Von der Idee zum Manuskript

Von der Idee zum Manuskript #5 Pseudonym?

3. Februar 2016
Brauche ich ein Pseudonym?

Jetzt habt ihr schon fast alles beisammen, um ein Exposé zu erstellen: Ihr habt eine Idee, eine Story, starke Charaktere und ihr wisst, in was für ein Genre eure Buchidee fällt. Aber habt ihr schon darüber nachgedacht, unter welchem Namen ihr euer zukünftiges Buch veröffentlichen wollt? Ich hoffe sehr, dass ganz viele von euch jetzt rufen: Na, klar, unter meinem Namen! Denn heute will ich euch genau dazu vermuntern: Benutzt für euer Buch euren eigenen Namen. Es ist mutig und es ist gut! Und weil es gar nicht so leicht ist, mit seinem Namen für das einzustehen, was man künstlerisch/kreativ macht, werde ich diesem Thema eine ganzen Blogbeitrag widmen

Wieso verwenden Autoren Pseudonyme?

Autoren verwenden Pseudonyme aus verschiedenen Gründen. Aus den vielen möglichen Gründen habe ich hier mal die für Autoren gängisten Gründe herausgepickt.

  1. Sie haben einen extrem komplizierten und schwer zu  merkenden Namen.
  2. Und veröffentlichen Literatur, mit der sie in ihrer – bürgerlichen – Extistenz nicht gerne in Verbindung gebracht werden wollen (z.B. Erotik).
  3. Sie wollen sich von ihren Werken der Vergangenheit distanzieren.
  4. Oder haben unter einem Namen (meist auch ein Pseudonym) schon viele Bücher veröffentlicht und wollen, nun das Genre wechseln.
  5. Sie wollen jemanden in ihrer Familie schonen (Familienname soll nicht befleckt werden) oder schützen (falls politische Verfolgung droht).

Früher waren Autorinnen gezwungen, Männernamen anzunehmen, damit ein Verleger ihre Bücher verlegt. Deshalb hat Charlotte Brontë unter dem Currer Bell veröffentlicht. Sogar J. K. Rowling wurde abgeraten, ihren vollen Vornamen zu verwenden, da der Verleger der Meinung war, dass Fantasyliteratur sich mit einem Frauennamen schlechter verkaufen würde.

Ich bin nicht ich

Warum gibt es überhaupt so viele Pseudonyme? Warum findet man nicht nur in der Erotik, sondern auch in anderen Genres immer wieder diese sich langsam schon wiederholenden Namen? Blumen, Wochentage, usw? Oft wollen Autoren sogar eine andere Nationalität vor“täuschen“. Wobei fast alle Pseudonyme offen sind, also jeder weiß, dass sich dahinter jemand verbirgt, der einen anderen Namen hat. Wieso also?

Das Buch als Produkt

Die Antwort ist eigentlich einfach: Die meisten nehmen ihr Buch nicht als eine kreativ-künstlerische Arbeit, sondern als ein Produkt wahr. Verlage tun das übrigens meistens. Ein Produkt, das einen möglichst wohlklingenden Titel und eine ebenso wohlklingenden Autorennamen braucht, damit man es gut verkaufen kann. Was vollkommen okay ist. Doch selbst wenn ihr das macht, ersparen tut es euch – nichts. Wenn ihr es trotzdem wollt, dann tut euch den Gefallen und lest vorher dieses Interview mit Nina George. Es gehört zu den ehrlichsten, die ich über das „Geschäft“ des Autors je gelesen habe.

Dein Name

Oder ihr geht den anderen Weg. Was ich sehr viel nmutiger und großartiger finde. Steht zu dem, was ihr schreibt. Mit eurem eigenen Namen. Nur ihr habt diese Stimme, nur ihr habt diese einzigartigen Erfahrungen. Wir finden in den Büchern immer nur uns selbst. (Mark Twain) Es hat sowieso keinen Sinn, sich zu verstecken.

Worksheet

Das heutige Worksheet ist diesmal ganz ungewöhnlich. Es sind keine Übungen, wie ihr ein Pseudonym findet :), sondern es sind im Gegenteil, Übungen, um euch an euren eigenen Namen zu gewöhnen. Die Übungen sind extrem effektiv, daher wundert euch nicht, wenn euer Leben danach schneller als ihr denkt, eine neue Richtung annimmt.

7

Zum Schluss noch ein wenig Gossip. Kenneth Bulmer ist ein britischer Autor von Science Fiction Literatur. Er hat 160 Bücher geschrieben. Ich finde seinen Namen cool. Er offenbar nicht. Hier seine Pseudonyme: Alan Burt Akers / Frank Brandon / Rupert Clinton / Ernest Corley / Peter Green / Adam Hardy / Philip Kent / Bruno Krauss / Karl Maras / Manning Norvil / Chesman Scot / Nelson Sherwood / Richard Silver / H. Philip Stratford / Tully Zetford.

Nächste Woche zeige ich euch, wie ihr ein Exposé schreibt. Was, wo an welche Stelle gehört und wie ihr es am besten formatiert.

Bis dahin – cheers!

Katrin

#rbpub #redbugwriting

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