Cover Secrets, DIY-Donnerstag

Cover Secrets #4 Fotos und Bildrechte

19. April 2018
Fotos und Bildrechte

Es wird sich schon herumgesprochen haben, aber ich erwähne es gerne immer wieder: Man kann Fotos und Bilder nicht einfach so aus dem Internet herunterladen und auf seinen Blog stellen, auf seine Werbebroschüre drucken oder – als Cover für sein Buch verwenden. Bildrechte sind ein großes Thema im Internet. Wenn man – wie wir zum Beispiel in den Beiträgen – Fotos  verwendet, um Lerninhalte zu vermitteln, dann drückt man schon ein Auge zu. Das Gleiche gilt für Ausschnitte aus Filmen auf YouTube-Channels, wenn es um Filmanalyse geht. Bildung? Dann werden die Fotos und Filmausschnitte als Zitate gewertet. Doch dann, wenn man die Bilder in einem gewerblichen Zusammenhang verwendet, also Geld mit der Sache verdienen will, dann sollte man zu dem Fotos die Bildrechte erwerben.

Fotos auf Covern

Immer mal wieder heißt es in Verlagskreisen: Fotos auf Covern sind out. Okay, und dann tauchen lauter Cover mit Fotos auf und sind Bestseller und … vergessen wir das einfach. Ich liebe Fotos auf Covern, obwohl ich auch alle Probleme kenne, die mit Fotos zusammenhängen. Ich habe sowohl eigene Fotos für Cover verwendet, als auch die Nutzungsrechte für Fotos gekauft.

Für den ersten Band der Radio-Gaga-Serie habe ich zum Beispiel ein Foto eingekauft, für den dritten Band ein eigenes Foto verwendet. Beide Bilder habe ich zusätzlich mit Photoshop bearbeitet, damit sie gut zusammenpassen. Wie das geht, erkläre ich in einem späteren Beitrag. Heute geht es um die Frage, woher bekomme ich Fotos? Und welche Fotos darf ich auf Buchcovern verwenden. Und schon sind wir bei den Bildrechten.

Was sind Bildrechte?

Man unterscheidet zwischen dem Urheberrecht für Bilder und Fotografien (die hat derjenige, der ein Bild gemacht hat) und dem Recht am eigenen Bild, was besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden. (Okay, falls ihr euch gerade fragt, wie das mit Bildern von Kindern auf Instagram Accounts ist? Ja, das frage ich mich manchmal auch …). Ihr müsst euch zwei Dinge merken:

  • Wenn ihr ein Bild von einer Person macht, die ihr gerne auf eurem Cover haben wollt, dann regelt vorher – unter Umständen schriftlich – dass ihr das Recht zur Veröffentlichung gekommt.
  • Und wenn ihr ein Foto verwendet, das ihr nicht selber gemacht habt, dann müsst ihr die Rechte zur Veröffentlichung erwerben. Also kaufen oder sicherstellen, dass derjenige, der das Fotos gemacht hat, mit der Nutzung einverstanden ist. (Anmerkung: Die Schutzfrist des Urheberrechtes für Photographien gemäß § 26 KUG wurde am 12. Mai 1940 von vormals 10 auf danach 25 Jahre verlängert. Das heißt, ein Bild, welches über 25 Jahre alt ist (nach erster Veröffentlichung) darf frei verwendet werden.)
Woher weiß man, ob ein Foto verwendet werden kann?

Hier helfen zwei Begriffe: Gemeinfrei und Lizenzfrei.

Mit gemeinfrei (auch public domain) werden Werke, also in diesem Fall Bilder/Fotos, bezeichnet, an denen keine Urheberrechte bestehen. Manchmal sind die Rechte abgelaufen, manchmal hat der Fotograf selbst beschlossen, die Rechte abzugeben.

In der Regel steht bei einem Foto im Internet dabei, ob es gemeinfrei ist. Zum Beispiel müssen alle Fotos auf Wikipedia gemeinfrei sein. Gemeinfrei heißt, dass man ein Foto zu jedem beliebigen Zweck verwenden kann, ohne zahlen zu müssen oder Ärger zu bekommen.

Lizenzfrei? Was heißt das genau?

Lizenzfrei heißt frei von Tantiemen oder weiteren Nutzungsgebühren. Es gibt eine Reihe von Plattformen, die lizenzfreie Fotos anbieten, meist muss man sich registrieren und kann sich dann Fotos in verschiedenen Auflösungen downloaden.

Hier ein paar Plattformen, auf denen ihr kostenlose und lizensfreie Bilder findet.

Pixabay

Stockata.de

Pexels

Wenn ihr euch auf diesen Plattformen umseht, werdet ihr viele euch bekannte Bilder entdecken. Die besten sieht man ständig auf Blogs, bei Instagram, bei Pinterest. Gerade kleine Firmen/Blogger sind auf kostenlose Bilder angewiesen. Wer sich auskennt, der wird weitgehend versuchen, diese Bilder zu meiden, da sie weder für die Kreativität noch die Individualität des Nutzers sprechen.

Daneben kann „lizenzfrei“ aber auch Bilder bezeichnen, die von  Fotoagenturen gegen Gebühr verkauft werden. Das muss nicht unbedingt viel Geld sein. Lizenzfrei bedeutet dann, dass die Bilder zeitlich unbeschränkt oder mehrfach verwendet werden dürfen.

Fotos für Cover

Wobei wir gleich bei dem Hauptproblem sind, wenn es um Bilder für Buchcover geht. Diese müssen nämlich im besten Fall verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Eine gute Vorstellung vom Buchinhalt geben
  • Schnell klar machen, welche Art von Buch es ist (Liebesroman, historischer Roman …)
  • Dem Stil des Verlages oder Autors entsprechen
  • Den Leser zum Kaufen verleiten

Jep, das ist eine ganze Menge, was ein einfaches Foto hier leisten muss. Zudem will man ja für ein Cover nicht irgendein Foto verwenden, sondern meist ein besonders stimmungsvolles haben, das den Leser sofort anspricht und motiviert, das Buch zur Hand zu nehmen/anzuklicken und dann auch zu kaufen.

Professionelle Bildersuche

Wie machen es denn die Verlage?, fragte man sich da unwillkürlich. Kann ich es nicht genauso machen? Nun, Verlage geben die Covergestaltung meist an Designstudios oder Coverdesigner ab. Die haben dann das Problem, woher sie die Bilder für das Cover bekommen. Designstudios suchen nach Fotos auf Profi-Fotoplattformen. Fotografen stellen hier ihre Fotos gegen eine Lizenzgebühr zur Verfügung. Gängige Plattformen sind

iStock by Getty Images

Shutterstock

Adobe Stock

Bildersuche auch für Nichtprofis

Natürlich könnt ihr diese Plattformen auch nutzen. Die Fotos sind gut sortiert. Sucht daher am besten mit Suchbegriffen. Zum Beispiel: Liebespaar, Küssen, Paar jung u.s.w., dann müsst ihr nicht tausende von Seiten durchsuchen.

Habt ihr ein Bild gefunden, erstellt ihr einen Account, bezahlt und bekommt einen Link zum Download des Bildes. Manchmal muss man Punkte auf der Plattform erwerben, die man dann ausgeben kann oder man kann direkt bezahlen.

Nehmen wir an, ihr habt ein Young Adult Buch, es spielt im Sommer und das Bild, welches euch gefällt, auf einer Plattform gefunden (siehe oben): Ihr seht, das Foto hat ein Wasserzeichen und eine Nummer. Das Wasserzeichen erinnert euch daran, dass das Foto nicht so einfach zu benutzen ist. Erwerbt ihr die Fotorechte, bekommt ihr natürlich ein Bild ohne Wasserzeichen. Die Nummer dient dazu, das Bild wiederzufinden zu können.

Tipp: Kauft das Bild nicht sofort, sondern ladet das Bild zuerst umsonst in einer Testversion herunter. Probiert das Fotos für euren Coverentwurf aus und erst, wenn ihr ganz sicher seid, dass es gut ausieht, kauft ihr es in der richtigen Bildauflösung. Auflösung?? Ach, ja.

Wie gut (aufgelöst) muss euer Bild sein?

Bei Fotos kann man auf einer Plattform in der Regel zwischen verschiedenen Bildauflösungen wählen. Zwei Werte sind hier interessant:

  • Farbwerte einer Rastergrafik in Pixeln (px). Es werden immer die Größen der beiden Seiten angegeben. Also z.B. 2800 x 1400 px
  • Auflösung für den Druck = Dots per inch (dpi). Die üblichsten sind 300 dpi und 72 dpi.

Nun sind hohe Pixelwerte gut, aber zu große Werte – das kennt ihr von euren Privatfotos – machen die Bearbeitung am Computer schwierig, da sehr viel Rechenarbeit nötig ist. Grob gesagt: Alles über 3000 px ist schon Profibereich, alles unter 1000 px kann Schwierigkeiten mit der Qualität bringen.

Bei dpi ist es ähnlich, höher ist besser. Doch für eine Anwendung im digitalen Bereichen, also wenn ihr euer Buch nur als E-Book herausbringen wollte, reichen meist 72 dpi. Wollt ihr das Cover drucken, sind 300 dpi nötig.

Und natürlich ist ein Foto in höherer Auflösung teuerer.

Tipp: Wollt ihr euer Buch als E-Book und Druckversion herausbringen, kauft das Coverbild auf jeden Fall in einer 300 dpi-Auflösung.

Standartlizenz und Pluslizenz

Selbst wenn ihr eine Standartlizenz erwerbt, dürft ihr mit dem Foto nicht alles machen. Bei dem Fotos oben heißt Standartlizenz zum Beispiel, dass ihr das Bild auf Produkten, also auch auf Bücher verwenden dürft, wenn ihr bis zu 500 000 Kopien erstellt. Verkauft ihr mehr, braucht ihr eine Pluslizenz. Es ist ebenfalls nicht erlaubt, dieses Bild auf T-Shirts oder Tassen zu drucken. Was ich damit sagen will: Lest das Kleingedruckte. 

Keine Ausschließlichkeit

Ach, noch etwas. Ihr habt euer Bild gefunden, ihr gestaltet euer Cover, und dann – seht ihr, dass eine andere Autorin/ein anderer Verlag das gleiche Fotos verwendet hat! Jep, das kann passieren. Ihr seht hier, ich bin selber betroffen (bzw Oetinger). Und – ziemlich glücklich, dass der andere Coverentwurf okay ist. Auch wenn das vollkommen zweitrangig ist, denn jeder, der sich die Nutzungsrechte für das Fotos holt, kann es verwenden.

Beide Cover sind nicht vollkommen identisch. Die Schrift macht sie vor allem anders und der rote Button über dem rechten. Aber selbst das Foto ist nicht genau gleich benutzt worden. Der Ausschnitt ist etwas anders gewählt und oben am Himmel, da ist doch auch etwas gemacht worden, oder? Stimmt. Wie das geht, also ein Foto so zu bearbeiten, dass es für eure spezielles Cover passt und warum das so wichtig ist – erzähle ich dann in 4 Wochen.

Bis dahin eine gute Zeit. Fragen gerne in die Kommentare.

Love and peace

Katrin

#covergestaltung#redbugwriting

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