Von der Idee zum Manuskript

Von der Idee zum Manuskript #11 Anschreiben an Verlage oder Agenten

27. April 2016
Das fertige Manuskript

Wer ein fertiges Manuskript vor sich liegen hat, ist sicher als erstes einmal sehr stolz auf sich und vermutlich auch ein wenig erschöpft. Und zwar egal ob als Profi oder Debütautor. Ab jetzt möchte man die Sache am liebsten an eine gute Fee abgeben, die mit ihrem Zauberstab *pling* das Ganze in ein wunderschönes Buch verwandelt. Selbst wenn man vorhat, das Buch ohne einen Verlag herauszugeben und sich ein Lektorat zu sparen (für Anfänger nicht empfehlenswert), ist das Korrektorat und die Cover-Herstellung am besten in Profihänden aufgehoben. Vom Marketing gar nicht zu reden. Falls ihr hier unentschieden seid, lest vielleicht unsere Blogreihe: Wie veröffentliche ich mein Manuskript.

Anschreiben an Verlage oder Agenten

Zwei Berufsgruppen kennen sich besonders gut mit Manuskripten aus: Agenten und Verlage. Agenten nehmen euch, wenn sie gut sind, das Groblektorat ab, bereiten euer Manuskript für die Verlage vor, sprechen mit ihren Verbindungsleuten, vermitteln euch (irgendwann) einen Verlagsvertrag. Anschreiben an Veralge oder AgentenVerlage erhalten ihre Manuskripte ganz überwiegend aus der Hand von Agenten, weshalb dieser Zwischenschritt auch in Deutschland mittlerweile sehr üblich geworden ist. Aber ganz egal, ob ihr euch als erstes einen Agenten sucht, oder gleich an einen Verlag wendet, ihr müsst ein Anschreiben aufsetzen. Anrufen und Ansprechen oder (schock!) einfach mal vorbeigehen, ist nämlich gar keine gute Idee.

Das richtige Anschreiben

Jeder Mensch ist anders, daher gibt es sicher nicht nur EIN richtiges Anschreiben. Als Agentin für Schauspieler und als Autorin, die sich sowohl bei Verlagen als auch Agenten schon beworben hat, weiß ich allerdings, dass es viele falsche Anschreiben gibt. Kurz gesagt, Anschreiben, die sofort in den Papierkorb wandern. Was ist also wichtig? Egal ob per Brief oder Mail:

  • eine persönliche Anrede. Sehr geehrte/r Herr/Frau …
  • eine saubere, gut lesbare Handschrift oder besser: eine schlichte, sachliche Schrifttypo.
  • ein kurze und verständliche BITTE, um Prüfung des Manuskripts/Aufnahme in die Agentur.
  • eine Angabe, zu welchem Genre das Buch gehört und wie viele Seiten es haben wird.
  • keine Rechtschreibfehler!
  • freundliche Schlussworte, ein Realname/Unterschrift.
  • eine Mailadresse für die Rückmeldung.
  • Anlagen: Die ersten 20/30 Seiten eures Manuskripts, Exposé, Lebenslauf etc.
Recherche

Macht euch die Mühe, für jedes Anschreiben einen Ansprechpartner zu recherchieren. Das Internet ist dabei extrem hilfreich. Schickt euer Manuskript an eine der LektorInnen des Verlages. Gibt es mehrere, dann versichert euch, dass er/sie der/die Richtige für euer Thema ist. Wenn ihr auf der Bewerbungsseite (Manuskripte) eine Mailadresse findet, die lektorat@ heißt (wie auch bei uns), dann ist es trotzdem nett, wenn man uns zumindest mit „Sehr geehrtes Red Bug Team“ anspricht und nicht mit: Liebes Lektorat … Die volle Aufmerksamkeit habt ihr, wenn ihr einen Namen recherchiert. Ihr zeigt damit, dass euch der Verlag wirklich interessiert und ihr nicht täglich 20 Päckchen packt und an Verlage schickt. Das „Sehr geehrte …“ ist  ein wenig veraltet und bei näherer Bekanntschaft wird man vielleicht schnell zu einem lockeren Ton übergehen. Da ihr aber nicht wisst, mit wem ihr es beim Öffnen der Mail/Post zu tun habt, seid ihr mit der alten Form auf der sicheren Seite.

Der richtige Ton: Bitten – nicht fordern

Eigentlich logisch: Ihr wollte etwas von jemanden, also bittet ihr ihn darum: Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mein Manuskript prüfen würden/könnten. Oder um Prüfung eurer Unterlagen. Prüfen heißt in der Verlagssprache: lesen und entscheiden.

Ihr könnt ganz sicher sein, wenn ihr eine gute Manuskriptprobe einreicht, dann wird sich jemand melden. Und wenn sich niemand meldet, dann liegt es nicht an eurem Manuskript. Es macht also keinen Sinn, die Größe und den Glanz eures Werks besonders hervorzuheben. Ich schrieb viele Jahre an diesem Meisterwerk … Schon meine Mutter sagte, besser könne man nicht schreiben …  Überhaupt interessieren biographische Details in der Regel im Anschreiben nicht. Ich schreibe schon, seit ich denken kann … ich wollte immer schon Autorin werden … Natürlich! Das müsst ihr nicht betonen.

Was ihr aber erwähnen solltet, sind Dinge, die einen Mehrwert für den Verlag oder Agenten haben. Vielleicht habt ihr schon Bücher veröffentlicht. Oder Preise gewonnen. Oder eine große Zahl von Büchern als Selfpublisher verkauft (Zahlen ab 50 000 sind interessant für Verlage und Agenten). DAS solltet ihr dann schon – ganz bescheiden – erwähnen. Just for fun – hier ein YouTube Video in dem amerikanische Literaturagenten über ihre besten Queryletters (Anschreiben) sprechen.

Anlagen

Anlagen sind Dinge, die ihr zu dem Anschreiben dazupackt.

  • die ersten 10-30 Seiten eures Manuskripts
  • Exposé
  • Lebenslauf
  • Auflistung eurer bisherigen Veröffentlichungen/Preise/Stipendien
Abschicken

Packt eure Manuskriptprobe (nicht das Ganze) in einen (Dina4) Umschlag, legt das Exposé dazu, schreibt auf den Umschlag den Verlagsnamen/Agenturnamen und den Namen des Ansprechpartners. Oder mailt alles und legt das Manuskript und Exposé als Worddatei bei. Ready to go.

Wenn die Probe gefällt, dann will der Verlag euer ganzes Manuskript sehen und meldet sich. Habe ich euch schon gesagt, wie ein Exposé oder ein Manuskript formal aussehen sollte? Okay, falls ihr hier unsicher seid, wartet bis nächste Woche, denn dann schreibe ich dazu noch etwas.

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Eine schöne Woche – see ya :)

xoxo

Katrin

 

#redbugwriting #rbpub #schreibtipps

 

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4 Comments

  • Reply mb 4. Januar 2017 at 04:49

    Ich werde mir die ganze Reihe mal am Wochenende durchlesen und mir Notizen machen (also alles ausdrucken, wie ich mich kenne). Vielen Dank hierfür!

    • Reply Redbug Team 4. Januar 2017 at 12:02

      Oh, so viel Wertschätzung macht uns ganz verlegen. Merci!
      Tolles Projekt übrigens auf deinem Blog/Twitter/Facebook.
      Looking forward to it! Und schon jetzt viel gelernt …

      Du dem kein Epigramm gefällt,
      Es sei denn lang und reich und schwer:
      Wo sahst du, daß man einen Speer,
      Statt eines Pfeils, vom Bogen schnellt?

      • Reply MB 16. Januar 2017 at 13:21

        Oh, dankeschön! :)

  • Reply Alina 19. Dezember 2017 at 16:57

    Vielen Dank für die tollen Tipps! Ich lese mich gerade durch die ganze Reihe und lerne viel Neues :)

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