vorher hatte, nenne ich Masterideen. Die Königinnen der Ideen sozusagen. Eine Idee, die so neu und gleichzeitig universell, also allgemein verständlich ist, aber trotzdem noch nie vorher da war. Die Erde ist eine Kugel. Bäm! Diese Ideen sind nicht bei allen Menschen beliebt. Warum nicht bei dem bleiben, was schon mal da war? Was uns vertraut ist? Was man kennt? Daher gibt es so viele Ideen, die einfach nur Klone von Masterideen sind und trotzdem extrem erfolgreich, denn die meisten Menschen sind nicht an ganz neuen Ideen interessiert, sie wollen es so haben wie es schon immer war. Neue Ideen verstören, irritieren, fordern uns Menschen heraus. Doch wenn man sich umsieht, dann sind Klone-Ideen sehr kurzlebig. Und nur Masterideen bleiben.

Fremde Ideen

Zugegeben, selbst wenn man sich von anderen Büchern/Geschichten zu seiner Klone-Idee anstiften lässt, muss man noch eine ganze Menge selber einfallen lassen, bis daraus eine „eigene“ Idee wird. Deshalb gehe ich auch auf das Thema „Ideen kopieren“ ein und zwar gleich in der nächsten Woche. Ganz pragmatisch gesehen, ist es tatsächlich unrealistisch, von allen AutorInnen immer eine Masteridee zu erwarten. Erstens hat man die nicht so oft und zum anderen funktioniert der Schreibbetrieb auch nicht so. Wenn Verlage nur noch auf Masterideen von Autoren warten würden, dann wäre es sehr ruhig in den Buchhandlungen.

Außerdem gibt es AutorInnen, die sind sogar extrem stark darin, Bücher ohne eigene Ideen zu schreiben. Sie realisieren Ideen anderer und das ist vollkommen verständlich. Auch AutorInnen müssen von irgendetwas leben. Sie schreiben dann zum Beispiel als Ghostwriter von – ich sag mal – YouTubern, die zwar eine irre große Reichweite haben, aber nicht notwendigerweise schreiben können. Wie die YouTuberin Zoella. Oder sie schreiben als Co-AutorInnen von Schauspielern wie Jason Segel (How I met your Mother), der gleich offen mit der Kinderbuchautorin Kirsten Miller zusammengearbeitet hat, um „sein“ Buch zu veröffentlichen.

Es geht in diesem Fall nicht darum, ob Zoella nun tatsächlich ihr Buch geschrieben hat, oder Jason Segel, sondern welche Rolle die (Ghost)writer hier spielen. Sie schreiben ein Buch – aber haben keine eigene Idee eingebracht, die kam von jemand anderen. Seltsamer- oder vielleicht auch erleichternderweise bleiben auch diese „Produkte“ nie lange auf dem Markt.

7 Wege zur Buchidee

7 Wege heißt nicht, dass es nicht auch 1000 sein könnten oder es vielleicht auch weniger sind. Daher die Einführung, die daran erinnert, dass querfeldein oder I do it my way immer eine Option sind. Dass jeder seinen Weg finden kann und muss. Grundsätzlich gehe ich sowieso von großen Wegen aus, die sehr viele kleine Nebenwege und Verzweigungen haben können. Kombinationen von Wegen sind möglich und Abkürzungen – ja, die gibt es natürlich auch. All das werde ich in den nächsten Blogbeiträgen erläutern, hinterfragen, analysieren und euch jeweils einen konkreten Weg als Option vorstellen, denn jedes Buch und überhaupt jedes (künstlerische) Projekt beginnt mit einer Idee. Let’s do this!

xoxo

Katrin

#redbugwriting #redbug #amwriting #schreibtipps

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5 Comments

  • Reply Charlie 3. Mai 2018 at 13:04

    Katrin, tolles Thema!
    Ideen.. natürlich unablässig für ein Buchprojekt und gleichzeitig so nervenaufreibend! Aber genau das finde ich so spannend. Ich für meinen Teil kann sagen, dass seit aus meiner ‚Idee‘ ein Buchprojekt wurde, ich die Welt auf andere Weise betrachte. Und damit meine ich, dass ich mich von Büchern, Filmen, Reisen, von Menschen und Begegnungen inspirieren lasse. Das ist ganz wichtig für mich, auch meine eigene Gedankenwelt spielt dabei eine große Rolle.
    Neue Ideen .. Ja das ist so eine Sache und ich denke man macht sich zu sehr verrückt, wenn es um ’neue Ideen‘ geht. Ich glaube, dass neue Ideen auch erst dann entstehen, wenn man sich mit dem auseinandersetzt, was schon da ist und sich auch immer weiter neu inspirieren lässt.
    Ein guter Indikator für eine richtig gute Idee ist, dass sie uns im Gedächtnis bleibt ! Sie muss nicht aufgeschrieben werden..
    wir müssen uns nicht selbst daran erinnern… Und warum ? Weil diese Idee uns begeistert! Das ist es, was mich antreibt meine Idee voranzubringen und zu weiter zuentwickeln. Begeisterung!
    Und ich denke wenn so eine, uns selbst begeisternde Idee, nicht mehr aus unseren Gedanken verschwindet, dann ist sie es auch wert, aufgeschrieben zu werden.
    Ich freue mich auf nächste Woche!!

    Liebe Grüße
    Charlie

    • Reply Katrin 4. Mai 2018 at 22:34

      Hi Charlie!

      Ja, stimmt, im Gedächtnis bleiben. Gute Ideen kommen immer wieder. Wenn man sie umsetzt, dann wird man aufmerksam für Hinweise. Das kenne ich auch. „Überall Spuren vom Thema“. Gerade stoße ich auf ganz viele Artikel zum Thema IDEE. Schon verrückt.

      Bleib dran an Deiner Idee!

      Best
      Katrin

  • Reply Charlie 9. Mai 2018 at 11:13

    Hi Kathrin,

    Mensch, das ist mir ja auch noch nicht passiert, dass ein Post, den ich kommentieren will, schon von einer Person mit dem gleichen Namen kommentiert wurde :D.

    Ich freue mich auf jeden Fall auf deine Postreihe, denn ich finde es imme spannend, was Autoren in Interviews auf diese Frage antworten, da ich selbst nie so ganz sagen könnte, woher meine Ideen kommen. Mein Problem ist immer eher die Umsetzung :D.

    Spannend finde ich das mit den Masterideen und den abgekuppelten Ideen, weil es meinem Gefühl nach ganze Genres und Autoren gibt, die anscheinend davon leben, dass die Leute keine eigenen Ideen haben sondern nur bestehende Ideen ein wenig abändern. Viele Jugend-Romanasys fallen da rein, auch viele Bücher aus dem neuerdings so beliebten New Adult Genres. Da klingen teilweise schon sie Klappentexte alle gleich und ich kann noch vor dem Lesen genau sagen, wie sie ausgehen. So richtig richtig neue Ideen, bei denen ich das Gefühl habe, sie noch nie gesehen zu haben, finde ich ganz selten.

    Allerdings ist ein Buch ja meist auch nicht nur eine einzelne Idee sondern bestehen aus wenigen Elementen, von denen jedes entweder neu oder bereits bekannt sein kann. Wodurch man sich dann fragen kann: Ist eine Geschichte, in der die Figuren „Bad Boy“ und „Good Girl“ sind, gleich abgekupfert oder kann die Handlung z.B. dafür super originell sein? Ich hab sowohl schon Bücher gelesen, die mir komplett abgekupfert vorkamen, als auch Bücher, die bekannte Elemente dafür originell umsetzen.

    Ich bin, wie gesagt, gespannt, was zu zum Thema Ideen schreiben wirst.

    Liebe Grüße
    Charlie

    • Reply Katrin 9. Mai 2018 at 14:47

      Redbug: „Hey, Charlie, ist das nich die mit dem kirschroten …“
      Katrin: „Nein, nein, das ist eine neue Charlie.“
      Redbug: „Bist du Dir sicher, haben wir wirklich zwei Charlies in unserer Blogwelt??“
      Katrin: „Äh, ich … denke schon …“

      Danke, Charlie, jetzt sind wir ganz sicher ;)

  • Reply Neue Charlie 11. Mai 2018 at 12:24

    Das ist ja fetze! Hej andere Charlie ;)

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