7 Tipps (nicht nur) für Schreibanfänger

7 Tipps (nicht nur) für Schreibanfänger #2 Arbeitsplan

11. Januar 2017

Okay, das ist ein wenig unsexy. Wer macht schon gerne einen Plan, wenn er mit einer kreativen Arbeit beginnt? Nach vielen Büchern und sehr viel Ausstellungen kann ich euch versichern: Ein Arbeitsplan ist nicht dafür da, die Kreativität einzuschränken, sondern ihr einen komfortalben Raum zu geben.

Schreiben für Verlage

Ich kenne das gut von kleinen bis mittelgroßen Buchprojekten. Die Agentin ruft an, dem Verlag hat das Exposé gefallen, man möchte das Buchprojekt verlegen. Yeah! Und weil ich meist keinen, der Verlag aber ganz sicher einen Plan hat, heißt es dann: Der Verlag braucht das Manuskript in acht Monaten, denn das Buch soll in anderthalb oder auch zwei Jahren herauskommen. Nicht, dass ich auch nur annähernd acht Monate für das Buch brauchen würde. Vielleicht zwei oder drei Monate, maximal vier. Und was mache ich dazwischen? Warten, andere Projekte, Geld verdienen.

Der Abgabetermin rückt näher und dann fange ich irgendwann an. Seltsam nur, dass auf einmal die Zeit gar nicht mehr so endlos ist, wie sie mir bei Auftragsvergabe vorkam. Weil der Verlag einen Plan hat, hat er das natürlich eingeplant und kann mir noch einen Monat geben, was ich dankbar annehme. Und die Zeit reicht trotzdem nur so knapp, und ich würde so gerne noch … Was ist da schiefgegangen?

Schreiben als Selfpublisher

Weil ich ein ungeduldiger Mensch bin und mich die langen Vorlaufzeiten im Verlag immer etwas genervt haben, habe ich mich sehr gefreut, als Selfpublishing aufkam. Genial, endlich konnte ich mit der vollen Energie schreiben. Weil ich – wiederrum – keinen Arbeitsplan hatte, habe ich dann tatsächlich drauflos und einfach so lange und intensiv geschrieben, bis ich einen Burnout hatte. Das war also keine Lösung.

Der Arbeitsplan

Ich experimentiere jetzt schon länger mit einer Planung für mein Schreiben. Als kreativer Mensch versuche ich, dass alles schön und attraktiv zu gestalten und in letzter Zeit immer mehr analog, denn am Laptop sitze ich ja schon lange genug. Hierzu musste ich mir als erstes klarmachen, dass ich als Autorin viele, ganz verschiedene Tätigkeiten in eine Ordnung bringen muss. Wenn man an eine Schrift-Stellerin denkt, dann ans Schreiben. Aber da sind noch so viele andere Dinge: Recherche, Überlegungen, Ideen, die Buchstruktur, die Erzählstränge, das Überarbeiten. Und ich rede hier (noch) nicht von Social Media oder Gesprächen mit Agenten, Lesungen und so weiter.

Buchprojekte in To Dos zerlegen

Sehr hilfreich ist es daher, sich alle Arbeitsschritte eines Buchprojekts  klar zu machen, bevor man einen Arbeitsplan aufstellt. Denn jeder Schritt verlangt eine andere Art der Energie. Heute schreiben von zehn bis fünfzehn Uhr – ist ein schöner Plan, aber ich rate zu mehr Detail und einer To Do- Liste für die einzelnen Schritte eines Projekts. Gibt man es an einen Verlag oder die AgentIn, dann muss ein Exposé, ein Blurb, und eine Leseprobe geschrieben werden. Wie lange dauert jeder einzelne Schritt? Wann will ich Zeit dafür einplanen? Womit fange ich an?

Schreibt man als Selfpublisher, macht es Sinn sich zu überlegen, wann man das Buch herausbringen will. Ein Sommerthema passt logischerweise besser im Sommer. Wie lange schreibe ich am Buch? Wenn ich im Sommer beginne, wird es vielleicht ein Winterbuch. Und so weiter. Auf einmal nimmt der Arbeitsplan epische Größe an und das ist gut so. Denkt an die Pläne, die Verlage machen.

Arbeitsschritte in eine Ordnung bringen

Der ersten Schritte sind also, sich zu fragen: Was ist das für ein Projekt, was muss dafür getan werden/ brauche ich dafür/muss ich dafür erledigen? Muss ich recherchieren? Mache ich das parallel oder vorher? Ken Follett recherchiert fast ein Jahr und setzt sich dann an die Schreibarbeit. Er trennt also Arbeitstätigkeiten ganz bewusst.

Manche Dinge kann ich entspannt parallel angehen. Schreiben kann sehr anstrengend werden, nach 2-3 Stunden brauche ich eine Pause. Mich entspannt es, mir dann Gedanken zu einem anderen Projekt zu machen, ein paar Charakterstudien anzulegen oder ein Pinterest-Board zusammenzusuchen. Wenn ich für dieses Buch einen anderen Plan habe und dort etwas als erledigt abkreuzen kann, dann habe ich am Ende nicht das Gefühl, einfach nur prokrastiniert zu haben. Das ist gut für das Selbstbewusstsein.

Wie mache ich mir einen Arbeitsplan?

Natürlich ist jeder Schreiber anders. Angefangen mit der Art, wie er schreibt – also Plotter oder Panser – bis zum Buchprojekt, dass er sich vorgenommen hat – ein leichter Unterhaltungsroman oder ein historischer Roman. Dies alles sollte ein Plan berücksichtigen. Plotter machen ja sowieso gerne Pläne und planen daher am Anfang ein, ihr Buch durchzuplanen, bevor sie zu schreiben beginnen. Aber auch wenn man kein Plotter ist, ist es sinnvoll, sich einen Plan für die Schreib- und Überarbeitsphasen und Zeiten anzulegen. Also zum Beispiel: Vier Wochen schreiben, dann eine Woche überarbeiten. Ob ich das auf eine Tafel an die Wand oder in ein Buch schreibe, ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass ich weiß, wo ich mich gerade befinde, was ich getan habe, was noch zu tun ist.

Der Arbeitsplan als Belohnungssystem

Ich liebe es, mir für getane Arbeit Punkte/Herzchen/oder Sterne zu geben. Ja, da bin ich wie eine Erstklässlerin. Ich fühle mich super, wenn ich hinter: Exposé gemacht einen Stern kleben kann, statt zu denken: Verdammt, heute wieder nicht zum Schreiben gekommen. Auf der anderen Seite merke ich, wenn ich mir vorgenommen habe, täglich ein Kapitel zu überarbeiten und nach einer Woche immer nur noch ein Stern in meinem Plan ist. Da betrüge ich mich wohl gerade selbst. Natürlich sollten Pläne flexibel sein. Hat das Kind gerade Masern bekommen, dann ist eben etwas anderes gerade wichtiger als zu schreiben.

Okay, dieses Thema ist – endless! Wenn ich ein richtig gutes System gefunden habe, das auch auf andere Autoren und ihre Schreibprojekte zu übertragen ist, dann melde ich mich. Bis dahin rate ich euch, einen kreativen, schönen und bunten Arbeitplan anzulegen, der euch zeigt, wie viel ihr noch vor euch habt, was noch zu erledigen ist, euch aber auch motiviert. Und – euch mit Sternchen für eure Schreib- und Planzeiten zu belohnen.

Nächste Woche … Moment, ein Blick in meinen Blogging-Plan … ja! Ich weiß es jetzt – ihr lasst euch überraschen ;)

Eine schöne Schreib-Woche

xoxo

Katrin

#redbugwriting #rbpub #amwriting

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply