7 Tipps - Schneller & produktiver schreiben

7 Tipps – Schneller & produktiver schreiben #1 Einstellung

26. April 2017
Warum überhaupt schneller & produktiver schreiben?

Es beschäftigt jede professionelle AutorIn: Wie kann ich schneller & produktiver schreiben? Wie kann ich mehr Bücher veröffentlichen? Und, ja, natürlich: Wie kann ich schneller gute Bücher schreiben und veröffentlichen. Ganz berechtigt ist hier die Frage: Wieso überhaupt? Was spricht dagegen, ein oder zwei Jahre an einem Buch zu sitzen? Nun, eigentlich überhaupt nichts.
Wenn man genug Geld und Zeit hat, kann man sein ganzes Leben an einem Buch schreiben. Wenn man allerdings das Schreiben auf irgendeine Weise zum Beruf machen möchte, dann ist es sehr wichtig, dass man schnell schreibt. Warum? Weil Leser auf Lesenachschub warten, weil ein Verlag den Autor schlecht promoten kann, wenn er nur alle paar Jahre mal ein Buch veröffentlicht und weil niemand sich länger mit Autoren beschäftigt, die unproduktiv und unrentabel sind. Okay – suck it up. Schreiben ist eine wunderbare Tätigkeit, aber der Buchmarkt ist vor allem – ein Buchgeschäft.

Einstellung

Buch-geschäft. Das klingt nach Dingen, die überhaupt nichts mit dem Schreibprozess zu tun haben. Richtig. Es ist etwas komplett anderes. Daher möchte ich am Anfang dieser 7-teiligen Blogserie darüber sprechen, welche Einstellung man am besten zum Schreiben bekommen sollte, oder wie man seine Einstellung zum Schreiben erweitern kann, um schnell schreiben und viel veröffentlichen zu können.

Ich musste das auch erst lernen. Für mich ist Schreiben immer und vor allem eine kreative Tätigkeit. Ich finde es spannend, die Möglichkeiten von Sprache, Bildsprache und von Storytelling auszuloten. Das Problem: „Künstlerisches Niveau“ ist etwas, dass weder die meisten Verlage noch Leser interessiert.
Daher musste ich meine Einstellung zum Schreiben erweitern. Es gibt Serien, Filme, Bücher, die nicht unbedingt Kunst sind, aber gut gemacht. Wenn man Schreiben auch als „gute Unterhaltung“ zulässt, dann kann es trotzdem um ein sehr gutes Schreiben gehen. Zugleich eröffnen sich viel mehr Möglichkeiten.

Es ist aber auch für das literarische Schreiben gut, sich ein wenig locker zu machen. Hey, es ist nur … schreiben. Wir setzen hier keine Menschenleben aufs Spiel oder verhüten den 3. Weltkrieg. Wir schreiben ein Buch. Also ganz ruhig. Auch beim literarischen Schreiben kann schneller & produktiver schreiben eine große Hilfe sein. Das heißt nicht, dass man seine Ansprüche senken muss, sondern nur, dass man den Roman des 21. Jahrunderts vielleicht statt in zehn in fünf Jahren schreiben kann.

Schneller ist nicht besser, kann aber sehr gut sein

Meist denkt man, eine Sache würde besser werden, wenn man lange daran arbeitet oder sich lange damit beschäftigt. Was lange währt wird gut. Als Künstlerin weiß ich aber, das stimmt nicht. Gerade, wenn man das Grundhandwerk beherrscht, kann es sehr schnell gehen, wenn man eine brillante Idee umsetzt. Ich kann sogar sagen, dass ich meine besten Einfälle und Ideen immer extrem schnell umgesetzt habe. Eine sehr gute Idee entwickelt einen starken Sog. Man arbeitet fokusiert und intensiv und das Ergebnis hat eine starke Energie. Einige sehr gute Bücher der Weltliteratur sind so entstanden:

  • Bonjour Tristesse: Francois Sagan schrieb den Roman mit 18 Jahren innerhalb weniger Wochen.
  • Frankenstein: Mary Shelley schrieb den Roman mit 19 Jahren während eines Sommerurlaubs.

Zwei Dinge fallen auf. Es sind Debüts und die Autoren sind jung. Und das ist kein Zufall. Sie waren sich beim Schreiben keineswegs klar darüber, dass ihr Buch ein so großer Erfolg werden würde. Jung und unerfahren, könnte man sagen, und das war durchaus ein Vorteil, was ich in den nächsten Blogbeiträgen noch genauer ausführen werde. Hier will ich erst mal nur eines sagen: Schnell muss nicht schlecht heißen. Man kann, muss aber nicht wochenlang über seinem Manuskript brüten, damit es gut wird.

Produktiver

Genauso sieht es mit der Anzahl von Büchern aus, die man herausbringt. Ja! Mehr Bücher herauszubringen ist grundsätzlich besser, wenn man davon leben und sich einen Namen in der Buchbranche machen will.

schneller & produktiverIch weiß noch, dass ich den Gedanken, ein Buch innerhalb von wenigen Monaten zu schreiben und herauszubringen sehr merkwürdig fand, als ich mich zum ersten Mal mit Selfpublishing beschäftigt habe. Darf man das überhaupt? In meinem Verlag dauerte alles so lange, dass ich schon selber geglaubt habe, es könnte gar nicht schneller gehen. Es wäre unmöglich, ein Buch schnell herauszubringen. Unredlich. Unanständig. Frech. Gewagt. Unseriös. Okay, schupsen wir diesen Gedanken mal ganz schnell in die virtuelle Mülltonne. Ich habe in den letzten Monaten Verlagsveröffentlichungen gesehen, bei denen man sich vor lauter – nun, sagen wir es einfach mal – Gier noch nicht einmal Zeit für ein anständiges Korrektorat genommen haben. Von einem Lektorat ganz zu schweigen. Ja, auch in einem Verlag kann es schnell gehen. Es ist immer die Frage der Prioritäten. Und was einem gerade wichtig ist.

Was ich sagen will: Es ist okay, schnell zu arbeiten. Es ist okay, produktiv zu sein. Wenn man diese Einstellung erst einmal bei sich zugelassen hat, ist es sehr viel einfacher, sich Techniken anzueigenen, die einem dabei helfen, schneller, besser und auch produktiver zu arbeiten.

Spirit und Handwerk

Für das Schreiben gilt das Gleiche wie für alle Handwerke oder Künste. Ohne einen gewissen Einsatz wird man nicht erfolgreich werden. Ein Text sollte immer zwei Dinge haben: eine große Ausstrahlung/Energie und gutes Schreibhandwerk. Das eine hat viel mit dem Engagement für das Thema, der Lust am Schreiben zu tun. Das andere mehr mit Sprachgefühl und Ausdrucksfähigkeiten. Beides greift natürlich ständig ineinander. Wie in der Musik. Es gibt Rock- oder Punkmusiker, die beherrschen ihre Instrumente nicht perfekt, bannen das Publikum aber mit ihrer Power, der Energie, der Ausstrahlung. Andere – vor allem klassische – Musiker, überzeugen eher mit vollendetem Handwerk. Beides zusammen ist perfekt. Wer nicht so gut im Schreibhandwerk ist, aber viel Elan mitbringt, der kann das ausgleichen. Wer sehr gut schreiben kann, überzeugt durch sein Handwerk. Wenn man schneller & produktiver schreibt, wird man in beiden Bereichen gleichzeitig (und schneller) besser.

Techniken und Verhaltensweisen

In den nächsten Wochen werde ich euch zeigen, wie man

  • seine Schreibzeiten besser vorbereitet
  • die Arbeitsplanung und Zeitmanagment verbessert
  • schneller in den Schreibflow kommt
  • die Schreibphasen verlängern und verbessern kann
  • Texte interessanter und aufregender macht
  • Buchveröffentlichungen aufeinander aufbaut

Eine gute Zeit

xoxo

Katrin

#rbpub #redbugwriting #amwriting

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1 Comment

  • Reply Autoren: Medienlese 22.04.-28.04.2017 – Dembelo 29. April 2017 at 08:15

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