3-Akte-Struktur, Über das Schreiben

3-Akte-Struktur #11 Ergebnis

2. November 2016
3-Akte-Struktur-Ergebnis  und Worksheets

Zum Abschluss noch die 3-Akte-Struktur-Zusammenfassung. Ich habe ich Worksheets zu den 3 Akten und eine Übersichtsgrafik gemacht, die ihr euch einfach und downloaden, ausdrucken und über den Schreibtisch hängen könnt. Yay!

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3-Akte-Struktur und 5-Akte-Struktur

Die 3-Akte-Struktur wird oft als die vereinfachte 5-Akte-Struktur bezeichnet und die gibt es schon sehr lange. Die 5-Akte-Struktur entstand als Teil des Regeldramas in der französischen Klassik und geht auf Theorien aus der Antike zurückgeht. Wir reden hier also von sehr, sehr alt. Alt ist ja nicht immer besser, daher sollte man wohl eher sagen: altbewährt. Denn vieles, was für das Theater galt und gilt, lässt sich auf das Kino übertragen. Und was für Drehbücher gilt, lässt sich sehr gut auf Romane übertragen. Trotzdem ist es „nur“ eine Hilfe und kein starres Muster, das man befolgen sollte. Wenn man ein Buch schreibt, ist es sicher gut, eine Struktur im Kopf zu haben, aber das Schreiben eines Romans ist eine sehr emotionale Angelegenheit und daher ist eine Struktur nur die Hälfte der Arbeit.

Spannung und Wendepunkte

Die 3-Akte-Struktur hilft euch nicht nur, die 3 großen Teile/Akte eines Romans gut und sinnvoll voneinander abzugrenzen, sie hilft euch auch beim Spannungsverlauf eurer Geschichte

3-Akte-Struktur_Katrin Bongard

Dynamische Grafik zur 3-Akte-Struktur

3-Akte-Struktur

Gewöhnliche Grafik zur 3-Akte-Struktur

 

 

 

 

 

 

Meine Spannungskurve sieht ein wenig anders aus, als die normalen Grafiken zur 3-Akte-Struktur. Ich finde, es lässt sich mit ihr nicht nur besser arbeiten, sondern sie erinnert euch auch daran, dass Held und Leser sich in einer spannungsvollen Geschichte eher auf einer Achterbahn als auf einer Bergwanderung befinden. (Und wobei hättet ihr mehr Spaß und Aufregung?). Auch wird deutlich, dass es am Midpoint (Mittelpunkt des 2. Aktes) einen Umschlagpunkt gibt, der zum Tiefpunkt am Ende des 2. Aktes führt, es also noch mal richtig bergab geht, bevor es dann zur Klimax bergauf und am Ende wieder bergab geht.

Die Moral von der Geschichte …

Geschichten gibt es seit es Menschen gibt. Sie wurden früher am Lagerfeuer erzählt, sie verbinden Menschen. Sie sollen unterhalten, es werden mit ihnen aber auch Lebenserkenntnisse weitergegeben. Was ich so besonders großartig an guten Geschichten finde ist, dass sie emotionales Wissen vermitteln: Wie verhalten sich die Helden? Was treibt sie an? Wie bewältigen sie Schwierigkeiten? Wir alle suchen Liebe, Anerkennung, aber auch Wachstum und Abenteuer. Die 3-Akte-Struktur steht für diese Erfahrungsreise. Wenn man sie mit der Reise des Helden vergleicht, findet man daher auch viele Parallelen. Denn wir wissen es alle: Die wenigsten Wege führen direkt und ohne Schwierigkeiten ans Ziel.

Warum auch Geschichten sich verändern

Menschen haben sich immer schon Geschichten erzählt, doch mit den Menschen verändern sich auch ihre Geschichten. Neben der Tatsache, dass die 5-Akte-Struktur zwei Akte mehr als die 3-Akte-Struktur hat, gibt es noch einen wesentlichen anderen Unterschied zwischen beiden Modellen, den ich sehr interessant finde. Geht die alte 5-Akte-Struktur davon aus, dass Menschen letztendlich immer wieder auf ihr Grundniveau an (Leiden) zurückkehren, wünschen wir „moderne“ Menschen uns einen Fortschritt, eine Entwicklung, ein Weiterkommen.

3-5-akte-struktur_Katrin_Bongard

 

Darum liegt der Endpunkt der 3-Akte-Struktur deutlich über dem Niveau des Startpunkts. Das gefällt mir an dieser 3-Akte-Drama-Struktur, dass sie die Entwicklung der Helden (und Leser) einplant und ermöglicht. Der Held startet an einem niedrigeren Punkt seiner Entwicklung und landet auf einem höheren Niveau an Erkenntnis. Gute Bücher sollten euch genau das geben: Ein Mehr an Entwicklung, Einsicht und Erkenntnis. Und als gute Autoren führt ihr eure Helden und Leser genau an diesen Punkt.

3-5-akte-struktur_Katrin_BongardAusblick

Der NaNoWriMo ist ein Projekt für Autoren, mit dem Ziel einen Roman im Monat zu schreiben. Tja. Oder Schreibhemmungen zu überwinden, in dem man seinen Wortfortschritt zählt. Hm. Und da fällt mir wieder auf – auch, wenn ich euch hier Schreibtipps gebe – das Schreiben ist für mich doch eher eine Kunst als ein Handwerk, bei dem es auf das Herstellen einer möglichst hohen Stückzahl an Worten ankommt. Ich weiß, ich weiß – für viele klappt das gut, sich in der Gemeinschaft anspornen zu lassen, überhaupt zu schreiben – I’m just saying …

Wobei ich bei den nächsten WritersWednesdays wäre. Wie fängt man überhaupt an, zu schreiben? Wie findet man die Kraft und Zeit, das Selbstbewusstsein und die Energie, ein Buchprojekt zu starten? Gerade angehende Autoren, die viele gute Bücher gelesen haben, haben großen Respekt davor, selber zu schreiben. Gut so! Denn meist wird ein Buch besser, wenn man es mit einer gewissen Ehrfurcht und Respekt vor den großen Autoren beginnt. Doch oftmals wird genau aus dem gleichen Punkt kein Schreibprojekt begonnen. Und das ist schade. Die nächsten Wochen werde ich mich daher genau um euch, die angehenden Autoren, die immer schon anfangen wollten zu schreiben, kümmern. 7-Schritte zu Deinem Buchprojekt. Dort führe ich euch Schritt für Schritt über die erste Schwelle, bis ihr am Schreibtisch sitzt und gar nicht anders könnt, als anzufangen. Vertraut mir :)

Bis dahin –

xoxo

Katrin

#amwriting #redbugwriting #rbpub #schreibtipps

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2 Comments

  • Reply Blogleser 8. Februar 2018 at 23:34

    Hey, das war eine gute Artikelserie. Hat mit sehr gefallen und Ideen gegeben. Im allerletzten Artikel dann aber ein Faux-pas. Ich hoffe doch inständig das all deine Leser deine sheets nicht umsonst, sondern kostenlos heruntergeladen haben. Bitte als Autorin, schau dir die Bedeutung beider Wörter an. LG

    • Reply Redbug Team 9. Februar 2018 at 12:58

      Hi Dovid,

      Danke, dass Dir die Blogreihe gefallen hat. Mich wundert, dass sie wesentlich unbeliebter als die anderen Blogreihen ist, was wohl auch daran liegt, dass es mehr etwas für Schreibprofis ist.

      Zu „umsonst“ … ich habe noch mal nachgesehen (ganz brav ;):

      um·sọnst
      Adverb
      1.
      ohne Erfolg.
      „Alle unsere Anstrengungen sind umsonst gewesen!“
      Synonyme: vergeblich
      2.
      ohne Bezahlung.
      „umsonst mit dem Bus fahren dürfen“
      Synonyme: gratis

      Hier in dem Fall meinte ich natürlich unsonst = gratis.

      Ich mag das Wort Kosten in kostenlos nicht, aber Du hast natürlich vollkommen recht, wenn man es mit der Bedeutung unter 1. in Hinterkopf liest, dann hört es sich seltsam an.

      Hey, ja, man lernt nie aus!

      Dir gutes Gelingen bei was-auch-immer-du schreibst

      Liebe Grüße
      Katrin

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