Wie veröffentliche ich mein Manuskript

Wie veröffentliche ich mein Manuskript? #5 Selfpublishing

9. Dezember 2015
Mythos Selfpublishing

Man hört es immer wieder: Ah, Selfpublishing, da braucht man nur ein Manuskript hochzuladen und schon verkauft man sein Buch und kann sich Autor nennen. Okay, man kann auch eine Kamera aufstellen, sich filmen, das Video bei You Tube hochladen und sich Schauspieler nennen. Aber es gibt noch eine andere Seite des SP, die richtig interessant und hochprofessionell ist. Von uns kommt zu diesem Thema bestimmt noch mehr als dieser Beitrag. Viele Informationen findet ihr auch auf der sehr informativen Website Self-Publisher-Bibel von Matthias Mattig.

Selfpublishing

Ganz einfach?

Zugegeben, es kann ganz einfach sein. Plattformen wie Tolino, Kobo oder Book Rix verlangen nicht mehr als einen Wordtext um euer Buch zu veröffentlichen. Bei Amazon KDP kann es auch gleich losgehen. Ihr legt euch einen Account an, ladet eure Datei und ein Cover hoch und euer Buch wird online verfügbar sein. Auf den anderen Plattformen ist es schwieriger, aber wenn ihr dorthin wollt, könnt ihr euren Text zu einem Distributor wie Smashwords oder Xinxii oder auch Book Rix geben. Im Grunde sind Distributoren wie Agenturen, da sie euch helfen, ganz schnell auf viele Plattformen zu kommen, auf die ihr ganz allein nicht so einfach gelangt (wie zum Beispiel itunes). Dafür gebt ihr allerdings Prozente am Verdienst ab.

Welche Plattform für mein Buch?

Seit Selfpublishing durch Amazon KDP nach Deutschland gekommen ist, hat sich eine Menge getan, aber eine Sache ist aber in all den Jahren gleich geblieben: Amazon ist, sowohl von der Reichweite her, also auch was die Einnahmen angeht, die für Selfpublisher beste Plattform. Das gilt übrigens auch für die Verlage, die Print oder E-Books verkaufen. Auf Amazon werden die meisten Bücher verkauft. Dazu kommt, dass Amazon Autoren, die nur dort veröffentlichen, in das Kindle Unlimited Programm übernimmt, womit der Selfpublisher auch noch an der Buchleihe verdienen kann. Für den Anfänger hier also ganz klar die Empfehlung: Beschränkt euch auf Amazon, ignoriert erstmal alle anderen Plattformen.

Oder schwer?

Wenn man sich die erfolgreichen Selfpublisher und ihre Bücher näher ansieht, dann wird schnell deutlich, dass sie mehr tun, als einfach nur ein Manuskript hochzuladen. Sie leisten sich zum Beispiel ein Lektorat (Unterstützung bei Dramaturgie und Figurenführung) oder zumindest ein Korrektorat (Rechtschreibprüfung) für ihre Bücher. Sie geben sich Mühe mit ihren Covern, oder lassen sie gestalten. Und sie laden nicht nur eine Word Datei hoch, sondern überarbeiten auch ihren Text sorgfältig mit Absätzen und Zeilenumbrüchen, in dem sie den Text gleich in eine ePub umwandeln oder umwandeln lassen.

Sie geben also Geld für Dienstleistungen an ihrem Buch aus, oder erlernen selbst, wie man eine ePub herstellt oder ein gutes Cover gestaltet. Und wenn die ePub dann hochgeladen wird, und damit auch am Ende genauso aussieht wie man es sich vorstellt, dann ist die Arbeit nicht zuende, sondern beginnt erst. Werbung. Natürlich Werbung, denn die macht der Verlag ja auch. Am besten über Facebook. Vielleicht zusätzlich über eine eigene Website, einen Blog, Twitter, Google Plus, Pinterest, Instagram. Ein Selfpublisher ist sein eigener Verlag und damit auf einmal gleich für mehrere Jobs zuständig. Das kann schnell ein großer Job werden, den man zeitlich und finanziell erst einmal bewältigen muss. Gar nicht so leicht.

Die Freiheit des Selfpublishers

Wenn man Selfpublisher fragt, warum sie ihre Bücher selbst verlegen, dann sagt die Mehrheit: Weil ich dann alle Freiheiten habe. Wir können dem nur zustimmen. Kein anderer bestimmt, welchen Titel das Buch haben wird, was ihr überhaupt schreibt, wann das Buch herauskommt, wie ihr es bewerbt. Großartig. Gleichzeitig seid ihr damit aber auch voll verantwortlich für euer Buch. Jeder Misserfolg wird zu eurem Misserfolg. Daher braucht, wer sich auf den Weg des Selfpublishing begibt, ein paar Eigenschaften, die auch Unternehmer haben: Ausdauer, ein dickes Fell, überdurchschnittlich viel Energie, keine Berührungsängste vor den Kunden/Lesern, Lust auf Social Media und Selbstdarstellung.

Der Lohn der Mühen

Noch vor ein paar Jahren waren Selfpublisher Autoren, die sich vergeblich bei Verlagen beworben hatten und dann – als letzten Ausweg – ihr Buch selber veröffentlichten. Dies hat sich von Jahr zu Jahr verändert und eine Tendenz ist ganz deutlich sichtbar. Immer mehr Autoren versuchen gar nicht mehr, bei einem Verlag unterzukommen, sondern machen gleich alles selbst.

Das hängt vermutlich auch mit der Aussicht auf die großen Gewinne zusammen, die erfolgreiche Selfpublisher machen, zumal es sehr oft Hobbyautoren sind, die genau den Geschmack des breiten Publikums treffen. Zwar verkaufen Selfpublisher ihre Bücher meist nicht für mehr als 3,99 Euro, dafür bekommen sie aber nicht nur 8-10 Prozent vom Nettoladenpreis, sondern 70 Prozent. Das bedeutet bei einem E-Book zu 2,99 Euro, dass der Leser nur noch ein Drittel zahlt und der Autor etwa das Dreifache der Tantiemen pro Buch bekommt. Ist man an dieser Stelle der Rechnung angelangt, versteht man, warum die Zahl der E-Book Leser ebenso zunimmt wie die Zahl der Selfpublisher.

Wer also keine Angst vor sehr viel Arbeit hat und gerne die Kontrolle über seine Arbeit behalten möchte, ist hier genau richtig. Einziger Nachteil: Euer Buch wird nicht in den Buchhandlungen zu haben sein. Immer noch der Wehrmutstropfen für viele Selfpublisher und der Grund, warum sie trotz sehr guter Verkaufszahlen und Einkünfte über das Selfpublishing gerne zusätzlich Verträge mit Verlagen machen.

Doch wer weiß, vielleicht ändert sich das auch bald und die Buchhandlungen verlieren ihre Scheu vor den selbstverlegten Büchern. Tolino Media hat jedenfalls schon mal mit den Buchhändlern der Media Allianz ein neues Modell ausgetestet und 10 erfolgreiche Selfpublisher in Print in die angeschlossenen Buchhandlungen gebracht. Wenn ihr uns fragt: Hier liegt die Zukunft.

Und nächste Woche geht es um Veröffentlichungsplattformen.

Bis dahin

Cheers!

die Redbugx

#redpub #redbugwriting

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2 Comments

  • Reply call center software 23. Juli 2019 at 12:36

    Nice Blog,Thank you for sharing a valuable topic.

  • Reply call center software 22. August 2019 at 11:00

    Nice Blog, Thank you for sharing a valuable topic.

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