7 Tipps - Schneller & produktiver schreiben

7 Tipps – Schneller & produktiver schreiben #7 Serien

14. Juni 2017
Serien

Ich liebe gute Fernsehserien. Ich liebe sie zu sehen und sie zu erfinden. Und – woah – bin eine absolute Bewunderin von Shonda Rhimes, die mit Grey’s Anatomy, Scandal und  How to Get Away with Murder Away with murder, Kultserien erschaffen hat. Tatsache, ich bin Fan der Drehbuchautorin und Produzentin dieser Serien und McDreamy interessiert mich kein bisschen. Serien faszinieren mich. Irgendwie kein Wunder, dass es auch beim Schreiben mein Lieblingsformat ist. Die meisten meiner Bücher haben Fortsetzungen. Vielleicht liegt es auch daran, dass mein erstes Buch eigentlich eine Jugendserie für das Fernsehen werden sollte. Was genial ist an Serien:

  • Man kennt seine Charaktere
  • Und die Nebencharaktere
  • Man kennt sein Setting/die Ausgangssituation
  • Und die Orte der Handlung

Es ist, als ob man jedes Jahr in das gleiche Ferienhaus reist. (Und ja, das tue ich auch). Die Umgebung ist bekannt, das Haus vertraut, die Macken und Vorteile der Einrichtung, dass der Strom manchmal wegbleibt und das Wasser, dass es viele Hunde in der Umgebung gibt und manchmal Erdbeben. Jedes Jahr im Ferienhaus ist etwas anders – und doch so wunderbar vertraut.

Digging deeper

Es gibt zwei verschieden Arten von Serien, die im TV-Bereich sehr genau unterschieden werden. Diese Unterscheidung gilt auch für Buchserien.

  • Episodenserien –  Jedes Mal wird eine neue, in sich abgeschlossene Folge erzählt. Die Entwicklung der Charaktere und Handlung ist gering. (Two and a Half Men, Seinfield, Girls, In aller Freundschaft, …)

In der Literatur wäre das vergleichbar mit Donna Leon und ihrer Krimiserie um Kommissar Brunetti. Immer ein neuer Fall, jeder Band ist abgeschlossen und kann ohne Vorkenntnisse des Vorgängers gelesen werden.

  • Fortsetzungsserien/Dramaserien – eine Handlung wird nach und nach weitererzählt. Die Entwicklung der Charaktere ändert sich stark über den Lauf der Serie (Breaking Bad, Grey’s Anatomy, The Good Wife, Lindenstraße …)

In der Literatur ist das beste Beispiel J.R.R. Martin und Das Lied von Eis und Feuer. Jeder Band baut auf dem vorhergehenden auf, die Story und die Geschichte entwickeln sich stark, es wird episch. Im Grunde kann man solche Serie nur richtig verstehen und genießen, wenn man sie von Anfang an sieht/liest und mitverfolgt.

Die Bibel

Serien haben einen riesigen Vorteil für den Autor, der schneller schreiben und mehr veröffentlichen möchte. Daher sollte man, wenn man Material hat, das sich für eine gute, interessante, spannende Serie eignet, gleich in die Luft springen und jubeln. Etwas fortzusetzen ist wesentlich einfacher, als ganz neu zu starten, denn die  Nachfolgebände lassen sich wesentlich schneller schreiben. Man kann sofort in die Handlung einsteigen und muss sich nicht erst die Hauptcharaktere ausdenken oder ein Setting überlegen.

Für alle folgenden Bände muss man nur darauf achten, alle Charaktere, Spielorte und Beziehungen im Kopf zu behalten. Oder sich zu notieren. Mittlerweile schreibe ich mit. Es sind einfach zu viele Buchserien und Charaktere geworden. Also notiere ich alle Fakten über meine Charakter, ihre Beziehungen, die Spielorte in verschiedene Notizbücher, damit ich weder Namen noch Eigenschaften noch Orte durcheinanderbringe. Wer Scrivener verwendet, kann das übrigens gleich im Programm machen. Im Fernsehgeschäft nennt sich eine solche Übersicht BIBEL. Wenn man als neuer Autor in eine Serie einsteigt, muss man immer als erstes die Bibel studieren, die nicht umsonst Bibel heißt, weil sie sehr dick werden kann.

Suchtfaktor

Serien haben Suchtfaktor, auch darum lieben Leser sie. Und weil man eine Sucht möglichst schnell befriedigen will, kann das ganz schön stressig für den Autor werden. Anders gesagt: Man sollte in der Lage sein, schnell zu schreiben, wenn man eine Serie beginnt. Und – ich weiß bin hier nicht das beste Beispiel – man sollte nicht allzu lange warten, bis man den nächsten Teil schreibt.

Achtung Langeweile

Was für jedes Schreiben gilt, gilt auch für Serien: Wenn man nicht bereit ist, etwas zu riskieren, wird es schnell langweilig. Um auf Shonda Rhimes zurückzukehren. Ihre Serien sind deshalb so großartig, weil sie den Mut hat, ihre Charaktere immer wieder unerwartet handeln zu lassen. Simple Charaktere und einfache Happy Ends wird man bei ihr nicht finden.

Das waren meine 7 Tipps für alle Autoren, die gerne schneller schreiben und mehr Bücher veröffentlichen wollen. In der nächsten Woche beginne ich eine neue Blogserie, auf die ich mich schon freue – tada -: Von Helden und Nebencharakteren. Darin werde über die verschiedenen Charakter-Typen schreiben, die immer wieder in Büchern auftauchen und euch Tipps geben, wie man sie anlegt.

Bis dahin

xoxo

Katrin

#amwriting #redbugwriting #rbpub

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5 Comments

  • Reply Autoren: Medienlese 10.06.-16.06.2017 – Dembelo 17. Juni 2017 at 08:40

    […] 7 Tipps – Schneller und produktiver schreiben #7 Serien […]

  • Reply Andrea Instone 7. Mai 2018 at 10:03

    Herrlich. Endlich komme ich mal wieder zum Bloglesen und zack, fühle ich mich schon wieder angesprochen und verstanden und geschätzt und überhaupt und alles. Danke, du Beste!

    • Reply Katrin 7. Mai 2018 at 12:43

      Oh, das freut mich, Andrea.
      Ich hoffe, deine Emma bekommt noch viele Bände!

      • Reply Andrea Instone 7. Mai 2018 at 13:15

        Sitze seit einer Woche am fünften Band :-) Das arme Ding wird kochen lernen müssen – was nun wirklich eine epische Entwicklung verlangt …

        • Reply Katrin 9. Mai 2018 at 14:48

          Oh, ist der denn nicht schon draußen? Habe auf den fünften verlinkt … Oder kommt etwa schon sechs?!

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