Love on Paper, Red Bug Books

Love on Paper #5 Interview

11. Februar 2017
Interview mit Katrin

Schaut ihr auch so gerne hinter die Kulissen von Filmen und Theaterstücken? Vielleicht liegt es daran, dass wir so viel mit dem Filmgeschäft zu tun haben, jedenfalls sehen wir immer das Making Of zu Filmen. Und teilen daher auch gerne das, was bei uns hinter den Kulissen passiert. Heute ist es ein Interview mit Katrin zur Entstehung von Love on Paper. Eine Autorin wird ja nicht gerne ins Rmapenlicht gezerrt. Nun, wie gut, dass Katrin noch ein royales ICH hat, das sich gerne zeigt ;) Interviewt hat sie die wunderbare Isabel.

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Was hat dich inspiriert, Love on Paper zu schreiben? Gab es einen Moment, in dem du wusstest; das ist meine nächste Geschichte?

Bei dieser Geschichte gabe es einen exakten Moment, an den ich mich gut erinnere, da ich den Hook der Geschichte geträumt habe. Ich bin ganz erstaunt aufgewacht und dachte: Wow, das ist ein toller Hook für eine Geschichte. So, als ob man den Blurb schon geträumt hätte und jetzt eigentlich nur noch die Geschichte erzählen muss (lacht). Ha, nur noch …

Wie arbeitest du, was ist das allererste was du tust, wenn du ein Buch beginnst?

Also ehrlich gesagt versuche ich als erstes herauszufinden, ob die Idee trägt oder sich nicht gleich wieder in Luft auflöst. Also überlege ich, wie die Geschichte laufen könnte. Und das mache ich erstmal nur im Kopf.

Hat dich ein Soundtrack beim Schreiben von LOVE ON PAPER begleitet?

Meist lege ich eine meiner Mix-CDs ein, um in die Stimmung zu kommen. Wenn ich dann abgetaucht bin, nehme ich die Musik gar nicht mehr aktiv wahr. Ein Song kann dann so etwas wie das Pendel bei einer Hypnose sein. Anhören – wegtauchen. Bei Love on Paper war es am Ende dieser Ed Sheeran Song – Afire Love (das ist mir jetzt schon ein wenig peinlich …) Ich meine, er ist ein verdammt guter Musiker, aber seine Songs sind alle etwas cheesy. Hm, das war wohl die perfekte Mischung.

Was war das Schwierigste daran, dieses Buch zu schreiben?

Die Zeit war ziemlich bumpy für mich. Meine Mutter ist gestorben, und es gab viele Veränderungen in meinem Leben, die ich erstmal verdauen musste. Abschiede, auch beruflich, die ich betrauert habe. Also habe ich Trauer und Verlust als Thema mit in das Buch genommen. (lacht) Das hat es allerdings nicht unbedingt leichter gemacht, es zu schreiben. Und dann sollte es auch kein Trauerbuch werden und ist es zum Glück auch nicht geworden.

Du hast schon über 20 Romane veröffentlicht, was bleibt gleich, was verändert sich?

Was gleich bleibt ist, dass man eigentlich nie auf der sicheren Seite ist und seine gute, sorgfältige Arbeit leisten muss: Dass man eigene Ideen entwickeln, den eigenen Stil pflegen und seine ganze Energie in ein Buch geben muss. Ich will eigentlich immer besser werden, mich mit jedem Buch steigern. Tja, eigentlich bleibt nichts gleich. Alles ändert sich, ständig.

Pssst … hast du einen Lieblingscharakter?

Oh ja. Wie immer liebe ich meine männlichen Charaktere besonders. Den männlichen Hauptcharakter in diesem Fall. (Kann ich hier schon Namen nennen? Hm. Na, ihr wisst dann schon, wen ich meine …)

Was kannst du uns über Maya erzählen, die Heldin in LOVE ON PAPER?

Alle weiblichen Charaktere meiner Bücher sind mir immer etwas ähnlich. Was dann auch gleich das Problem ist, weil ich natürlich Abstand finden muss, um ihnen Raum zu geben, sich zu entwickeln. Maya liebt Bücher genauso wie ich. Sie liest intensiv und viel. Sie ist im großen Kreis eher schüchtern und unsicher (wie ich früher), doch in einem Zweiergespräch blüht sie auf, und kann sehr intensiv werden. Maya hat aber auch viele Eigenschaften, die ich nicht teile. Sie ist zum Beispiel sehr fürsorglich und viel weniger rebellisch als ich.

LOVE ON PAPER handelt von der Liebe zum Schreiben; wann hast du dich ins Schreiben verliebt?

Ich habe ja schon mal erzählt, dass ich schon vor Schulbeginn lesen konnte. Also ging es mit Lesen los. Und mein Vater hat mich sehr früh, so mit 9 Jahren, ans Tagebuchschreiben herangeführt. Also begann auch das Schreiben und Reflektieren über mein Leben und andere Menschen sehr früh.

Wie können wir uns dein Arbeitszimmer vorstellen? Schreibst du an einem Ort oder wechselst du die Location, je nachdem was du gerade schreibst?

Ich bin eine Schreibkatze. Daher suche ich mir einen Ort und bleibe dort, bis die Energie verbraucht ist oder schwächer wird und wechsle dann zu einer anderen Stelle. Ich bemühe mich gerade, mich immer in mein Schreibzimmer zurückzuziehen, aber wenn ich ehrlich bin, bestimmt das Projekt den Ort. Manchmal habe ich so J.K. Rowling-Phasen, dann schreibe ich am liebsten im Café.

Wenn LOVE ON PAPER verfilmt werden würde, wer führt Regie?

Oh, coole Frage. Also ich bin ja für weibliche Regisseure. Und seit Dogtwon Boys ein Fan von der leidenschaftlichen Art, mit der Catherine Hardwicke ihre Projekte angeht. Auch wenn sie den 1. Twillight Film gemacht hat (und dann fast logischerweise gefeuert wurde …), sehe ich sie eher als Rebellin. Das mag ich an Regisseuren überhaupt, dass sie eigene Ideen haben und für sie kämpfen. C.H. würde bestimmt die richtige Mischung aus Coolness und Leidenschaft, Energie und Ruhe, Dunkelheit und Licht finden.

Wie entwirfst du Szenen, tauchen die Ort und Personen einfach vor deinem Inneren Auge auf? Oder lässt du dich von deiner Umgebung inspirieren?

Ich benutze Orte, die ich kenne, setze sie aber auch neu zusammen. Ich habe viele, viele Häuser und Ort gesehen, also kann ich mich da gut an meiner Erinnerung bedienen. Und, ja, ich sehe immer alles vor meinem inneren Auge ablaufen wie in einem Film.

LOVE ON PAPER in drei Worten:

Leiden-schaftlich     ehrlich    liebevoll

Deine Stimmung 3 Tage vor dem Booklaunch

Das muss ich mit einem Gif beantworten. (Grinst). Diese leichte Gefühl, als ob man gleich durchdreht …

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Yeah! Danke für deine Zeit!

Ich danke dir, Isi!

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Yay! Auf Katrins Blog findet ihr ein Making Of  zum Buch uuuunnnnd hier könnt ihr ein Print-Exemplar gewinnen.

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3 Comments

  • Reply Roland 12. Februar 2017 at 11:35

    Der Blick hinter die Kulissen – oh ja gerne! Ein wahrhaft royaler Einblick in das Schaffensleben von Katrin. Gegen die leicht aufkommende Ehrfurcht setzt sie allerdings ihre erfrischende Lebens- und Schaffensfreude dagegen. Wieder gelungene Anmache für das kommende Buch.

    Die Idee mit den fröhlich-munteren Gif’s bringt da echten Schwung rein. Glückwunsch

    Roland

    • Reply Katrin 12. Februar 2017 at 13:22

      Hi Roland,

      jetzt habe ich doch glatt Schadensfreude, statt Schaffensfreude gelesen und mich gefragt, ob ich es nicht einfach genieße, euch alle zappeln zu lassen. Wobei – wenn ich ehrlich bin, komme ich jetzt schon wieder in den Zustand, in dem ich mich frage, ob überhaupt irgendjemanden da draußen mein Buch interessiert?? Ahhh, das ist wohl einfach die Grundkonstitution Künstler – entweder größenwahnsinnig oder in Selbstzweifeln – *lach*. Danke, für deine nette Aufmunterung!

      • Reply Roland 12. Februar 2017 at 16:50

        ha ha ha, du lässt uns ja zappeln und kokettierst auch noch damit! Typisch Künstler! Glückliche Grundkonstruktion of life: Größenwahnsinnig (oder sagen wir mal besser verrückt*) gepaart mit Selbstzweifeln. Sehr sympathisch. Was wäre die Welt öde ohne Kunst und ihre Protagonisten.

        *verrückt = nicht an dem vom Allgemeindenkent vorgesehenen Platz. Schön, dass es Euch gibt.

        Liebe Grüße
        Roland

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