Starke Charaktere

Starke Charaktere #5 Freunde

19. Juli 2017
Hilfreiche Freunde

Liebe Freunde, vielleicht habt ihr euch in den letzten Blogbeiträgen gefragt, ob Mentoren oder Feinde wirklich nötig für eine gute Geschichte sind? Muss ich diese Archtetypen überhaupt einbinden? Geht es nicht auch ohne? Nun, Geschichten sind unter anderem deshalb so beliebt, weil sie Abbilder für das echte Leben, die Realität sind. Und zwar egal, ob es Fantasygeschichten sind, in Hobbingen, New York oder Unterschlurzheim spielen.Vermutlich liegt es daran, dass wir Menschen hier auf der Erde sind, um uns weiterzuentwickeln. Zu wachsen. Körperlich, aber auch geistig. Und vermutlich sind wir uns diese Woche ganz einig, dass FREUNDE in dieser Hinsicht absolut unverzichtbar sind.

Jeder braucht – einen Freund

In Geschichten haben Freunde oft viele Funktionen. Manchmal kann ein Freund zum Feind werden oder auch ein Mentor sein, aber wenn ihr einen Freund-Charakter entwerft, dann hat er immer ganz ähnliche Eigenschaften und Funktionen. Ganz grundsätzlich  helfen und unterstützen Freunde euren Hauptcharakter, und zwar sowohl körperlich als auch mental. Ich habe ja gesagt, dass der Held auf jeden Fall AKTIV sein muss. Das heißt aber nicht, dass er alles alleine machen muss. Und genau da kommen die (hilfreichen) Freunde ins Spiel.

Eigenschaften von Freunden

Was ist ein (bester) Freund? Nun, obwohl das jeder anders beantworten würde, ähneln sich die Antworten vermutlich in der Hinsicht, dass jeder möchte, dass ein Freund auf der eigenen Seite steht. Tut er das nicht, dann ist er eher – genau – ein Feind. Also kann man schon einige Eigenschaften aufzählen, die Freunde in Geschichten haben sollten, damit sie dem Held beistehen können:

  • Loyalität
  • Großzügigkeit
  • Selbstlosigkeit
  • Mut
  • Ehrlichkeit
  • Aufrichtigkeit

Das sind Eigenschaften, die das Urteil und die Hilfe des Freundes vertrauenswürdig und hilfreich machen. Klar, wer nicht ehrlich zu euch ist – was für eine Hilfe kann der sein? Oder jemand, der sich ängstlich verdrückt, wenn es haarig wird? Auch nicht sehr hilfreich. Und dann gibt es noch ein paar Eigenschaften, die Freunde zwar nicht haben müssen, aber haben können. Einfach, weil es die Geschichte bunter und netter macht. Denn die Freunde können etwas in das Drama einbringen, was der Held, der ja auf einer sehr seriösen und ernsten Reise ist, nicht so gut kann: Sie dürfen, witzig, abgedreht, schräg und albern sein. Über sie darf der Leser lachen. Ausnahme? In Komödien kann der Held derjenige sein, über den gelacht wird. Meist die ganze Zeit.

Der Freund oder die Freunde übernehmen in Geschichten bestimmte Funktionen/Aufgaben.

Funktionen von Freunden für den Helden

Und diese Funktionen übernehmen sie nicht nur für den Helden, sondern auch für den Leser. Ein Beispiel: Wie kann der Leser die Gedanken des Helden erraten? Sofern er keine Selbstgespräche führt oder endlose innere Monologe – gar nicht. Viel schöner und auch dynamischer ist es, wenn der Held seine Gedanken mit dem Freund AUSTAUSCHEN kann. Auf diese Weise werden nicht nur alle Pros und Cons einer Situatuion aufgezeigt, sondern kann auch eine Strategie erläutert werden oder die innere Zerrissenheit des Helden deutlich gemacht werden. Dies geschieht meist im Dialog (und darüber sollte ich auch mal ausführlicher bloggen …). Hieraus ergeben sich ganz logisch folgende Funktionen der Freunde:

  • unterstützen
  • beistehen
  • Mut machen
  • auflockern
  • herausfordern
  • warnen
  • beschützen
  • zurückhalten
  • erinnern
  • klären

Ja, richtig, im Grunde sind Freunde auch so etwas ähnliches wie Mentoren. Ich bin ja der Meinung, dass Ron in Harry Potter für Harry ein Freund ist und Hermine (die ja auch ein wenig das Alterego von J.K. Rowling ist) eher die Funktion einer Mentorin übernimmt. Manchmal sind die Grenzen hier verschwommen, was aber überhaupt nicht schlimm ist, wenn man so meisterlich schreibt wie J.K. Rowling.

Ein Freund, ein guter Freund

Aus alle diesen Gründen ist ein Freund-Charakter so großartig und in all meinen Büchern einfach unverzichtbar. Ich mag, dass die Freunde-Charaktere viel mehr Freiheiten für mich als Autorin haben. Ein Freund kann komplett abgedreht sein wie Hendrik in „Lass uns fliegen“. Oder herausfordernd wie Gerion in „Flying Moon“. Eben all die Abgedrehtheiten zeigen, die ein Held nicht haben darf, da er auf einer Heldenmission ist und das – ist eine ernste Angelegenheit.

Wenn ihr also Freund oder Freundinnen für eure Helden erschafft, dann nutzt den Freiraum für interessante, bunte Charaktere. Das gilt übrigens auch für die Freunde der Feinde. Natürlich sind diese hilfreich und solidarisch mit dem Feind. Unterstüzen den Feind im Kampf gegen den Helden. Und meist sind es auch etwas schräge, besonders fiese oder übertrieben dumme Charaktere.

Okay, was bleiben noch für Charakter-Typen übrig? Ich könnte die Blogreihe doch eigentlich hier beenden und sagen: Damit kommt ihr hin. Helden, Feinde, Mentoren, Freunde – das reicht. Aber eigentlich wird es ja jetzt erst richtig spannend, wenn die Charakter-Archetypen kommen, die viel unscheinbarer sind, aber wichtige Funktionen in euren Geschichten übernehmen? Die sogar mehrfach in eurer Geschichte auftauchen können. Wie – die Schwellenhüter. Und was das genau ist, erzähle ich euch dann nächste Woche.

Bis dahin eine tolle Zeit, im Urlaub oder auf dem Balkon

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #amwriting

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