DIY-Donnerstag, Epub Insights

EPUB INSIGHTS #2 – CONVENIENT CODE

15. Februar 2018

Howdy liebe AutorInnen und SelfpublisherInnen,

im letzten Beitrag habe ich erwähnt, dass ich es sehr gut finde, wenn in meinen EPUB ein aufgeräumter Code steckt. Ich nenne das Convenient Code.

Was meine ich damit?

Nun, für einen Proficoder mag das etwas anderes bedeuten als für mich. Er schreibt und liest Code, wie andere Leute Texte, wie Literatur. Für ihn mag Code Poetry sein.  Wer es noch nie live gesehen hat, hat spätestens seit »Halt and Catch Fire« einen Eindruck davon bekommen. Aber nicht jeder von uns ist Cameron Howe. Und versteht mich nicht falsch, ich finde das großartig, unglaublich und bin Fan.

Für mich dagegen ist vor allem wichtig, dass ich mich schnell zurechtfinde, z.B. in der CSS meiner EPUB. Zur Erinnerung, die CSS steuert die Erscheinung des E-Books auf den Lesegeräten.

Ich habe letztens ein Manuskript aus einer Word Datei mit einem Konvertierungs-Tool in eine Epub konvertiert. Die automatisch generierte CSS bestand aus – ich hab’s nicht zu Ende gezählt – deutlich über 400 Einträgen. Das nenne ich unübersichtlich. Vor allem, wenn die Einträge zwar mit eindeutigen, für mich aber bedeutungslosen Namen versehen sind, wie etwa: ».einschub.stil8« Okay, es handelt sich vermutlich, um eine Textstelle mit Erstzeileneinschub. Vermutlich. Aber was bedeutet .stil8? Wie unterscheidet er sich von .stil7 oder .stil9? Und welche Textstellen sollen damit ausgezeichnet werden? Ich müsste ein eigenes Glossar anlegen, um mich hier zurechtzufinden.

h1; h2 … -h6 oder Convenient Code

Nehmen wir einmal an, das E-Book ist fertig. Ich habe es auf verschiedenen Lesegeräten gestestet und möchte nun am Aussehen des Textes etwas ändern, sagen wir:

  • die Einzüge bei bestimmten Abschnitten,
  • das Letterspacing bei bestimmten Worten oder Zeilen,
  • die Hervorhebung von Kapitelüberschriften
  • den Abstand von Zwischenüberschriften zum Text
  • die Hervorhebung von Text

Am deutlichsten ist das vielleicht bei der Verwendung von Überschriften.

Es ist üblich Überschriften mit den TAGs für Headlines h1, h2h6 zu versehen.

Da dieser TAG Einfluß auf die SEO einer Website hat, macht es Sinn, ihn auf Webseiten oder in Blogs zu verwenden.

Im Epubs würden diese Überschriften für den Autorennamen, den Titel, den Untertitel, Kapitelüberschriften etc in Frage kommen.

Natürlich ist es wichtig zu wissen, welche Textstellen ich mit welcher Überschrift versehen habe.

Nehmen wir an, ich habe den Kapitelüberschriften, die für eine Überschrift vierter Ordnung übliche »h4« gegeben.

Nachdem ich nun das Aussehen meiner Epub testweise auf verschiedenen E-Readern überprüft habe, stelle ich fest, dass es mir nicht gefällt, wie die Überschrift direkt über dem Text steht und ich den Abstand von der Kapitelüberschrift zum Textanfang vergrößern möchte.

Aus meiner Erfahrung ist »h4« so unspezifisch, dass ich dann eine besondere Notiz brauche, um mich zu erinnern, welchen Überschriftsgröße ich für Kapitelüberschriften gewählt habe. Gut, ich kann in der xhtml-Datei nachsehen.  Aha, Kapitelüberschriften haben »h4« Ich gehe in die CSS ändere bei »h4« margin bottom von 0em auf 6em

…und siehe da alle Überschriften stehen etwas weiter über dem Textanfang.

Beim nächsten Testlauf stelle ich dann allerdings fest, dass auch der Autorenname auf der Frontseite weiter über dem Titel steht. Nun ich hatte ihm ja auch den »h4« Tag zugeordnet. In meiner Randnotiz müsste also auch vermerkt sein, welche Überschriften und Textstellen ich noch mit dem Tag »h4« versehen habe.

Völlig unübersichtlich wird es dann wie gesagt bei Klassen wie ».einschub.stil8«. Was soll mir das sagen? Er steuert alle Textstellen an, denen ich die Klasse ».einschub.stil8« gegeben habe. Aber welche sind das?

Eindeutige Klassennamen

Mir ist also wichtig, dass der Code für mich eindeutig ist und vor allem von mir sofort gelesen werden kann. Deshalb besteht die CSS in der EPUB eines normalen Romans bei mir in der Regel aus etwa 15-20 Einträgen. Für mich hat sich als äußerst hilfreich herausgestellt, jeder Textstelle, die vom Fließtext abweicht, eine eigene Klasse zu geben und vor allem die Klassen in der CSS mit eindeutigen Namen zu versehen. Welche das sind, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache ich weiß, was ich damit meine. Für einen Roman sind verwende ich folgende Klassen:

.autor
.titel
.untertitel
.impressum
.widmung
.vorwort
.kapitel_ziffern
.kapitel
.absatz
.umbruch

.sms
img.cover

img.logo

img.kapitel

img.autor
img.vorschau

 

Wie gesagt, sind die Namen völlig frei wählbar. Wichtig ist nur, dass ich weiß, welche Textstellen damit gemeint sind. Natürlich können es auch viel mehr Klassen sein, wenn mehr Text herausgehoben werden soll. Was z.B. der Fall sein kann, wenn Handschrift, Inschriften, Zitate oder unterschiedliche Erzählperspektiven voneinander abgesetzt werden sollen. Weiter img.klassen können natürlich dazukommen, wenn im Text weitere Bilder oder Grafiken eingebunden sind.

Welche Selektoren über die Klassen hinaus noch Anwendung finden, welche Deklarationen, Eigenschaften und Werte aus meiner Sicht in einer EPUB sinnvoll sind, erläutere ich im nächsten Beitrag.

Bis in vier Wochen

Uwe

#rbpub #redbugwriting #publishing

 

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1 Comment

  • Reply Lukas Horn 19. Februar 2018 at 12:37

    Super Tip & toller Blogbeitrag Uwe! Ich freu mich schon drauf demnächst einen gut strukturierten Code zu schreiben :) Das macht einen bestimmt glücklich wenn man ein paar Jahre später nochmal was Kleines im alten Code ändern muss und ihn trotzdem gleich versteht. Sehr effizient. Danke dass du deinen selbstgebauten Workflow teilst!

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