Archetypen, DIY-Donnerstag

Archetypen #1: Einführung

18. Januar 2018
Archetypen Einführung
Was ist ein Archetyp?

Bevor du weiterliest, möchte ich, dass du folgendes tust: 

Denk an etwas, das du gerne tust. Zum Beispiel: Ich liebe es zu lesen. Finde das passende Substantiv zu deiner Tätigkeit.

Dann formuliere diesen Satz:

Ich bin ein/eine:

Zum Beispiel: Ich bin eine Leserin.

Das ist ein Archetyp.

Es gibt unendlich viele Archetypen, auf die wir reagieren und die wir intuitiv verstehen und einordnen können. In der folgenden Blogreihe stelle ich euch 12 Archetypen vor, mit denen man super arbeiten kann. Ich spreche mit euch über ihre WÜNSCHE, ÄNGSTE, ihre STÄRKEN und SCHWÄCHEN. Ich gebe euch Beispiele und zeige euch, wie ihr sie euch zu nutzen machen könnt.

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So funktionieren Archetypen

Wenn jemand zu dir sagt; ich bin ein Leser. Dann rutschen deine Mundwinkel nach oben. Ein Leser, juhu! Das heißt, er oder sie sind höchstwahrscheinlich: neugierig, romantisch und nachdenklich. Das mag ich.

Ein Archetyp ist quasi das Aushängeschild für eine ganze Reihe von Eindrücken, Informationen und Gefühlen. Es ist das, was eine gute Instagram Caption ausmacht:

Mutter, Tierliebhaberin, Aktivistin

oder: Cellist, Träumer, Advokat

oder: Designer, Strichstärkenfanatiker, Kaffeetrinker

oder: Slytherin, Fangirl, vergeben.

Man versucht in wenigen Worten auszudrücken, was einem wichtig ist, was einen besonders macht, was einen mit anderen verbindet.

Speaking of Slytherin…

Die Häuser in Harry Potter sind ein tolles Beispiel für Archetypen. Ein Gryffindor zu sein, das bedeutet, mutig, loyal und ehrlich zu sein. Du siehst die roten Fahnen mit dem goldenen Löwen, die weichen Sessel im Gemeinschaftsraum. Du hörst das knisternde Feuer, du erinnerst dich an Neville, der im ersten Teil mutig den drei Freunden entgegentritt und eine Ganzkörperklammer abkriegt. Du bist voll von Bildern, Gefühlen und Assoziationen.

Auch die Tiere, die die vier Hogwarts Häuser symbolisieren, sind Archetypen. Slytherins Schlange zum Beispiel, ist ein klassisches Symbol, dass in jedem von uns bestimmte Assoziationen weckt. J.K. Rowling hat sich diese Assoziationen zu nutze gemacht, um den Häusern starke Persönlichkeiten und einen hohen Wiedererkennungswert zu geben.

Wenn ich mir einen Löwen vorstelle, dann denke ich sofort: majestätisch, schön, Familientier, König, gold, Mähne,…. mein Unterbewusstsein bietet mir einen Schwall von Informationen, die weit über die eigentliche Bedeutung des Tiers in meinen Leben hinausgehen.

Auch G.R.R. Martin hat den Archetyp des Löwen genutzt, um die Familie Lannister zu charakterisieren. Fällt dir auf, dass auch hier, die Farben Rot und Gold vorherrschen? Die typische goldblonde „Mähne“ der Lannisters und die grünen, katzengleichen Augen. Aber ganz nach Game of Thrones Manier spielt Martin mit unserem klassischen Bild des Löwen, in dem er zum Beispiel den löwenhaften Familiensinn so überspitzt, das eine düstere Version von Inzest und Rechtmäßigkeit entsteht. Er hebt die Eigenschaften des Archetypen Löwe hervor, die weniger gutmütig sind: das Raubtier, die Rachlust, den Machtanspruch.

Sofort wird klar: Archetypen helfen Autoren beispielsweise, die Welt ihrer Geschichte im Kopf des Lesers lebendig werden zu lassen.
Archetypen helfen dir dabei:
? Dir über deine Wünsche und Ziele klar zu werden

Archetypen sind eine tolle Methode, um sich selbst besser kennen zu lernen. Wie gehe ich auf andere zu? Was macht mich besonders? Aber auch: was verbindet mich mit anderen? Wie kann ich mich am besten ausdrücken? Welcher Beruf passt zu mir? Was ist mir wichtig?

? Wirkungsvolle Charaktere zu entwickeln

Vielleicht schreibst du an einem Buch, einem Film oder einem Theaterstück, für das du starke Charaktere einwickeln willst. Die Archetypen helfen dir dabei, ihre Ziele und Motivationen deutlich zu machen und ihre Funktion in der Geschichte zu festigen.

In ihrer Blogreihe zu starken Charakteren, hat Katrin auf viele Archetypen hingewiesen, die in Geschichten ihren Platz finden. Sei es der HELD, der MENTOR, oder der FREUND/die FREUNDIN, der Archetyp macht deutlich, welche Funktion die jeweilige Figur in der Geschichte hat. Welche „Rolle“ sie spielt. Charaktere in Archetypen zu unterteilen, kann sehr hilfreich sein, um ihre Persönlichkeit zu formen und gleichzeitig ihren Platz in der Erzählung zu bestimmen. 

? Eine starke Marke aufzubauen

Wenn du ein Unternehmen, eine Firma oder eine Marke hast, sind die Archetypen ein perfektes Mittel, um mit deinem Publikum oder deinen Kunden zu kommunizieren. Eine Marke, die einem bestimmten Archetyp zugeordnet werden kann, weckt ganz bestimmte Erwartungen, schärft den Sinn des Kunden für die Ziele des Unternehmens und stärkt die Persönlichkeit der Marke.

 ? Andere Menschen besser zu verstehen

Manchmal kann es unglaublich hilfreich sein, sich darüber auszutauschen, mit welchem Archetyp man sich am meisten identifiziert. Es funktioniert so ähnlich wie ein Persönlichkeitsquiz. Welche Farbe wärst du? Welcher Buchcharakter ist dir am ähnlichsten? Wenn du ein Tier wärst, welches wärst du dann? Archetypen geben wertvolle Hinweise darauf, was die Stärken und Schwächen eines Menschen sind, was er sich wünscht und wie er kommuniziert. Vielleicht stellst du fest, dass du jemanden anders einschätzt, als derjenige sich selbst. Oder eure Eindrücke passen perfekt zusammen. In jedem Fall ist es spannend, anhand der Archetypen über das Rätsel Persönlichkeit zu spekulieren.

Vorbereitung

Ich freue mich auf das Abenteuer Archetypen und bin gespannt darauf, was wir auf der Reise herausfinden werden. Und bevor ich mich in meinen Schlafsaal zurückziehe ja, in den Dungeons (ich bin ein Slytherin und die Geschichte dazu ist lang und komplex), habe ich noch eine kleine Aufgabe für euch, als Vorbereitung für unsere Entdeckungsreise.

Geh zurück, zu deinem Wort vom Anfang.
Denke an drei Adjektive, die dazu passen.

Zum Beispiel: Ich bin eine Schauspielerin.
Meine Wörter: Extrovertiert, empathisch, wirkungsvoll.

Denke an einen Freund oder eine Freundin von dir. Notiere ein Substantiv, dass diesen Menschen beschreibt und drei Adjektive. Vielleicht fällt dir auch eine Farbe, eine Frucht, ein Tier oder ein Symbol ein, das denjenigen verkörpert.

Dasselbe kannst du auch für dich tun. Du hast ja bereits dein Hauptwort und deine drei Adjektive. Fällt dir noch etwas ein, was dich beschreibt? Versuch dir vorzustellen, wie du dich in bestimmten Situationen verhältst, was deine Wünsche, Träume und Ängste sind. Versuche über dich so nachzudenken, wie über einen Charakter. Mit Respekt, Liebe und einem kleinen Abstand.

Notiere dir deine Gedanken und leg den Zettel beiseite. Er wird dir später dabei helfen, deinen Archetypen zu finden.

Bis in drei Wochen, wenn ich euch den ersten Archetyp aus meiner Reihe vorstelle: THE INNOCENT.
Jetzt bleibt natürlich  nur noch eine Frage offen: In welchen Hogwarts Haus bist du?

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6 Comments

  • Reply Lukas 18. Januar 2018 at 21:40

    Toller Blogbeitrag! Und mein kleines Geheimnis: ich bin Ravenclaw ;)

    • Reply Isabel 19. Januar 2018 at 11:26

      Danke! Ouu, ich glaube du bist der erste Ravenclaw in meinem Umfeld! :)

  • Reply Katrin 18. Januar 2018 at 22:20

    Gryffindor. Isa, du hast mich voll gekriegt.
    Jetzt will ich alles wissen, perfekte Ergänzung zur Charakterentwicklung beim Schreiben!

    • Reply Isabel 19. Januar 2018 at 11:27

      Yes! #GoGryffindor :) Mir ist auch aufgefallen, wie sehr ich schon aus deinen Charakter Beiträgen schöpfen konnte! Ich freue mich sehr auf die Reise!

  • Reply Roland 19. Januar 2018 at 11:05

    Gut gestartet , Isabel! Ich lass mich mal – innerlich widerstrebend – darauf ein.

    Welcher Archetyp bin ich?
    Abenteurer? Suchender? Philanthrop? Zweifelnder?
    … wer hilft mich selbst zu entdecken ? … :

    Der Sturm der seit Tagen durch die Straßen heult ist weitergezogen.

    Es riecht nach Frühling und bittersüße Musik verkürzt das Warten. Seit Tagen warte ich. Mit jeder Stunde die weiterzieht, kommt ein weiteres Abenteuer in meinen Kopf. Meine Gedanken schieben sich näher an die Welt und sie rankt an mir hoch, wie wild wuchernder Efeu. Ich kann ihren Duft riechen, so intensiv, als hätte ich all die Jahre vergessen, wie es sich anfühlt.
    Mit fliegenden Fingern, öffne ich das Notebook und hole dieses Leben in meine Welt. Aufgeregt warte ich auf die ersten Worte, den Anfang von Geschichten. Auf Zeichen, die mir den Weg zeigen, so als müsste ich alles neu lernen; Das Bild eines Verdurstenden im Kopf, dem man ein Glas Wasser reicht. Aufgewacht in jener Nacht, als das alte Jahr wie berstendes Glas zu Ende ging und das Neue wild und laut an meine Tür klopfte. Mit jedem Tastenschlag verkürze ich die Distanz, die so unüberbrückbar scheint.

    Eine Nacht der Zweifel. So wie immer. Viel zu fest verankert in meinem Kopf. Bereit als Erklärung zu dienen, wenn ich meine Flucht vorbereite. Doch dieses Mal ist es anders. Je weiter ich weg will umso näher komme ich. Das Abenteuer beginnt in meinem Kopf. Ungestüm und neugierig versteckt es sich hinter dieser flirrenden Wand.

    Schreit mir tonlos Buchstaben entgegen. Dringt in meinen Mund, strömt in die Nase, kriecht in den Gehörgang, zwängt sich in mich. Füllt mich an, frisst mich auf. Bewegt mich und lässt mir keine Ruhe mehr. Schwindlig, finde ich keinen Halt mehr auf dem drehenden Boden.

    * * *

    Roland, der so ist wie er denkt, mutig sich von den Strömungen der Emotionen mitreißen lässt, sein Leben von seinen Taten geformt.
    Also: neugierig, empathisch, mutig (Eigenlob – lächel)

    • Reply Isabel 19. Januar 2018 at 11:31

      :D Das freut mich Roland! Und- jedes große Abenteuer beginnt schließlich mit einem wiederstrebenden Helden. Und das du ein Held bist, zeigt und erzählt dein mutiger Text. Danke, dass du ihn mit uns teilst! Neugierig, empathisch, mutig. Schöne Kombination! Und sehr aussagekräftig. Ich freue mich auf die nächsten Wochen.

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