7 Schritte zu deinem Buchprojekt

7 Schritte zu deinem Buchprojekt #4 – Unterstützer

30. November 2016

Niemand realisiert ein Buchprojekt ganz allein. Noch nicht mal ein Selfpublisher, den irgendwo auf dem Weg braucht man – Unterstützer.

Ein Supportteam

Als ich mein erstes Jugendromanprojekt begann, hatte ich drei Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, habe mit meinem Partner für verschiedene Filmproduktionen gearbeitet und war gerade in eine Riesenwohnung gezogen. Bester Zeitpunkt? Nope. Aber richtiger Zeitpunkt? Schon irgendwie. Denn ich hatte eine Idee, die mich sehr interessiert hat, einen Partner, der mich motiviert hat und genug Leidenschaft für mein Projekt. Um anfangen zu können, war für mich der Aufbau meines Supportteams absolut wichtig. Wer würde mein Projekt unterstützen? Wer Verständnis dafür haben, dass ich im Zombiemodus mein Zimmer verließ und ständig in Gedanken war, weil meine Buchcharaktere mich vollquatschten?

Um Hilfe bitten

Es war klar, dass meine Familie am unmittelbarsten von den Veränderungen betroffen sein würde. Daher habe ich erst mit meinem Partner gesprochen und mich dann mit meinen Kindern an einen Tisch gesetzt und ihnen erklärt, was ich die nächsten Monate vorhabe. Mit Radio Gaga habe ich dann ganz überraschend zwei dotierte Preise gewonnen und eine Bestseller gelandet. Aber ich glaube, ich habe mich unbewusst viel mehr in das Projekt hineingehängt, weil ich wusste, andere sehen mir dabei zu.

UnterstützerFür mich ist es sehr wichtig, mir Hilfe zu holen. Egal ob in meiner Partnerschaft, meiner Familie, oder in meiner (anderen) Arbeit. Ich gehe zu den Menschen, die in meinem direkten Umfeld sind. Okay, es wäre hilfreich, wenn der Postmann nicht klingeln würde. Der wird nicht unbedingt eingeweiht, aber sonst so gut wie jeder. Wer kann helfen? Übernimmt mein Partner das Essenkochen in der Zeit? Oder den Einkauf? Geht er öfter mit dem Hund oder übernimmt in der Zeit die Wäsche? Das alles könnte Schreibzeit werden.

Stürmer und Verteidiger

Cornelia Funkes Mann hat ihr Tee in ihr Schreibhäuchen gebracht und sich viel um die beiden Kinder gekümmert. Tabitha King hat das Manuskript von Carrie ihres Mannes Stephen aus dem Mülleimer befördert und ihm vermutlich einen Pep-Talk gegeben. Ich habe mir viele erfolgreiche Autoren angesehen: Jep. Hinter jeder/m erfolgreichen AutorIn steht ein guter Unterstützer. Auch ich habe Super-Unterstützer. Während ich vorstürme, hält mir jemand den Rücken frei. Das kann praktische, aber auch moralische Unterstützung bedeuten. Mein Partner ist der beste Unterstützer – ever! Meine beste Freundin und meine Schwester freuen sich auf mein nächstes Buch. Sie fragen nach, und das motiviert. Ich stürme vor, und meine Unterstützer helfen, dass das Leben mich nicht einholt und vom Schreiben abhält. Wichtig für mich: Wenn sich meine Helfer dann später Unterstützung für ihre Projekte bei mir holen – bin ich da.

Der Verlag als Unterstützer

Natürlich können auch Verlage tolle Unterstützer sein. Ich habe mein erstes Buchprojekt zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, als es noch kein Selfpublishing gab. Der Verlag (Beltz & Gelberg) war sehr wichtig für mich. Meine Lektorinnen (ich hatte zwei) haben mich im Lektorat auf viele Dinge aufmerksam gemacht. Zum Teil sogar mitrecherchiert. Genial! Meine Lieblingslektorin bei Oetinger (jetzt selbstständig) hat mir ihre ganz eigene Sichtweisen auf meine Protagonisten gezeigt. Ein Grund, warum ich es so liebe, mit einem Verlag/Profilektoren zu arbeiten, ist der zweite Blick auf das Manuskript.

Betaleser

Bei meinem letzten Buchprojekt, der dystopischen Serie „The World“, hatte ich gleich sieben Betaleser.  Das mache ich sonst nicht, aber bei einem so ambitionierten Projekt wollte ich ein erstklassiges Feedback. Nicht nur meine Lektorin, sondern sechs Menschen zwischen 19 und 59 haben mir ihre Meinung zum Text gesagt. Meine Betaleser waren kritische und aufmerksame, aber auch unterstützende Leser, die mir geholfen haben, den Text besser zu machen. Betaleser können Fans, Buchblogger, Freunde oder Verwandte sein. Hauptsache, sie unterstützen mein Projekt. Am besten spricht man sie schon vor dem Projekt an, denn es hilft, wenn jemand schon gespannt auf den Text wartet.

Für mich ist es immer wieder wichtig, mir anzusehen, von welchem Punkt aus ich ein Projekt starte und dann die richtigen Leute im Umfeld um Hilfe zu bitten. Genauso wichtig ist es für mich, die Menschen auf Abstand zu halten, die keine Hilfe sind, vielleicht sogar neidisch/ärgerlich/überkritisch sind. Gerade vor einem Buchprojekt kann es auch wichtig sein, die Außenwelt ein wenig auszublenden.

Wie macht ihr das, wenn ihr ein (Buch)projekt beginnt? Habt ihr Tipps, wo man Unterstützer finden kann?

xoxo

Katrin

#redbugwriting #amwriting #rbpub

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2 Comments

  • Reply Alanna Wolf 7. Januar 2017 at 12:26

    Hallo :D

    Unterstützer kann man nicht nur im direkten Umfeld finden, sondern auch im Internet.
    Es gibt mehrere Foren, wo man sich über’s schreiben austauschen kann und Testleser findet. Das ist vor allem gut, weil die Leute nicht voreingenommen sind.
    Aber wenn es darum geht, die eigene Schreibzeit zu organisieren, dann sind Freunde und Familie als Unterstützer einfach nur Gold wert.
    LG Alanna

    • Reply Katrin 7. Januar 2017 at 15:38

      Stimmt, Alanna. Ein guter Hinweis.
      Und, richtig, manchmal braucht man auch etwas Abstand von der Familie :)

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