Leben, Red Bug Books

Bücher riechen / The smell of a book

15. Juni 2012

You know … books are smelling. Miss the smell of a book while reading an ebook? Guess what, here is the solution.

Das war doch früher – und mein Gott, ich sage „früher“ – doch immer das Schönste: ein Buch aus seiner Zellophanhülle oder seiner Plastikzwangsjacke zu befreien und dann AHHH, dieser Geruch nach – tja , was eigentlich? Druckerschwärze? In Zeiten von Digitaldruck? Also was denn nun?
Auf jeden Fall der Geruch nach Papier. Und zwar gutem Papier. Als Malerin bin ich da besonders empfindlich. Dickes Papier riecht anders als dünnes, raues anders als glattes. Und gute Bücher, oder sagen wir: gute belletristische Bücher, müssen ein ganz besonderes Papier haben. Es darf einfach zu glatt sein, aber auch nicht zu rauh. Bei zu glatt fallen mir ein: Kochbücher (die von Jamie O. und einige Öko-Kochbücher muss man da ausnehmen), Fachliteratur über Computer und Design-Bände.
Und da macht „glatt“ ja auch Sinn und wirkt seriös und sauber, so ähnlich wie ein weißes Hemd oder ein Schlips oder eine gestärkte Kochschürze. So soll aber Literatur nicht sein. Ich meine – sorry – da geht es nicht immer sauber zu. Aber dann darf das Papier auch nicht zu rauh sein. Abgesehen davon, dass Schokolade da ganz blöde Flecken hinterlässt, ist es dann einfach zu präsent. Leider ist das bei englischen Taschenbüchern so, da ist man praktisch an der Baumrinde. Bin ich vom Thema abgekommen? Wie immer.
Zurück zum Geruch. Ich war ja noch bei dem jungfräulichen Geruch eines gerade aus der Plastikfolie geschlüpften Buches. Und ich kenne eigentlich keinen Buchfreak, der den nicht liebt.
Aber es gibt ja auch die nicht so guten Gerüche. Büchereibüchern, die sich zu lange in Raucherhaushalten aufgehalten haben, zum Beispiel. Da kann man beim Lesen gleich Passivrauchen. Nicht so gut.
Wobei mir gleich eine Geschichte einfällt.
Als ich letztes Jahr in London war, hatte ich ein geliehenes englischen Taschenbuch meines besten Freundes dabei. Und habe im Hotel übernachtet. Und es liegen lassen, als ich ausgecheckt bin. Aber glücklicherweise (und warum ich wegen diesem einen speziellen Buch zurückgehen MUSSTE, ist eine andere Geschichte), ging mein Flug erst am Abend. Ich konnte zurückgehen und etwa drei Stunden später noch mal im Hotel danach fragen. Tja, da war es dann auch noch. Sozusagen. Der Zimmerservice hatte es in einen Eimer mit nassen Putzmittellappen geworfen (oder war das schon der Müll?) und da hat es dann der Portier freundlicherweise wieder herausgefischt. Das weiche Papier war aufgequollen. Der Geruch war … hm … speziell. Und ich vermute, genau diesen Geruch wird man hier nicht bekommen.

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