10 Schritte zu deiner EPUB

10 Schritte zu deiner EPUB #1 Einblicke

22. Februar 2017

Ab heute werde ich Katrin für 7 Wochen ablösen und erklären, was eine EPUB ist, wie sie sich zusammensetzt und wie ihr sie selber so schön gestalten könnt, dass ihr ein wunderschönes E-BooK erhaltet. Wie gestalte ich mein Manuskript, um es bei Amazon, Tolino Media oder, oder … hochzuladen, damit Menschen es downloaden/kaufen und auf ihren E-Readern lesen können?

Am Ende dieser Reihe gibt es dann ein kleines Geschenk – mein ganz persönliches EPUB-Template – mit dem schon ein großer Teil an EPUB-Arbeit für euch erledigt ist. Eine Art Arbeitsgrundlage.

Okay, ihr schreibt, ihr habt ein Manuskript, ihr wollt es selber herausbringen – aber wie geht das? Ist ein Manuskript fertig geschrieben, überarbeitet, gekürzt, lektoriert und korrigiert, stellt sich die Frage: Wie konvertiere ich den WORD-Text jetzt in eine EPUB?

Was ist EPUB?

Als wir 2011 mit unserem E-Book-Label Red Bug Books gestartet sind, hatte ich keine Ahnung, von HTML, CSS, und wußte auch nicht, was EPUB ist. Ich denke, den meisten Autoren geht es heute noch genauso. Für die meisten ist WORD das Textverarbeitungsprogramm, in dem sie ihre Manuskripte verfassen und stehen dann vor der Frage, wie sie ihr Manuskript in ein E-Book verwandeln können.

Seit 2011 hat sich eine Menge getan. Es gibt neue Programme und Dienstleister, die den Autoren zur Verfügung stehen, und auch die Distributionsplattformen sind bemüht, die Konvertierungshürde von Word zu EPUB immer niedriger zu legen. Auf einigen Plattformen, wie Amazon und Tolino Media kann man einfach eine WORD-Datei hochladen und sie wird dort automatisch in ein EPUB-Format konvertiert. Wo ist der Haken?

In allen Fällen hängen die Ergebnisse sehr davon ab, wie sauber dieWORD-Datei formatiert ist. Sogar in Büchern renommierter Autoren sieht man immer wieder seltsame Formatierungen und E-Books angesehener Verlage müssen zurückgezogen werden, weil sie zu viele Formatierungsfehler aufweisen.

Did it myself

Natürlich gab es auch 2011 schon einige Programme wie Calibre, Sigil etc, die eine Textdatei mehr oder weniger automatisch konvertierten. Das Ergebnis ließ allerdings meist sehr zu wünschen übrig. Man konnte direkt aus Indesign – ich glaube ab Version CS4 – eine EPUB exportieren. Aber auch das funktionierte nicht wirklich gut. Fast alle Layout-Funktionen, die Indesign bereitstellte und es zu einem so hervorragenden Tool für Print macht, spielen für ein E-Book keine Rolle. Ich musste das Layout dann meist soweit runterschrauben, bis ich fast wieder bei WORD angelangt war.

Also um es gleich zu sagen, ich habe mir damals angewöhnt, die WORD-Datei direkt mit HTML-TAGS auszustatten und diese dann kapitelweise in XHTML-Dateien zu verwandeln. Das funktionierte super. Und ich arbeite heute weitgehend noch immer so.

Wie  sieht eine EPUB von innen aus?

Um das zu können oder vielleicht den Text gleich von Hand in eine EPUB zu verwandeln, musste ich mir zuerst einmal klar machen, was eine EPUB überhaupt ist und wie sie funktioniert.

Klar, im Gegensatz zu einem gedruckten Buch oder einer PDF, kann ein Leser die Schriftart, die Größe der Buchstaben, Seitenränder, Zeilenabstände selbst wählen und damit das Aussehen des Textes verändern. Außerdem passt sich, wie wir wissen, der Textfluss der EPUB der Größe des jeweiligen Bildschirms an. Das kennen wir ja von Webseiten, Blogs und E-Mails. Und wenn man mal in eine EPUB hineinschaut, erinnert sie im Aufbau auch an eine Webseite. Es gibt zum Beispiel wie bei einer Webseite HTML beziehungsweise XHTML-Dateien, Bildordner, Stylesheets, etc.

Das was aussieht wie eine einzige Datei, ist eigentlich eine ganze Reihe von Dateien und Ordnern, die in einem Zipordner zusammengefasst und statt der Endung .zip die Endung .epub erhalten haben. Hier mal ein Beispiel aus einem Template.

epub template zip

Unzipped man eine EBUP, findet man zwei Ordner und eine Datei:

OEBPS und Co.

Ich stelle sie hier ganz kurz vor, damit man einen ersten Überblick bekommt.

Zuerst ist da eine mimetype Datei. Dort steht lediglich eine Zeile: application/Epub+zip. Sie ist dafür da, dass die Endgeräte erkennen: Hey, da kommt ein E-Book. Die lassen wir einfach in Ruhe. 

Dann gibt es dort ein Verzeichnis namens META-INF. Auch das bleibt unangetastet. Hier befindet sich eine XML-Datei, die auf den Stammordner der EPUB verweist, in dem die .opf Datei liegt. Die .opf Datei zeigt dem der E-Reader, wo er alle Informationen und Dateien zum Buch findet.

Und als drittes gibt es einen Ordner namens OEBPS. (Open E-Book Publication Structure Specification). Das ist der interessante Ordner. Hier befindet sich das eigentliche Buch, der Text, die Fotos, etc. Wenn man ihn öffnet, findet man eine Ebene darunter wieder mehrere Ordner und zwei Dateien.

Die Dateien sind:
  • eine .opf Datei. Hier sind die Metadaten, wie Titel des Buches, Autor, evtl. ISBN, Erscheinungsdatum, Sprache, in der das Buch geschrieben ist, etc. hinterlegt. Hier werden alle XHTML-Dateien, Fotos, CSS etc aufgelistet und auf die Navigationsstruktur verwiesen. Im Gegensatz zu Webseiten, auf denen man frei umherklicken kann, soll ein E-Book ja in einer bestimmten Reihenfolge gelesen werden.
  • eine .ncx Datei, die das interaktive Inhaltsverzeichnis steuert.
Die Ordner sind in diesem Fall:
  • images mit dem Coverbild und anderen Bildern, Fotos, Diagrammen, Illustrationen etc., falls das Buch welche enthält. Hier sind es noch ein Porträtfoto vom Autor und das Logo des Verlags.

  • styles, in dem die CSS-Datei zu finden ist. In diesem Fall mit dem Namen redbug-styling.css. Damit kann man die Formatierungen im Text steuern und beeinflussen, wie der Text auf den Readern erscheint.

  • text, in dem sich XHTML-Dateien mit dem Inhalt des Buches befinden. Dabei bekommt jedes Kapitel im Buch eine eigene Datei. Hier durchnummeriert sec_001; sec_002; etc. sec steht dabei für section. Also Buchabschnitt. Wegen der besseren Übersicht habe ich mir damals angewöhnt, hinter der Nummerierung den Inhalt des Buchabschnitts zu vermerken.

Falls ihr Fragen habt, auch ganz konkret, immer her damit. In der nächsten Woche schaue ich mir die .opf- und .ncx-Dateien einmal genauer an.

Bis dahin eine gute Woche!

Uwe

#rbpub #redbugwriting

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