Wie veröffentliche ich mein Manuskript

Wie veröffentliche ich mein Manuskript? #1 Geld oder Ansehen?

11. November 2015
Wenn man etwas geschrieben hat und es veröffentlichen möchte, dann gibt es in der Regel zwei Gründe

1. Der erste ist das Bedürfnis, seine Geschichte der Welt zu zeigen. So gut geschrieben wie möglich, so fehlerfrei wie möglich, so schön wie nur irgendwie möglich gestaltet. Und natürlich will man auch, dass es viele Menschen sehen. Man will sein Werk mit der Welt teilen, Anerkennung und überhaupt Wahrnehmung.

2. Der zweite Grund ist Geld. Denn Geld bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit und beides ist sehr angenehm. Vielleicht will man noch nicht einmal viel Geld, sondern nur etwas mehr.

Nun haben wir die fünf Wege mal auf diese beiden Aspekten hin angesehen und sie Ansehen und Geld genannt. Geld ist klar, Ansehen meint: die Anerkennung, die ihr in der Welt erlangen könnt. Also Ruhm, Lobpreis, Bewunderung, Fame.

Wie veröffentliche Wertung...

 

Geld oder Ansehen? Im Verlag
  • Verlag – Ansehen: Bei einem „richtigen“ Verlag zu sein, gilt etwas. Hier erzeugt ihr bei euren Verwandten und Freunden bestimmt den wow-Effekt. Es ist toll, wenn man ein Verlag für sein Manuskript gefunden hat, das wissen wir aus eigener Erfahrung. Andere finden das auch großartig. Das merkt man besonders gut daran, dass Selfpublishern immer wieder gratuliert wird, wenn sie bei einem Verlag unterschreiben, obwohl sie erheblich weniger verdienen, ab da nicht mehr über ihre Cover oder Titel bestimmen können und auch beim Veröffentlichungstermin nicht mehr mitreden können. Eigentlich könnte man „Herzliches Beileid sagen“, wäre da nicht das bessere Ansehen und – derzeit – noch der Vorteil, dass man in Buchhandungen präsentiert wird.
  • Verlag –  Geld: Die meisten Verlage haben eine Mischkalkulation. Da gibt es die literarisch anspruchsvollen Titel, die sich meist nicht so gut verkaufen, und dann gibt es das, was gut läuft: Kochbücher, Lebensberater und Unterhaltungsliteratur, die man im Verlag auch mal gerne mal Lesefutter nennt. Titel, die verlegt werden, damit der Verlag Geld macht, denn von irgendetwas muss er ja auch leben. Auch wenn ein Autor nur um die 10 % vom Nettoladenpreises eines Buches bekommt, kann er gut davon leben, wenn er viel verkauft. Die meisten Autoren in den Verlagen verdienen allerdings sehr wenig.
Geld oder Ansehen? Im E-Book-Imprint
  • E-Book-Imprint – Ansehen: Ein E-Book -mprint funktioniert im Grunde wie ein Verlag, nur, dass man sich den literarischen Anspruch spart. Obwohl es mittlerweile auch anspruchsvolle Ableger im E-Book Imprint-Bereich gibt, geht es dem Verlag bei einem E-Imprint hauptsächlich darum, Geld zu verdienen. Die Produktion von E-Books ist sehr viel günstiger als Bücher zu drucken. Es wird also weniger nach literarischer Qualität bei den Autoren gesucht. Daher ist auch das Ansehen in der Buchwelt geringer. Zwar sagen E-Book Imprint-Autoren gerne, dass sie beim Mutterverlag sind (ist ja irgendwie das Gleiche), aber Tatsache ist, dass ein Imprint-Autor nur selten ins Verlagsprogramm des Mutterverlages übernommen wird (dazu nächste Woche mehr).
  • E-Book Imprint – Geld: Wenn ein E-Book-Imprint sich auf kommerzielles Veröffentlichen konzentriert, ist es wahrscheinlich, dass ein Autor dort auch Geld verdient, da sein Mansukript ja schon so ausgewählt wurde. Trotzdem ist es hier wie im großen Verlag: nur wenige Autoren verdienen richtig gut, die anderen – nun – eher wenig.
Geld oder Ansehen? Im E-Book-Label
  • E-Book Label – Ansehen: E-Book Labels ähneln kleinen Verlagen. Da es „nur“ kleine E-Label/Verlage sind, ist das Ansehen nicht so groß, wie bei einem großen Verlag, wobei man die meisten tollen E-Book Label natürlich enorm unterschätzt ;)
  • E-Book Label – Geld: Die Faustregel ist die gleiche wie im Verlag: Unterhaltungsliteraur verkauft sich besser als Literatur. Auch bei einem E-Book Label kann man mit dieser Regel viel oder wenig Geld verdienen. Manchmal kann es besser sein, bei einem kleinen E-Label zu beginnen, da Autoren dort gut betreut werden und kleine E-Book-Label oft bessere Verträge als die großen Verlage mit ihren Autoren machen, da sie stärker um Autoren werben müssen.
Geld oder Ansehen? Selfpublisher
  • Selfpublisher – Ansehen: In den USA ist es schon etwas anders, aber hier gilt immer noch: Wer selfpublished ist – offensichtlich – nicht gut genug für einen Verlag und damit als Autor nicht viel wert. Und das ungeachtet der Tatsache, dass immer mehr Verlage die Selfpublisher umwerben und unter Vertrag nehmen (allerdings immer aus kommerziellen Gründen).
  • Selfpublisher – Geld: Oh ja, im Selfpublishing kann man sehr gut verdienen. Das liegt daran, dass man weder 40 % an einen Buchhändler noch 50% an einen Verlag oder noch zusätzlich 15 % an einen Agenten von seinem Buchpreis abgeben muss. Und da man dadurch auch dem Leser ein günstiges Buch anbieten kann, wird man schnell ins Herz geschlossen. Hurra! Allerdings verdienen auch im Selfpublishing (ihr seht, wie ungerecht das ist ;) nur die kommerziellen Titel wirklich gut. Also Unterhaltungsliteratur und Ratgeber. Der Rest der Autoren – nun – schlägt sich durch.
Geld oder Ansehen? E-Reading Plattformen
  • E-Reading Plattform – Ansehen: Vielleicht irren wir uns, aber wir haben noch nie gehört: Wow, du veröffentlichst deine Texte für umsonst im Internet, das ist ja super! Obwohl Wattpad-Autoren oft unglaublich erfolgreich und beliebt bei ihrem Publikum sind, ist ihr Ansehen in der (Buch-)Welt sehr gering.
  • E-Reading Plattform – Geld: Umsonst … also verdient man hier kein Geld. Weshalb es aber trotzdem schlau sein kann, auf einer E-Reading Plattform zu veröffentlichen, erklären wir euch später.

Okay, jetzt haben wir euch die Unterschiede der fünf Veröffentlichungswege – grob – erklärt. Es ist auf jeden Fall hilfreich, sich zum einen zu fragen: Was schreibe ich? Habe ich geschrieben? Will ich schreiben? Zum anderen: Will ich viel Anerkennung in der Welt? Ist mir das Geld wichtiger? Oder will ich beides?

Was wir noch nicht gesagt haben, ihr aber vermutlich wisst: Es ist nicht gleich leicht, diese fünf Wege zu gehen. Auf einer E-Reading Plattform könnt ihr sofort einen egal wie guten/schlechten Text hochladen, aber einen Verlagsvertrag zu bekommen, ist deutlich schwieriger. Doch nicht immer ist der schwerste Weg der beste Weg, um an (s)ein Ziel zu gelangen. Dazu nächste Woche mehr.

Vielleicht seht ihr alles ganz anders oder habt Fragen oder Anmerkungen? Kommentiert gerne.

Wir  wünschen euch eine tolle Zeit, bis zum nächsten Mittwoch im

Cheers!

Eure Redbugx

#rbpub #redbugwriting

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2 Comments

  • Reply Ira 11. November 2015 at 17:57

    Hi,
    ich stolperte gerade über deine Aussage zu Wattpad – faszinierenderweise bekommt man zwar keine Lobeshymnen zu hören, dafür kenne ich aber eine Autorin, die mehrfach schon wüst beschimpft wurde, weil sie nur den ersten Band ihrer Reihe und nicht auch die Folgebände dort hochgelanden hat… Die Dankbarkeit der Leser ist halt grenzenlos. ;-)
    Interessanter Beitrag mal wieder! :-)
    Liebe Grüße,
    Ira

    • Reply Katrin 11. November 2015 at 19:24

      Danke, Ira!
      Interessanterweise sind viele Impress-Autoren aus Marketinggründen zu Wattpad „geschickt worden“ – aber natürlich nur zum Anteasern der Leser. Ich finde das auch vollkommen okay, Autoren wie Simone Elkeles machen das auch so. Ich poste dort auch nur die Anfangskapitel meiner deutschen Bücher. Loving auf Englisch werde ich allerdings nach und nach ganz reinstellen, einfach, weil es mich als Experiment interessiert. Der amerikanische Markt ist gigantisch, das merkt man auf Wattpad besonders deutlich. Und man kann sehr gut ablesen, was der dankbare Leser so favorisiert … *ächem*

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