7 Wege ein Buch zu schreiben

7 Wege ein Buch zu schreiben #7 Mit Co-AutorIn

18. Oktober 2017
Co-Autorin
Co-AutorIn

Co-AutorinIst das nicht ein Traum? Ich schreibe nur die Hälfte eines Buchs, die andere schreibt meine Co-AutorIn. Nur halb so viele Überlegungen und Zweifel, nur halb so viel Arbeit. Eine Steigerung, da ein zweiter Stil, eine zweite Ebene, ein zweiter Kreativer dazukommt. Das Dreamteam.

Oder ein Albtraum. Ein Buch, das nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Mein Stil, der in jedem weiteren Kapitel wieder auseinandergerissen wird. Eine Handlung, um die man streiten muss, statt selber zu entscheiden. Ein Buch, dass ein fauler Kompromiss ist.

Okay, sehen wir uns beide Szenarien mal ein wenig genauer an.

Ghostwriter?

Lasst es mich am Anfang gleich klären: Ich rede hier nicht von einem Ghostwriter. Also einem Profi, der jemanden, der nicht so gut schreiben kann, die Arbeit abnimmt, sein Buch für ihn verfasst. Also in seinem Namen schreibt. Das hat man häufig bei Stars, die ihre Biografie schreiben oder bei You TuberInnen etc, die eine große Followerschaft haben, denen man alles verkaufen kann, die aber nicht schreiben können. Nun, darum geht es nicht, denn diese Profischreiber nehmen ein Gehalt und verschwinden dann von der Bildfläche. Tauchen auch auf dem Cover nicht auf, manchmal dankt der Star dem Ghostwirter dann im Vor- oder Nachwort, aber das ist auch alles. Nein, hier geht es um die Zusammenarbeit von zwei AutorInnen.

Zwei sind mehr als einer

Co-AutorInAm besten funktioniert das Zusammenschreiben im Genrebereich oder bei Drehbüchern. Also dort, wo es weniger um einen ganz besonderen eigenen Stil und Sprache geht, sondern um eine Handlung, einen Stoff, eine Schreibarbeit, die man sich teilen kann, weil es mehr um ein Schreib“produkt“, als um eine künstlerische Leistung geht. Wobei – klar, es gibt auch Künstler, die zusammenarbeiten. Die quasi einen gemeinsamen Stil gefunden haben und so etwas gibt es auch in der Literatur.

Aber bleiben wir bei der etwas pragmatischeren Zusammenarbeit, denn die hat viele Vorteile:

  • Ideen-Input: Zwei Gehirne denken mehr und besser als eines. Keine Idee, wie es weiter geht? Der Co-AutorIn kann einspringen und weiterdenken und wenn ihr die Ideen ausgehen, hat sie ja eine PartnerIn.
  • Produktivität: Klar, können zwei Leute mehr Buchseiten und Bücher produzieren als ein Autor. Bei guter Zusammenarbeit ist der Output größer, auch weil man sich gegenseitig ermuntert, antreibt, in den Hintern tritt.
  • Schreibfluss: Jeder Autor kennt die Schreibblockade – Autorengespanne eher weniger. Denn wenn eine feststeckt, macht die andere weiter, ja, bringt mit ihren Ideen ihre Schreibkollegin sogar in Schwung.
  • Ergänzung: Die eine ist eher schüchtern und schlicht, die andere blumig und ausschweifend. Warum nicht daraus eine vielschichtigere Schreiballianz erschaffen? Oder: Ein Autor und eine Autorin arbeiten zusammen, Mann und Frau – und schon hat man zwei sehr unterschiedliche Perspektiven.
  • Kontrolle: Zwei AutorInnen sehen mehr als eine. Gerade bei der Überarbeitung hat man den Lektor eigentlich schon mit ihm Boot. Zudem eine KritikerIn, die weniger nachsichtig als eine LektorIn ist, da sie ja schließlich mit auf dem Cover steht.
  • Promotion: Werbung auf doppelt so vielen Social Media Kanälen. Zwei AutorInnen machen Werbung für das gleiche Buch. Spielen es in ihre Follwerschaft ein, bringen die Fangruppen zusammen und erhöhen so ganz organisch die Zahl ihrer Anhänger und Leser.
Mein Stil, mein Buch

Co-AutorinHier wird schon deutlich, dass die Zusammenarbeit vor allem Vorteile auf ganz pragmatischer Ebene hat. Künstlerisch ist sie eher eine Herausforderung. Als ich mit meinem Mann und Künstlerpartner zusammen die Graphic Novels „Der Fänger“ und „Atem holen“ erarbeitet habe, gab es schon einige heftige Auseinandersetzungen. Zwei Künstler mit zwei Dickköpfen müssen sich halt erstmal auf einander einstellen.

Zudem muss man sich klar darüber sein, dass eine Zusammenarbeit, die nicht auf künstlerischer Ebene stattfindet, den eigenen Stil und die eigene Arbeit immer etwas verwischt und die Handschrift des einzelnen Autors verloren geht. Sofern dann nichts Eigenes entsteht, wird das Buch am Ende tatsächlich eher ein Produkt als ein künstlerisches Werk sein.

Mentor und Schreib-Newbie

Eine interessante Form der Zusammenarbeit ist die zwischen einer erfahrenen AutorIn und einem Newbie.

Samantha von Leer ist die Tochter von Jodi Picoult, sie geht noch auf die Highschool. Die Idee zu Mein Herz zwischen den Zeilen kam ihr eines Tages im Unterricht. Sie erzählte sofort ihrer Mutter davon, die so begeistert war, dass die beiden daraufhin ihren ersten gemeinsamen Roman schrieben. (Bastei Website)

Kristin Cast und P.C. Cast sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Die Serie »House of Night« hat Millionen von Fans in über 40 Ländern. (Presse)

Bei Mutter und Tochter funktioniert das sicher am allerbesten, da beide sich kennen und vermutlich einen ähnlichen Geschmack haben. Der Vorteil ist hier, dass die AutorInnen aus zwei Generationen kommen und der Text im besten Fall sowohl handwerklich solide als auch jung und frisch sein wird.

Digitale Möglichkeiten

Ganz klar erleichtern einem die heutigen Schreibmöglichkeiten eine Co-Autorenschaft sehr. Eine Kapitel als Datei vermailen, der andere geht mit Korrekturfunktion über den Text, bei Unsicherheiten einfach mal schnell skypen. Wer Ulysses in der Cloud benutzt kann sogar parallel am gleichen Manuskript arbeiten. Man muss sich noch nicht einmal persönlich kennenlernen, Hauptsache, die Schreibarbeit funktioniert miteinander. Wer also an eine Co-Autorschaft denkt – gerade ist die beste Zeit dafür.

Für wen ist das was?

Okay,  für wen ist eine Co-Autorenschaft etwas? Für alle, die

  • Teamarbeit lieben
  • Kompromisse eingehen können
  • schnelle Entscheidungen treffen können
  • Schreiben (auch) als Job ansehen
  • sich über ihre Arbeit gerne austauschen
  • einen eher gewöhnlichen Schreibstil haben
  • die eher plotten als pansen
  • pragmatisch schreiben
  • mit Kritik umgehen können
  • einen guten Arbeitsrhythmus und Arbeitsplan haben
  • diszipliniert schreiben

Gerade, wenn man im Team schreibt, ist Diszplin sehr wichtig. Absprachens sollte man einhalten, interne Deadlines auch. Mit Kritik muss man umgehen können und auch damit, jemand anderen sanft und hilfreich zu kritisieren. Ein wenig Uneitelkeit gehört auch dazu, denn sicher wird man mit dieser Art der Zusammenarbeit eher die Bestsellerlisten als das Feuilleton erobern.

Welcher Schreib-Typ bin ich – Der Test

Nach 7 Blogartikeln ist es Zeit für den ultimativen Test: Welcher Schreibtyp bin ich? Da dies für mich und Isabel, die die Worksheets gestaltet, sehr viel Arbeit bedeutet, werden wir uns dafür 2 Wochen nehmen. In der nächsten Woche als einen Ruhetag einlegen und  erst am 1. November unseren Test hier vorstellen. Und, richtig, da kommt auch mein nächstes Buch „Flying Moon – Premiere“ heraus,d as wird wohl stressig werden. Aber das kenne ich schon, Buchveröffentlichungstage sind immer verrückt, also – good to go!

Eine gute Zeit und bis in 2 Wochen

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #amwriting

 

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply