Cover Secrets, DIY-Donnerstag

Cover Secrets #1 Einleitung

25. Januar 2018
Cover Secrets

Hi, Bücherliebhaber und Gestaltungsfeaks, Design- und Schriftverliebte, Farbfanatiker und Cover-Geaks.

Als Letzte unserer Vierergruppe im DIY-Donnerstag werde ich alle 4 Wochen über (Buch)Cover bloggen. Zum einen wird es darum gehen, was ein gutes Cover ist und zum anderen darum, wie man selbst ein gutes Cover für sein oder ein anderes Buch kreieren kann.
Ja, kreieren, denn es hat mehr mit Kreativität als mit Handwerk zu tun, obwohl das auch eine große Rolle spielt. Doch unabhängig davon, wie weit ihr euch in den Prozess des Selbermachens begeben wollt, können wir darüber diskutieren, was ein schönes Cover ausmacht und warum manche Cover einfach genial sind.

Okay, ich erkläre vielleicht mal, wie die Covermanie bei mir begann.

Am Anfang

Als Kind habe erst mein Buchregal und dann den Bücher-Leihbus leergelesen. 2-3 Bücher am Tag, das war ganz normal. Doch – die Bücher mussten unbedingt ein Cover haben. Leider gab es im Bücherbus viele Bücher, von denen man den Umschlag entfernt hatte. Diese schönen Leinenbücher hatten dann nicht nur kein Cover mehr, sondern waren in Klarsichtklebefolie konserviert. Mir kam es vor, als hätte man einem Kind im Winter den Mantel weggerissen und dafür eine Plastikfolie gegeben, das war einfach nur – grausam. Zugegeben, ich bin speziell. Ich verbiege auch Buchrücken nicht, lege nur sehr dünne Lesezeichen ein, drehe ein Buch nie aufgeschlagen auf das Gesicht und schone den Umschlag, der ja eigentlich als Schutz gedacht ist.

Buchgestaltung

Hier wird schon deutlich, dass ich vielleicht sogar eine ausgewachsene Buchmacke habe. Die zeigte sich auch, als mein erstes Buch in einem Verlag veröffentlicht wurde. Das  war der Moment, in dem ich anfing, mich mit Covergestaltung zu beschäftigen. Radio Gaga ist ein Coming of Age-Roman, der Hauptprotagonist ist ein 16 jähriger Junge. Das Cover gestaltete natürlich der Verlag. Ich fand es irgendwie ganz nett und überhaupt war ich erstmal nur überglücklich, dass mein Buch veröffentlicht wird. Der Schock kam, als ich die Kiste mit den Belegexemplaren öffnete. Okay, Katrin, ganz ruhig. Dein Buch hat einen Jungen als Protagonisten und ist – rosa!

Ab da war mir klar, dass ich die Verantwortung für meine Buchbabys nur unter sehr günstigen Bedingungen in fremde Hände legen darf. Und – was ich bei meiner naiven Zustimmung zum Cover vergessen hatte – ein Buchumschlag ist mehr als ein Cover.

In Zeiten von E-Books kann man das leicht ergessen: Nicht nur die Vorder – sondern auch die Rückseite und die Spin eines Buches sollten schön und zum Inhalt passend gestaltet sein. Daher geht es in den nächsten 12 Blogbeiträgen ganz allgemein um Buchgestaltung.

Buch-Designcover

Anders als in der Kunst geht es bei Design sehr viel um die Anwendung. Ein Design-Löffel oder eine Design-Tasse müssen auch bei schönster künstlerischer Gestaltung, noch gut zu gebrauchen sein. So ist es auch mit Buchcovern: Es gibt ein paar Dinge, die sowohl die Buchhändler, als auch die Leser von einer Buchgestaltung erwarten. Zum Beispiel den Titel zu erfahren, den Namen des Autors, den Verlag, eine kleine Inhaltsangabe oder Lobpreisung und wie teuer das Buch ist. All das muss auf das Cover oder die Rückseite und dann möchte man vielleicht noch ein Bild, das zum Inhalt passt und den Leser zum Kaufen verleitet. Hier ist also ganz schön viel auf einer kleinen Fläche unterzubringen.

Glitter und Glanz und Lesebändchen

Wenn Leser/Buchblogger durch das Cover zum Kauf eines Buches verführt werden, nennen sie es Cover-Kauf. Nicht immer rechtfertigt der Inhalt den Kauf und dann kann man eigentlich nur sagen: Respekt für die Covergestaltung. Ebenso oft bleibt allerdings auch ein Buch liegen, das ein schlechtes oder vielleicht einfach nur schlichtes Cover hat, aber einen grandiosen Inhalt. Daher ist die Buchgestaltung so enorm wichtig.

Bei aller Liebe für die Buchgestaltung – Ich bin nicht mehr fünf und auch nicht mehr zwölf und ich verstehe nicht, warum erwachsene Frauen bei glitzernden Covern in Jubelschreie ausbrechen. Warum ein Lesebändchen einen zum Seufzen bringt – schon eher.

Gute Buchgestaltung hat allerdings weniger mit Glitzer, Lack oder Lesebändchen zu tun, sondern mehr mit Proportionen, Schriftgestaltung und einem harmonischen Miteinander von Bild und Schrift. Schrift spielt bei Covern eine große Rolle. Gerade werden wir mit Brush-Schriften auf Covern überflutet, doch auch auf Chipstüten und Geburtstagskarten findet man Brush, sodass der Trend vermutlich bald wieder vorbei ist.

Eine gute Schrift im und auf dem Buch ist wichtig und ich denke, hier werden sich die Beiträge von Lukas und mir sehr gut ergänzen.

Learning by Doing

Neben der Frage, was warum schön aussieht, wird es auch ganz konkrete Blogbeiträge zu der Frage geben: Wie gestalte ich das? Ich bemühe mich, es machbar für alle zu halten, doch ich kann schon mal sagen, dass ein gutes Programm für die Bildgestaltung auf eurem PC oder Mac sehr hilfreich ist. Es muss vielleicht nicht Adobe Photoshop sein, aber mehr als eine Gestaltungs-App auf dem Handy vielleicht schon. Wobei – das bringt mich gleich auf die Idee, zu versuchen, mal ein Cover auf dem Handy zu gestalten. Zeit ist bei 12 Beiträgen ja genug, also – schauen wir mal.

Ich freue mich auf ein wunderschönes Thema und auf sehr viele Ideen und Vorschläge von euch allen, denn diese Blogreihe ist auch für mich eine spannende Reise. Wenn ihr wollt, mache ich Abstecher in jede Richtung.

Bis bald, habt eine gute Zeit!

Katrin

#buchgestaltung #cover #buchcover

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2 Comments

  • Reply Lukas 4. Februar 2018 at 20:24

    Danke für den tollen Beitrag Katrin! Sehr wichtige Dinge die du da ansprichst, und ich finde es immer voll faszinierend wie du mit der Covergestaltung bei Red Bug umgehst. Ich glaube auch dass es ein intuitiver Prozess ist, den man nicht abc-mäßig antrainiert bekommt. Ich glaube da an das richtige Gespür. Und mit den Brushletteringschriften muss ich dir auf jeden Fall recht geben, die sind bestimmt bald weg vom Fenster. Deshalb ist es wichtig seiner Intuition freien Lauf zu lassen und eher zu gucken was, losgelöst von Trends, zum Inhalt passt. Deep respect, ich finde gerade eure Bücher haben da die Eigenheiten die ich mag und die vor allem wichtig sind für eine spannende, abwechslungsreiche Coverwelt sind. Ich freu mich schon sehr auf deine nächsten Beiträge!

    • Reply Katrin 7. Februar 2018 at 12:43

      Hi Lukas,

      danke. na, ich bin ja im Grunde ine Cover-Dilettantin. Was mich dort antreibt ist tatsächlich die Kombi aus Kunst und Anwendung. Ja, klar, das ist Design. Ich habe mit 20 mal überlegt, mich beim Studiengang Industriedesign zu bewerben. Die wollten mich wohl schon haben, aber rrrghhh mein künstlerisches ICH hatte wohl einfach zu viel Angst, sich in Anwendungen zu verlieren.

      Was die Redbug-Cover angeht – ich will die noch so viel besser und grandioser und knalliger haben! Jeder Relaunch treibt uns alle hier natürlich in den Wahnsinn.
      Was richtig Spaß gemacht hat: Die Zusammenarbeit mit dir wie bei Magic Manhattan. Rough Lettering ist einfach dein Ding!
      Bin gespannt, wie das für Subway Sound und Street Art Love klappen wird.
      MM ist jedenfalls ein Cover mit dem ich schon sehr lange sehr zufrieden bin. Immer ein gutes Zeichen.

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